Windows 10 V1703: Verzweifelte Edge-Werbung – Teil 1

Nach längerer Zeit ist mal wieder ein Beitrag zu Microsofts Edge-Browser fällig, so einer, in dem richtig richtig vom Leder gezogen wird. Für oder gegen Edge? Ist doch egal. Heute ein Drama in zwei Teilen. Im ersten Akt geht es um die Vorteile von Edge und um die verzweifelten Bemühungen der Microsoft Marketingstrategen, den Gichtknochen Edge irgendwie noch flott aussehen zu lassen.


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Microsoft Edge ist ja ein gefundenes Fressen für mich als Blogger. Angetreten war Microsoft mal, mit Edge eine Revolution vom Zaun zu brechen. Der IE sollte aufs Altenteil, der Edge die restlichen Browser vom Markt fegen. In Teil 1 werfe ich mal ein Blick durch das Loch im Zaun …

Clevere Werbestrategie für Edge?

Microsofts Marketing hat die Entwickler ja zu zu einer cleveren Strategie verdonnert, dass muss mir der Neid schon lassen. Die Strategie geht folgendermaßen:

  • Stufe 1: Nimm das Maul richtig voll und töne laut in irgendwelchen Konferenzen oder Microsoft-Blog-Beiträgen, welch gutes Produkt der Edge doch sei (oder mal werden will) und was man alles noch so entwickeln können will.
  • Stufe 2: Sorge dafür, dass die Entwickler so richtig Scheiße bauen, also so, dass niemand freiwillig das Produkt nutzen will.
  • Zünde dann Stufe 3 und nötige das Produkt den Nutzern regelrecht auf – du wirst garantiert in aller Munde sein. Only bad news are good news.

Die Strategie könnte glatt von mir sein, ist sie aber nicht – und stammt auch nicht von Machiavelli. Irgend ein cleverer Hund bei Microsoft hat sich das ausgedacht und ist verdammt erfolgreich damit. So viel, wie über den Microsoft Edge gebloggt wird, kann kaum ein anderer Browser vermelden. Spart Millionen im Werbeetat – und ich gestehe, ich gehe den Microsoftlern auch immer wieder auf den Leim.

Edge-Marktanteil – wie beim Spinat, da ist einfach ein Komma verrutscht

Wenn ich so die Zahl der Blog-Beiträge zu Edge betrachte, muss der Browser ja ein Riese sein, gigantische Marktanteile – unter Windows 10 schätze ich so 99 % – schließlich ist das Teil beim Betriebssystem dabei und prominent als Standardbrowser eingerichtet. Da hat es schon gezuckt, als ich im Blog-Beitrag Desktop: Betriebssystem- und Browseranteile April 2017 die Zahlen sortiert habe.

Ende März 2017 lag der Browseranteil auf dem Desktop für Chrome bei 58,64 %, gefolgt vom Internet Explorer mit 18,95%. Dann kam der Firefox mit 11,79% und irgendwann dümpelte der Edge mit satten 5,61 % (ich habe drei Mal geprüft, ob mir nicht ein Komma eine Stelle nach links gerutscht sei). Ich tippe mal darauf, dass es so wie beim Eisengehalt des Spinats gelaufen ist. Dort ist in der Original-Tabelle das Komma um eine Stelle verrutscht und jeder hat Jahrzehnte diese Zahlen abgeschrieben. Dann läge der Edge ja bei satten 56,1%, quasi tü(r)ckische Wahlergebnisse. Alternative Wahrheiten halt eben, es kommt auf die Sichtweise an.

Die Vorteile des Edge – echt, jetzt ohne Scheiß

Aber noch ist nicht aller Tage Ende – vier Microsoft Fanboys werden euch Ignoranten schon Mores lehren. Schaut euch doch nur mal an, was mir der Edge beim ersten Aufruf unter Windows 10 Creators Update zeigt.


