6. Februar: Safer Internet Day

Noch ein kurzer Infosplitter: Am heutigen 6. Februar ist Safer Internet Day – dieser geht auf das Jahr 1999 gestartete Safer Internet Programm zurück. Die Zielsetzung dieses Tages ist, eine langfristige Sensibilisierung und Medienkompetenz für die Gefahren im Internet für Lehrer, Eltern und Kinder zu schaffen sowie eine telefonische Beratungsstelle zu Onlineproblemen für Kinder und Jugendliche anzubieten.


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Heute begehen mehr als 140 Länder weltweit, darunter alle 28 Länder der Europäischen Union, sowie zahlreiche Unterstützer von Organisationen den Safer Internet Day (SID) zum fünfzehnten Mal in Folge. Der Tag, der im Rahmen des Safer Internet Programms der Europäischen Kommission initiiert wurde und nun im Rahmen der Connecting Europe Facility (CEF) fortgesetzt wird, ist eine jährliche Gelegenheit, sich dafür einzusetzen, das Internet zu einem sichereren und besseren Ort für unsere Kinder und Jugendlichen zu machen.

In Deutschland wird der Safer Internet Day (SID) über die Webseite klicksafe.de koordiniert. Der SID2018 steht unter dem Motto „Safer Internet Day 2018 –  Create, connect and share respect: A better internet starts with you“.

Safer Internet Day 2018

Tipps von AVAST zum Schutz von Kindern im Netz

Zum Aktionstag des Safer Internet Days macht Avast auf den notwendigen Schutz von Kindern im Internet aufmerksam. Die ersten Erfahrungen mit dem Internet machen viele Kinder heute bereits vor der Grundschule.

Am Online-Leben der Kinder teilnehmen

Online gibt es viele Angebote an Lernplattformen und altersgerechten Spielen, aber auch viele Risiken, wenn Kinder alleine online sind. Wichtig ist die direkte Kommunikation mit den Kindern. Eltern sollten ihre Kinder über die Gefahren im Internet aufklären. Es gilt auch den richtigen Umgang mit Social-Media-Plattformen vorzuleben und beispielsweise Phänomene wie Cybermobbing offen ansprechen. Kinder sollten im Umgang mit Apps und dem Internet von Anfang an begleitet werden.

Zugang begrenzen

Um den Zugang zum Internet zu begrenzen, gibt es einige Einstellungen und Programme, die eine einfache Kontrolle ermöglichen. Hilfreich sind Tools für spezielle Kindersicherungen oder auch Ad Blocker, die Werbeeinblendungen blockieren, während die Kinder online sind.

Anbieter wie der Google Play Store bieten die Kategorie „Family Apps“, in die nur Apps ohne Altersbeschränkung eingestellt werden dürfen und in denen Werbeeinblendungen kinderfreundlich sind. Im Apple App Store gibt es ebenfalls eine Kinderkategorie. Die Richtlinien legen fest, dass Apps in dieser Kategorie den festgelegten Datenschutzauflagen für Kinder entsprechen müssen. Außerdem müssen kontextbezogene Werbeeinblendungen kindgerecht sein.

Schutz der Kinder beginnt bei den Eltern

Der Schutz der Kinder ist nur so gut, wie die Sensibilisierung der Eltern gelingt. Denn letztendlich beginnt der Schutz der Kinder bei der Sensibilisierung der Eltern für die Internetsicherheit und den damit verbundenen Gefahren. Je mehr sich die Eltern mit den digitalen Medien und den umfangreichen Angeboten auseinandersetzen, desto eher sind auch die Kinder fit für den richtigen Umgang mit dem Internet.


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Datenschutzbeauftragte warnt vor Sorglosigkeit

Im Hinblick auf den vorherigen Absatz schließt sich das nächste Thema nahtlos an. Niedersachsens Datenschutzbeauftragte Barbara Thiel warnt anlässlich des Safer Internet Day vor einer wachsenden digitalen Sorglosigkeit in der Bevölkerung. Die Menschen müssten sich, laut Thiel, bewusst machen, dass sie bei der Nutzung sozialer Netzwerke oder beim Onlineshopping freiwillig weitreichende Informationen über sich preisgeben. Insbesondere Kinder und Jugendliche müssten im Umgang mit persönlichen Daten etwa in sozialen Netzwerken geschult werden. heise.de hat das Thema in diesem Artikel aufbereitet. An dieser Stelle setze ich mal einige Kontrapunkte.

