Runkeeper-App sammelt heimlich Daten, Anbieter verkauft diese an Werbenetzwerk

Die Fitness-App Runkeeper gibt es für Android und iOS und ermöglicht Laufstrecken und Training aufzuzeichnen. Der Anbieter Fitnesskeeper wird jetzt von einem ausgewachsenen Datenskandal eingeholt. Die haben mit der App heimlich Daten gesammelt und an ein Werbenetzwerk verkauft.


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Fitness-Apps sind Datenschleudern und Sicherheitsrisiko Nummer 1 – da gab es sogar öffentliche Warnungen von Datenschützern. Runkeeper ist eine beliebte Fitness-App des Anbieters Fitnesskeeper. Man kann sich an deren Website anmelden und die Daten der App, die es für Android und iOS gibt, hochladen lassen. So lassen sich Laufdaten und Training aufzeichnen.

Runkeeper, ziemlich populär – 40 Millionen Benutzer weltweit

Sucht man nach Runkeeper, wird die App neben Runtastic in vielen Webartikeln thematisiert. Die App wird sogar von Läufer und Spiegel-Online-Kolumnist Achim Archilles hier vorgestellt. Ich habe mich hier immer gewehrt, eine Fitness-App mit Zwang zur Anmeldung zu verwenden – und aus diesem Grund auch nie Runtastic hier im Blog vorgestellt (Marc wird sich beim Lesen des Blog-Posts daran erinnern, wie häufig er mich erfolglos von der App überzeugen wollte).

Ich sammle heimlich Daten und verkaufe diese

Datenberge sind die Goldminen der Moderne – haben wir von unserer Bundeskanzlerin gelernt. Was liegt näher, als sich an diesen Daten zu bedienen – speziell wenn die Anbieter in Amiland leben. Da stört so was wie eine europäische Datenschutzverordnung eigentlich nur – aber wir haben bald ja CETA und TTIP, die einiges richten werden. Aber jetzt zum Thema.

Der Anbieter Fitnesskeeper wird jetzt von einem ausgewachsenen Datenskandal heimgesucht. Denn die App sammelt laut diesem Artikel heimlich Daten. Und das nicht nur, wenn die App aktiv ist, sondern die Standortdaten werden eigentlich immer aufgezeichnet. Und der Anbieter verkauft diese an das Werbenetzwerk Kiip.me in den USA.

Aufgedeckt hat dies das Norwegian Consumer Council (NCC), welches 20 Fitness-Apps untersucht hat. Das Norwegian Consumer Council (NCC) hat jetzt eine formale Beschwerde wegen Verstoßes gegen die EU-Datenschutzverordnung eingelegt. Die Geschichte schlägt momentan in den USA hohe Wellen (hier, hier, hier).

Jason Jacobs, CEO von Fitnesskeeper, gab in einem Statement gegenüber digitaltrends.com an, erst durch das Beschwerdeschreiben von NCC über das “Problem” informiert worden zu sein. Und dann die Erklärung:

Our users’ privacy is of the utmost importance to us, and we take our obligation to comply with data protection laws very seriously. We are in the process of reviewing the issues raised in the complaint, and we will cooperate with the Norwegian DPA if it has any questions arising out of the complaint.

Muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Die Datenschutzregeln des Anbieters behalten sich die Erfassung und Weitergabe der Ortsdaten vor. Die NCC-Beschwerde wird natürlich folgenlos bleiben, da es die Leute nicht interessiert oder es morgen wieder vergessen ist. Oder was meint ihr?


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6 Responses to Runkeeper-App sammelt heimlich Daten, Anbieter verkauft diese an Werbenetzwerk

  1. Nobody sagt:

    Zitat:” Die NCC-Beschwerde wird natürlich folgenlos bleiben, da es die Leute nicht interessiert oder es morgen wieder vergessen ist.”
    Genau so wird es kommen.

  2. woodpeaker sagt:

    Schlimmer noch.
    Dann kommen wieder die Vollpfosten mit dem Totschlagargument und packen gleich noch den Superlativ oben drauf:
    Habe doch nichts zu verbergen!
    Superlativ dazu: Finde die App so toll und weil (siehe oben), werde ich sie weiterverwenden.

    In der normalen It gibt es ja den DAU. Kenne da keine richtige Steigerung die greifen würde, ausser vielleicht der NERDDAU!

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  4. *ironie ein*Aber sicher Kräht kein Hahn danach, wir haben ja schließlich nichts zu verbergen und unsere Gesundheitsdaten zeigen bloß wie Fit wir sind, nebenbei vielleicht noch an welcher Fußgängerampel wir beim Joggen kurz verweilt haben und vielleicht noch ein paar Daten von unserer Krankenkasse.
    Ob ich dann meine Sportlichen erfolge bei Facebook für jedermann/Frau veröffentliche oder gleich alle einer app freigebe bleibt sich doch gleich. Das passiert doch schließlich jeder Firma irgendwann mal und die müssen sich ja auch irgendwie finanzieren da die App ja kostenlos ist. *ironie aus*

  5. Stefan sagt:

    Der Datenschutz im Zeichen der Digitalisierung ist ein ziemlich schwieriges Thema. Viele Unternehmen der Net-Economy funktionieren ja teilweise nur aufgrund der vielen Daten, die sie über ihre Nutzer sammeln.

    Aus Verbrauchersicht habe ich da schon große Bedenken, vor allem weil man immer wieder liest, dass iwo Daten “gestohlen” wurde.. wie vor kurzem bei Yahoo. Ich glaube auch, dass viele Unternehmen das Thema Datenschutz bislang kaum auf dem Schirm haben.

    In meiner Firma wurde erst vor kurzem ein “Datenschutzbeauftrager” eingestellt, und wir sind mittlerweile im Jahr 2016 …….. Ich glaube, dass viele Firmen hier Einiges aufzuholen haben.

    Erst vor kurzem habe ich wieder einen Artikel gelesen (Quelle), bei dem Fitnesstracker hinsichtlich der Datensicherheit unter die Lupe genommen wurde. Eine Universität hat dazu eine Studie erstellt und kam zu keinem guten Ergebnis.

    Bin gespannt, wann die Politik so weit ist, und hier härter Spielregeln ergreift, um die persönlichen Daten von uns Menschen irgendwie sicher zu machen.

    So viel dazu ;)

    Grüße,
    Stefan

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