Mozilla-Entwickler empfiehlt: Kickt Fremdvirenscanner, setzt auf Microsofts Produkte

Die Empfehlung eines Mozilla-Entwicklers lautet, unter Windows die Virenscanner von Fremdherstellern zu deinstallieren und auf Microsofts Lösungen (Microsoft Security Essentials, Windows Defender etc.) zu setzen.


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Das ist wieder eine Breitseite gegen die Zunft der Anbieter von Sicherheitssoftware (Antivirus-Software und Internet Security Suites). Gut, ich hatte hier im Blog ja bereits mehrfach zu diesem Thema was veröffentlicht (siehe Link-Liste) und auch begründet, warum Fremdvirenscanner unter Windows 10 zum Problem werden (können). Nachdem aber MSE und Defender wegen häufig hoher Systembelastung hier negativ aufgefallen sind, habe ich mich mit weiteren Stellungnahmen etwas zurückgehalten.

Statement eines Mozilla-Entwicklers, das pfeffert

Robert O’Callahan ist ein früherer Mozilla-Entwickler, der wohl 2016 ausgeschieden ist, aber 2013 mit dem Mozilla Distinguished Engineer Award 2013 ausgezeichnet wurde, rechnet in einem aktuellen Blog-Beitrag Disable Your Antivirus Software (Except Microsoft’s) mit Antivirus-Herstellern ab.

Antivirus software vendors are terrible; don’t buy antivirus software, and uininstall it if you already have it (except, on Windows, for Microsoft’s).

Das ist ja mal eine klare Aussage: Finger weg von Antivirus-Software, das ist rausgeschmissenes Geld für kaputte Produkte, die nur Ärger bringen. Seine Empfehlung: Kickt die AV-Produkte vom System und belasst nur Microsofts AV-Lösungen auf den Windows-Systemen.

Antivirus-Lösungen mit eingebautem Sicherheitsrisiko

Auslöser für den Blog-Post waren wohl wieder eine Reihe Tweets und dieser Hacker-News-Thread, in denen es um die Frage ging, dass Fremd-AV-Produkte größere Sicherheitslöcher in ein System reißen als sie abdichten können. Die AV-Lösungen erhöhen schlicht die Angriffsfläche für Malware. Insbesondere für Browserentwickler entwickeln sich AV-Lösungen, die sich in den Browser einklinken, als Alptraum. In der Linkliste am Artikelende habe ich ja einige Fälle dokumentiert. Robert O’Callahan hatte bisher zum Thema geschwiegen, sieht jetzt aber genügend Abstand zum Mozilla-Projekt, um seine Meinung kund zu tun.

Unter Bezug auf den Tweet von Justin Schuh begründet er seine Empfehlung mit dem Umstand, dass AV-Produkte miserable implementierten und nicht dokumentierten Code mitbringen, der sich tief in Windows eingräbt. Hier ein paar Zitate:

  • AV vendors don’t follow standard security practices, which leads to many security bugs affecting the AV itself.
  • AV products poison the software ecosystem because their invasive and poorly-implemented code makes it difficult for browser vendors and other developers to improve their own security.
  • It’s hard for software vendors to speak out about these problems because they need cooperation from the AV vendors.

Er spricht von “vergifteten” Produkten für das Eco-System Windows. Das Ganze ist ein offenes Geheimnis, wird aber von anderen Software-Entwicklern nur hinter vorgehaltener Hand offen gelegt. Grund ist, dass die Entwickler auf die Kooperation mit den AV-Herstellern angewiesen sind, da die Anwender das Zeugs ja auf ihre Windows-Systeme zerren.

An dieser Stelle verweist er auf das Google Project Zero, in dem Google Sicherheitsforscher Tavis Ormandy in den letzten 2 Jahren mehrere dicke sicherheitstechnische Klopper in AV-Produkten aufgedeckt hat. Nur die Microsoft-Entwickler im Bereich AV-Software sieht O’Callahan als kompetent an. Bei Interesse einfach den Blog-Beitrag Disable Your Antivirus Software (Except Microsoft’s) sowie den ergänzenden Artikel bei Bleeping Computer lesen – oder meine nachfolgenden Blog-Beiträge durchgehen – da offenbar sich die Misere ja schon längere Zeit. Dabei würde ich so gerne über “AV-Produkt xyz ist richtig genial und jetzt gibt es neue Features” bloggen. Aber unter den gegebenen Bedingungen verkneife ich mir das lieber.


