Windows 10: Verlängerung auf 30 Monate Support

[English]Neben dem bis Januar 2023 verlängerten (kostenpflichtigen) Support für Windows 7 (siehe Windows 7 kriegt Extended Support bis Januar 2023) hat Microsoft heute auch eine Änderung am Windows 10 Support-Modell bekannt gegeben. Es gibt ab sofort 30 Monate Support für neue Windows 10-Herbst-Builds. Für alle anderen neuen Windows 10 Builds gibt es 18 Monate Support – mit Ausnahme der alten Builds (und ein paar anderen Einschränkungen). Alles ganz einfach.


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Alt: Windows as a service mit 18 Monaten Support

Bisher war es ja so, dass Microsoft für Windows 10-Builds jeweils 18 Monate Support gewährt. Ausnahmen sind die LTSC-Varianten von Windows 10 mit 10 Jahren Support. Ausnahmen waren auch die diversen Builds von Windows 10, deren Support-Zyklus durch Microsoft verlängert werden musste. Ich erinnere hier an den Artikel Windows 10 V1607: Updates für Clover Trail-Systeme bis 2023 – und meinen Blog-Beitrag Windows 10 V1607: Updates für Clover Trail-Systeme bis 2023. Gegenüber der Theorie der 18 monatigen Unterstützung hat die Praxis uns folgendes gebracht:

  • Windows 10 Version 1507: Diese im Sommer 2015 erschienene RTM-Version von Windows 10 ist längst aus dem Support gefallen und bekommt keine Updates mehr. Ausnahme sind die Windows 10 Enterprise V1507 LTSC-Installationen die Support bis 2025 erhalten.
  • Windows 10 Version 1511: Diese im November 2015 erschienene Version von Windows 10 ist am 10. Oktober 2017 aus dem Support gefallen. Allerdings haben Enterprise und Education-Editionen für Version 1511 noch 6 Monate nach diesem Datum Sicherheitsupdates erhalten (März 2018 war Schluss).
  • Windows 10 Version 1607: Diese im Sommer 2016 erschienene Version von Windows 10 (Anniversary Update) ist am 10. April 2018 aus dem Support gefallen. Allerdings erhalten Enterprise und Education-Editionen für Version 1607 noch 6 Monate nach diesem Datum Sicherheitsupdates.Eine Besonderheit gibt es aber noch. Systeme mit Clovertrail-CPU erhalten bis 2023 Updates (siehe Windows 10 V1607: Updates für Clover Trail-Systeme bis 2023). Und LTSC-Versionen werden bis 2026 unterstützt.

Damit soll jetzt aber wirklich Schluss sein, endgültig, denn Microsoft räumt radikal auf. Bereits im Februar 2018 hatte Microsoft die Verlängerung des Support für Windows 10 verkündet. Die Windows 10-Builds sollten 24 Monate Support bekommen (siehe den Beitrag von Martin Geuß).

Neu: Windows as a service mit 30 Monaten Support

Im heute erschienenen Blog-Beitrag Helping customers shift to a modern desktop hat Microsoft sein neues Supportmodell für Windows 10 verkündet:

  • Windows 10 Enterprise und Windows 10 Education werden nun für 30 Monate mit Updates unterstützt, man legt also gegenüber dem bisherigen Modell 6 Monate drauf.
  • Das gilt aber nur für die beiden oben genannten Windows 10 SKUs, die in Unternehmen mit Volumenlizenzvertrag im Einsatz sind. Windows 10 Home und auch die Pro-Version bleiben außen vor.
  • Und das Ganze gilt erst ab der kommenden Windows 10 Version 1809, also dem Oktober 2018 Update.
  • Die 30 Monate Supportdauer gilt nur für die Herbst-Builds von Windows 10 Enterprise und Windows 10 Education.
  • Die Frühjahrs-Builds von Windows 10 Enterprise und Windows 10 Education erhalten nach wie vor nur 18 Monate Support – also 6 Monate weniger als im Februar 2018 angekündigt.

