Sicherheitsrisiko beim 3D-Druck …

3D-Druck ist bei Manchen ja ein richtiges Hype-Thema. Allerdings scheint es auch da Pleiten, Pech und Pannen in Form gravierender Sicherheitslücken zu geben. So es ist mit wenig Aufwand möglich, den G-Code der Drucker auszuwerten und die 3D-Modelldaten zu ermitteln


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So schön 3D-Druck zu sein scheint, es gibt auch Risiken. Ich hatte im Blog auf gesundheitliche Risiken hingewiesen (siehe Linkliste). Aber es gibt auch Sicherheitsrisiken, die Firmen unter Umständen unbewusst beim 3D-Druck eingehen. Es bietet sich ja geradezu an, 3D-Drucker zum Erstellen von Vorserienteilen einzusetzen. Wenn Firmen ihre Prototypen oder Test-Samples auf 3D-Druckern herstellen, wäre es aber schlecht, wenn diese 3D-Druckdaten in fremde Hände geraten. Andererseits gehört Industriespionage zum Portfolio, um an Produktdetails der Konkurrenz heran zu kommen.

Sicherheitsforscher der University of California, Irvine haben herausgefunden, dass der Quellcode der 3D-Modelle von praktisch allen 3D-Druckern aufgezeichnet und per Reverse-Engineering analysiert werden kann. Die Forscher behaupten, dass bereits die Aufzeichnung der Druckgeräusche mit einem Smartphone ausreicht, um den G-Code (der die Druckeransteuerung zur Ausgabe des 3D-Modells beschreibt) zu extrahieren. Professor Mohammad Al Faruque beschreibt das so:

“My group basically stumbled upon this finding last summer as we were doing work to try to understand the relationship between information and energy flows. According to the fundamental laws of physics, energy is not consumed; it’s converted from one form to another – electromagnetic to kinetic, for example. Some forms of energy are translated in meaningful and useful ways; others become emissions, which may unintentionally disclose secret information.”

Laut diesem Artikel soll es dem Team gelungen sein, aus den analysierten Audiodaten beim 3D-Druck eines Schlüssels dessen 3D-Modell mit einer Fehlerabweichung von nur 10 % zu rekonstruieren. Es reicht also, wenn sich jemand mit einem Smartphone neben einen 3D-Drucker stellt, um Industriespionage zu betreiben. Ein gefundenes Fressen für Hacker und Industriespione. Abhilfe könnte ein Soundgenerator bringen, der Störgeräusche absondert, um die Druckergeräusche zu überlagern. Al Faruque plant, die Forschungsergebnisse im April in Wien auf der International Conference on Cyber-Physical Systems zu präsentieren.

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