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Ergänzung: Das Thema kocht jetzt auch in den “Mainstream-Medien” hoch. Ich vermeide mal die Verlinkung zu Chip & Co. – aber dieser heise.de-Artikel ist vielleicht lesenswert. Und hier die Horrorliste, was passieren kann, wenn man sich von den Produkten diverser AV-Hersteller schützen lässt …

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35 Antworten zu Mozilla-Entwickler empfiehlt: Kickt Fremdvirenscanner, setzt auf Microsofts Produkte


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  2. Patrick sagt:

    Nachdem ich vor einiger Zeit schon hier die Blogbeiträge gelesen hatte, habe ich es auch probiert und bisher nicht bereut. Der Windows Defender erledigt seinen Dienst bisher unaufdringlich, auch wenn ich zum Glück bisher keinen Ernstfall (bemerkt) hatte. Ich bin immer noch dankbar für diesen Tipp, danke!

  3. So ganz unrecht hat der gute Mann nicht, aber seit dem der Windows Defender noch weiter in der Funktionseinstellung eingeschränkt worden ist, zb. lassen sich keine einzelnen Dateien über das Kontextmenü des Explorers mehr überprüfen zudem wird in der Grund Auto Einstellung nur das C: Laufwerk überprüft.

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  5. Vielleicht hofft der Mann ja auch nur auf einen Job bei Microsoft. Viele Leute sagen viele Dinge und jeder hat immer seine eigenen Gründe, von daher deinstalliere ich sicherlich nicht ein Produkt, welches bei mir bessere Dienste bisher geleistet hat als der eingebaute Windows Schutz, nur weil irgendwer irgendwas sagt. Man verlässt sich dann doch eher auf eigene Erfahrungen

  6. Oliver sagt:

    Hat der Defender den überhaupt https und E-Mail Echtzeit Scan?

  7. janil sagt:

    Sind nicht das Wichtigste in diesem Bereich die Brain.exe und ein Werbeblocker, eventuell noch ein Scriptblocker und natürlich die aktivierte Firewall im Router. Viel mehr ist meiner Meinung nach, bei einem einfachen Heimanwender der nicht wild alle nur möglichen Seiten ansurft, eigentlich nicht notwendig.

  8. Sam sagt:

    Ich habe jahrelang Avast benutzt und hatte mit fast jedem Programmupdate Probleme. Das wurde immer nervender. Sogar Defintionsupdates verursachten öfter Probleme.

    Vor rund 6 Monaten bin ich (unter Windows 7) auf die Microsoft Security Essentials umgestiegen und habe es nicht bereut. Das flutscht bestens, nervt nicht und bremst auch nicht das System aus. Völlig unaufdringlich und angenehm.

    • Thürk Maschke sagt:

      “Vor rund 6 Monaten bin ich (unter Windows 7) auf die Microsoft Security Essentials umgestiegen und habe es nicht bereut. […]. Völlig unaufdringlich und angenehm.”

      Hu Hu Sam :-)

      Ist der Kunde erst sediert,
      klaut Microsoft recht ungeniert ;-)

      Mein gesundes Mißvertrauen gegenüber Microsoft würde es mir niemals gestatten, denen eine Lizenz zum Scannen meiner Festplatten auszustellen.
      Wenigstens aussuchen möchte ich mir meine “Freinde” noch selber dürfen ;-)

      Früher half “xp-AntiSpy” gegen diesen Cyber Zombi.

      Heute kann man nur noch den Stecker ziehen… :-(

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  10. Nobody sagt:

    “Finger weg von Antivirus-Software, das ist rausgeschmissenes Geld für kaputte Produkte, die nur Ärger bringen.”
    Genau so ist es!

