AMD Ryzen und Windows 7: Installation meistern

win7Stolze Besitzer einer AMD Ryzen-CPU laufen in arge Probleme, falls sie Windows 7 SP1 auf dieser Hardware installieren möchten. Hier noch ein paar Informationen aus dem unendlichen Kosmos ‘was kann ich tun?’, um am Ende des Tages Erfolg zu haben.


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Microsoft hat ja glasklar erklärt, dass man Intels Kaby Lake und AMDs Ryzen CPUs nicht unter Windows 7 SP1 und Windows 8.1 unterstützen wird. Ich hatte im Blog-Beitrag AMD Zen- und Intel Kaby Lake: Support nur für Windows 10 darüber berichtet. Zwischenzeitlich blockiert Microsoft in Windows 7 und 8.1 sogar die neuen CPUs aktiv, indem diese Plattformen keine Updates mehr bekommen (siehe Linkliste am Artikelende).

Besitzer der CPUs haben zudem Probleme, Windows 7 auf dieser Hardware zu installieren. Ich hatte im Blog-Beitrag Windows 7/8.1 CPU-Update-Blockade trifft auch alte CPUs einen Hinweis von Blog-Leser Leon aufgegriffen, der auf USB-Probleme hinwies:

Zitat: Blog-Leser Leon wies mich in einer Mail auf diesen Artikel hin. Er hat einige Nutzer-Mails erhalten, dass die Systeme mit Ryzen-CPU Installationsprobleme haben. Alle Chipsets der Intel 100-Series und Mainboards AM4 von AMD haben Probleme mit dem USB-Support. Die neuen Chipsets (BIOS/UEFI) unterstützten wohl können das klassische EHCI nicht, sondern haben xHCI . Kurzgefasst: Bei Ryzen-CPUs ist wohl der USB-Support das größte Problem unter Windows 7 SP1. Damit lassen sich Maus und Tastatur nicht mehr nutzen.

Hilfe zur Windows 7-Installation auf AMD Ryzen

Ian Cutres hat sich die Mühe gemacht und auf anandtech.com die Schritte zur Installation von Windows 7 auf AMD Ryzen-Boards beschrieben (danke an Leon für den Hinweis).

  • Bei USB gibt es gleich zwei Probleme: USB 2.0 muss laut Artikel per BIOS-Option emuliert werden. Wie es scheint, könnte die Installation von Windows 7 von einer DVD klappen. Aber bei einem USB-Stick als Installationsmedium fallen irgendwann USB-Maus und –Tastatur beim Setup aus – dann geht nichts mehr.
  • Um das USB-Problem mit Maus und Tastatur zu umgehen, schlägt der Artikel eine unkonventionelle Lösung vor: Einfach PS/2-Varianten von Tastatur und Maus verwenden. Bleibt zu hoffen, dass die Boards das auch noch unterstützen.
  • Weiterhin gibt der Artikel an, dass die Verwendung eines vom Chipset unterstützten USB 2.0 Ports bei der Installation helfen könnte.

Falls die obigen Ansätze scheitern und das Setup am Thema USB-Support scheitert, habt der Autor des Artikels noch zwei unkonventionelle Vorschläge in Petto.

  • Eine Möglichkeit besteht darin, ganz auf eine Nutzerinteraktion beim Setup zu verzichten. Stattdessen solle man ein unattended setup mit einer entsprechenden Steuerdatei verwenden.
  • Man kann Windows 7 auf einer Festplatte auf einer anderen Maschine installieren. Dann baut man die Festplatte im neuen System ein. Allerdings hat dieser Ansatz jede Menge Konfliktpotential. 

In diversen Abschnitten geht der Autor auf das Problem der USB-Treiber, die beim Setup gebraucht werden ein. Man kann die Treiber beim Setup integrieren, um die USB-Komponenten anzusteuern. Falls ihr euch an dem Thema abarbeiten wollt, Details findet ihr im englischsprachigen Artikel.

Übrigens: Laut diesem Artikel erwartet Intel fallende CPU-Preise, weil AMDs Ryzen CPU nun am Markt verfügbar ist.

