Windows 10 Zwangsupdate: Neues von der Klagefront

In den USA läuft vor einem Gericht in Chigaco eine weitere Klage gegen Microsoft – wobei es um das Zwangsupgrade von Windows 7/8.1 auf Windows 10 geht.


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Ich vermute mal, dass nur noch die Älteren unter meinen Blog-Lesern sich an die Zeiten erinnern können, als Microsoft der Welt der Windows 7- und Windows 8.1-Anwender vermeinte, etwas gutes tun zu müssen. Im Zeitraum 29. Juli 2015 bis 29. Juli 2016 gab es die unsägliche Get Windows 10 GWX-App, die dann die älteren Windows 7- und Windows 8.1-Systeme auf Windows 10 aktualisierte. Viele Nutzer mussten diesem Treiben hilflos zusehen. Wer beispielsweise die Update-Einstellungen auf automatisch gesetzt hatte und nicht höllisch aufpasste, bekam das Upgrade auf das System gedrückt. Ein Upgrade-Assistent fragt zwar vor der Installation nach, ob das Upgrade auszuführen ist. Ob es aber den im Artikel Neues vom Windows 10 Zwangs-Upgrade: Aufforderung ‚Jetzt oder sofort‘ beschriebenen Ansatz gibt, weiß ich nicht.

Ich hatte diesen Sachverhalt ja ausgiebig hier im Blog thematisiert und auch gezeigt, wie man das Zwangsupgrade blocken konnte. Aber normale Nutzer waren überfordert und endeten nicht selten mit einem kaputten System. Es gab Abmahnungen gegen Microsoft Deutschland und auch weitere Klagen in diversen Ländern.

Mittlerweile ist es ruhig um das Thema geworden – aber die Mühlen der Justiz mahlen zwar langsam, dafür aber gründlich. The Register berichtet zum 24. März 2017, dass drei Benutzer aus Illinois letzten Donnerstage eine Klage gegen Microsoft vor dem US District Court von Chicago eingereicht haben. Der Vorwurf: das Windows 10 ‘Update’ habe ihre Daten zerstört und den Computer beschädigt. Die Klageschrift ist als PDF abrufbar. Die verlangen glatt 5 Millionen US Dollar als Entschädigung.

Dem Anwalt, der die drei Kläger vertritt, versucht diesen Fall als Sammelklage durchzubringen. Falls dem stattgegeben wird, könnte sich jeder Nutzer, der in den USA zwangsweise von Windows 7 auf Windows 10 aktualisiert wurde, dieser Klage anschließen. Wie üblich sieht Microsoft der Klage gelassen entgegen – das Update wäre ja nur ein Angebot gewesen, welches man als Nutzer ja ablehnen konnte. Mal schauen, welche Irrungen und Wirrungen der Prozess nimmt. Bei einer Annahme als Sammelklage und bei einem positiven Ausgang für die Kläger könnte das durchaus teuer für Microsoft ausgehen. (via)

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7 Responses to Windows 10 Zwangsupdate: Neues von der Klagefront

  1. quill sagt:

    zu wünschen (teuer) wärs MS, vielleicht merken die dann endlich was…

    • RPMX sagt:

      vergiß es, die merken schon lange GAR NIX mehr… in jedem krankenhaus der welt wäre die diagnose für microsoft die gleiche: “hirntod” :p

  2. Christian sagt:

    ja, klar, hätte man ablehnen können, aber auf dem screenshot ist nicht wirklich ein weiterer button, der besagt, dass man das Angebot nicht will. Offensichtlich gab es keine Möglichkeit, es nicht zu wollen…… naja, das Thema ist eigentlich rum, man muss es nur lange genug aussitzen. Ob es wirklich zur Sammelklage kommt? Mhh… wäre wenigstens eine Abschreckung, aber passieren würde nicht wirklich etwas……

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  4. Es war mitunter nicht so einfach “Nein ich möchte Nicht!” mit dem Windows 10 Zwangsupgrade zu klicken und was vor allem genervt hat war das immer wiederkehrende Abfragen und jedes mal ein anders aussehendes Fensterchen.

    Und wenn man leihe ist kann das mit unter wie Crap Software rüber kommen. Also ich bin dafür das Microsoft mal so richtig eins auf den Deckel bekommt, das so etwas nie wieder kommt, es muss Microsoft mal so richtig weh tun und der Verantwortliche müsste gehen.

  5. win10victim sagt:

    Bei uns wurde Anfang August 2015 auf gleich fünf Maschinen in der Firma automatisch versucht, Windows 10 zu installieren, und zwar ohne irgendein Abfragefenster. Die Updates standen zwar in der Tat alle auf automatisch, auch die optionalen. Auf keiner der Maschinen erfolgte jedoch nach meiner hausinternen Recherche eine Rückfrage des Systems. Never ever.

    Zumindest aber für meinen Administrator-Rechner kann ich das definitiv ausschließen, auch wenn dies immer wieder angezweifelt wird und ein versehentliches Akzeptieren bei unbedarften Nutzern unterstellt wird.

    Was ich danach erlebt habe, kann man hier nachlesen:

    https://www.drwindows.de/windows-10-desktop/92920-windows-10-zwangsinstallation-firmenrechnern-ms-support-ratlos.html

    Ob Absicht von Microsoft oder Fehler der Update-Funktion vermag ich nicht zu beurteilen. Ärgerlich und zeitaufwendig war es aber allemal.

  6. deo sagt:

    Die Gängelei zum Upgrade ist Nötigung und dafür müsste es Schmerzensgeld geben.
    Ob man es ablehnen kann, ist Nebensache. Alleine für die unnötige Nervenbelastung der User muss MS bluten. Nur, weil Windows auf einem PC läuft, darf sich MS nicht aufspielen wie ein Sonnenkönig.

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