Windows 10: ‘Zuverlässigkeitsupdate’ KB4023057 (6.9.2018)

[English]Microsoft hat zum Wochenende wohl erneut das Update KB4023057 für (fast) alle Windows 10-Builds freigegeben, um das Upgrade auf die kommende Windows 10 V1809 vorzubereiten.


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Ich habe es bei askwoody.com gelesen, wo das Update für Windows 10 Version 1703 (also eine ältere Windows 10-Build) angeboten wurde. Es handelt sich um ein Update, welches Microsoft periodisch freigibt (siehe Linkliste am Artikelende). Die letzte Version wurde außer der Reihe am 9. August 2018 auf die Windows 10-Maschinen gedrückt.

Update KB4023057 vom 6. September 2018 trägt den Titel ‘Update to Windows 10, versions 1507, 1511, 1607, 1703, and 1709 for update reliability’. Dieses Update steht von der RTM-Version von Windows 10 Version 1507 bis zur Version 1709 (nicht aber für die aktuelle Version 1803) zur Verfügung. Microsoft schreibt im KB-Artikel zum Update, dass dieses Verbesserungen in Bezug auf die Zuverlässigkeit des Windows Update-Diensts bringt:

This update includes reliability improvements to Windows update service components in Windows 10, versions 1507, 1511, 1607, 1703, and 1709. It may also take steps to free up disk space on your device if you do not have enough disk space to install Windows updates.

This update includes files and resources that address issues that affect the update processes in Windows 10 that may prevent important Windows updates from being installed. These improvements help make sure that updates are installed seamlessly on your device, and they help improve the reliability and security of devices that are running Windows 10.

Das ist übrigens der identische Text, den Microsoft bereits für August 2018 veröffentlicht hat. Und auch die nachfolgende Latte an Nebenwirkungen, für die kein Arzt und Apotheker zuständig ist, galt schon für die August-Variante.

  • Dieses Update kann dazu führen, dass Ihr Gerät länger arbeiten muss (und nicht in den Energiesparmodus gehen kann), um die Installation von Updates zu ermöglichen.Immerhin behauptet Microsoft, dass die Installation alle benutzerdefinierten Energiesparkonfigurationen und auch die festgelegten “aktiven Stunden” zur Update-Installation berücksichtigt.
  • Dieses Update versucht möglicherweise, die Netzwerkeinstellungen zurückzusetzen, wenn Probleme erkannt werden, und bereinigt Registrierungsschlüssel, die eine erfolgreiche Installation von Updates verhindern.
  • Dieses Update kann deaktivierte oder beschädigte Windows-Betriebssystemkomponenten reparieren, die die Anwendbarkeit von Updates auf Ihre Version von Windows 10 bestimmen.
  • Dieses Update kann Dateien in Ihrem Benutzerprofilverzeichnis komprimieren, um genügend Speicherplatz für die Installation wichtiger Updates freizugeben.
  • Dieses Update kann die Windows Update-Datenbank zurücksetzen, um die Probleme zu beheben, die eine erfolgreiche Installation von Updates verhindern könnten. Daher sehen Sie möglicherweise, dass Ihr Windows Update-Verlauf gelöscht wurde.

Im August schrieb ich: Es scheinen also gravierendere Probleme im Windows Update-Prozess gefunden worden zu sein, die die Installation wichtiger Updates verhindert haben. Wer die Update-Komponenten geblockt hat, sollten sich darauf einstellen, dass diese Blockaden ‘repariert’ werden.

Was ebenfalls interessant ist: Die zwangsweise Komprimierung der Dateien im Benutzerprofilverzeichnis durch das Update, sofern der Speicherplatz knapp wird. Das ist ein sehr gravierender Eingriff in das System und scheint der Tribut zu sein, den Benutzer für den großen Fußabdruck von Windows 10 auf Micker-Maschinen mit 64 GByte eMMC-Speicher zahlen müssen. Diese Eingriffe sind auch die Erklärung, warum die Update-Installation außergewöhnlich lange dauern kann. Werden Dateien komprimiert, sieht das in der Ordneranzeige des Explorers wie hier gezeigt aus:

Windows 10: Anzeige komprimierter Ordner/Dateien
(Quelle: Microsoft)

