Kommt ein neuer Intel Coffee Lake-Chipsatz für Windows 7?

win7Arbeitet Intel an einer aktualisierten Version eines Intel Coffee Lake-Chipsatz der für Windows 7 verwendet werden kann? Es ist nichts bestätigt, aber es gibt ein paar Informationen.


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Microsoft hat die Unterstützung für die neuesten CPUs unter Windows 7 im Jahr 2016 begrenzt. Deshalb funktionieren sowohl AMDs Ryzen als auch Intels Kaby Lake, Coffee Lake und einige andere Chips nicht mit diesem Betriebssystem.

Ein paar Gerüchte von Board-Herstellern

Bisher bin ich davon ausgegangen, dass sich bezüglich Windows 7 und Windows 8.1 im Hinblick auf neue Chipsätze samt Unterstützung nichts mehr tut. Microsoft will die Leute auf Windows 10 zwingen. Ich hatte zwar mal die Rückmeldung von Blog-Leser Gero H., dass er auf einer Maschine mit einer AMD Ryzen-CPU überraschend Windows 8.1 installieren konnte (siehe meine Hinweise im Blog-Beitrag Beendet Microsoft den Support für Windows 7/8.1?). Aber viel erwartete ich diesbezüglich nicht. Daher habe ich gestutzt, als ich diesen Tweet gesehen habe.

@PhantomofMobile teilt mit, dass basierend auf den letzten Hardware-Releases diverser Mainboardhersteller es den Anschein hat, dass Intel einen neuen Chipsatz und entsprechende Treiber vorbereitet, damit Coffee Lake Prozessoren mit dem neun Jahre alten Windows 7 Betriebssystem von Microsofts arbeiten können.

Mainboard
(Quelle: Pexels Fancycrave CC0 License)

Intels neue H310 Chip-Satz mit Windows 7-Support

Dann sind mir gleich zwei Artikel zu diesem Thema in den letzten Tagen unter die Augen gekommen. @PhantomofMobile hat mich per Tweet auf den ersten Artikel aufmerksam gemacht.


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Er schreibt, dass sich Intel entschieden habe, einen neuen H310 Chip-Satz mit Windows 7-Unterstützung für Coffe Lake-Prozessoren aufzulegen. Verwiesen wird auf einen Artikel bei anandtech.com, wo es sinngemäß heißt:

Windows 7  bleibt ein häufig verwendetes Betriebssystem, sowohl bei Unternehmen als auch bei Privatpersonen, die nicht zu Windows 10 wechseln können oder wollen. Um die Nachfrage dieser Anwender zu befriedigen, scheint Intel eine spezielle Version seines H310 PCH vorzubereiten, die den Betrieb seiner neuesten Coffee Lake Prozessoren unter Windows 7 ermöglicht. ASUS und GIGABYTE listen bereits entsprechende Motherboards auf ihren Webseiten auf, aber es gibt einige Haken.

Die Site anandtech.com vermutet, dass der neue Chipsatz als H310C oder H310 R2.0 bezeichnet wird und bezieht sich auf Medienberichte und Informationen von Board-Herstellern. Der Platform Controller Hub (PCH) hat zwar angeblich eine neue Geräte-ID, soll aber Pin-zu-Pin-kompatibel mit dem Original H310 sein.

Der Chipsatz wird, laut obigem Artikel, mit Windows 7 x32/x64 Treibern für die Intel Management Engine Interface, die Intel Rapid Storage Technology (SATA) und mit Intel USB 3.0 Treibern ausgeliefert. In der Zwischenzeit müssen die Mainboardhersteller ihre Produkte mit entsprechenden Windows 7-kompatiblen Treibern für die verwendeten Audio- und GbE-Chips (Realtek-Netzwerk-Chips) ausstatten.