Gilt für neue Windows 10-Builds ab September 2018. Bei Microsoft liest sich das im englischsprachigen Originaltext folgendermaßen: Basierend auf dem Feedback gibt es vier Änderungen:

  • All currently supported feature updates of Windows 10 Enterprise and Education editions (versions 1607, 1703, 1709, and 1803) will be supported for 30 months from their original release date. This will give customers on those versions more time for change management as they move to a faster update cycle.
  • All future feature updates of Windows 10 Enterprise and Education editions with a targeted release month of September (starting with 1809) will be supported for 30 months from their release date. This will give customers with longer deployment cycles the time they need to plan, test, and deploy.
  • All future feature updates of Windows 10 Enterprise and Education editions with a targeted release month of March (starting with 1903) will continue to be supported for 18 months from their release date. This maintains the semi-annual update cadence as our north star and retains the option for customers that want to update twice a year.
  • All feature releases of Windows 10 Home, Windows 10 Pro, and Office 365 ProPlus will continue to be supported for 18 months (this applies to feature updates targeting both March and September).

Für die bisherigen Windows 10-Builds gibt es jetzt 30 Monate Support – und die künftigen Frühjahrs-Funktionsupdates fallen von 24 Monaten Support auf 18 Monate zurück. Das nachfolgende Bild mit der Support-Tabelle zeigt in der Übersicht, wie Microsoft sich das Ganze so vorstellt.

Windows 10 Support-Zyklen
(Quelle: Microsoft)

Martin Geuß vermutet hier, dass Microsoft im Frühjahr jeweils die neuen Features in neue Builds einbaut, während in den Herbst-Builds dann die Stabilität verbessert wird. Ergänzung: Inzwischen hat Microsoft auch das Life Cycle Fact Sheet aktualisiert.

Edition March* feature updates September * feature updates
Windows 10 Enterprise
Windows 10 Education
Serviced for 18 months from release date Serviced for 30 months from release date
Windows 10 Pro
Windows 10 Pro for Workstation
Windows 10 Home
Serviced for 18 months from release date, however based on your setting, the latest feature update may be automatically installed on your device upon availability. Serviced for 18 months from release date, however based on your setting, the latest feature update may be automatically installed on your device upon availability.

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Das neue ‘vereinfachte’ Modell stößt nicht überall auf Begeisterung.

Obiger Tweet ist ein Ausschnitt ähnlicher Äußerungen auf Twitter. Mal schauen, was Microsoft da noch zu einfällt und wie die Praxis, sprich die Kunden, Microsoft weiter treiben. Ich freue mich jedenfalls jetzt schon auf jeden Patchday, wenn zig Updates heraus kommen. Dann gibt es immer was zu bloggen ;-). 

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13 Kommentare zu Windows 10: Verlängerung auf 30 Monate Support

  1. Torsten sagt:

    mit 30 Monaten kann man so langsam ein Rollout in der Firma planen. Dann bleiben rund 2 Jahre produktiver Einsatz nach ein paar Monaten Integration und Test.

  2. der_Puritaner sagt:

    Ich stehe gerade irgendwie auf dem Schlauch.

    Wieso steht da jetzt September 2018?

    Das nächste große Update für Windows 10, welches derzeit unter dem Codenamen “Redstone 5” entwickelt wird und im Herbst veröffentlicht wird, hat nun auch einen offiziellen Namen: Es heißt “Windows 10 Oktober 2018 Update”

  3. Kurt sagt:

    Man kann auch alles schlecht reden wie der Job Cacka aus dem Twitter Beitrag.

    Fakt ist doch, dass es für jeden Enterprise Kunden nun eine Lösung gibt. 30 Monate ist nun deutlich länger als die ursprünglichen 18 Monate. 30 Monate sind deutlich praxisnäher.

    Und wenn es tatsächlich Firmen gibt, die immer das Neuste haben wollen, dann können die auch dank der 18 Monaten von den Frühlings-Updates auch weiterhin alle 6 Monate die Build Version wechseln da sich die beiden Release Zyklen überlappen.

    Also sollen bei den Enterprise Kunden damit beide Lager zufrieden gestellt sein.

    • Günter Born sagt:

      Kurt: Du scheinst im Unternehmensumfeld, aber in der kommerziellen IT zu arbeiten.

      Ich komme ursprünglich aus der Prozessdatenverarbeitung (Großchemie, Pharma, Labore etc.). Da sind die 30 Monate ein Fliegenschiss! Wenn ich jetzt gelesen hätte: Es gibt 20 Jahre Mainstream-Support und dann noch 10 Jahre extended Support, wäre ein WoW gekommen. Selbst die 10 Jahre Support bei früheren Windows-Versionen oder bei LTSC sind für solche Anwendungsszenarien zu kurz.