(Quelle: Forsa-Umfrage)

  • Den Menschen ist (zumindest teilweise) irgendwo schon bewusst, dass ihre Daten im Netz unsicher sind. Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage halten zwar ein Anteil von 56% der deutschen Internetnutzer ihre Daten beim privaten Surfen im Web für sicher.  Aber immerhin jeder Zweite meint, dass die Daten nicht sicher bzw. geschützt seien. Die Nutzung von WhatsApp und Facebook rangiert bei Internetnutzern ganz oben (siehe obige Grafik). Bei heise.de hat man das Thema hier aufgegriffen, die Details sind hier nachlesbar. Das Wissen oder ein Gefühl für (Un-)Sicherheit ist zwar da, aber so richtige Auswirkungen hat es noch keine.
  • Im Blog des WDR findet sich eine sehr schöne Replik #sid2018: Planlos in Berlin von Jörg Schieb, der meint: Es ist schön [Medienkompetenz], in der Schule zu unterrichten. Oder besser: Es wäre schön. Aber wer bringt es dann den Erwachsenen bei? Auch hier herrscht weitgehende Ahnungslosigkeit. Und wer ein Fach Medienkompetenz in den Schulen fordert, der sollte es danach erst Recht als Pflichtfach im Bundestag verlangen. Denn die Ahnungslosigkeit in Berlin ist erschreckend. Zwar führen nun alle das Modewort „Digitalisierung“ im Mund, ohne aber auch nur einen Funken Verstand. Digitalisierung wird offensichtlich ausschließlich als Chance begriffen. Besser: Als Pflicht…. [sic!]
  • Heute gab es im Blog diesen Kommentar samt meiner Antwort. Zitat: Aber bei allen Meldungen der letzten Zeit glaube ich inzwischen nicht mehr daran, dass wir einen Weg finden, angemessen und sicher mit der digitalen Welt umzugehen. Alles in allem muss man inzwischen wohl eher eine private Internet-Exit-Strategie finden. Da bin ich inzwischen weitgehend konform. Von daher fällt ein weiteres Puzzleteil ins Bild,  welches ich in der Antwort thematisiert habe. Habe gerade ein Radio-Interview hinter mir, wo es darum geht, dass Internetabstinenzler der Gruppe ‘Senioren’ durch die Stiftung ‘Digitale Chancen’ mobil ins Internet gebracht werden können. Die Studie, in der untersucht wurde, wie Ältere ins Internet kommen könnten, ist bei Telefónica im Blog in Auszügen abrufbar. Da sollten Internet-Einstieger 60+ fleißig ins Internet, ans Online-Banking, an Online-Shopping sowie Facebook & Co. heran geführt werden. Ganz im Sinne des vorherigen Absatzes ‘Digitalisierung wird offensichtlich als Pflicht gesehen’.

Schöne neue Welt, wir machen einmal im Jahr Safer Internet Day und in den restlichen 364 Tagen locken wir die Leute aufs digitale Glatteis. Oder wie seht ihr das Ganze?


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8 Antworten zu 6. Februar: Safer Internet Day

  1. Herr IngoW sagt:

    Stimme ich voll zu!
    Ein Pflichtlehrgang für alle Erwachsenen (hauptsächlich Leute in Arbeit, Eltern, Lehrer) und hauptsächlich alle Leute bei Behörden, Banken und an erster Stelle stünde dabei die Regierung.
    Dann würden die Meisten auch verstehen was „Digitalisierung“ überhaupt bedeutet.
    Für den Staat, Versicherungen usw. bedeutet das meistens, volle Kontrolle der Bürger/Kunden. Dabei wären doch andere Sachen möglich.