Leider scheint Intel nicht die Veröffentlichung von Windows 7-Treibern für seine neuesten iGPUs zu planen. Entsprechende Systeme mit Intels Coffee Lake CPUs, basierend auf dem Chipsatz H310C (H310 R2.0), benötigen für Windows 7 dann eine diskrete Grafikkarte. Dadurch werden Windows 7-Systeme etwas teurer als PCs mit im Chipsatz integrierten iGPUs.

Zu Coffe Lake-Prozessoren hat heise.de z.B. im April 2018 einen Beitrag veröffentlicht. Laut anandtech.com ist Intels H310 der Einstiegs-Chipsatz des Unternehmens für Coffee Lake Prozessoren. Er unterstützt keine PCIe 3.0 Lanes, USB 3.1 Gen 2, Intel Optane Memory Caching (wird in Windows 7 ohnehin nicht unterstützt). Für Power-User ist das also nichts.

Im Artikel weist anandtech.com noch auf ein Problem hin: Microsoft blockiert in Windows Update die Bereitstellung von Updates für diese Prozessoren. Daher muss Intel sicherstellen, dass Microsoft diesbezüglich mitzieht. Von denen hat man aber noch nichts vernommen. Entweder arbeitet Intel alleine, oder es gibt einen größeren Plan des WinTel-Gespanns im Hintergrund, den noch keiner entdeckt hat.

Auch Woody Leonhard hat einen Artikel auf ComputerWorld, mit Verweisen auf den anandtech.com-Beitrag mit ähnlichen Überlegungen veröffentlicht. Wäre natürlich genial, wenn sich da noch was tut und Microsoft mit zieht. Und noch genialer wäre es, wenn auf dem neuen Chip-Set Meltdown und Spectre gefixt werden. Aber wie gesagt: Alles noch spekulativ.

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8 Kommentare zu Kommt ein neuer Intel Coffee Lake-Chipsatz für Windows 7?

  1. Hans Thölen sagt:

    Die Supportzeit für Windows 7 beträgt nur noch 17
    Monate. Es wäre nicht ganz realistisch, wenn INTEL
    jetzt noch einen neuen Chipsatz für W 7 herausbringt.

  2. Sven Fischer sagt:

    Wieso denn dann ein neuer Chipsatz? Wenn dann sowieso 2020 der Support seitens MS eingestellt wird. Dann müssten auch die Hardwarehersteller mitziehen.
    Würde es nicht genügen, die Chipsatztreiber entsprechend anzupassen?

  3. Steter Tropfen sagt:

    Wenn das jetzt noch so nebulös ist, dann wird das zum diesjährigen Weihnachtsgeschäft schon mal nichts mehr. Sobald 2019 aber der Countdown zum Win7-Supportende läuft, wird „Unterstützung für Windows 7“ kein verlockendes Verkaufsargument mehr sein.

    Anfang 2017 habe ich mir noch ein Win7-taugliches Skylake-Mainboard zugelegt, um hardwaremäßig möglichst lange ausgesorgt zu haben – v.a. mit dem Hintergedanken: Leistungsreserven für virtuellen Betrieb. Ich sähe keinen Grund, meinen Z170-Chipsatz wegen eines Win7-kompatiblen H310 zu verschrotten. Höchstens geschenkt als Austausch für die Meltdown/Spectre-verbuggte Hardware!

    Aber wer weiß: Vielleicht plant MS ja tatsächlich eine Supportverlängerung für Windows 7 „wegen der großen Beliebtheit“??? (Allerdings nur unter der Bedingung, dass alle ein Power-Telemetrie-SecretService-Pack installieren, ohne das die späteren Sicherheitsupdates nicht funktionieren…)

  4. RUTZ-AhA sagt:

    Das MS noch keine Stellungnahme abgibt will nichts heißen. Es gibt einfach noch zu viele Win7 Nutzer, und Institutionen zahlen auch dafür Lizensgebühren. Daher ist die Verlängerung vom Support schon wahrscheinlich.

    Und die Hardware Hersteller ASUS und Gigabyte entwickeln und listen passende Mainboards ja nicht auf blauen Dunst hin.

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