Krass: Amazon Alexa bestellt tausende Puppenhäuser

IoT und Bots ist, wenn die selbst online bestellen. Gerade noch was ganz krasses gelesen: Ein Nachrichtensprecher hat einen harmlosen Satz losgelassen – und plötzlich wurden in Amiland tausende Puppenhäuser von Amazons Alexa bestellt. Und es gab noch etwas zum Thema Sprachassistenz – sozusagen eine richtig richtungsweisende Vision.


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Alle Welt fährt ja momentan auf dieses IoT-Zeugs ab – ein Sprachassistent muss ja eingebaut sein, sonst ist das doof. Auf der CES 2017 musste natürlich der Kühlschrank mit Touchscreen und Bestellfunktion erwähnt werden. Und bei nachfolgendem Video zum Thema Connected Car habe ich einen Bart bekommen.

(Quelle: Youtube)

Ich stimme mit der Quelle überein: Wenn das die Vision ist – eine Versicherung per Cortana abschließen, wenn ich einen Leihwagen fahre oder ein Restaurant vorschlagen und einen Tisch buchen lassen – auf so etwas kommen nur die Amis im Marketing. Ok, auch amerikanische Touristen müssen unbedingt in diesem oder jenem Lokal gewesen sein, welches im Reiseführer stand.

Alexa, bestell schon mal

Es gab in der TV-Serie Derrick den Klassiker “Harry, fahr schon mal den Wagen vor”. Genau so habe ich mich gefühlt, als ich die neueste Story gelesen habe. In einer US-Nachrichtensendung CW6 in San Diego sagte ein Sprecher den harmlosen Satz „Ich liebe dieses kleine Mädchen, wie sie sagt ‚Alexa hat mir ein Puppenhaus bestellt'“.

Tja, und da bei den Amis überall die Amazon Echo-Lautsprecher mit dem Sprachassistenten Alexa herumstehen, und natürlich voll eingerichtet sind, hatte das ungeahnte Folgen. Denn Alexa verstand das wörtlich und hat für die betreffenden Familien schon mal ein Puppenhaus bestellt (oder es versucht). Wie die Amis nun mal sind, haben die nicht dieses Alexa deaktiviert, sondern zig Beschwerden beim Sender abgelassen. Bei heise.de hat man hier ein paar Zeilen zu geschrieben.

Irgendwie kann ich mir nicht helfen, aber tief im Herzen höre ich die Stimme “Amerikaner, ihr habt euch euren Donald echt verdient. Nur hört auf, mit dem Mist den Rest der Welt beglücken zu wollen.” Oder wie seht ihr das?


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11 Antworten zu Krass: Amazon Alexa bestellt tausende Puppenhäuser

  1. Realitator sagt:

    Postfaktische Zeiten:

    Er sorgte damit bei Amazon-Echo-Besitzern für Verwunderung, denn Alexa reagierte auf Patton. Im Anschluss beschwerten sich zahlreiche Zuschauer beim Sender, weil dieser Echo aktiviert hatte. Eine Bestellung beim Onlineversender Amazon wurde aber nicht ausgelöst, da es dafür eine Bestätigung braucht.

    Quelle: http://www.golem.de/news/echo-in-san-diego-tv-sendung-loest-amazon-alexa-bestellungen-aus-1701-125455.html

    • Tim sagt:

      Der große Haken an der Sache ist aber nicht die Bestellung und das diese aus sehr gutem Grund eine Bestätigung verlangt (Ein ausgesprochenes JA reicht an dieser Stelle…) sondern der Haken an der Sache beginnt schon mit:

      „denn Alexa reagierte auf Patton“

      Wer diesen Punkt nicht mehr kritisch sehen kann, hat in meinen Augen den Schuss nicht mehr gehört und ist vollkommen Marketing Feature geschädigt.
      Sowas darf einfach nicht passieren, nicht mal Ansatzweise.

      • Ralph sagt:

        Lass doch mal ein am Ladekabel eingestecktes iPhone neben dem Lautsprecher vom PC liegen und lasse Cortana „Hallo Siri“ sagen…

        Schöne heile Welt, oder?

