Microsoft Office 2019 freigegeben

Auf der Ignite-Konferenz hat Microsoft heute die Verfügbarkeit von Microsoft Office 2019 bekannt gegeben. Das ist die Verkaufsversion, die für Business-Kunden, die keine Cloud-Variante in Form von Office 365 bzw. Office 365 ProPlus möchten, sowie Konsumenten, erwerben können. Ergänzung: Termine nachgetragen.


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Ein Office für Windows 10 und macOS

Es handelt sich bei Office 2019 um eine (On-Premise-)Version, die mit einem Click-2-Run-Installer (C2R) auf einer Maschine installiert werden muss. C2R wird bereits alternativ zur .MSI-Installation seit Office 2013 angeboten. Die bei früheren Office-Versionen verwendeten .msi-Dateien gibt es dagegen nicht mehr. Microsoft begründet diesen Schritt mit Kostenreduzierung und verbesserter Sicherheit.

  • Zu den Vorteilen von C2R, die Microsoft aufführt, gehören vorhersehbare monatliche Sicherheitsupdates, aktuelle Apps bei der Installation, reduzierter Netzwerkbedarf durch die Optimierungstechnologie für Downloads unter Windows 10 und ein einfacher Upgrade-Pfad zu Office 365 ProPlus.
  • C2R bietet die gleichen unternehmensorientierten Managementfunktionen wie Microsoft Installer (MSI)-basierte Produkte und unterstützt auch ein In-Place-Upgrade, wenn Sie von älteren MSI-basierten Produkten zu Office 2019 wechseln.

Microsoft hat dazu die Office 2019 Click-to-Run FAQ veröffentlicht. Office 2019 ist auch die Office-Version, die nur noch unter Windows 10 (und unter macOS) läuft. Sie besteht aus Word, Excel, PowerPoint, Outlook, Publisher, Access, Project und Viso. Project 2019, Visio 2019, Access 2019 und Publisher 2019 sind aber nur für Windows 10 verfügbar (nicht für macOS).

OneNote ist herausgefallen, da es dafür unter Windows 10 eine (funktional eingeschränkte) OneNote-App gibt. Allerdings soll man als Office 2019-Nutzer noch OneNote 2016 für den Desktop verwenden können. Microsoft hat die Frequently asked questions about OneNote in Office 2019 dazu veröffentlicht.

Ergänzungen: Auf der Ignite hat Microsoft wohl auch angekündigt, dass Office 2019 nun standardmäßig für Neuinstallationen als 64-Bit-Version angeboten wird (siehe). Hier sollte man prüfen, ob man die 32- oder die 64-Bit-Version installiert. Wer auf 64-Bit-Office geht, kann (wenn ich mich nicht irre) kein altes 32-Bit-OneNote 2016 installieren. Man kann die OneNote-App verwenden oder schauen, ob die 64-Bit-Free-Version von OneNote ausreicht. Der Beitrag hier umreißt, was in einer Office 2019/Office 365-Lizenz beinhaltet ist. Da hat Microsoft auf der Ignite wohl auch etwas dazu gesagt.

Office 365 ProPlus versus Office 2019

Microsoft forciert Office 365 ProPlus, die Cloud-basierte Version von Office. Laut Werbesprech bietet diese Version  ‘die produktivste und sicherste Office-Erfahrung – bei gleichzeitig niedrigsten Gesamtbetriebskosten für Bereitstellung und Verwaltung’. Da aber nicht alle Kunden diese Cloud-Version wollen, bietet Microsoft für Kunden, die noch nicht bereit für die Cloud sind, Office 2019 an.

Office 2019 bietet neue Funktionen und Updates für die lokalen Anwendungen, sowohl für Benutzer als auch für IT-Experten, an. Ähnliche wie Windows Long Term Servicing Channel (LTSC) Versionen bietet Office 2019 für Kunden, die nicht über eine Cloud verbunden sein oder regelmäßige Updates erhalten können, eine Reihe wertvoller Verbesserungen. Wenn ich diesen Werbesprech lese, dürfte Office 2019 die einzige Office-Variante sein, die man halbwegs getrost in Firmen einsetzen kann.

Welche Funktionen sind neu?

In Office 2019 wurde eine Teilmenge von Funktionen aufgenommen, die in den letzten drei Jahren zu Office 365 ProPlus hinzugefügt wurden. Office 2019 wird zukünftig keine Feature-Updates erhalten. Monatlich Feature-Updates sind nur Bestandteil von Office 365 ProPlus (der Cloud-Variante).

An image shows a device using PowerPoint in Office 2019.
(Quelle: Microsoft)


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Eine Liste der neuen Features, die in Office 2019 integriert wurden, lässt sich über diese FAQs einsehen. Bei MS Power User gibt dieser Beitrag einen schnellen Überblick über neue Features.