    • Thürk Maschke sagt:

      „Finger weg von Antivirus-Software, das ist rausgeschmissenes Geld für kaputte Produkte, die nur Ärger bringen.“

      Jawoll!

      Am Besten gleich fundamental:

      „Finger weg von Windows Zehn, das ist rausgeschmissenes Geld für ein kaputtes Produkt, das nur Ärger bringt.“ :p

    • Thürk Maschke sagt:

      “Antivirus software vendors are terrible; don’t buy antivirus software, and uininstall it if you already have it (except, on Windows, for Microsoft’s).”

      Rien ne va plus, Microsoft: Zero trust! End and past!

      Of a not more distant day I will likely migrate to Linux and be done with M$ :-)

    • Nobody sagt:

      Nachtrag:
      Eine Alternative zu Antivirentools wäre, den Browser in einer Sandbox laufen zu lassen

  11. Luccabrasi sagt:

    Ich nutze schon seit vielen Jahren keines der üblichen Schlangenöle.
    Seit es die MS-Lösung gibt benutze ich sie auf mehrere Rechner und habe noch nie ein Problem gehabt. Mit dem gesparten Geld gehe ich lieber ins Restaurant.

    • Thürk Maschke sagt:

      “Mit dem gesparten Geld gehe ich lieber ins Restaurant.”

      Selbst wenn das “gesparte Geld” für ein Luxus-Menue im “La Pergola” in Rom reichte:

      Es bliebe ein “Linsengericht”:
      Getauscht gegen administrative Hoheitsrechte ;-)

  12. André sagt:

    ne danke, der Defender Schrott ist zu lahm und bringt den Explorer zum Stillstand und 1 CPU Core kocht.

    https://i.stack.imgur.com/6t0fC.png

    Den Defender deinstalliere ich immer als erstes komplett.

  13. fred59 sagt:

    Seit Erscheinen von Win 8 nutze ich nur noch den Defender. Dazu ein eingeschaltenes Brain und die Sache läuft seit dem problemlos.
    Der Umstieg erfolgte auch durch Infos aus diesem Blog.

    Fred59

  14. Peter sagt:

    Seit einigen Monaten bin ich auf meinen 2 privaten Rechnern auch nur noch mit dem Windows Defender unter Win10 unterwegs.
    Warum? Weniger wegen Bugs und Sicherheitslücken die man sich damit evtl. einhandelt. Sondern wegen nervenden Werbepopups und fragwürdigen Zusatzmodulen die einem das Antivirenprogramm andrehen wollte.
    Bis hin zur Datensammelnden “Browsersicherheitstoolbar”… (bei 2 SEHR bekannten AV-Anbietern). Da fällt einem nix mehr ein.
    Da ich noch nie bereit war für AV-Software auf meinen privaten Rechnern auch nur 1 Cent auszugeben sind somit auch die Free-Versionen der bekannten Anbieter außen vor.
    Selbst disqualifiziert durch Nutzergängelung.
    Mit dem Windows Defender bin ich zufrieden. Kein merklicher Impact, keine nervigen Meldungen, keine Kosten.
    Wie auch hier in den Kommentaren schon öfters erwähnt halte auch ich (für mich selbst) das eigene Hirn für den bestmöglichen Virenschutz.

  15. deo sagt:

    Der Defender macht mir keinen Mist mehr, da ich ihn durch NOD32 ersetzt habe.
    Ich habe das erste Jahr Windows 10 den Defender benutzt, aber seit Version 1607 nur Ärger mit Updates gehabt. Die sind schlagartig weg, nachdem ich ihn ersetzt habe. Bei einem Vista PC hat MSE gemuckt, das vorher 3 Jahre lang zuverlässig war, aber seit 2 Monaten nur noch 1-2 mal in der Woche neue Signaturen lädt. Da wurde Avast installiert, um bis zum April, ein aktuelles AV-Programm zu haben. Vista wird nicht mehr neu aufgesetzt, um Probleme zu beheben.
    Von MS-AV-Scanner habe ich genug. Die laufen anfangs gut, aber irgendwann geht gar nichts mehr und man weiß nicht warum.

