Windows 10: Neubezeichnung ‘Semi-Annual Channel’ & Co.

In der im September 2017 erwarteten Windows 10 Version 1709 (Redstone 3) wird Microsoft die Bezeichnungen wie ‘Current Branch’ und Current Branch for Business’ umbenennen. Es gibt dann ‘Semi-Annual Channel (Pilot)’ und ‘Semi-Annual Channel (Broad)’.


Anzeige

Windows as a service ist ja Microsofts Baustelle, bei der kein Stein auf dem anderen bleibt. Daher ändern sich ab der nächsten Windows 10-Variante (Redstone 3 bzw. Version 1709) die Bezeichnungen für ‘Current Branch’ und Current Branch for Business’.

Zur Erinnerung: ‘Current Branch’ ist die Windows 10-Variante, die Nutzer von Windows 10 Home installiert haben. In Windows 10 Pro oder Enterprise kann man aber den Modus ‘Current Branch for Business’ wählen und Feature Updates um 4 Monate zurückstellen. Erst dann wird ein Feature Update zwangsweise installiert (sofern der Administrator nicht zusätzliche Schritte unternimmt).

Worum geht es genau?

Hintergrund des Ganzen: Microsoft will ja zwei Mal im Jahr neue Feature-Updates für Windows 10 und Office 365 Pro Plus herausbringen (ich hatte im Blog-Beitrag Schiefe Ebene für Office 365 ProPlus und Windows 10: Redstone 3 im September 2017, Redstone 4 im März 2018 darauf hingewiesen). Im Rahmen dieser Umstellung wird auch die Nomenklatur durch Microsoft angepasst.

Woher stammt die Info? 

Vor ein paar Tagen hatte ich den Blog-Beitrag Microsoft: Ask me anything (AMA) about Windows as a service, in dem ich die Veranstaltung ankündigt. Im Thread Confused about Semi-Annual Channel (Pilot) and Semi-Annual Channel (Broad) Timing fragt jemand nach, was sich hinter den im Titel genannten Begriffen verbirgt.

Änderung der Nomenklatur bei Windows 10

In der AMA-Session sortiert Microsoft Mitarbeiter Michael Niehaus die neueste Nomenklatur.

  • Was aktuell unter ‘Current Branch’ segelt – wird ab September 2017 als ‘Semi-Annual Channel (Pilot)’ bezeichnet. Diese Versionen sollen im Business-Umfeld nur für Pilot-Projekte eingesetzt werden (wodurch Microsoft unfreiwillig offen legt, dass es Windows 10 Home-Anwender, die diese Version mit einem Feature-Update ja zwangsweise bekommen, als Tester-Vieh sieht, welches die Bugs im Betriebssystem aufdecken soll).
  • Nach vier Monaten erklärte Microsoft die betreffende Build bisher zum ‘Current Branch for Business’. Diese Build von Windows 10 kann dann im Geschäftseinsatz breit verteilt werden. Sie wird zukünftig dann als ‘Semi-Annual Channel (Broads)’ bezeichnet.

Mit der Freigabe einer neuen Windows 10-Build beginnt aber deren Uhr zu ticken. Denn eine Build wird für 18 Monate mit Updates unterstützt. So fällt Windows 10 Version 1507 (die RTM-Version) am 9. Mai 2017 aus dem Support heraus.

Änderung der Nomenklatur bei Office 365 Pro Plus

Und weil alles dynamisch ist, aktualisiert Microsoft auch Office 365 Pro Plus zwei Mal im Jahr. Im Gleichklang mit Windows 10 wird auch dort die Nomenklatur angepasst. Dort wird aus dem ‘Current Channel’ ein ‘Monthly Channel’. Das umfasst also die Varianten mit monatlichen Updates. Aus dem ‘First Release for Deferred Channel’ wird der ‘Semi-annual Channel (Pilot)’ und aus dem ‘Deferred Channel’ erwächst der ‘Semi-annual Channel (Broad)’.

