Windows 10 V1809: App-Fehler ‘The configuration registry database is corrupt’-Fehler erklärt

Benutzer von Windows 10 Oktober 2018 Update (Version 1809) werden bei der Verwendung von Apps möglicherweise häufiger den Fehlercode 0x800703f1, ‘The configuration registry database is corrupt’ (Deutsch: Die Datenbank der Konfigurationsregistrierung ist beschädig) zu sehen bekommen. Inzwischen hat Microsoft die Fehlerursache für Windows 10 V 1809 erklärt.


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Den Fehler gab es früher, was ist neu?

Geht man nach dem Fehlertext auf die Suche, gibt es eine ganze Reihe Treffer, die bereits unter Windows 8 bei der Verwendung von Apps (siehe hier) oder bei Office (siehe hier) auftraten. Auch in früheren Windows 10-Versionen gibt es Fundstellen im Web. Dann lässt sich die App nicht mehr starten oder die Operation bricht ab. Aber auch mit anderen Komponenten wie .NET Framework (hier) und bei der Update-Installation kann der Fehler auftreten (siehe Linkliste am Artikelende).

Der gemeldete Fehlercode 0x800703f1 steht für ERROR_BADDB, das heißt, Windows hat eine Inkonsistenz in der Datenbank, in der die Konfiguration für die Apps gespeichert wird, festgestellt. Die üblichen Reparaturansätze wie sfc und dism (siehe Windows 8: Komponentenstore reparieren) führen in diesem Fall nicht weiter (siehe z.B. hier).

Unter Windows 10 V1809 scheint es aber jetzt so zu sein, dass per Desktop-Bridge konvertierte Win32-Apps aus dem Store grundsätzlich mit diesem Fehler abstürzen und faktisch nicht mehr benutzbar sind. Und das, obwohl die Datenbank unbeschädigt ist.

Microsoft erklärt das Problem für Windows 10 V1809

Ich bin heute gleich an zwei Stellen hier und hier auf einen Blog-Beitrag mit dem Titel The Configuration registry database is corrupt von Microsoft gestoßen, wo das Problem mit dem Fehler für Windows 10 V1809 (Build 17763.55 und höher) erklärt wird. Der Beitrag adressiert dabei aber nur ein isoliertes Problem, nämlich das Szenario, dass der Fehler bei Store-Apps auftritt.

Es handelt sich dann um Win32-Anwendungen, die mittels einer Desktop Bridge-Anwendung in eine App konvertiert und dann im Microsoft Store als Apps veröffentlicht wurden. Der Microsoft-Mitarbeiter, der den Blog-Beitrag verfasst hat, schreibt, dass der Fehler mit der Meldung ‘Die Registrierungsdatenbank der Konfiguration ist beschädigt.’ auf Maschinen mit dem Windows 10 Build höher als 17763.55 auftritt. Und der Mitarbeiter konnte das Problem auf einer Maschine mit der Version 1809 reproduzieren. Der Grund für den Fehler ist, dass das App-Paket eine Datei namens user.dat im Stammverzeichnis des Pakets speichert, die dann den Fehler verursacht.

Shit happens – zwei gleiche Dateinamen

Hier hat Mc Murphy zugeschlagen. Im konkreten Fall ist dann folgendes mit den Apps passiert:

  • Die per Desktop Bridge-Anwendung erstellten Apps legen eine Datei user.dat im App-Ordner ab. Diese user.dat ist eine Binärdatei,  – ich postuliere mal, um Nutzereinstellungen zu speichern.
  • Aber die Microsoft-Applikationsplattform sucht im Stammverzeichnis aller App-Pakete auch nach einer user.dat. Diese ist aber eine andere (Registrierungs-)datei, die Registrierungsschlüssel enthält.

Beim App-Start versucht die Microsoft-Applikationsplattform die user.dat mit den Registrierungseinstellungen zu laden. Offenbar wird kein voll-qualifizierter Pfad zum Zugriff auf diese Datei verwendet. Daher benutzt Windows zur Suche nach der user.dat Standardvorgaben und liefert das Exemplar aus dem App-Ordner zurück. Diese Datei enthält aber nicht die geforderten Registrierungseinstellungen (da es eine gänzlich andere Datei ist), wodurch der Fehler mit der beschädigten Registrierungsdatenbank gemeldet wird.

Ursache ist eine Änderung in Windows 10 V1809


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Microsoft schreibt noch, dass in Windows 10 V1803 nicht nach der user.dat gesucht wurde. Das wurde erst in Windows 10 V1809 neu eingeführt. Daher trat der spezielle Fehler in früheren Versionen von Windows 10 nicht bei Win32-Apps auf. Ich gehe mal davon aus, dass man diesen ‘Bug’ vor dem Re-release der Windows 10 V1809 ausbügeln wird.

Grundsätzliches Problem?

Da sind wir wieder beim Thema Windows 10 ‘as a service’: Kaputt by design?. Klar, ein Fehler kann immer mal passieren. Aber hier wird wieder sichtbar, was passiert, wenn die linke Hand nicht weiß, was der rechte Fuß tut und nichts mehr dokumentiert wird. Der Entwickler der Desktop-Bridge hat bestimmte Annahmen getroffen, die dann potentiell im Konflikt mit anderen Design-Entscheidungen standen. Dann braucht es nur noch eine Änderung im Code einer anderen Funktion, und eine Implementierung zum Dateizugriff ohne absolute Pfadangaben, und das Ganze geht schief.

Das ist leider kein Einzelfall (ich bin da bei Diskussionen mit Entwicklern auf weitere Baustellen gestoßen) – und da versuchen mir Leute immer noch ‘alles nicht so schlimm’ zu verkaufen. Ich weiß ja nicht, wie es euch so geht. Aber ich steige nicht auf eine hohe Leiter, um die Decke zu streichen, wenn diese nicht fest auf ebener Erde steht. Bei MS gewinne ich den Eindruck, dass da immer an den untersten Sprossen und Beinen der Leiter im Betrieb rumgeschraubt wird – ein Absturz ist da vorprogrammiert.

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