OpenOffice vor dem Aus?

Heute noch eine kurze Meldung zu OpenOffice, der alternativen Bürosoftware, die in Konkurrenz zu LibreOffice steht. Wie es ausschaut, steht das Projekt OpenOffice vor dem Aus.


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Es gibt sie, die unendlichen Geschichten von Pleiten, Pech und Pannen. Speziell im Open Source-Bereich stehen die Leute sich gerne auf den Füßen. OpenOffice.org wurde ja von Sun entwickelt und kostenlos vertrieben. Nach der Übernahme von Sun durch Oracle begann die Trickserei.

Die Übernahme durch Oracle

Im Artikel OpenOffice.org am Ende? hatte ich 2010 geschrieben, dass es ausschaut, dass Oracle die Entwicklung kippe. Die Geschichte ist bekannt: Irgendwann hatte Entwickler die Nase voll und es wurde das LibreOffice-Projekt als Fork gegründet. Wer sich mit der Software befasst, hat seitdem auf LibreOffice gesetzt.

Braindrain der Entwickler bei OpenOffice

Damit wurden die Entwicklerressourcen für OpenOffice ausgetrocknet. Wie ich hier bei Arstechnica lese, hat das OpenOffice-Management beschlossen, das Projekt (wegen des steigenden Erfolgs von LibreOffice) einzustellen.

Es gibt wohl noch kein endgültiges Datum für den Exit – aber in einem Beitrag in der Apache OpenOffice-Mailing-List macht Dennis E. Hamilton Vorschläge wie das Ende des Projekts aussehen könnte. Er gibt ganz klar an, dass Entwicklerressourcen fehlen, um das Projekt noch sinnvoll weiter zu betreiben. Sicherheitslücken und Bugs werden kaum noch adressiert.

Die Sicherheitslücken in OpenOffice

Bisher waren Sicherheitslücken, die in OpenOffice existieren, wohl noch nicht öffentlich. Aber zwischenzeitlich wurden wohl Lücken bekannt und es gibt ein proof of concept, diese auszunutzen. Während LibreOffice kontinuierlich Updates erhält, sieht es bei OpenOffice düster aus. Nutzern von OpenOffice kann man nur empfehlen, möglichst bald auf LibreOffice umzusteigen, da in OpenOffice viele Sicherheitslücken ungeschlossen bleiben.

Es gibt noch viele OpenOffice-Anwender

Trotz dieser schlechten Aussichten scheint es doch noch eine größere Basis an OpenOffice-Nutzern zu geben. Und es gibt wohl noch Entwickler, die das Projekt am Leben erhalten wollen. Meine Einschätzung: Das Projekt ist tot. Bleibt zu hoffen, dass da kein Zombie gezüchtet wird. Steigt auf LibreOffice um. Bei Interesse könnt ihr einige weitere Gedanken im Arstechnica-Beitrag oder in der Mailliste nachlesen.

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15 Antworten zu OpenOffice vor dem Aus?

  1. Nun gut das war aber irgendwann auch abzusehen das einer der beiden Office den Löffel abgeben wird, ich hab lange zeit mit OpenOffice gearbeitet ob installiert als auch vom USB-Stick aus.
    Seit September 2015 bin ich jedoch zu LibreOffice um entschieden da ich diverse Komplikationen mit diversen Dokumentformaten festgestellt habe.

    Ich hoffe jetzt bloß das unser Software Distributor nicht auf OpenOffice gesetzt hat sonst müssen wir noch mal etwas länger warten bis unsere Studio Software mit einem Offenen Office ohne Microsoft Office Cloud fähig wird.

  2. Jellyfish sagt:

    Vielen Dank Herr Born für diesen Artikel. Wusste ich als Otto-Normal-Privat-User alles nicht…
    Ich habe soeben OpenOffice deinstalliert und LibreOffice installiert (Win7 -64-Bit).

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  4. ThBock sagt:

    Ich nutze nun auch schon längere Zeit Libre Office.
    Die 5er Version ist richtig gut geworden, während Open Office stillsteht.
    Wer weiter auf Open Office setzt, reitet imho einen toten Gaul.

  5. Nils sagt:

    Dann bleibt nur zu hoffen, dass Libre Office länger durchhält….

  6. Ich hatte vor einiger Zeit auch irgendwo gelesen das das Libre Office mit OpenCloud eine Kooperation hat, es könnte also auch in naher Zukunft möglich sein sich seinen eigenen OpenCloud Server zuhause oder auf der Arbeit hinzustellen um mit LibreOffice in jedem x beliebigen Browser in seiner eigenen Cloud arbeiten zu können.
    Das fände ich sehr Praktisch.