  16. Ralf Hesse sagt:

    Die Begeisterung für den Defender kann ich nicht nachvollziehen. Spätestens wenn man auf dem PC programmiert und Visual Studio installiert hat, ist Schluß mit lustig. Dann verschiebt der Defender einmal täglich während des NGEN-Jobs für das .NET-Framework den PC für knapp 45 Minuten in irgendein Paralleluniversum. Und das einzige sichtbare Lebenszeichen ist das Dauerleuchten der HD-LED. Das ganze noch einmal bei dem Job, wo Windows die gesamte Platte nach den installierten Programmen abscannt (und nachhause petzt). Und wehe, man lässt den PC mal eine längere Zeit aus (z.B. wg. Krankheit). Dann ist auch der Defender schnell mal beleidigt und rückt ohne größere Demutsgeste des Nutzers keine weiteren Updates mehr raus.
    Habe mir das Ganze letztes Jahr nach einem Feature-Update aufgrund der Artikel hier im Blog mal angetan. Aber nie wieder. Sobald die Platten voller werden und eine große Mengen kleinerer Dateien sich ansammeln (und das passiert halt, wenn man z.B. programmiert), dann wird auch der Defender zur ernsthaften Belastung.

    Und ein Problem wird immer wieder ignoriert und deshalb schmeiße ich die alternative Gebetsmühle mal wieder an. Wenn es keine anderen Anbieter mehr gibt, die im privaten Sicherheitssektor forschen, glaubt wirklich jemand, dass Microsoft noch größere Mittel in diesem Bereich ausgeben wird. Welcher Prozentsatz an aufgedeckten Sicherheitslücken kommt denn heute von Microsoft selbst. Ich mag diese Fremdsoftware auch nicht besonders. Aber soll man sich nur noch auf einen Hersteller verlassen, der monatlich haufenweise Sicherheitslücken schliessen muss? Welchen Grund sollte der haben, ohne Kontrolle durch andere Anbieter, nicht eine weitere Entlassungswelle zu starten und auch diesen Bereich massiv auszudünnen.

    • Ja das ist eben der Nachteil mit den ganzen Apps und Programmen die das Betriebssystem von Haus aus mit bringt, so Richtig Trauen kann man dem ganzen nicht, die Mail App überwacht deine Emails und Kontakte, Groove weiß welchen Musikgeschmack du hast und gegebenenfalls woher deine MP3s kommen die Video App weiß welche Filme du magst und wovon du Streamst und Cortana lauscht im hinter Grund bzw. weiß was du suchst und der Windows Defender weiß welche Programme du installiert hast bzw. unterbindet die Installation von Programmen die Microsoft nicht recht sind.
      Kein wunder also das ich den ganzen Quatsch deinstalliert habe, wenn jemand wissen möchte was für einen Musikgeschmack ich habe kann er einfach fragen und ich erzähle es ihm, aber mir geht das auf den Sack wenn sich die Daten jemand ungefragt von mir einfach holt.
      Daneben gilt noch immer das Microsoft Jahrelang keinen Antivirenschutz vorweisen konnte und das man sich da was von dritt Firmen besorgen musste und später der MSE alles andere als ein gut funktionierender Antivirenschutz war, ich bezweifele im übrigen das er heute besser ist.
      Im Grunde gebe ich dem Mann Recht was er meint, aber der Windows Defender ist keine echte Alternative zu einem Richtigen Antivirenschutz bei dem auch der Email Verkehr mit überwacht wird, zudem ist das Ding auch nicht besonders Ressourcenschonend.

    • Blupp sagt:

