USB-Stick wird als Festplatte angezeigt

Gelegentlich wundern sich Windows-Anwender darüber, dass ein angesteckter USB-Stick im Explorer nicht als Wechselmedium, sondern als Festplatte angezeigt wird. Hier ein paar Informationen.


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Das folgende Bild zeigt ein Beispiel für einen solchen USB-Stick, der auf meinem System unter “Festplatten” und nicht unter “Wechseldatenträger aufgeführt wird. Die Volumebezeichnung sagt mir, dass dort der Inhalt eines Windows-Installationsdatenträgers gespeichert wurde.

Oft wird dann von den Benutzern gefragt, wie man den USB-Stick als “Wechseldatenträger” anmelden könne (siehe hier, hier, hier oder hier). Die einfache Antwort lautet: Gar nicht.

Verantwortlich für die Anzeige eines Mediums im Explorer von Windows ist das von der Firmware einer Festplatte oder eines anderen Speichermediums wie USB-Stick gesetzte Removeable Media Bit (RMB). Normalerweise setzt die Firmware eines USB-Sticks dieses Removeable Media Bit auf 1 und dieser wird als Wechselmedium erkannt.

Es gibt aber USB-Sticks, die von der Firmware ein auf 0 gesetzte Removeable Media Bit an Windows zurückgeben und als Fixed-Media-Geräte (Festplatten) erkannt werden. Normalerweise sind diese USB-Sticks z.B. für Windows To Go vorgesehen – ich habe das Thema in den betreffenden Beiträgen am Artikelende angesprochen.


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Die Besonderheit solcher USB-Sticks: Da diese wie Festplatten behandelt werden, lassen sich unter Windows mehrere Partitionen anlegen (bei normalen USB-Medien erkennt Windows nur eine Partition). Der Nachteil eines solchen USB-Sticks mit Fixed Media Kennung: Er wird ggf. in manchen Assistenten nicht als USB-Stick erkannt und kann u.U. nicht als Wiederherstellungslaufwerk oder Bootmedium verwendet werden (obwohl ich hier keine Probleme mit dem betreffenden USB 3.0-Stick für Windows To Go habe). Uwe Sieber hat im Abschnitt “Wechseldatenträger oder was” dieses Artikels einige Unterschiede herausgearbeitet.

Nach meinem Bauchgefühl sind wohl USB-Sticks in den Handel gelangt, bei denen die Firmware fälschlicherweise das Removeable Media Bit mit 0 zurück meldet. Nur so erklärt sich für mich, dass immer wieder Nutzer mit preiswerten USB-Sticks in Foren auftauchen und von dem hier adressiertem Problem berichten.

Hinweis: Wer etwas im Web recherchiert, stößt möglicherweise auf ältere Artikel, die mit einem Hitachi-Filtertreiber tricksen (siehe z.B. hier). Lasst die Finger davon, das funktionierte unter Windows XP mehr schlecht als recht und ist in Windows 8 bis 10 tödlich. Auch das Lexar Tool BootIt, mit der Funktion Flip Removable Bit (siehe z.B. hier) ist eher mit Vorsicht zu genießen und sollte nicht mal mit der Kneifzange angefasst werden. Hier gibt es noch einen Hinweis auf entsprechende Tools zum Reprogrammieren der Firmware.


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8 Antworten zu USB-Stick wird als Festplatte angezeigt


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  2. 1ei sagt:

    Danke!!! Sehr interessant – ich hatte bisher Probleme, Sticks zu überreden, NICHT als Wechseldatenträger zu erscheinen – und das mit den Tricks stimmt genau!

  3. Thomas Bauer sagt:

    LG Smart TVs nehmen nur auf Festplatten auf. Für diese Geräte braucht man dann einen Stick der als Festplatte erkannt wird wenn man keine richtige USB Festplatte anschließen will.

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  5. Pingback: Anonymous

  6. Ach das ist mir eigentlich ziemlich Wurscht ob das teil sich als Festplatte oder Wechselmedium anmeldet, Hauptsache die Daten darauf sind noch vorhanden!

    Mein Cruzeredge 32gb, so Preiswert war der nun nicht, meldet sich seit jeher als Festplatte auf all meinen PCs an WTG Tauglich ist der glaube ich nicht bzw. hab ich es nie versucht darüber zu booten.

  7. Disk sagt:

    ich habe den Hitachi-Filtertreiber für Windows 8 bis 10 schon häufig verwendet und bin sehr zufrieden mit der Lösung. Aus welchem Grund soll das tödlich für/in Windows 8 bis 10 sein? Tödlich wohl eher für die Anbieter der Windows To Go zertifizierten USB-Sticks.

    • Wenn es bei dir funktioniert, schön. Hier liegen (aus den länger zurück liegenden Versuchen) andere Erfahrungen vor. Und das Teil nutzt nur dann, wenn man dieses in eine Windows To Go-Installation eingebunden hätte. Da setze ich doch eher auf einen Windows To Go zertifizierten USB-Stick.

  8. Franz Hamich sagt:

    Hallo Herr Born,
    ich gelangte hierher, weil ich eine konkrete Frage habe. Wo ist das RMB gespeichert ?
    Aber eine konkrete Antwort fand ich weder im Internet noch bei Ihnen. Ich hatte 1968 meine erste Programmierprüfung bestanden und war froh in Ihrer Literatur bisher immer Datenstrukturen, Beschreibungen von Bootsektoren usw. gefunden, mit denen ich weiter kam, aber heute ? nur Warnungen über tödliche Tools und …Link’s…
    und… durchsetzt mit Werbung, Viren… und Foren… und zum Schluß… aber nicht für 64 bit Systeme geeignet !!! Ich glaub’ wir sind zu alt, wie kann man denn Stolz darauf sein Tausende Apps zu haben, die Bilder bearbeiten, sammeln, anzeigen, senden, empfangen können ? … Schade dieses organisierte Chaos ist nicht mehr beherrschbar.
    oder ?

    • Günter Born sagt:

      Das RMB ist in der Firmware des USB-Sticks gesetzt. Details entziehen sich meiner Kenntnis – aber ich bin sicher, das Internet liefert da auch eine Antwort – Carsten Nohl und seine Mannen müssen ja auch herausgefunden haben, wie die Firmware diverser USB-Geräte manipuliert werden kann.

      Nur ist das eine Baustelle, die ich nicht beackern werde. Ein guter Startpunkt wäre das hier, nach 10 Sekunden Suche gefunden.

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