Windows 10 April Update: Das Intel/Toshiba SSD-Desaster

Besitzer von Systemen mit einer SSD sehen sich beim Windows 10 April Update einer besonderen Hürde ausgesetzt. Die neue Windows 10-Version verschluckt sind an den betreffenden Laufwerken bzw. Treibern. Hier ein paar Informationen.


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In Abwandlung eines Spruchs von Berlins Ex-Bürgermeister Klaus Wowereit starte ich mal mit ‘Wir updaten bis es quietscht’. Der Update-Wahn Seitens Microsoft treibt Windows 10-Benutzer mit SSD-Systemen in den digitalen Orkus.

Das gestoppte Rollout für Intel SSDs

Das Desaster kündigte sich schon sehr bald nach der Freigabe des April Updates für Windows 10 an. Das war zwar arg durch Insider Preview-Nutzer getestet worden, und die hatten auch brav alle Fehler gefunden und nach Redmond gemeldet. Aber vor lauter Nadeln haben die in Redmond nicht mehr den Heuhaufen gefunden. Und so kam es, wie es kommen musste.

Es gab nach der Freigabe der Windows 10 April Update für die Allgemeinheit sehr schnell Benutzer, die über argen Ärger berichteten. Bei Microsoft Answers findet sich beispielsweise dieser englischsprachige Post:

Failure to install Windows 10 April Update (version 1803)

I am unable to install The Windows 10 Feature update to OS version 1803(from version 1709) on my PC.

It is giving 0xc1900101 error. I have all the latest drivers on my PC. The current OS build of my PC is 16299.371. After each failure, the update gets downloaded again and it has failed 5 times.

Der Benutzer war nicht in der Lage, dass neue Funktionsupdate zu installieren, sein System wurde auf die vorherige Version 1709 zurückgerollt. Bald stellte sich heraus, dass es an einer verbauten Intel SSD lag. Ein Microsoft-Moderator schrieb generell von manchen Intel SSDs. Ich hatte im Blog-Beitrag Windows 10 V1803: Rollout für Intel SSDs vorerst gestoppt darauf hingewiesen, dass Microsoft das Rollout von Windows 10 April Update für solche Systeme gestoppt hat.

Es geht um Intel 660p und Pro 6000p SSDs

Später wurde dann bekannt, dass die SSDs Intel 660p und Intel Pro 6000p wohl Probleme mit Windows 10 April Update machen und zu Blue Screens und Startproblemen führen. Konkret scheint der Microsoft-Mitarbeiter seinen Foreneintrag überarbeitet zu haben. Ursprünglich hieß es:

When attempting to upgrade to Window 10 April 2018 Update select devices with certain Intel SSDs may enter a UEFI screen reboot or crash repeatedly.

Den Originaltext hatte ich im Blog-Beitrag Windows 10 V1803: Rollout für Intel SSDs vorerst gestoppt zitiert. Ruft man den Forenbeitrag jetzt auf, erscheint folgender Text.

When attempting to upgrade to the Windows 10 April 2018 Update, select devices with Intel SSD 600p Series or Intel SSD Pro 6000p Series may crash and enter a UEFI screen after reboot.

Jetzt werden also Ross und Reiter genannt und wir wissen, welche Intel SSDs betroffen sind. Das Pikante an der ganzen Sache ist dabei, dass in manchen Surface Pro (2017) genau diese Intel Pro 6000p SSD-Chips verbaut sind. Und damit wird erklärbar, warum die stolzen Besitzer eines Surface Pro (2017) mit Windows 10 Version 1803 haderten. Denn durch die verbauten SSDs werden sie durch BlueScreens geplagt. Woody Leonhard hat dies auf ComputerWorld in diesem Beitrag aufgespießt. Und in seinem Forum berichtet dieser Betroffene über seine automatische Upgrade-Experience.

Ich weiß nicht, ob das Surface Book 2 schon die V1803 angeboten bekommt. Anfang Mai war das automatische Upgrade wohl noch nicht verfügbar. Der Grund kÖnnte möglicherweise aus dieser Ecke kommen.

Kein Ende in Sicht: Toshiba auch betroffen


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Im Blog gibt es diesen Kommentar, in dem ein Leser von Problemen mit dem Upgrade auf Windows 10 Version 1803 berichtet. Er hat eine Samsung “MZVLW128HEGR-000H1” SSD verbaut. Es gibt m.W. zwar noch keine Bestätigung, dass die Samsung SSDs betroffen sind, aber auszuschließen ist das nicht.

Bei AskWoody erwähnt Woody Leonhard hier langsame Toshiba SSDs. Inzwischen hat Leonhard diesen ComputerWorld-Artikel veröffentlicht. Die Botschaft: Windows 10 Version 1803 ist nicht mit Toshibas SSDs kompatibel. Es gibt diesen MS Answers-Forenpost, ebenfalls von Microsoft Forenmoderator Lonnie_L, der Licht ins Dunkel bringt.

Devices with Toshiba XG4 Series, Toshiba XG5 Series or Toshiba BG3 Series solid state disk (SSD) drives may experience degraded battery life after upgrading to Windows 10 April 2018 Update

After upgrading to Window 10 April 2018 Update, select devices with Toshiba XG4 Series, Toshiba XG5 Series or Toshiba BG3 Series solid state disk (SSD) drives may exhibit lower battery life.