      Als Programmierer muss man sich nicht wundern wenn man auf .NET setzt. Diese Massen an Assemblies, die zudem noch die Tendenz haben immer mehr zu werden, machen jedem Sicherheitsprogramm zu schaffen. Das große Negativbeispiel dürfte wohl der alte AMD-Treiber sein. Verlängerung der Startzeit um glatt eine Minute, trotz SSD. Nimmt man das Vorabladen der AMD-Software aus dem Autostart, braucht der Aufruf des Einstellungsdialogs auch glatt eine Minute. Aufruf einer Dialogbox ne Minute + mehr als 1Gb Ramverbrauch??? Ja .Net eben. Da muss man sich über lahmende Vierenscanner nicht wundern.
      MSE & Defender, brauchen auch .NET und sind vernünftiger programmiert als dieser ^^AMD-Treiber, tun meist klaglos ihren Dienst und melden sich eigentlich nur wenn sie wirklich was zu melden haben.
      Das eigentliche Problem sehe ich eher im Verhalten der PC-Nutzer. Zu leicht klickt man auf irgend etwas drauf und zu leicht glaubt man den Versprechungen von Gewinn orientierten Unternehmen. Eine Basis um zu beurteilen wie man seinen eigenen PC selbst absichert und sich sicher im Netz bewegt fehlt leider sehr oft. Das ist dann der Nährboden für dieses Konglomerat aus Windows und diversen mehr oder weniger brauchbaren Sicherheitstools.

      • Ralf sagt:

        Weder sind die Programmiersprachen unter .NET schlechte Programmiersprachen noch das .NET an sich ein Sicherheitsrisiko. Jedenfalls nicht mehr als andere. .NET ist im Laufe der Jahre ziemlich erwachsen geworden. Und mit Core ist inzwischen auch das große Aufräumen gestartet. Und mit jeder Programmiersprache kann ich schlechte und langsame Programme schreiben, oder welche, die mit Speicherverletzungen Systeme gefährden (am besten mit C oder C++).

        Das Problem ist das Verhalten des Defenders. Alle anderen Virenscanner haben zum Beispiel keine Probleme beim Lauf des NGEN-Jobs, der die .NET Assemblies vorkompiliert. Die lassen beim Scannen dem Job und anderen Prozessen noch genug Ressourcen beim Festplattenzugriff. Der Defender nimmt sich leider für das Scannen der vielen zu lesenden Dateien zu viel Ressourcen, so dass weder der Job noch andere Prozesse noch vernünftig laufen. Der Defender mag ein ausreichender Scanner für PCs sein, die eigentlich im Tablet-Modus (nur für das Internet-Browsen o.ä.) laufen. Sobald die Festplatten (oder SSDs) heftiger beansprucht werden, ist der Defender nach meinen Erfahrungen nicht zurückhaltend genug. Das macht sich selbst beim dateibasierten Backup oder größeren Verifizierungsläufen in Steam (bei Spielen mit vielen DLCs und mehr als einer Million Dateien) bemerkbar.

        Das dürfte u.a. auch einer der Gründe sein, warum W10 seinen Spielemodus bekommt (den andere Virenscanner längst umgesetzt haben).

  17. Wolfgang Schneider sagt:

    Kinners, Kinners, wenn vom Anfang an clean installiert wurde, gibt es
    auch keine Probleme. Aber nein, da wird drüber gebügelt auf Teufel komm
    raus und am Ende ist mal wieder der Defender schuld an allem. Ich kann
    nur immer wieder betonen, ein anderes Schlangen-öl kommt mir nicht auf
    den Rechner. Wird clean installiert, funktioniert auch das Kontext. ;-)

  18. Remo sagt:

    Der sehr lange Leidensweg durch die Untiefen und Unschärfen der meisten AV Lösungen hat mich dazu bewogen, erst auf die Security Essentials umzustellen und jetzt mit dem Defender weiter zu machen.

    Ich hatte echt die Hucke voll, wenn nach einer Weile die hochgelobten AV Lösungen partout keine Updates mehr nachladen konnten und sich mit irgendwelchen klugen Fehlermeldungen das Arbeiten verunmöglichten. Dazu kam beim Wechsel auf eine andere namhafte Lösung immer der Murks, bis man den allerletzten Rest der alten Lösungen rausgebrochen hat.

    Mit dem Defender habe ich meine Ruhe und dazu auch die Murmel auf dem Hals zu benutzen, reicht mir. Ich turne aber auch nicht auf irgendwelchen Fängerseiten rum.

