Windows 10: Telemetrie für Update-Steuerung zwingend?

In Windows 10 ist ja die Erfassung von Telemetriedaten fest verdrahtet. Nur Nutzer der Windows 10 Professional und Enterprise-Versionen können die Telemetriedatenerfassung per Gruppenrichtlinie deaktivieren – was aber ungeahnte Nebenwirkungen zu haben scheint?


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Gruppenrichtlinien zur Update-Steuerung

Es gibt das in den Gruppenrichtlinien ein Eintrag, auf den Woody Leonhard in diesem Beitrag aufmerksam macht. Ich habe es mal an einem deutschen Windows 10 Version 1607 (Build 14393,187) getestet – es soll aber schon in der Version 1511 diese Einschränkung geben (siehe). Gibt man gpedit.msc in Suchfeld ein (nur ab Windows 10 Professional), lässt sich im Gruppenrichtlinien-Editor zu Computerkonfiguration\ Administrative Vorlagen\Windows-Komponenten\Windows Update\Windows Updates zurückstellen navigieren.

Gruppenrichtlinien

In diesem Zweig sind zwei Gruppenrichtlinien vorhanden, die das Zurückstellung von Updates im Current Branch for Business regeln. Woody Leonhard weist im oben verlinkten Artikel darauf hin, dass die Gruppenrichtlinie außer Kraft gesetzt wird, falls der Adminstrator die Telemetriedatenerfassung abschaltet.

Update zurückstellen

Obiger Screenshot zeigt die Erläuterungen zur Gruppenrichtlinie. Dort findet sich der klare Hinweis, dass die deaktivierte Richtlinie “Telemetrie zulassen” auch die Richtlinie zum Zurückstellen der Updates deaktiviert. Der Schluss: Updates im Current Branch for Business zurückstellen lässt sich nur per Gruppenrichtlinie nutzen, wenn die Telemetriedatenerfassung aktiv ist.

Wie das in Windows 10 Enterprise LTSB (Version 1607) geregelt wird, konnte ich noch nicht verifizieren (Funktions-Updates werden dort ja keine angeboten).

Task in der Aufgabenplanung

In den Kommentaren zum Artikel weist zudem ein Nutzer darauf hin, dass in der Aufgabenplanung ein Eintrag zum Hochladen von Telemetriedaten vorhanden sei.


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Aufgabenplanung

In einem deutschen Windows 10 findet sich die Aufgabe unter Aufgabenplanungsbibliothek – Microsoft – Windows – Application Experience. Die Aufgabe ProgramDataUpdater wird, unabhängig davon, ob man am Customer Experience Improvement Program (CEIP) teilnimmt oder nicht. Unklar ist aber, ob der Task Daten an Microsofts Server schickt oder sofort terminiert, wenn die Option zur Teilnahme am CEIP abgewählt wurde. Vielleicht hat jemand von Euch noch nähere Informationen oder Insights.

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11 Antworten zu Windows 10: Telemetrie für Update-Steuerung zwingend?


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  2. JohnRipper sagt:

    Mh nicht sonderlich spannend und bekannt. Für mich stellt sich eine ganz andere Frage:

    Der Wert für Telemetrie zulassen (Wert = 0) kann grds. via GPO auf jeder Version gesetzt werden. In Windows 10 Pro wird dabei gesagt, dass der Wert keinen Effekt hat, da kein Wert niedriger als 1 zugelassen ist. Dies geht nur in den Enterprise Varianten bzw. hat nur dort entsprechende Auswirkungen.

    Frage: Nimmt Windows für diese Richtlinie in Windows 10 Pro jetzt an, dass der Wert = 1 gesetzt ist (da 0 nicht zugelassen ist) und somit habe ich (k)ein Problem, oder nimmt Windows trotz des gesetzten Wertes von 0 gleichfalls auch für diese Richtlinie 0 an.

  3. Ich kann ja mal schauen ich hab mir gerade ein neues Notebook gekauft auf den ich eine Windows 10 Enterprise LTSB 2016 installiert habe.
    Was ich aber nicht ganz verstehe ist welche “welche ungeahnte Nebenwirkungen” das zu haben scheint. Irgendwie fehlt da der Bezug dazu in deinem Artikel.
    Grundsätzlich haben alle Änderungen in der Registrierungsdatenbank oder in den Gruppenrichtlinien Nebenwirkungen nu8r was das für welche sind verstehe ich nicht ganz.

    • Die Nebenwirkung war, dass ich die Telemetrie zulassen muss, wenn ich Updates zurückstellen möchte.

      • Ralph sagt:

        Ehm… nein? Ich benutze OOSU10 von O&O, weil ich faul bin. Und ich stelle Updates schon immer zurück, seit ich Windows 10 habe. Alle meine Geräte (die in meinem Fall alle nicht produktiv sind, arbeiten tue ich unter Linux), bei denen ich die Updates nicht zurückgestellt habe, sind mittlerweile auf 1607. Das eine Gerät, bei dem die Updates zurückgestellt sind, ist nach wie vor auf 1511. Auf allen Geräten ist mittels OOSU10 sämtliche Telemetrie-Erfassung ausgeschaltet. Viel bedenklicher finde ich, dass nach jedem Update zumindest ein Teil der Telemetrie-Erfassung kackfrech wieder eingeschaltet ist.