Stufenweise Verfügbarkeit

Bezüglich der Verfügbarkeit schlägt Microsoft wieder einen besonderen Weg ein. Office 2019 steht ab sofort im Volume Licence-Center für Firmenkunden zur Verfügung.

Endbenutzer und Firmenkunden ohne Volumenlizenzvertrag sollen Office 2019 in den kommenden Wochen bekommen. Zudem werden die neuen Module in den kommenden Wochen über Office 365 ausgerollt.

Ergänzung: Martin Geuß schreibt auf Dr. Windows, dass verschiedene Anbieter Vorbestellungen für Office 2019 Home and Student sowie für Office 2019 Home and Business annehmen und diese zum 2. Oktober 2018 ausliefern wollen.

Mit Office 2019 gibt es auch Updates für die betreffenden Server. Microsoft will in den kommenden Wochen Exchange Server 2019, Skype für Business Server 2019, SharePoint Server 2019 und Project Server 2019 veröffentlichen.

Microsoft hat die Details in diesem Blog-Beitrag veröffentlicht – und eine FAQ hier publiziert. Dort erfährt man, dass kein Internetzugriff (Cloud-Zwang) für Office 2019 erforderlich ist. Zudem soll es wohl auch nach Office 2019 Versionen ohne Cloud-Zwang für den Einsatz auf lokalen Systemen (On-Premise) geben. Martin Geuß hat hier einige Informationen in deutscher Sprache zusammen getragen. Auch Mary Foley hat hier einen Artikel zu Office 2019 publiziert.

Klassisch Microsoft, klassischer Fail?

An dieser Stelle kann ich mir nicht verkneifen, festzustellen: Es ist mal wieder ein klassischer Office-Fail von Microsoft. Man hat zwar im Mai 2018 eine Beta für bestimmte Firmen mit Volumenlizenzen aufgelegt. Aber vom, für Sommer 2019 angekündigten, öffentlichen Beta-Programm hat man nichts mehr gehört. Stattdessen hat man also Microsoft Office 2019 jetzt allgemein freigegeben. Irgend jemandem klar, was nun Office 2019 an wirklich neuen Funktionen beinhaltet und wie man diese nutzt?

Erinnert mich alles an eine Online-Veranstaltung für Microsoft Community-Office-Moderatoren vor vielen Jahren, ich meine zu Office 2013, die eine Woche nach dem Produktlaunch erfolgte. Vorher hatte kaum jemand etwas über das damals neue Office gehört – und die Fragen diverser MVPs in der Online-Veranstaltung bestätigte mir, dass nicht nur ich ein Informationsdefizit hatte. Dass da eventuell Leute mal Zeit haben und geschult werden müssen, um all die neuen Super-Duper-Funktionen zu verstehen, scheint Microsoft nicht zu interessieren. Das es keine Begleit-Literatur zu dem Zeugs gibt, ist daher auch eine Randnotiz (eigentlich wollte ich einen Office 2016-Titel entsprechend aktualisieren). Microsoft halt eben – oder ist das alles nicht mehr erforderlich? Wie sehen das Admins im Firmenumfeld?


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2 Kommentare zu Microsoft Office 2019 freigegeben

  1. Martin Feuerstein sagt:

    Wie siehts bei C2R eigentlich mit der Bereitstellung auf Terminalservern aus? Updates nur per Online-Update (aka Dual-Scan) oder auch per WSUS?

  2. wufuc_MaD sagt:

    und eine linie fahrend werden in einer neuen welle alte office installationen zerstört, das fördert nicht nur den umsatz sondern vor allem die bereitschaft – sich z.b. von 2007 zu verabschieden..
    wiederum wurden kilobyteupdates (als irgendwas mit security.. bla) mehrfach, dutzendfach nach fehlschlägen dann.. auch mehrfach installiert (erinnert mich nur an kb2952664..)

    ..rempl ist..

    nein, reicht!

    aber ein letzter hint noch: das wort “security” / sicherheit, ist aus dem windows update changelog entfernt worden, ich fürchte wir werden es dort nicht wieder finden. ab jetzt gibt es nur noch Zerfall (resolution), Hemmschuhe (mitigations), Totalüberwachung (token binding, siehe google chrome ende der abmeldung..) im zunehmend schwieriger abzulehnenden Angebotsformat mit WaaS effect

    .. microsoft wird das alles selbst erledigen (probleme lösen), remote services direkt von ms, mich wundert lediglich dass man sich dabei solang zeit lässt. “wir” benötigen dann auch keine support artikel oder ähnliches.

    schönen abend, warme kleidung nicht vergessen!

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