  7. Frank Bell sagt:

    Die Oberfläche von LibreOffice, also die “Usability”, ist leider schlechter als die von OpenOffice.

    Sehr schade, dass OpenOffice dran glauben muss. Ich muss jetzt leider umsteigen.

    Ich hoffe, man überlässt den Markt nicht nur M$.

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  9. Henry sagt:

    Ich hatte immer wieder einmal LibreOffice getestet. Aber es gab
    immer verschiedene Mängel, die es bei OpenOffice nicht gibt. (Ich kann
    mich jetzt nicht an Details erinnern).

    Mein letzter Versuch zeigte, das LibreOffice ein Problem mit dem GUI hat. Mal passte es
    auf den Bildschirm (Ich habe aufgrund eines hochauflösenden Monitors den dpi-Wert des
    Desktops erhöht) und dann passte es wieder nicht. Bei verschiedenen Dialogen ragten die
    unteren Teile sozusagen aus dem Bildbereich heraus. Das Theater gibt es bei OpenOffice
    nicht.

    Daher bleibe ich erstmal bei OpenOffice.

    • Dieter Schmitz sagt:

      Hallo Henry,

      das ist es, was ich mit “Usability” meinte.

      Verschiedenes funktioniert in OpenOffice einfach besser.

      Schade, dass LibreOffice da einen Sonderweg einschlägt.

  10. Kodiak sagt:

    Wie schätzt Ihr denn FreeOffice als Alternative zu Open Office ein???

    • freebeer sagt:

      Was die Kompatibilität zu MS-Office angeht, sind die softmaker-Produkte mit Abstand die besten. freeoffice ist da inzwischen schon ziemlich gut, wem das nicht reicht, nimmt die prof-Version. Nicht teuer und immer wieder Angebote, für den Lehrbereich gratis. :)

  11. Ralf Lindemann sagt:

    Zufall oder nicht. PortableApps.com hat gestern „OpenOffice Portable 4.1.2 Patch 1“ veröffentlicht. Die aktualisierte Version schließt eine Sicherheitslücke.

    Bemerkenswert ist, dass PortableApps.com implizit bestätigt, dass es mit OpenOffice nicht zum Besten steht. Was John T. Haller hier berichtet, hört sich nicht gut an: „This release of Apache OpenOffice Portable fixes a critical security vulnerability, CVE-2016-1513, found within Apache OpenOffice 4.1.2. This critical issue has not been addressed in a full release of Apache OpenOffice, only as a patch that users are required to manually apply by extracting files from a ZIP and then manually running a BAT file. As this would be confusing for most end users, PortableApps.com has taken the initiative to produce a package of Apache OpenOffice Portable with the security vulnerability patched to ensure our users are not affected.“ (Quelle: http://portableapps.com/news/2016-09-04–apache-openoffice-portable-still-4.1.2-patch-1-released)

    • Ralf Lindemann sagt:

      Nachtrag: Die annoncierte Sicherheitslücke besteht auch in lokalen OpenOffice-Installationen. Der Patch muss hier, wie von John T. Haller beschrieben, von den Anwendern manuell in die bestehende OpenOffice-Installation eingepflegt werden. Downloaden lässt sich der Patch hier: http://archive.apache.org/dist/openoffice/4.1.2-patch1/hotfix.html Dort finden sich auch detaillierte Angaben, wie der Patch vor dem Ausführen verifiziert und anschließend installiert werden kann. Englischkenntnisse sind von Vorteil. – Fazit: Man kann Hallers Einschätzung nur zustimmen: Viele Anwender dürfte diese Vorgehensweise überfordern. Anwenderfreundlich ist das nicht. Offenbaren fehlen dem OpenOffice-Projekt tatsächlich die personellen Ressourcen, das Problem anders zu lösen.

      • Ralf Lindemann sagt:

        … Und, um noch die Kurve zu Günter Borns Blog-Artikel zu kriegen: „OpenOffice vor dem Aus?“ – Ja, ich schließe mich seinem Fazit an: „Das Projekt ist tot.“ Wie wollen die OpenOffice weiterentwickeln, wenn sie es nicht mal mehr hinkriegen, einen Patch ordentlich zu veröffentlichen? Wie schlecht es um das Projekt steht, wird an so einem Detail überdeutlich.

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