Windows 10: Verkürzter Supportzeitraum

Ihr blickt noch durch? Im Januar 2018 erreicht man den Release-Zyklus von Office 365 Pro Plus. Dann wird die Windows 10 Build 1709 zu ‘Semi Annual (Broad)’ und kann auf die Belegschaft im Betrieb losgelassen werden. Es gilt ab Januar 2018 für Windows 10 Version 1709 noch ein Supportzeitraum von 15 Monaten. Die Windows 10 Version 1703 fällt damit im März 2019 aus dem Support bzw. erreicht das End of Life. Um mit Office 365 Pro Plus gleich zu ziehen, entfällt die 60 Tage ‘Grace-Period’, die Microsoft den bisherigen Windows-Builds zusätzlich im Support zugestanden hat.


Anzeige

Die Thematik wurde von Gregg Keizer bei InfoWorld in diesem Beitrag aufgegriffen. Martin Brinkmann hat bei ghacks.net das Ganze als Tabelle aufbereitet und deskmodder.de hat hier einen deutschsprachigen Excerpt gebracht.

Abschließende Gedanken

Ich denke, ihr Admins werdet noch richtig viel Spaß mit diesem Windows 10 und Office 365 in den Betrieben haben. Denn wie ich so die Nutzer kenne, ‘brennen’ die richtig dafür, ständig die neuesten Ergüsse aus Redmond auf ihre Rechner gekippt zu bekommen. Aber mein Mitleid hält sich in Grenzen – es wird ja in den Firmen (so mein Eindruck) nicht anders gewollt. And the Oskar goes to Munic with it’s LiMux theatre – die hätten es anders haben können – wollen aber auch im Zirkus mitspielen und bekommen jetzt ein Freiticket für das Update-Karussell.

Es gibt Sachen, die sich überflüssiger wie ein Kropf. Ging mir gerade beim Schreiben dieses Blog-Beitrags durch den Kopf. Ich erinnere an meinen Artikel Internet Explorer 11 Update KB3008923 (Mai 2017) im Anflug und die Erklärung, warum die uralten Updates plötzlich ausgerollt werden. Erkenntnis: Microsoft hat den Prozess längst selbst nicht mehr im Griff. Das dürfte noch heiter werden

Oder wie seht ihr das jetzt? Bin nur ich zu doof, da einen Vorteil in der Umbenennung und den immer kürzeren Support-Zyklen zu sehen und mir die Bezeichnungen merken zu können? Brennen eure Nutzer wirklich drauf, zwei Mal im Jahr ein neues Windows 10 und ein neues Office auf die Kisten gekippt zu bekommen? Habt ihr Administratoren in den Betrieben nichts zu tun, so dass ihr euch auf die zusätzliche Arbeit freut, zweimal im Jahr ein neues Windows 10 und ein Office 365 Pro Plus auf Kompatibilität mit vorhandener Soft- und Hardware testen und ausrollen zu dürfen? Eure Meinung ist gefragt.


Anzeige


Dieser Beitrag wurde unter Office, Windows 10 abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten zu Windows 10: Neubezeichnung ‘Semi-Annual Channel’ & Co.


  1. Anzeige
  2. Tim sagt:

    Déjà-vu?

    Ich könnt wetten, das ich “eben” erst mit “…sind Verwechslungen denn ein Wunder?” unter dem Beitrag “Dynamische Updates für Windows, das steckt dahinter” geantwortet hatte…

    Würd das nun als Doppelpost zählen, oder würds direkt kopiert noch mal gelten?

    • Günter Born sagt:

      Ich kann mir ja einen Disclaimer mit obigem Tenor einfallen lassen, den ich fast unter jeden Blog-Post knalle, der sich mit den Wohltaten der US-Westcoast-Unternehmen befasst. Dürfte meistens passen – wer Ironie findet, darf diese behalten.

  3. daniel sagt:

    das ist erst der Anfang.

    die Firmen begeben sich mit Haut und Haaren in die Fängen von MSFT und so wie diese sich derzeit um ihre Kunden scheren verspricht dies nichts Gutes.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Hinweis: Bitte beachtet die Regeln zum Kommentieren im Blog (Erstkommentare und Verlinktes landet in der Moderation, gebe ich alle paar Stunden frei, SEO-Posts/SPAM lösche ich rigoros). Kommentare abseits des Themas bitte unter Diskussion.