Das Update wird ausschließlich über Windows Update auf Maschinen angeboten, die es benötigten. Zudem wird es auf Maschinen angewendet, die nicht die letzten Updates installiert haben. Ersetzt werden die Dateien:

  • Luadgmgt.dll: Meines Wissen Teil einer Windows Compatibility DLL – das ‘Lua’ dürfte für Lumia “least-privileged user account” stehen (siehe auch und den Kommentar von Stefan Kanthak, der Link hier hat mich auf eine falsche Fährte geführt). Was die DLL genau macht, ist mir nicht bekannt.
  • Sedlauncher.exe: Steckt im Ordner C:\Program Files\rempl\sedlauncher.exe und gehört zur REMSH (siehe Was ist die REMSH.exe?). Die Datei ersetzt die Rempl.exe (siehe) und ist für die Verbesserung der ‘Update-Zuverlässigkeit (‘Windows Remedation) zuständig.
  • Sedplugins.dll: Wohl eine Plugins-DLL, die den Sedlauncher mit verschiedenen Modulen unterstützen soll.
  • Sedsvc.exe: Steht für ‘Windows Remedation Service’ (siehe folgende Bild), ein Dienst zur ‘Sanierung’ von Update-Problemen (siehe auch meinen Blog-Beitrag Windows 10: Was ist die REMSH.exe? samt den zum Beitrag eingegangenen Kommentare und diese reddit-Diskussion).

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Sedsvc.exe
(Quelle)

Die ersetzten Dateien sind dafür zuständig, dass ein vom Benutzer geblocktes Funktionsupdate auf die nächste Windows 10-Build (wäre aktuell die V1809) trotzdem durchgeführt wird. Weitere Informationen sind dem KB-Artikel zu entnehmen.

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10 Kommentare zu Windows 10: ‘Zuverlässigkeitsupdate’ KB4023057 (6.9.2018)

  1. … das ‘Lua’ dürfte für Lumia stehen …

    AUTSCH!
    LUA ist bei Microsoft seit ca. 15 Jahren die Abk. für “least-privileged user account”

  2. nail sagt:

    und der neue dazu gehörende Dienst Windows Remediation Service (sedsvc) auf auto, manuell oder deaktivieren?!

    • Günter Born sagt:

      Du kannst ja mal probieren, ob er sich dauerhaft deaktivieren lässt. Das Zuverlässigkeitsupdate hat ja imho die Aufgabe, Mechanismen in Windows 10 zu aktivieren, die genau so ein Deaktivieren unterbinden und die Nutzeränderungen durch irgend eine Hintertür wieder rückgängig machen.

      Schau mal, ob Du noch mit dem WUMT Wrapper Script 2.5.2 und dem WUMT weiter kommst. Ich habe den Überblick verloren, was da in welcher Windows 10-Version mit welchem Update-Stand noch funktioniert.

      • wufuc_MaD sagt:

        das wumt script ist aktuell und funzt tadellos. es gibt aber noch andere gute A-MS scripte, execti ist eins meiner neuen favouriten da ich damit rempl, waasmedic, absolut alles kontrollieren kann.
        ganz nach dem motto: zerstört was euch zerstört – und das ist rempl, sediment.. das können die nennen wie sie es wollen.

        2 geräte hatte ich heute mit 1803.228 und rempl vom (juli – gelogen) , und vermute (leider werd ich wohl wieder recht behalten!!) sehr bald ist dieses ding auf alles und jeder windows 10 version.

        von der 1803.254 hab ich 2 versionen, 1. vom 31.08 und eine vom 09.09. – 3MB kleiner, laut microsoft ein und die selben dateien, CU und servicing stack, gleiche größe gleiches datum – sind aber nicht gleich. microsoft lügt! schweinebande!
        ich zeitstempelrempl auch gern mal zurück, einfach weil ich weiß, dass es registriert wird, in welcher form auch immer!

        die betroffenen win10 maschinen hier / heute mit akt. wT und ssd werden derart langsam, lass “ich” mir nicht bieten, im interesse des kunden!

        sich das ding einfangen ist schlimmer als AIDS, man kann es mit wumt zwar unter kontrolle behalten. aber ich würde neu installieren, mit alten (1607 von 2017 z.b) images oder als trusted installer wirklich jede spur davon ausradieren und dann wumt scrip installieren ! solange ms das nicht ändert werde ich auch nichts mehr an meiner 1607.2156 maschine ändern. die ist nach weiterer investierter zeit und “arbeit” nun wieder die schnellste maschine die ich kenne :-) kein anderes windows startet schneller, mit meinem werkzeug würde ich das wahrscheinlich nur win7 oder 8 toppen. nur ein windows bei dem (fast) alles funktioniert und das richtig crisp schnell und reaktionsfreudig ist, ist ein gutes windows.