Microsoft is working with OEM partners and Toshiba to identify and block devices with Toshiba XG5 Series or Toshiba BG3 Series solid state disk (SSD) from installing the April 2018 Update due to a known incompatibility that may cause battery performance issues.

Microsoft estimates the release date for the resolution for this issue to be available in early June.

Dort ist es ein Effekt, dass das Akku entleert wird, wenn eine SSD von Toshiba verbaut ist. Wer als Betroffener nun auf die Version 1709 von Windows 10 zurück geht, wird möglicherweise Stunden später wieder von einem (automatischen) Featureupgrade auf die Version 1803 begrüßt. Verrückte Sache – irgend jemand von euch betroffen?

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6 Antworten zu Windows 10 April Update: Das Intel/Toshiba SSD-Desaster


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  2. Stimmt aber nicht so ganz, nicht alle Toshiba SSDs sind davon betroffen ich habe eine Toshiba OCZ RVD400-M22280-256GB M.2 SSD und habe keinerlei Probleme mit Windows 10 v1803 Build 17134.48.
    Du hast zwar auch geschrieben das vor allem langsame SSDs davon betroffen sein können aber nun hier die Bestätigung das die Toshiba OCZ RVD400-M22280-256GB M.2 SSD nicht davon betroffen ist (nun gut die SSD gehört auch nicht zu den langsamen, was auch immer eine Langsame SSD bedeuten soll).

    • Andres Müller sagt:

      OCZ ist eine US-Amerikanische Marke welche von Toshiba 2016 übernommen wurde. Die angegebene Modellreihe wurde noch kurz vor der Übernahme entwickelt, dürfte demnach mit anderer Technologie operieren als die erwähnten Toshiba Produkte.

      Ich selbst habe auf einem PC ein Windows 10 auf einer Toshiba SSD Q300 installiert. Auf demselben System operieren ausserdem zwei Samsung 850 EVO SSD und noch ein altes OZC Vertex SSD mit nur 111 GByte Kapazität.

      Auf diesem System wurde bisher noch kein Funktions-Upgrade angeboten.

      Ein weiterer PC mit Samsung 860 EVO habe ich erst mit manueller Mithilfe upgraden können, hier waren Probleme mit dem UEFI BIOS entstanden was ich nur lösen konnte indem ich mit einem externen Tool (EasyBCD ) manuell einen neuen Bootrecord geschrieben habe.
      Vermutlich ist das auch der Grund warum der neue Paragon Festplattenmanager 16 nun in diesem Bereich neue Optionen erhalten hat:
      Konvertieren von dynamischen GPT zu GPT Basisdatenträger, optimierter Support von Dual Boot Systemen. GPT Geschichten ohne Ende, UEFI noch immer nicht zufrieden stellend entwickelt.

  3. Owen Burnett sagt:

    Emmm…. Wie zur Hölle kann so was den bitte passieren?
    Ich meine die ganzen neuen “Features” der 1803 sind doch UI Mumpitz, wieso haben die da jetzt was an dem Kernel/den Treibern herum gepfuscht?

    Ich meine ok,UI Feature Updates 2x im Jahr ist ja schon schlimm genug, aber die könnten doch, verdammt noch ein mal, den Kernel in ruhe lassen für ein paar Jahre.

    Ist ja bald wie bei Linux das Treiber x y nur mit der Distro a b c in der Version 1 2 3 und 1 2 5 funktioniert, WTF?!

    Owen

    • Ja müssen die Redmonder wohl doch gemacht haben und ich verstehe es auch nicht wieso, vielleicht haben sie auch etwas versucht aus dem Kernel herauszunehmen was dort versteckt war, aber verstehe da einer mal Microsoft bei fast jeder neuen Version ist es zu irgendwelchen recht seltsamen Fehlern gekommen, das ist eine riesengroße Baustelle aber bei weitem kein fertiges Endprodukt.
      Schauen wir mal mit welcher Flickerei die das in den nächsten Wochen und Monaten beheben wollen, wird ganz sicher mal wieder Spannend.

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  5. Werner Peters sagt:

    Ich habe die selben Probleme mit einem Lenovo G50-45 Laptop mit einer SSD KingstonSV300S37A240G.
    Nach Update von Version 1709 auf 1803 ein Rollback zurück auf 1709, der Rechner fand kein Bootdevice mehr und lässt sich nicht updaten . Nach dem 5ten Updateversuch habe ich erst einmal aufgegeben.
    Ähnliche Probleme hatte ich mit meinem Dell Laptop Inspiron 5570 (1/2 Jahr alt) mit verbauter SSD von Hynix Sc311. Nach dem Update auf 1803 nur noch Bluescreen Fehler. Erst ein nochmaliges Überschreiben mit einer erstellten Iso am 15.Mai hat abhilfe geschaffen. Trotzdem friert das System ab und an mal für Sekunden ein, läuft dann aber weiter.
    Auf beiden Rechnern ist die Pro Version von Windows installiert.

  6. Harry Michel sagt:

    ich habe eine Sansung SSD 830 Series und es bleibt immer bei 42% installiert, stehen.

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