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6 Responses to AMD Ryzen und Windows 7: Installation meistern

  1. Kim O. Fee sagt:

    Zitat: “Zitat: […] Die neuen Chipsets (BIOS/UEFI) unterstützten wohl können das klassische EHCI nicht, sondern haben xHCI .”

    Tja… hier zeigt sich das Dilemma – die Leute lassen sich ganz schön verrückt machen…
    Übrigens, etwas “off-topic”, aber es sollte mal gesagt werden: die Masse an W7-Usern braucht weder Ryzen noch Kabylake und muss nicht jedem neuen Hardware-Hype hinterherrennen, bloß weil M$ und Intel groß und mächtig bleiben wollen. Für mich persönlich tat es schon immer eine Maschine, günstig zu erwerben aus der vor-vorigen Generation – den Preis wert und selbst für die Zukunft noch bestens gerüstet…

    • Al CiD sagt:

      Genau, bei mir braucht es auch kein “bleeding edge”, weder bei Hardware noch bei Software.
      Für Unternehmen sieht ist es aber meist anders aus, wenn investiert wird dann nur in neue IT.

    • Günter Born sagt:

      Die Frickelei fängt an, wenn sich die Leute die Kaby Lakes beim Aldi (Medion) geholt haben, aber auf Windows 7 wollen …

      • deo sagt:

        Dann war das ein Fehlkauf. Der gemeine Aldi Kunde betreibt die Kiste so lange, bis sie auseinanderfällt und traut sich auch gar nicht, mehr als Recovery zu machen.

  2. Kim O. Fee sagt:

    “Frickeln” hätte dann wohl den Einsatz modernster Boards mit gleichzeitig altertümlichen Eigenschaften wie DVD-Installation, PS/2-Anschlüssen mitsamt Eingabegeräten sowie Bios-Spezialversionen mit USB 2.0-Emulation als Voraussetzung – was an sich schon abenteuerlich klingt, die Auswahl an Hauptplatinen für “stolze” (siehe Einleitung) CPU-Besitzer jedenfalls erheblich zusammenschrumpfen liese. Vielleicht haben ja einige Bretterschmieden ein Einsehen für eigene Treiberlösungen, wenn schon MS, Intel und auch AMD nichts dafür tun, sofern ihnen nicht per MS-Direktive die Hände gebunden sind und/oder der Markt dafür einen Anlass gibt. Interessant wäre auch die Frage, ob nach erfolgreicher Installation speziell USB 3 / 3.1 bezüglich CPU- und Chipsatz-Hardware in vollem Umfang genutzt werden kann, was bezweifelt werden darf.

    Blieben noch die beiden anderen Frickelmöglichkeiten: Installation auf älterer, kompatibler Hardware und anschließendes Anklemmen der OS-SSD/HDD auf modernen Bords oder die unbeaufsichtigte Installation. Ersteres wurde bereits in früheren NT-Zeiten für eine geringe Anzahl von Hardwarekombinationen beschrieben, ich erinnere mich aber nicht an diesbezügliches “Konfliktpotential”, sondern eher an nicht endende Katastrophen. Kann man vergessen, funktioniert auf Dauer nie. Und die Anweisung für ein “unattended setup” für ein individuelles Board? Wer schreibt das in zuverlässiger Form? Davon abgesehen, eine einwandfreie Hardware-Unterstützung gemäß deren Spezifikationen (und Möglichkeiten) wäre damit nach wie vor nicht gegeben.

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  4. Andreas M. sagt:

    Extended Support Win7 läuft aber bis Januar 2020. Das sind keine 3 Jahre mehr.
    Ob es sich lohnt für knappe 3 Jahre Windows 7 neu aufzuspielen, vor allem weil bei der Ersteinrichtung ja auch erstmal alle gefühlten tausend Updates eingespielt werden müssen.

    Und dann noch auf neue Kisten. Da ist doch eh Win10 drauf. Nicht nur Ryzen ist das Problem, sondern generell die Chipsatztreiber für Win7. Wenn es sie gibt, muß man sie wahrscheinlich mühsam im Netz zusammensuchen.

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