Microsoft hat GitHub gekauft – Wechsel zu GitLab?

Das Gerücht ging ja bereits zum Wochenende um: Microsoft hegt Absichten, die Software-Entwicklungsplattform GitHub zu kaufen. Dieser Deal ist wohl unter Dach und Fach und dürfte in wenigen Stunden offiziell bekannt werden. Ergänzung: Aktuell zieht es wohl einige Projekte von GitHub weg und hin zu GitLab. Ergänzung 2: Der Kauf wurde gerade bestätigt. Ergänzung 3: Wer wegen Microsoft zu Gitlab wechselt, sollte die Ergänzung gesehen haben.


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Was ist GitHub?

GitHub ist eine webbasierende Plattform, auf der Software-Entwicklungsprojekte als Repositories eingestellt und mit dem Versionsverwaltungssystem Git verwaltet werden können. GitHub wurde von Chris Wanstrath, PJ Hyett und Tom Preston-Werner mittels Ruby on Rails und Erlang entwickelt und im Februar 2008 gestartet. Das Unternehmen GitHub, Inc. besteht seit 2007 und hat seinen Sitz in San Francisco.

GitHub beherbergt 27 Millionen Softwareentwickler, die an 80 Millionen Code-Repositories arbeiten. Der Betrieb der Plattform wird durch Beiträge von Firmen finanziert. Einer der größten Beitragszahler von GitHub ist übrigens Microsoft (die früher strikt gegen Open Source-Software waren).

Weitere Details lassen sich der Wikipedia entnehmen. Selbst Microsoft hatte vor einiger Zeit damit begonnen, den Quellcode diverser Projekte, nach Freigabe als Open Source auf GitHub einzustellen. Hier ist die Microsoft GitHub-Seite.

Gerücht: Microsoft will GitHub kaufen

Zum Wochenende wurde ruchbar, dass sich die Firma Microsoft in Verhandlungen mit der GitHub Inc. befindet, mit dem Ziel, die Plattform zu kaufen. Bei heise.de hat man hier die bekannten Informationen zusammen gezogen. Die Geschichte ist schnell auf einige Zeilen komprimiert.

Der GitHub-CEO Chris Wanstrath hatte im August 2017 bekundet, von diesem Posten zurückzutreten. Damit wurde ein Nachfolger gesucht. Microsoft sah wohl seine Chance gekommen und trat an die GitHub Inc. heran. Ziel war ein Kauf oder eine größere Beteiligung, wobei auch der Führungsposten neu besetzt werden sollte. In 2015 wurde GitHub mit 2 Milliarden US-Dollar taxiert. Als Kaufpreis wird die Summe von 5 Milliarden US-Dollar genannt.

Bloomberg meldet den Kauf

Vor wenigen Stunden meldet die Nachrichtenagentur Bloomberg, dass der Kauf in trockenen Tüchern sei. Demnach hat Microsoft zugestimmt, die GitHub Inc. zu erwerben. Der Deal dürfte am heutigen Montag (irgendwo bei uns am späten Nachmittag) bekannt gegeben werden. Das berichten Insider, die mit der Sache befasst waren.

GitHub wollte eigentlich einen Verkauf des Unternehmens an der Börse durchziehen. Da man aber wohl von Microsoft Chef (Chief Executive Officer) Satya Nadella beeindruckt war, hat man einem Kauf durch Microsoft zugestimmt. So die Information der ungenannt bleiben wollenden Leute. Die Bedingungen der Vereinbarung waren am Sonntag nicht bekannt.

Ergänzung: Ich habe es dieses Mal in obigem Text absichtlich nicht thematisiert ‚wenn Microsoft GitHub übernimmt, stirbt das Projekt, die haben noch alles kaputt gemacht‘.

GitLab als alternative Plattform?

Aber neben GitHub gibt es ja die alternative Plattform GitLab (Erklärungen finden sich auf Wikipedia). Es klang in den nachstehenden Kommentaren ja schon an, dass einige Projekte von GitHub zu GitLab gewechselt sind (wohl auch wegen der Unsicherheiten bzgl. der Pläne des CEO).


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Die Kollegen bei deskmodder.de weisen in diesem Beitrag darauf hin, dass es wohl nicht nur einzelne Projekte sind. In nachfolgendem Tweet meldet GitLab, dass momentan ein 10 Mal höheres Aufkommen als sonst zu verzeichnen ist, wo Projekte zur neuen Plattform wechseln.

Und im verlinkten GitLab-About-Beitrag beglückwünscht man Microsoft zur Übernahme:

Congratulations GitHub on the acquisition by Microsoft

The acquisition of GitHub by Microsoft is validation of the growing influence of software developers in the world.

