Surface Studio: Ärger mit Windows 10 V1803

So richtig rund läuft das Upgrade auf Windows 10 April Update (Version 1803) wohl nicht. Besonders ärgerlich ist die Geschichte für Käufer eines Microsoft Surface Studio, wo das Gerät bzw. dessen Maus nach dem Upgrade Ärger bereitet.


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Was ist das Surface Studio?

Das Surface Studio wurde von Microsoft im Oktober 2016 vorgestellt und ist ein High-End-Tablet für Designer. Es besitzt einen sehr dünnen 28 Zoll 4,5K LCD-Monitor (13,5 Millionen Pixel) mit Touch-Funktion und kommt mit einer Nvidia GeForce 980M GPU sowie einem Intel Core i7 Prozessor sowie 32 GByte RAM daher.

Surface Studio(Surface Studio, Quelle: YouTube Screenshot)

Ein schickes Teil, bei dem sich der Monitor vom Desktop Modus über ein spezielles „Zero Gravity“-Scharnier in den sogenannten Studio Modus bringen lässt. Dann ist der Bildschirm im 20 Grad Winkel wie ein Zeichenbrett angeordnet, so dass es sich optimal für das digitale Zeichnen und Designen eignet.

Ich hatte im Blog-Beitrag Surface Book i7 und Surface Studio über das Gerät berichtet. Allerdings hat das Teil auch seinen Preis: So zwischen 3.000 und 4.500 US-Dollar musste man in den USA für das nun ausverkaufte Gerät hinlegen.

Windows 10 V1803-Ärger mit dem Surface Studio

Wer Besitzer dieses Geräts ist, wurde mit Windows 10 versehen und dürfte inzwischen per automatischem Update auf Windows 10 April Update aktualisiert worden sein. Bei Windows 10 Version 1803 hat Microsoft aber keine wirklich glückliche Hand bezüglich seiner eigenen Surface-Modelle.

Im Blog-Beitrag Windows 10 April Update: Das Intel/Toshiba SSD-Desaster hatte ich über Probleme mit SSDs von Intel und Toshiba berichtet, die es unter Windows 10 Version 1803 gab. Betroffen war auch das Surface Pro (2017), dessen Besitzer über ‘Einfrieren’ klagten. Ursache war die in den Tablets verbauten Intel SSD6, wie Woody Leonhard bei Computerworld schreibt.

Aber auch beim Surface Studio hat es Nutzer getroffen, wie ich dem Computerworld-Artikel entnehme. Im Microsoft Answers-Forum meldete sich ein Surface Studio-Besitzer mit dem Problem, dass die Maus ständig die Verbindung verliert:

Surface Studio April update 2018, mouse keeps disconnecting.

Hi,

Has anyone else experienced the mouse keep disconnecting on their Surface Studio since the April 2018 update?

It’s so annoying. If I touch the screen when it happens a few seconds later it comes back.

Does Microsoft not test their premium devices with new updates or something?!


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Im Thread melden sich weitere Surface Studio-Besitzer, die das Problem bestätigen. Dort kommt die Frage auf, ob Microsoft die eigene Hardware mit neuen Windows 10-Versionen testet. Im Thread wird die Antwort eines Microsoft Agenten (bezahlte Forenmoderatoren) als Lösung markiert:

Yes I’m experiencing the same problem. I have also noticed that when the mouse stops working, the keyboard also stops working, but like you stated, if you touch the screen, the mouse and keyboard start working again. I never seen this before updating to the April 2018 update.

Mod Edit: We are currently working on a solution that will be provided in a future Windows Update. Please continue to check for Surface and Windows Updates to ensure your device has the most current firmware and software available.

Marking as “Answered” to raise visibility for now. We will update this response once the fix has been published.

Microsoft arbeitet an dem Problem und will den Beitrag aktualisieren, wenn eine Lösung verfügbar ist. 

Bluetooth ist schuld

Irgendwo (die Fundstelle habe ich verbaselt) habe ich gelesen, dass Microsoft bei Windows 10 V1803 den kompletten Bluetooth-Stack überarbeitet habe. Und genau dort liegt der Hase im Pfeffer. Im Thread hat ein Benutzer die Ursache vermutlich benannt. Der Benutzer schreibt:

What I discovered is that it appears the Bluetooth connection is going to sleep until you either unplug and replug a USB device or touch the screen.  Once that is done, my keyboard and mouse would work again for about a half an hour. 

Der Bluetooth-Adapter zur Kopplung mit der Maus geht in die Ruhemodus und die Verbindung bricht ab. Sobald man ein USB-Gerät ab- und wieder anstöpselt, wird der Ruhemodus beendet. Der Benutzer schlägt als Workaround vor, den Geräte-Manager aufzurufen, den Marvell AVASTAR Bluetooth Radio Adapter per Doppelklick anzuwählen, um die Eigenschaften zu öffnen. Auf der Registerkarte zum Energiesparen ist die Option, die dem Computer das Abschalten des Geräts ermöglicht, zu deaktivieren. Der Workaround scheint bei den Leuten zu funktionieren. Könnte auch anderen Leuten aus der Klemme helfen, falls es Bluetooth-Probleme unter Windows 10 V1803 gibt.

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4 Kommentare zu Surface Studio: Ärger mit Windows 10 V1803

  1. Compeff sagt:

    Seit 10 Jahren entfernen wir standardmässig bei der Einrichtung von Firmen-Rechnern den angesprochenen Energiespar-Haken bei Netzwerkadaptern und USB-Anschlüssen. Wirkt Wunder.
    Ich kriege immer das Grausen, wenn Medizinfirmen oder Steuergeräte-Firmen Geräte mit USB-Peripherie liefern (Cameras, Scanner, etc) und dann diese fehleranfällige Energiesparoption aktiviert ist.

  2. Robert sagt:

    Bluetooth, USB und Energiesparmodus ist ja quasi seit über einem Vierteljahrhundert regelmäßig “Neuland”. Wie konnten andere Betriebssysteme diese Magie überhaupt in den Griff bekommen und ausrollen? ;-)

    Es bestätigt erneut die These: Windows 10 ist schicker Lack mit noch reichlich schimmeligen und rostenden Ecken unter der Haube.

    • Holger sagt:

      Es fragt sich nur, wie weit man bei Microsoft die schimmeligen und rostigen Ecken in den nächsten Jahren angehen möchte.
      Den meisten Benutzern werden diese Ecken nicht auffallen, aber wer sich mit dem Unterbau eingehender beschäftigt, der bemerkt schnell, dass da noch viel Arbeit vor Microsoft liegt.

      • Günter Born sagt:

        Ich fürchte (als Realist), dass sich nichts ändert. Einiges wurde bereits bei NT/2000 und Win XP vergeigt (z.B. zugelassenes Execution Attribut in Temp Ordnern oder Benutzerprofilordnern). Der Aktienkurs läuft, die Windows-Truppe wird entkernt, nur ein paar Lackierer hält man sich noch (überspitzt formuliert).

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