      • nail sagt:

        KB4023057 kam/kommt erneut. Am patschtach Oktober 2018.
        Und ja, ein deaktivieren des Dienstes “Remediation Service (sedsvc)” bleibt auf deaktiv. Wahrscheinlich, weil nach installation des KB sofort eine “Prüfung” erfolgt, danach wohl nicht mehr notwendig(?!).
        Auf jeden Fall erfolgte jetzt, ob durch Deaktivierung des Dienstes mitverursacht oder nicht, zum gefühlt 483. Mal eine erneute Installation von KB4023057.
        Die 4 Dateien Luadgmgt.dll/sedlauncher.exe/sedplugins.dll/sedsvc.exe wurden getauscht gegen Exemplare vom 27.09.2018, Dienst wieder auf auto (verzögert).

        • nail sagt:

          nach patschtach November 2018 sind jetzt alle Dateien im Verzeichnis \rempl\ neu bzw. erneuert.
          4x mit Datum 18.10., 5x 8.11.
          w10-1709, FktsUpdate zurückgestellt.

  3. oli sagt:

    Fake-WSUS und gut, ich hab jedenfalls KB4023057 nicht installiert und alles Betreffende mit diesem Update entfernt (Remsh.exe/rempl.exe, sedlauncher, Dienst und Scheduled Tasks).

    https://www.winprivacy.de/deutsch-start/anleitung
    Abschnitt “Windows Updates über W10Privacy”.

    Da ich sowieso WSUS-Server betreuen darf und Günther (und die Kommentatoren) immer so fleißig bloggen, ist das für mich auch nicht weiter wild. Funktionsupdates mach ich lieber per “mediacreation-tool” o. Inplace-Upgrade von nem Installationsstick wenn ich dazu bereit bin und Zeit habe (anstatt automatisiert irgendwann damit behelligt zu werden) – und auch nur nach vorherigem Image-Backup. Fahre damit seit v1511 wunderbar und habe bisher v1703 und v1803 übersprungen (bin also z.Z. auf ner absolut stabilen v1709).

    Ist natürlich nix für den Otto-Normalo da draußen, aber ich denke hier sind ja doch eher die etwas technik-affineren User unterwegs.

    • wufuc_MaD sagt:

      stimm ich vollkommen zu!

      welche build ist die deines “vertrauens”? soviel hab ich hier auch preisgegeben, das is echt mit eintscheidend damit die maschine lange und tadellos arbeitet.

      will man neu installieren dann muss man alte images nehmen + alte updates, mal eben eine 1607 runterladen und auf 2156 aktualisieren wird wahrscheinlich außer schrott nichts bringen, aber ich habe noch ein paar alte 1703 und 1709 pakete rumliegen.

      ich tippe mal irgendwas vom september 2017 etwa oder um februar 2018.

  4. Stefan BigBornFan sagt:

    LÄSST SICH ENTFERNEN !
    Win 10 oder andere LIVE CD starten.
    Dann auf dem Laufwerk mit Windows 10 folgende Dateien suchen:

    Rempl -ist ein Ordner unter Programme-Aktion : Löschen.
    Sedsvc.exe – Suchen und löschen .
    Luadgmgt.dll – Suchen und löschen. Nicht bei jedem vorhanden.
    Danach Neustart – dann nach -Verwaltung-Aufgabenplanung gehen.
    Wenn noch vorhanden -den Ordner -Rempl- löschen.
    Habe das so schon 2 Mal gemacht-keinerlei Probleme .
    Wemn man danach auf Updatesuche geht ,wird es auch nicht mehr angeboten.

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