Allerdings ist das ein etwas vergifteter Glückwunsch, da man davon ausgeht, dass GitHub stark mit Microsoft und Azure verwoben werden wird. GitLab platziert sich als Alternative, wobei man folgendes Video mit Hinweisen zum Umzug auf GitLab veröffentlicht hat.

(Quelle: YouTube)

Auf Twitter gibt jemand ebenfalls einen guten Ratschlag, die Projekte auf GitLab zu spiegeln, falls Microsoft mal irgendwann seine Pläne ändert und Repositories löscht.

Ergänzung 2: Kauf durch Microsoft bestätigt

Inzwischen ist der Kauf von GitHub durch Microsoft bestätigt, ist aber kein Schnäppchen geworden. Im Rahmen der Vereinbarung wird Microsoft GitHub für 7,5 Milliarden Dollar erwerben, wobei der Kaufpreis in Microsoft-Aktien bezahlt wird. Vorbehaltlich der üblichen Abschlussbedingungen und des Abschlusses der aufsichtsrechtlichen Prüfung wird der Abschluss der Akquisition bis zum Ende des Kalenderjahres 2018 erwartet.

Microsoft Corporate Vice President Nat Friedman, Gründer von Xamarin und Open Source-Veteran, wird die Rolle des CEO von GitHub übernehmen. Der derzeitige CEO von GitHub, Chris Wanstrath, wird Microsoft Technical Fellow und berichtet an Executive Vice President Scott Guthrie, um an strategischen Softwareinitiativen zu arbeiten.

Ergänzung 3: Gitlab – ohne viele Worte

Ich schwurbele nicht lange rum, der nachfolgende Tweet bringt es auf den Punkt:

Github Regugees – welcome at GitLab, powered by Microsoft – die Dinge sind halt komplizierter als man denkt (Hasel und Igel-Syndrom).


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21 Antworten zu Microsoft hat GitHub gekauft – Wechsel zu GitLab?

  1. Blupp sagt:

    Alles was Microsoft bisher in die Finger bekam wurde doch irgendwie kaputt gefrickelt. Sollte ich vielleicht über einen Umzug nachdenken? In jedem Fall hab ich einen ordentlichen Kloß im Halse und hoffe das diese Meldung zu den alternativen Fakten zu rechnen ist.

  2. Cmd.Data sagt:

    Welch eine Katastrophe.

    Das ist ja schrecklich.

    Die Woche fängt bereits ganz schlecht an.

    MicroSoft mach doch alles kaputt, was die in die Finger bekommen.

    Seufz

    :(

  3. Al CiD sagt:

    OMG… ein Todesstoß? Wir werden sehen.

    Fast noch schlimmer wie wenn Frau Merkel jemandem ihr vollstes Vertrauen ausspricht…

    u.a. deswegen zieht es wohl einige Projekte von Github weg, auch GIMP
    https://www.gimp.org/news/2018/05/31/gimp-has-moved-to-gitlab/

    • daniel sagt:

      Al CiD,

      Gimp war nicht auf GitHub.com sondern auf git.gnome.org

      (kann in der Build Instruktion von GIMP nachgeschaut werden)

      nicht mehr Unruhe erzeugen als wirklich notwendig.

  4. Gaga sagt:

    Bey bey GitHub!
    Das war es dann wohl… war schön mit Dir…

  5. Ben sagt:

    Ist doch schön, wenn man sich zukünftig nur noch mit einem Microsoft-Konto bei GitHub einloggen kann…

  6. Christian59 sagt:

    …hmm, und was ist, wenn MS GitLab später auch noch kauft?
    (sorry, war nur so ein Gedanke…)

    Christian

    • daniel sagt:

      wohl eher Amazon oder Google.

      was jedoch im Portfolie von MSFT jetzt noch fehlt ist:
      Stackoverflow

      schliesslich hat MSFT geschafft ihr Diskussions Foren an die Wand zu fahren, resp. zu schliessen.

  7. 0515 sagt:

    Wir werden alles zu Gitlab umziehen, leider ist Gitlab momentan so sehr ausgelastet das nichts mehr geht.

    Github, supergroßer Fail! Das geht gar nicht!

  8. Ingo sagt:

    Rein aus Interesse….
    Kann denn jemand einmal sachliche und mit Argumenten erklären, warum man jetzt von GitHub panisch zu GitLab wechselt?