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Der Microsoft Edge ist am Schnellsten – der gurkige Chrome kackt in der Leistung um ganze 5 % ab, ist ja deutlich an der Größe der Grafik zu erkennen (gut, der Grafiker hat sich in der Farbe geirrt und grün genommen). Aber beim Firefox passen Farbe und Größe perfekt. Irgend was mit Rot, der Firefox, diese Schnarchnase, trägt die die rote Laterne und liegt satte 9 % in der Schnelligkeit hinter dem Edge. Punktsieg für Microsoft.

Und dann bei der Akkulaufzeit erst. Ich meine, bei meinem Desktop, da ist es ganz wichtig, dass der nicht vorhandene Akkus nicht sofort schlapp macht. Hier kann man nicht einfach eine kleine Grafik hinzaubern. Da müssen harte Tests her. Die hat Microsoft dann auch durchführen lassen. Genügend Surface Books oder ähnliches hat man ja. Also drei dieser Teile geholt, auf einem Chrome, auf dem anderen Firefox und auf dem Dritten ein Plain Windows 10 installiert. Die Surfaces voll aufgeladen und dann, wie in der Duracell-Werbung mit den trommelnden Hasen Affen, einen Dauertest gefahren und geschaut, welches von den Surfaces am schnellsten schlapp macht. Das hat dann den schlechtesten Akku – ähm, ich meine natürlich den schlechtesten Browser – das Thema macht mich ganz irre.

(Quelle: Microsoft/YouTube)

Und weil ich mich ständig vertippe, lasse ich Microsoft zu Worte kommen. Die haben vor Ostern diesen Blog-Beitrag mit einem Osterei gelegt. Das obige Video stammt aus diesem Blog-Post – gut, den Ton muss Du herunterregeln, sonst fliegen dir die Ohren weg. Aber das Beef hat es in sich. Der Edge ermöglicht dem Surface glatt 31 % weniger Strom aus dem Akku zu ziehen, als der Chrome Browser – und beim Firefox sind es 44 % weniger Strom – was sich wiederum auf die Akkulaufzeit auswirkt. Ich konnte es kaum glauben …

Auch bei Dr. Windows hat man noch einen Test gemacht und im Artikel Ist Microsoft Edge der Stromspar-König? Ein Selbstversuch die Ergebnisse präsentiert. Bei Martin ergibt sich nach 3 Stunden Dauervideo folgende Rest-Akkukapazität:

– Microsoft Edge: 52 Prozent
– Mozilla Firefox: 44 Prozent
– Google Chrome: 5 Prozent

Der Google Chrome ist also ein Akku-Leersauger – und ich habe keine Veranlassung an Martins Tests zu zweifeln. Also wieder ein Punktsieg für den Edge – die anderen Browser können einem schon leid tun – müssen deren Entwickler frustriert sein.

Ist wie die O2-Werbung – die können zwar keine Datengeschwindigkeit auf dem platten Land, da tröpfelt es mit EDGE beim Surfen gerade so Bitchen für Bitchen ins Smartphone herein. Dafür verspricht die O2-Werbung aber, dass man länger Datenvolumen habe, wenn anderen die Luft schon längst ausgegangen ist.

Und ihr Weicheier verweigert euch immer noch dem Edsch? Selber schuld. Ich glaube, wir müssen den Gernod Hassknecht mal einspannen, um euch die Vorteile des Microsoft Edge zu erklären.

PS: Falls ihr in obigem Beitrag Spuren von Ironie finden solltet, könnt ihr diese einfach behalten. In Teil 2 gehe ich auf das Thema Flash funktioniert in Edge unter Windows 10 Version 1703 nicht ein.

Artikelreihe:
Windows 10 V1703: Verzweifelte Edge-Werbung – Teil 1
Windows 10 V1703: Flash streikt im Edge – Teil 2
Windows 10 V1703: Flash streikt im Edge, die Ursache – Teil 3

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