Social Scoring in China

Kleiner Blick auf das in China gerade eingeführte Social Scoring in Form des Sozial-Kredit-System für seine Bürger. Big Brother und ein perfektes Dressursystem in einem – und das in einem Land, wo ein Großteil der Elektronik für den Rest der Welt gefertigt wird.


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Die kommunistische Partei Chinas ist gerade dabei ein Sozial-Kredit-System (shehui xinyong tixi) für seine Bevölkerung einzuführen. Es handelt sich um ein Beurteilungssystem, welches seit 2014 in der Testphase betrieben wird. Ab 2020 wird dieses verpflichtend für alle Bürger Chinas und soll die ‘Ehrlichkeit und Kreditwürdigkeit’ der Personen in einem Scoring-System erfassen. Die Teilnehmer bekommen Punkte für bestimmte Aktionen oder Tätigkeiten gut geschrieben. Der Social Score kann aber bei ‘Vergehen’ (z.B. bei Rot über die Ampel gehen) auch reduziert werden. Mit sehr niedrigem Social Score kann die Benutzung von Autobahnen oder Hochgeschwindigkeitszügen gesperrt werden. Das Ganze wächst sich zum Big Brother mit totaler Überwachung und Kontrolle aus. Folgender Tweet enthält Links zu drei lesenswerten Beiträgen rund um dieses Thema.

Eine freie Meinungsäußerung oder Privatsphäre sind dann nicht mehr möglich. Und nun sollte sich jeder selbst die Frage stellen, ob in diesem Umfeld gefertigte Hard- und Software auf die Werteprinzipien, die (vermeintlich) in den westlichen Ländern noch gelten, abstellt und z.B. Datenschutz und Privatsphäre hoch hält. Ein englischsprachiger Beitrag zum Thema ist übrigens hier abrufbar.


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8 Kommentare zu Social Scoring in China

  1. Rolling Stone sagt:

    Netzwerkdurchsetzungsgesetz, Journalisten, die zu 80 Prozent rot, dunkelrot oder grün wählen, Schulterschluss und wechselseitige Unterstützung von Medien und linksdrehenden Parteien einschließlich CDU, Finanzierung von Antifa-Schlägertrupps aus Steuergeldern, NGOs welche den öffentlichen Diskurs prägen und Politik vor sich hertreiben, Gefälligkeits-“Studien”, Duldung und Förderung der Anti-Abschiebungs-Branche und anderer Teile der migrationsgewinnlerischen Willkommensindustrie, Deplatforming nicht nur aus sozialen Medien sondern gelegentlich bis hin zur persönlichen Existenzvernichtung, strafrechtliche Verfolgung missliebiger Meinungsäußerungen und Statuierung von Exempeln an “Nobodies” … dies alles und mehr ergibt in der Summe noch nicht ein chinesisches Ausmaß an Unterdrückung und Gängelei. Noch nicht.

    • anthropos sagt:

      Ja, solche bösen Buben sind das alles, dass sie solchen einseitigen Unfug frei sagen dürfen und sogar einen Hut dabei tragen.

      Und auch wenn ständig gesagt wird, Meinungen würden unterdrückt zugunsten von Fremden, so ist doch unterhaltsam, diese Meinung immer mal wieder zu hören, um sicherzugehen, dass wir in dieser Fantasiewelt noch nicht leben.

      Und ich rate davon ab, die Kommentarspalte hier für solche Diskussionen zu missbrauchen, da für solche Zwecke eigentlich mal Foren gedacht waren; was natürlich auch nicht hilft, wenn nur Echos der eigenen Meinung gewollt oder erwünscht sind.

  2. Martin Feuerstein sagt:

    Ein Ansatz für ein solches System sind wohl auch Computerspiele, bei denen bestimmtes Verhalten zu höheren Punktzahlen bzw. besserer Ausstattung/Charakterwerten führt. Quasi World of Warcraft oder Grand Theft Auto im echten Leben.

    Danke, aber nein Danke. Lassen wir die Spiele mal lieber im Computer.

    • anthropos sagt:

      Jo, denn genau in solchen Spielen und durch sie lernt man auch die Grenzen eines solchen Systems kennen.

      Es ist der traurige Versuch, das zu tun, was in Science-Fiction oder Fantasy so genannte Psyoniker können: in die Köpfe der Leute sehen.

      Und das Gefährliche daran ist eben, was schon die Römer ausdrückten mit dem Spruch “Und wer bewacht die Bewacher?” Dass wir alle Menschen sind und sehr lange noch bleiben werden und wir solche Verantwortung schlecht tragen können.

      Aber das wird sich wohl erst beweisen müssen in diesem groß angelegten Menschenversuch.

  3. Roland Moser sagt:

    Da freuen sich unsere Sozis aber! In China wirds getestet und danach auch bei uns eingeführt.
    Ausser wir räumen auf.

    • anthropos sagt:

      Wie Sie sprechen, scheinen Sie nicht viel mit “Sozis” zu tun zu haben und ihre eigenen Fantasien auf sie zu projizieren. Davon abgesehen, rundet das Ihr “Aufräumen” die Kakofonie vollends ab.
      Ein eindimensionales Feindbild tat noch nie gut und hat noch nie geholfen und ist genauso verstümmelt wie dieses Wertungssystem in China.

  4. anthropos sagt:

    Ich halte nicht viel von solchen Versuchen, weil der Einzelne wieder nur unterdrückt wird, und kaum etwas Neues zustande kommt. Der vorhandene Zustand wird verzweifelt konserviert, aber er entwickelt sich nicht mehr und neue Impulse kommen auch nur schlecht noch an.

    Wo wären wir, wenn wir versucht hätten, die Leute so gleichzuschalten?

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  6. Denis Eckler sagt:

    Ich finde, passend zu dem Thema sollte jeder einmal Quality Land von Marc-Uwe Kling gelesen – oder noch besser als Hörbuch gehört haben.

    Jedem der dort Science Fiction vermutet wird schnell auffallen, das dies leider nur auf einen sehr geringen Prozentsatz der dortigen Welt zutrifft….

    Einen Link zum großen A habe ich mir mal verkniffen – evtl. kann Günther den ja als Affiliate Link ergänzen ….

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