    • Günter Born sagt:

      Als Nicht-Entwickler bin ich nicht so der Experte. Mir sind zwei Argumente bei der gestrigen Recherche aufgefallen, die jedes Projekt prüfen sollte:

      * Alle Inhalte, die ggf. zu Microsoft conträr sind, laufen Gefahr, auf Grund irgendwelcher Regeln aus GitHub entfernt zu werden.
      * Langfristig sehen die Leute die Gefahr, dass GitHub von Microsoft abhängt und Funktionen in Azure wandern.

      Das muss alles nicht so kommen – aber die Leute haben ja nicht per Definitionum Vorbehalte, sondern sind über viele Jahre von Microsoft diesbezüglich sozialisiert worden. Einerseits ist es schön, wenn ein potentes Unternehmen als Finanzier im Hintergrund steht. Aber bisher hat Microsoft noch nicht gezeigt, dass sie Sachen sauber übernehmen und dann wirklich erfolgreich ausbauen können (QDOS war eher die Ausnahme). Skype und LinkedIn werden gerne als Beispiele genommen – ließe sich aber mit so manch anderen Zukäufen (die einen stillen Tod gestorben sind) fortsetzen.

      Ist alles nichts greifbares – aber wenn ich mit GitLab was ähnliches habe, sollte ich mir schon überlegen, ob ich nicht zumindest ein Backup des Projekts dort fahre.

      Unter dem Strich: Microsoft hat es in der Hand, mit den richtigen Ressource GitHub zum Fliegen zu bringen – zu wünschen wäre es. Aber man sollte abwarten, was am Ende des Tages in einigen Jahren dabei rum gekommen ist – imho.

      • Al CiD sagt:

        Wenn man bedenkt, dass GIT von Linus Torwald entwickelt worden ist um Einigem aus dem Weg zu gehen und nun das.

        Die Erfahrung der letzten Jahrzehnte rät einen zur Vorsicht mit MS und deren Politik.
        Die Geschichte zeigt, dass MS schon sehr darauf hinaus zielt:
        „Was man nicht bekämpfen kann soll man sich einverleiben.“

        Und leider ist es ja nichts Neues:
        Geld regiert die Welt… und viele meinen auch noch, dass Opensource „umsonst“ heißt. Schade.

        ABER, und das ist gut so, Opensource wäre nicht Opensource wenn es keine Alternativen gäbe ;-)
        https://itsfoss.com/github-alternatives/

    • Blupp sagt:

      Panik ist eher unpassend, bzw. die falsche Reaktion. Bei Windows bin ich seit v3.0 dabei, davor war es DOS. Habe für MS-Systeme programmiert und die ganze Entwicklung mitgemacht.
      Wenn ich über einen Wechsel nachdenke, so basiert der auf Erfahrungen mit Microsoft. Angesichts meines Alters programmiere ich nur noch aus Fun und habe einfach keine Lust mehr mich bis ans Ende meiner Tage von Microsoft gängeln zu lassen. Mir reicht das als Erwägungsgrund für einen Umzug.

      Wie Herr Born schrieb hat Microsoft es in der Hand, das Vertrauen das Microsoft etwas Vernünftiges daraus macht ist hier jedoch nicht mehr existent. Eher glaube ich, dass sie es mal wieder gegen die Wand fahren und sich im Anschluß über ihre Bilanzen selbst beweihräuchern. Es kam einfach zu viel Enttäuschendes aus Redmond.

  9. Ralph sagt:

    Bisher habe ich das ja aus reiner Bequemlichkeit gelassen. Ich werde mich nun aber wohl damit befassen müssen, wie ich meinen eigenen Repository-Server aufsetzen kann.

  10. Gaga sagt:

    Ergänzung #3: Hammer!
    Danke für den Hinweis! Langsam aber sicher wirds blöd! Himmel Herrgott, am liebsten würde ich alles hinwerfen und in den früh-früh Ruhestand gehen.
    Ich möchte mir den ganzen Schei.. nicht mehr geben…

  11. anthropos sagt:

    Verständlich, wenn man enttäuscht ist von Microsoft. Davon abgesehen geht es eher um Ideologie denn um wahrscheinliche Gründe.

  12. ralf sagt:

    HEISE:
    „Nat Friedman wird nach der Microsoft-Übernahme CEO von GitHub und verspricht, die Unabhängigkeit der Plattform zu erhalten… Atom bleibt erhalten… Die bisher bestehenden Log-in-Möglichkeiten sollen bestehen bleiben… Außerdem schließt er auftauchende Werbung in Repositories ebenfalls aus.“

    https://www.heise.de/developer/meldung/Neuer-CEO-GitHub-soll-trotz-Microsoft-Uebernahme-unabhaengig-bleiben-4074955.html

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