      Ist jetzt ein Nebenkriegsschauplatz – die ganze Smart Home-Fans werden da ebenfalls ihr Waterloo erleben, wenn die ganzen Controller nach 3-5 Jahren keine Updates mehr bekommen. Die IT-ler reiten mit ihrem Update-Wahn die technische Infrastruktur ziemlich heftig in einen Zustand, den man als technischen GAU bezeichnen kann. Ich empfehle einfach folgende Seiten/Dokumente über die Folgen zur Lektüre:

      Ist die Sicherheit der Stromversorgung wegen alter Software gefährdet?

      Was bei einem Blackout geschieht

      • Kurt sagt:

        Naja, bisschen muss man schon mit der Zeit gehen.
        Pack die LTSC Variante in ein eigenes VLAN dann kannst das von mir aus auch 20 Jahre ohne Updates betreiben. Auch bei uns gibt es noch Produktionsanlagen, die mehrere Millionen kosten. Da kannst du den XP Steuerrechner auch nicht einfach so mal austauschen.

  4. Markus K sagt:

    Frühjahr ist dann unnötig… am besten einfach streichen und endlich Features als Addon zum OS herausgeben!

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  6. Kurt sagt:

    Microsoft schreib als Veröffentlichungsdatum von der Build 1607 den April 2016 und als Supportende den April 2019.

    Das sind dann aber nicht 30 Monate sondern 32 Monate?
    Das verwirrt mich ;-)

    • Günter Born sagt:

      Du wirst noch weiteres Verwirrendes bei den Windows 10 Supportzeiten finden. Ich hatte ja einiges oben im Text aufgeführt. Es gilt bisher ‘Die Ausnahme ist die Regel’. Einfach mal abwarten, wie Microsoft da die Spur findet. So im Sinne blöder Sprüche: Aller guten Dinge sind Drei – hat Microsoft noch einen Schuss frei.

  7. Christian sagt:

    Nur eine weiterer Versuch die Leute in die teureren Enterprise Ecke zu drängen.
    Pro wird immer mehr zu nur einer besseren Home Variante degradiert.

    • Features werden nachträglich entfernt (ReFS Format zugunsten der “Workstation” Variante)
    • GPOs können nicht mehr komplett genutzt werden weil sie exklusiv für Education und Enterprise reserviert sind
    • Telemetrie im System nicht direkt abschaltbar
    • Nun Ausgrenzung bei der Erweiterung des Supportzeitraum obwohl es technisch keinen Sinn macht, ein Win 10 Pro besitzt keine Features die in Education und Enterprise nicht auch vorhanden sind. Es ist also mit keinen Mehraufwand für eine Anpassung an Pro zu sehen.

    Es ist nur ein weiteres Puzzelteil mit dem MS die Pro Version aus dem Firmenumfeld verdrängen will um mit Enterprise mehr Geld einzunehmen.

  8. Bop sagt:

    Das sind doch mal erfreuliche News. MS könnte ja jetzt auch die Frühjahrs Upgrades ganz einstampfen und nur noch im Fastring verteilen, für die ganz Ungeduldigen.

    Zu der Sicherheit der Stromversorgung: Ich weiss von einem grossen Schweizer Stromversorger, die gar nicht planen mit ihren Controller Maschinen auf Windows 10 zu gehen, da die PCs eh in einem abgeschotteten Netz laufen.

    Versionsnamen/nummern kann MS meinetwegen vergeben wie sie wollen, um so länger es dauert bis es erscheint, um so besser :-) Freuen wir uns noch alle auf ein paar Schüsse in den Ofen.

    • Kurt sagt:

      Naja, eventuell gibt es auch mutige IT’ler, die Wert darauf legen alle 6 Monate die Windows Version zu aktualisieren. Das ist mit den zwei überlappenden Release Zyklen durchaus möglich.

      Kann es mir zwar nicht vorstellen, aber wer weiß das schon.

  9. Micha sagt:

    Da die Updates sowieso bereitgestellt werden sollten sie auch für alle Versionen bereitgestellt werden.

    Weshalb zwingt sich Microsoft selbst alle 6 Monate neue Funktionen für Windows bereitzustellen die keiner wirklich braucht?

    Alternativ könnte Microsoft auch zusätzlichen Support im ABO Modell für Endanwender bereitstellen. Die so erworbene Supportverlängerung sollte für alle noch unterstützten Windowsversionen gelten. Ähnlich wie bei AV Software.

    Wer nicht Zahlen möchte könnte als alternative auch regelmäßig Upgraden und den Beta Tester spielen.

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