    Mit Visual Studio, Android Studio, Eclipse kann ich wunderbar arbeiten und auch das ganze DAW Gedöns läuft einwandfrei. Über ein ausgebremstes System kann ich mich nicht beklagen. … bis jetzt ;-)

  19. Ingo sagt:

    Ich habe mal für einige Monate den Windows Defender benutzt: Bekam tagelang keine Virenaktualisierungen -musste ich per Hand aktualisieren, verschiedentlich ging es dann doch automatisch. Schnellüberprüfungen per Aufgabenplanung funktionierten nur per Zufall. Es konnte durchaus passieren, dass das Programm überhaupt nicht startete. Reumütig bin ich dann wieder zu meinem alten Fremdvirenscanner (den ich vorher auch deinstalliert hatte) gewechselt. Dieser läuft ohne Probleme. Ich kann ganz gut auf den Defender verzichten. Ich benutze übrigens Windows 10.

  20. Janami25 sagt:

    Würde man auch auf sämtliche externe Software verzichten, nur weil Windows 10 ein Bild-, Musik- und Videoprogramm integriert hat?! Der Defender mag zwar für Minimalismus erst mal ausreichend sein, aber was ist mit der Konkurrenz? Ist das gut für die marktwirtschaftliche Gleichstellung? Ich möchte keine Monopolstellung eines einzelnen. Aber genau dahin laufen wir dank der Zwangsupdates. Fremd Software kann einfach unbrauchbar oder inkompatibel gepatcht werden, wie schon öfters passiert. Mit dem Zauberwort “Sicherheit” kann alles entschuldigt werden, um sich Konkurrenz vom Halse zu schaffen, ohne sich ernsthaft mit den externen Entwicklern auseinander setzen zu müssen.

    Bei einer Datenschleuder wie Windows 10 sich dann ausschließlich auf Microsoft Eigene Software zu verlassen, spielt dem Konzern doch geradezu in die eigenen Hände.

    Was den Ressourcen Verbrauch angeht, bremst der Defender meine Rechenmaschine stärker aus, als der wieder installierte und super funktionierende Eset Smart Security.

    • Rene sagt:

      So hat jeder seine Erfahrungen gemacht.

      Meine Erfahrung ist, das bei mir in regelmäßigen Abständen der Virenscanner Avira Connect und der Malwarebytes Anti-Malware anschlägt.
      Warum? Vermutlich bin ich zu oft im Web und weil ich gerne nach Produkten recherchiere, wo ich schaue, welches Produkt bietet jetzt der Mitbewerber billiger an, fange ich mir Schadsoftware ein.

  21. Axel Heuer sagt:

    Eine überaus interessante Thematik.
    Nur, es wird ja zwischen den Zeilen das Vertrauen, dass man in Drittanbieter-Lösungen setzt, damit erschüttert.
    Demgegenüber…inwiefern kann ich denn der windowseigenen Lösung vertrauen!?
    Persönlich würde ich liebend gern auf jegliche zusätzliche Schutzsoftware verzichten, aber, ich traue mich nicht und fühle mich mit Kaspersky (gekauft) zumindest einigermaßenen sicher und beim Surfen mit zig add-ons, die flash, cookies, frames etc. verbieten. Folge ist, nur ich komme noch mit meinem Rechner überhaupt zurande, weil manuell jeder Mist zugeschalten werden muss. Vielleicht gehe ich auch noch auf die sandbox-Lösung über. Nur habe ich absolut keinen Bock, wieder auf eine Einzelport-Kontrolle überzugehen, die ich in jungen und wilden Jahren einmal praktiziert habe. Ich will ja nutzen und nicht permanent basteln.
    Zurück zum Vertrauen..ich habe aus den 90-ern, äääähm, sagen wir mal, noch ein paar kleine Programme, mit denen ich anderen Rechnernutzern hilfreich sein kann, oder auch nicht. Bei vollständigen PC-scans findet meine AV-Software kontinuierlich darin den Schadcode.
    Ganz am Anfang, nach der Rechnereinrichtung, habe ich das auch mit einem geupdateten Defender versucht, welcher nicht einmal die Hälfte erkannte.
    Wem ich daher mein Vertrauen, insoweit, schenke, dürfte klar sein.
    Letztendlich zufrieden bin ich ja aber auch nicht.
    Grüeß

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