Telekom: Internetstörung verursacht Paketverluste

Bei der Telekom gibt es seit dem 4. Januar 2017 eine Störung bei Internetverbindungen zu Google Diensten. Das betrifft wohl Festnetz- als auch mobiles Internet. Nachtrag: Hier einige Informationen zu möglichen Ursachen.


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Worum geht es genau?

Anwender, die über die Telekom eine Internetverbindung herstellen (Festnetz oder Mobilfunk) stellen fest, dass bestimmte Dienste bei Google nur schwer erreichbar sind. Betroffen sind wohl nur IPv4-Verbindungen zu Google (DNS-Server 8.8.8.8, YouTube, Google Suche etc.). Die Datenübertragung ist extrem langsam und es kommt wohl zu Übertragungsfehlern. Laut diversen Berichten gehen 10 bis 40 % der Pakete verloren. Das führt zur Verlangsamung der Zugriffe.

Auf der Telekom-Störungsseite gibt es keinen Hinweis auf eine Störung. Unter alle störungen de werden aber weiterhin Störungen gemeldet. Ich bin zwar über einen Reseller bei der Telekom, konnte aber nichts von der Störung bemerken (hier wird aber auch IPv6 mit benutzt). Irgend jemand von euch betroffen?

Einmal selbst nachgemessen

Nachdem ich die Info über die Störung die Nacht rausgehauen habe, wollte ich es etwas genauer wissen. Dazu habe ich einfach einmal die Verbindung zu meiner Domain borncity.com und dann zu google.de mittels ping überprüft.

ping Ergebnisse

Es zeigt sich, dass es beim Verbindungsversuch zu google.de zu Paketverlusten kommt. Wer den DNS-Server mit der IP 8.8.8.8 von Google im Router eingetragen hat, dürfte damit Probleme bekommen – unter Windows wird vermutlich häufiger eine fehlende Internetverbindung angezeigt (gelbes Dreieck mit Ausrufezeichen beim Netzwerksymbol in der Taskleiste).

Telekom Ping

Alternativ kann man diese dtag.de-Webseite (gebrochen) aufrufen und über den Befehl Ping in der linken Spalte einen Ping absetzen. Obiger Screenshot zeigt die Pings auf meinen Webserver, wo es zu keinem Paketverlust kommt. Bei YouTube.com sieht es dagegen anders aus (siehe folgender Screenshot), wo 28 % der Pakete verloren gehen..


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Telekom Ping YouTube

Liegt es an der Telekom oder an Google?

Durch die Kommentare hier und bei heise.de habe ich mal nachgeschaut. Bei Astechnica Großbritannien gibt es diesen Artikel, der gestern über einen großflächigen Ausfall des Breitband-Internet in England berichtet. Und in diesem Tweet bemängelt ein brasilianischer Nutzer einen DNS-Server-Ausfall bei Google. Geht man bei heise.de ins Forum, berichten auch Nutzer anderer Provider von den gleichen Problemen:

Infinitum
Kabel Deutschland
Vodafone

Und hier sowie hier wird berichtet, dass dies seit längerem so sei. In dieser Forenantwort behauptet jemand, dass Google ganz offiziell den ICMP-Traffic zum Google Public DNS 8.8.8.8 limitiere. In diversen Forenposts hier und hier wird darauf hingewiesen, dass die Pakete beim Übergang der Netze von Telekom zu Google verloren gehen. Mal schauen, ob es noch eine offizielle Erklärung dazu gibt.


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6 Antworten zu Telekom: Internetstörung verursacht Paketverluste


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  2. woodpeaker sagt:

    Vielleicht nicht ganz richtig. Laut den Kommentaren (mit Verweisen auf Threads dazu) liegt der Ball eher bei Google im Feld und ist zum Teil auch von denen gewollt.
    Google soll im Herbst letzten Jahres darauf hingewiesen haben das sie da den Hahn etwas zudrehen wollen.
    Und Peering Proleme sind bei der Telekom wohl eher auszuschließen.

    • Ralph sagt:

      Es wäre schön, solche Gerüchte auch mal mit entsprechenden Nachweisen zu untermauern.

      • woodpeaker sagt:

        Arbeite dich bitte durch die Kommentare beim Heise Artikel selbst durch. Habe dort die Infos her, aber keine Lust es noch mal in voller Güte zu lesen. ;-)

      • woodpeaker sagt:

        Ok, eine Hilfe gebe ich dir noch :-) :
        Schau dir die Beiträge von DasGroßeGanze, Lox33 und iMil an.

        • Ralph sagt:

          Danke für den Hinweis, das hat mir altem Mann das dann doch sehr erleichtert. Aber ob ich nun jemanden, der einen public DNS für “bin ich online?”-Anfragen via ping missbraucht (Lox33), oder jemanden, der innerhalb der Community gern auch iMüll genannt wird (iMil), als Nachweis ansehen soll? Ich denke nicht.
          Aus dem, was ich “dem Netz” insgesamt so entnehmen konnte, gibt es wohl vermehrt Diensteanbieter, die ihre Maschinen so einstellen, dass sie eben tatsächlich nur diese Dienste auch zur Verfügung stellen.
          Ich persönlich habe übrigens 8.8.8.8 nach wie vor als DNS ohne Verluste in dem Router, der den gesamten Traffic im LAN, ins und aus dem LAN steuert, eingetragen (nein, das ist nicht der Router, der am DSL-Kabel dran hängt).

  3. deo sagt:

    Der Ping zu Google ist bei mir ergibt 50% Verlust. Ich nutze sonst keine Google Dienste.

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