Windows 10: App-History auch ohne Microsoft-Konto?

Microsoft ist wohl in der Lage, den App-Verlauf, also was man im Store als App geladen/gekauft hat, auch ohne Microsoft-Konto zu verfolgen und in der Store-Historie anzuzeigen.


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Windows 10 Pro: Zugriff auf den Store ohne MS-Konto

Dass Windows 10 den Zugriff auf den Microsoft-Store, zumindest in der Pro-Version auch ohne Microsoft-Konto unterstützt, ist seit längerem bekannt. Erste Hinweise habe ich in diesem Beitrag (und hier in Deutsch) aus 2015 gefunden, weitere gibt es aus dem Jahr 2016. Im November 2016 hat heise.de das Thema aufgegriffen und beschrieben, dass man im Store mit lokalen Konten trotzdem kostenlose Apps (sofern diese jugendfrei sind), auswählen und herunterladen kann. Der Artikel thematisiert aber auch einige Probleme.

Einfach mal nachgeschaut

Ich habe auf meiner Windows 10 Pro-Testmaschine gerade zur Sicherheit nachgeschaut und mit an meinem lokalen Administratorkonto angemeldet. Gehe ich auf die Store-App, kann ich mir den App-Verlauf (auch ohne MS-Konto) unter Alle in meinem Besitz anzeigen lassen (siehe nachfolgender Screenshot).

App-History im Microsoft Store

Das fehlende Microsoft-Konto ist an dem Symbol in der rechten oberen Ecke des Store zu erkennen. Im Screenhot lässt sich erkennen, welche Apps sich in ‘meinem’ Besitz befinden und wann diese gekauft bzw. geändert wurden. So wurden offenbar einige Apps auf der Maschine in den letzten Monaten aktualisiert.

Was mich aber an der Stelle überrascht hat, ist die Anzeige in den letzten beiden Zeilen. Offenbar habe ich die betreffende Testmaschine am 16.07.2015 mit Windows 10 Home bestückt – was wohl zutrifft (ich hatte die RTM einige Tage früher und habe getestet). Am 21. August 2015 habe ich dann das Upgrade auf Windows 10 Pro (V1507) getestet, was auch vermerkt wurde. Zudem dümpelt die VLC-App sowie einiges von Microsoft auf der Maschine und ist dem Konto zugeordnet.

Unschöne Implikationen

Bisher hatte ich mir um dieses Thema (naiver Weise) noch keine Gedanken gemacht. Ich nutze keine Apps (außer dass ich ggf. mal was teste) und brauchte daher noch nie die App-Historie eines lokalen Kontos einzusehen.

In diesem Artikel berichtet heise.de, dass die Maschine den App-Verlauf auch ohne Microsoft-Konto kenne. Im Artikel ist ebenfalls ein Screenshot der Store-Apps zu sehen, die mit einem lokalen Konto einige ‘gekaufte’ Apps auflistet. Offenbar merken sich die Microsoft-Server an Hand der Maschinen ID eines aktivierten Windows 10, welche Apps gekauft wurden.


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Diese Historie wird wohl nicht auf dem Client gespeichert, sondern ist für die Maschine in Microsofts Cloud eingetragen. heise.de weist im Artikel nun auf eine unschöne Implikation hin, die ich nicht so auf dem Radar hatte. Da sich die Microsoft-Server merken, wenn eine Maschine den Microsoft Store besucht und Apps herunterlädt, übersteht die App-History auch eine Neuinstallation des Betriebssystem.

Das ist ja kein Problem, dass Windows 10 ja über eine eindeutige ID aktiviert wurde – und auch erneut aktiviert werden kann. Doof ist aber, dass ein neuer Besitzer bei der Weitergabe einer Maschine mit Windows 10 sehen kann, welche Apps der Vorbesitzer unter seinem Konto aus dem Store bezogen hat.

Das kann man nur umgehen, indem man sich bei Verwendung des Store mit einem Microsoft-Konto anmeldet. Dann werden die Apps diesem Konto zugeordnet und tauchen nicht mehr auf, wenn man das Konto auf ein lokales Konto zurückstuft. Das Löschen der App-History ist meines Wissens nach nicht möglich – oder habe ich was übersehen?

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14 Kommentare zu Windows 10: App-History auch ohne Microsoft-Konto?

  1. Tja dem Microsoft Store entkommt man nicht so leicht selbst ohne Microsoft Konto.
    Ist die Windows 10 Pro-Testmaschine eine VM oder eine echter Rechner mit Installation?

    • Günter Born sagt:

      Ich habe einen echten Rechner mit Installation (Medion Akoya P2214). Die VMs laufen inzwischen so zäh, dass ich diese ewig nicht mehr gebootet habe. Bin halt armer Blogger mit schmaler Hardware kurz vor Rente ;-).

    • JohnRipper sagt:

      Genau deswegen bin ich jetzt auf Enterprie umgestiegen. Einfach Enterprise GVLKs installiert und Windows gegen einen KMS auf einem Raspberry aktiviert. Dann darf ich die GPO zum abstellen von dem ganzen Käse offiziell nutzen. Wer kein Raspberry hat nutzt einfach irgendeinen öffentlichen KMS, gibt ja mehr als genug.

      Kann für viele PCs auch geschickt via WSUS und WPP ausgerollt werden.

      Soll sich MS selbst gängeln.