        • Tim sagt:

          Die beiden verstehen sich nicht auf Dauer… haben schon genug Leute auf YouTube bewiesen… ;)

          https://www.youtube.com/watch?v=yw002vpbClA

          Dafür sind Siri und Cortana einfach noch zu schlecht programmiert. Sollen beide ja eher Antworten und nicht wirklich interagieren.

          Alexa soll aber bestellen, das ist ihre Hauptaufgabe und das machts dann schwierig.

  2. Tim sagt:

    Ich seh schon in Zukunft die neuen Stauursachen auf uns zukommen… Die autonomen Autos werden nicht mehr fahren können, weil hunderte Fussgänger sich plötzlich sicher sein können, das die Autos ganz sicher auch stehenbleiben…
    Das wird in einigen Städten sicher witzig.

    Wozu man sich in dieser Zukunft überhaupt noch ein Auto kaufen soll, wenn Versicherungsbeträge und Co nach dieser gezeigten Vorstellung pro Fahrt abgerechnet werden sollen, begreif ich auch nicht. Dann könnte man doch direkt den öffentlichen Verkehr mit Taxi/ Mietwagendiensten verbinden… Auto kommt dann autonom auf Bestellung angerauscht. Die Idee würde mir gefallen…
    Obs der Autoindustrie am Ende gefallen wird, sei mal dahingestellt.

  3. Andreas B. sagt:

    Die ganze Entwicklung geht mit Volldampf in Richtung genau der Dystopie, vor der Joseph Weizenbaum schon vor zig Jahren gewarnt hatte.

  4. wenn man sich Technik nicht nur ins Haus stellen würde, sondern sich auch mal damit beschäftigen würde, dann würde man auch wissen, dass die Möglichkeit mit Alexa zu bestellen auch deaktiviert werden kann, also komplett abgeschaltet, was bei aller Begeisterung auch meine erste Maßnahme war, somit sind Fehlfunktion einer sich noch entwickelnden Technik ausgeschlossen. Genauso wie sich das Gerät ausschalten lässt, wenn man es nicht nutzt.

    Diese Option sollte man vielleicht auch erwähnen, denn offensichtlich beschäftigt sich nicht jeder mit den Details :)

    • Tim sagt:

      Man kauft sich also ein Gerät, das einem einfach jederzeit auf Zuruf und bei Bedarf zur Verfügung stehen und den Alltag vereinfachen soll und schaltet das dann aus? Klingt seltsam verrückt… Da kann man doch dann auch direkt an den Computer gehen, oder das Tablet greifen… oder?

      • Ich schalte Echo und damit Alexa aus, wenn ich bzw. wir sie nicht benötige(n), genauso wie mein Notebook oder Tablet. Ich muss doch nicht ständig alles nutzen und zum Bestellen habe ich sie ohnehin nie gekauft, denn ich schaue mir schon gerne vorab zumindest Produktbeschreibungen und Bilder an.

        Ich habe nicht erwartet, dass Alexa mir den Alltag im strengeren Sinne vereinfacht, ich habe erwartet, dass sie auf angenehme Weise per Sprachsteuerung Musik spielt, Hörbücher vorliest, von mir aus News und den Wetterbericht, vielleicht mal irgendwann Haussteuerung und wenn ich ein nützliches Skill finde, dann kann man dies auch zuschalten.

        Alexa steht in der Küche oder im Wohnzimmer und dient für uns, anders als PC oder Tablet, reinen Unterhaltungszwecken. Es ist auch bequemer Echo zu starten als erst ein Tablet, wo man dann eine App starten muss, dann das alles noch mit einem Lautsprecher koppeln…

        Im Moment sehe ich nicht so viel mehr größere Bedeutung + Nutzen in Echo, habe ich auch nicht erwartet, aber ich schaue mir gerne die Entwicklung an, weil ich kein Bedenkenträger bin, der bei jeder neuen Technik zunächst nur die möglichen Gefahren vor sich hat und sich permanent vor Angst und Sorgen in die Hose macht. Nach der Logik würden wir nämlich heute noch in Höhlen wohnen. Ok, vielleicht wäre dies besser gewesen, mindestens für den Planeten-

        Und natürlich machen sich alle oder viele Gedanken um die Privatsphäre, aber wie wahrscheinlich ist es, dass bei Millionen von Anwendern auf der ganzen Welt mit zig Abrufen jemals ein Amazon Mitarbeiter in der Lage sein sollte, diesem persönlich zuzuhören? Diese Ängste sind durchaus etwas paranoid nach meiner Meinung, zumal Amazon ja genau beschreibt, was wann übertragen wird und jede Abweichung davon mit Sicherheit auffallen würde.