      • Nein, eigentlich habe ich nichts gegen Updates, solange meine ursprüngliche Konfiguration so wie ich sie erstellt habe erhalten bleibt, das bedeutet das an meiner Partitionierung sich nichts ändert, der grub Bootmanager unangetastet bleibt, die Programme die ich installiert habe nicht gelöscht oder unbrauchbar gemacht werden und das die Dokumente immer noch mit den Selben Programmen öffnet.
        Das die Datenschutzoptionen (ist ja nur oberflächlich Placebo) nicht bei jedem Update wieder geändert werden weil es Microsoft nicht Passt, oder weil sie zu blöd sind die Updates richtig zu konfigurieren.

        Ich hatte die Windows 10 Enterprise LTSB Lizenz inkl. Installationsmedium schon seit März hier liegen, und hab aus diesem Grund auch und weil ich es wissen wollte was sich ändert, die Version 1511 installiert, hat hervorragend funktioniert.

        Ich hab mir einen Laptop ohne Windows Vorinstallation gekauft und Windows 10 Enterprise ohne Secure Boot wegen dem Linux Kubuntu hinten drauf installiert, soll zwar auch mit möglich sein aber ich wollte es schnell und einfach haben.

        Die Telemetrie Datenerfassung habe ich ungefähr über diese Anleitung Windows 10: Spy-Funktionen abschalten (Teil1-3) https://www.youtube.com/watch?v=J8J1UGEloGo
        Deaktiviert, weil es mir eigentlich nur darum geht, irgendwelche Tools um irgendwas zu unterbinden benutze ich höchst selten weil ich selbst wissen möchte was welche Abhängigkeiten hat und was es bewirkt.

        Ich glaube am Dienstag kam dann das Versionsupgrade 1607 danach habe ich alle Einstellungen nochmals überprüft und es sind keine Einstellungen geändert worden.
        Ich muss aber feststellen das mich das Versionsupgrade 1607 auf eine andere Build Version gebracht hat als an meinem Desktop PC den ich ja viel früher auf Version 1607 geupgradet habe.

        Also im großen und ganzen blicke ich komplett nicht mehr durch.

        Mein 7″ Tablett was wegen der Hardware eigentlich für die Version 1607 nicht mehr geeignet sein sollte ist jetzt auch schon weiter.

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  5. Hansi sagt:

    2017: PTBS-Störungen nehmen drastisch zu

    München, 2017. 50% aller Windows-Admins leiden mittlerweile an PTBS. Eine Reihe von Symptomen werden beobachtet, z.B. Schweissausbrüche, wenn jemand nur das Wort Update in den Mund nimmt. Der Begriff Funktionsupdate löst unkontrollierte Zuckungen und stundenlanges Zittern aus. Bei Windows-Admins nehmen Magengeschwüren und Reizdarmsyndrome um 5000% zu. Es häufen sich Fälle von Admins, die trotz generellen Verbots mit Clowns-Masken zur Arbeit gehen und mit Amok-Läufen drohen. MS weist jede Verantwortung von sich, führende Mitarbeiter auf einer Pressekonferenz: “Wir haben doch nur Befehle befolgt, wenn sie Probleme haben, führen sie das Update einfach nochmal aus”. Die darauf folgende Saalschlacht wird von MS-Nudella kommentiert: “Das sind alles nur Apple-Fanboys, Neider und Linux-Teroristen, die gehören alle eingesperrt. Windows 10 bringt den großen Endfrieden. Ab sofort sollte die Nutzung aller anderen Betriebsysteme verboten werden. Wir werden unseren Weg der großen Update-Harmonie bis zur totalen Cloud-Konvergenz fortsetzen. Wollt ihr die totale Cloud?”.

    MS ist Krieg.

    • Thürk Maschke sagt:

      Hallo Hansi:

      Einfach köstlich:-)

      “MS ist Krieg.”

      Und Synonym für Tourette-Anfälle;-)

      • Ach was eigentlich tangiert mich so was überhaupt nicht mehr, schon alleine aus dem Grund weil ich damit mein Geld verdiene, nur momentan sitze ich halt auch bei gewissen Fehlern voll auf dem Schlauch.
        Und wenn ich dann bei unserem Steuerberater mit seinem völlig kaputt PC sitze dessen Datenbank nur noch übers Netzwerk zu funktionieren scheint weil das installierte Stortax am laufenden band Fehlermeldungen bringt könnte ich im Boden versinken.

        Nun habe ich es ja nur mit ca. 30 Rechnern zu tun, könnte mir aber gut vorstellen das andere Admins mehr zu weinen haben.

  6. deo sagt:

    Die Windows Telemetrie bleibt nicht bei MS.
    FireEye bekommt Zugriff auf Telemetriedaten.
    http://www.arnnet.com.au/article/610583/can-fireeye-change-cyber-security-stakes-through-microsoft-partnership/

    Das ist so wie bei dem Mautdaten, für die Anfangs das Versprechen gegeben wurde, sie werden nur für Abrechnungszwecke genutzt. Und jetzt sollen sie Dritten überlassen werden.

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