    • Tim sagt:

      Ich wünsch dir dann mal viel Spaß dabei… ich hab das Thema mit Killerspiel-Debatten samt Vorführung im Bundestag verfolgt und kann nur sagen, die lernen es nie, oder rudern plötzlich zurück und daddeln selbst Counter Strike…

      Schau dir aktuell an, was aus dem Thema Streaming gemacht wird…
      Jemand wie Gronkh und Co die auf YouTube und Twitch Spiele daddeln und das per Stream „teilen“ sind jetzt Fernsehsender mit Lizenz und brauchen Kinderschutzbeauftragte und was nicht alles daran hängt… und alle anderen die die Lizenz nicht beantragen sind jetzt dann praktisch „Schwarzfunker“ und „Piratensender“… oder doch noch im Graubereich, weil noch nicht von den Medienanstalten angeschrieben worden… die wären ja sonst überfordert und der Shitstorm würde erst recht losbrechen…

      Willkommen in Deutschland im Jahr 2018.
      Genau sowas bedeutet die Digitalisierung… überforderung und altbackenes Denken treffen aufeinander und für nix gibt es wirklich passende Grundlagen.

      • Cmd.Data sagt:

        „Fernsehsender mit Lizenz.“

        Unsere Politiker erheben Schwachsinn zum System, damit die Lügenpresse weiter positiv berichtet.

        Dabei gehören die in die Geschlossene. Allesamt.

  2. Tim sagt:

    „Da sollten Internet-Einstieger 60+ fleißig ins Internet, ans Online-Banking, an Online-Shopping sowie Facebook & Co. heran geführt werden. “

    Tja, was machen denn die 60+ Menschen auch sonst in einigen Jahren, wenn es nur noch Lieferdienste und Onlinebanking gibt, Bargeld vielleicht sogar abgeschafft wurde…? Gibt ja die wildesten Gerüchte und Ideen und das Banken Filialen schließen, auf Teufel komm raus, ist auch nix neues. Das Elend sehen wir dank VR Brille dann ja eh nicht mehr oder filtern es einfach raus.
    Dies moderne Brett vorm Kopf wird noch irre hilfreich werden und man sieht nur noch das was man sehen will, oder soll…

    Um die 60 rum ist das ganze ja noch nicht mal das größte Problem…

  3. nook sagt:

    „[i]Die Zielsetzung dieses Tages ist, eine langfristige Sensibilisierung und Medienkompetenz für die Gefahren im Internet für Lehrer, Eltern und Kinder zu schaffen sowie eine telefonische Beratungsstelle zu Onlineproblemen für Kinder und Jugendliche anzubieten.[/i]“

    Da wird Otto Normalverbraucher einfach vergessen.

    Gestern erhalte ich eine Mail einer Bekannten (35) mit der ich gesch. korrespondiere. Ihr Absender im Klarnamen, nicht Ihre Mailadresse im Header aus Georgien, im Betreff mein Klarname plus Rechnung xy, an meine gesch. Mailadresse. Text: Bitte Anhang beachten! Alles klar, weg damit.

    Ich rief Sie an: „Sie hat ja keine Ahnung und wird Ihren Provider mal anrufen…“

    Denke das repräsentiert einen Großteil der Leute die vor dem PC sitzen.

  4. Günter Born sagt:

    Witzig: Am gestrigen Internet Safer Day hat Bitdefender ein Update ausgerollt, und als Folge stellte der Virenscanner seinen Dienst ein. Details hier.

  5. Al CiD sagt:

    Ich war schon immer für ein „Führerschein“ in der digitalen Welt, damals bei Computer schon und erst recht in der heutigen Internet-Ära.
    Schöne neue Welt… da kann ich nur zustimmen… und ich befürchte, das ist nur die Spitze des Eisbergs, da kommt noch so einiges auf die Menschheit zu bis es irgend wann einmal ein digitales Blackout gibt… mal gucken wie weit dann die analoge Welt noch funktioniert.

    Ja, ich weiß…. Aluhutträger
    (oder doch Realist? ;-) )

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