        • Tim sagt:

          Hm… ich mach mir in die Hose, weil ich für mich erkenne, das diese Technik identisch nicht nur von einem Anbieter, den man dann möglicherweise unterstützen würde, sondern von allen großen Unternehmen gleichzeitig halbgar auf den Markt geworfen wird?

          Mir sind Cortana, Siri, Alexa und Co einfach nicht weit genug von der Handysprachsteuerung von vor 10 Jahren entfernt. Was ist daran neu, außer genau der Features, die man schon damals auf dem Zettel hatte?
          Es wirkt wie wieder ausgegraben und aufgewärmt.

          Dazu nach 2 Jahren wirkt der Verkaufsstart hier auf mich wie ein Grabbeltisch, oder Abverkauf eines alten Produktes…

          Aus meiner Sicht wären wir auf so einem Weg und meiner Logik folgend nie aus den Höhlen herausgekommen, weil die Leute zu blauäugig gewesen wären und die Unternehmen diesen Zustand freudig zur Kenntnis genommen und ausgenutzt hätten. Einen Schritt vor und zwei zurück…

          Gegen ne schicke Höhle hätte ich nebenbei heutzutage aber auch nix, hauptsache die Internetverbindung ist gut ;)

          „Es ist auch bequemer Echo zu starten als erst ein Tablet, wo man dann eine App starten muss, dann das alles noch mit einem Lautsprecher koppeln…“

          Hmmmmm. Mein Tablet in seiner Ladestation stehend kann ich doch theoretisch wie praktisch genau wie Alexa mit der Sprache steuern und schon die Ladestation ist hier mit der Anlage „gekoppelt“… Bestehende Technik wird also aus meiner Sicht gar nicht ausgenutzt und dafür ein neues Gerät ohne Display und Tastatur auf den Markt gebracht, welches dann trotzdem mit einer App und Tablet gesteuert werden kann/oder zum Teil muss, was dann wieder ein Fortschritt sein soll?

          Ich lass dir natürlich den Spaß mit deinem neuen Spielzeug, aber aus meiner Sicht verstehe ich es nicht. Ich würde mir eher wünschen, das die Tablets und deren Softwarefähigkeiten sich jetzt mal weiter entwickeln und nicht nur als Verkaufsschlager gefeiert werden, wie bisher… Sonst stirbt diese Geräteklasse auch wieder aus, weil der Markt der nur Surfer sollte langsam auch gesättigt sein und wenn Hersteller nix verkaufen, passiert irgendwann auch nichts mehr…

          Mal so gefragt… hättest du dir ein Tablet mit Namen Alexa von Amazon auch gekauft, statt heißer 2 Jahre alter Alu Rolle?
          Oder wars wirklich nur Neugierde auf das Ding was eigentlich unterm Strich nicht mehr kann, wie schon vorhandene Geräte…?

          Ich hab nix dagegen, wenn man sich teures Spielzeug kauft, aber anderen zu unterstellen sie würden sich in die Hose machen und in Höhlen leben, weil sie etwas „neues“ hinterfragen, das es seit Jahren gibt? …schwierig

          „weil ich kein Bedenkenträger bin, der bei jeder neuen Technik zunächst nur die möglichen Gefahren vor sich hat und sich permanent vor Angst und Sorgen in die Hose macht.“

          …und so kam der Mensch zur Atombombe…
          Im Nachhinein Fehler zu bereinigen, funktioniert in dieser Welt nicht, daher ist „zunächst denken“ ein sehr wichtiger Punkt. Sich hinstellen und „wir schaffen das“ ist immer wieder eine sau blöde Idee… ;)
          Das ist, wie aus der Atomkraft aussteigen wollen, um das Volk zu schützen, während die Nachbarländer weitermachen… Klingt gut, ist aber Blödsinn…

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