      • JohnRipper sagt:

        Edit: damit ist dann auch bei so Spässen wie “Windows Tips” schluss mit Lustig.

        • bnpg3f sagt:

          nur ist das keine Lösung für ottonormal-nutzer(-in).
          Ein Umstieg auf linux wäre da einfacher…

          • JohnRipper sagt:

            Du meinst es ist einfacher auf Linuxumzusteigen wie folgendes auszuführen:
            slmgr /ipk NPPR9-FWDCX-D2C8J-H872K-2YT43
            slmgr.vbs /skms kms8.msguides.com
            slmgr.vbs /ato

            Glaub ich kaum

            Die GLVKs sind natürlich öffentlich abrufbar wobei man eine gültige Lizenz natürlich trotzdem braucht.

            Glaub ich nicht

          • Rolf Dieter sagt:

            @JohnRipper
            Du glaubst wirklich, wenn ich sehe was für ein Geraffel Du machst, mit nem Raspberry und der vermosen Anschaffung einer Enterprise Edition von W10, die eh für den privaten kaum beschaffbar ist, zu behaupten, Linux wäre komplizierter?
            Hey, DVD einlegen, durchklicken, fertig.
            Ich richte leider gerade wieder ein W10 Notebook für einen Bekannten ein. Konnte mal wieder nicht nein sagen. Was für ein krankes System. Alleine 1 Stunde geht für den “Selbsschutz” dieses OS drauf.
            W10 User können nur echte Masochisten sein, wenn ich mir das so anschaue. Gaga ist noch untertrieben.
            Dann lieber bis zum Sanktnimmerleinstag ein Windows 7 in einer VM unter Linux, wenn es denn nötig ist, und man auf einige Windows Programme nicht verzichten kann, was bein 08/15 User nicht der Fall ist.

          • Nobody sagt:

            @ Rolf Dieter
            “Dann lieber bis zum Sanktnimmerleinstag ein Windows 7 in einer VM unter Linux…”
            Welches Linux ist für eine solche Aktion empfehlenswert?

          • Rolf Dieter sagt:

            @Nobody
            Alles eine Geschmacksfrage und der Ansprüche.
            Wer es ganz einfach haben will nimmt ein Mint oder ein Lubuntu.
            Ich habe mich für Archlinux entschieden. Im Original ist das aber die Königsdiziplin. Da geht alles nur von Hand, das geht schon bei der manuellen Partitionierung der Festplatte los. Nix mit Automatisierung. Also nichts für Anfänger. Aber man kann genau entscheiden, was man installieren will.
            Da bietet sich dann aber AntergOS oder Reborn-OS an, die auf Archlinux basieren. Da geht dann alles wie gewohnt einfach. Immer der neueste Kernel, so das die aktuellste Hardware unterstützt wird. Läuft hier auf einem aktuellen Clevo mit i7-8700 und GF GTX 1060 ohne Probleme. Sogar die Tastaturbeleuchtung funktioniert. Wer den Windows Flair haben will nimmt Q4OS. Schlank und schnell. Mit XPQ4 sieht fast alles wie Windows aus. Virtualisieren dann mit VirtualBox oder VMWare Player. VMWare Player ist aber für den nicht kommerziellen User. Da wir alles mit VMWare machen (oh, das ist ja auch Linux), habe ich mich dafür entschieden.
            Ubuntu Budgie ist auch eine schöne Distribution. Tuxedo setzt diese Distri ein. Erkannte auch die gesamte Hardware meines Notebooks.
            Zusammen mit Collax oder dem UCS Server, und man hat alles was das Herz begehrt.
            Der neue Exchange (ab 2016) z.B. ging mir auch schrecklich auf die Nüsse. Was hat MS nur aus diesem ehemals tollen Produkt gemacht?
            Somit fast komplett Windows frei Zone hier. :-)
            Teste alles in einer VM unter Sinnlos und suche Deinen Favoriten aus. Dann die W7 Maschine zur VM konvertieren und in Linux übernehmen.

          • Nobody sagt:

            Danke für die ausführliche Antwort. Als Laie werde ich gegebenenfalls zuerst ein Linux mit deutschem Support testen, also eine der empfohlenen Ubuntu-Versionen oder Mint.

  2. J.G. sagt:

    Hm, wie war dies damals noch mit Windows 98?
    https://www.heise.de/ct/artikel/98-die-Zweite-287152.html
    “Bei der Online-Registrierung sendet Windows 98, egal ob der Benutzer zustimmt oder nicht, eine ID an Microsoft, anhand der er eindeutig identifiziert werden kann (es handelt sich um die weltweit eindeutige MAC-Adresse, die eine jede Ethernet-Karte aufweist). ”

    Es wäre mal angebracht, das die Hersteller von sich aus z. B. Linux Mint installieren und nicht immer dieses Free Dos. Ich würde mir den Spaß erlauben. Bei Acer gibt es welche mit Endless OS.
    https://de.answers.acer.com/app/answers/detail/a_id/53557/~/was-ist-endless-os%3F

  3. Uwe Bieser sagt:

    @Rolf Dieter.
    “Alleine 1 Stunde geht für den “Selbsschutz” dieses OS drauf.”

    Was ist damit gemeint?

    • Rolf Dieter sagt:

      Ja, hatte ich ein wenig misverständlich formuliert. :-(
      Ich meinte den Schutz vor Microsoft, also die Geschwätzigkeit des Systems austreiben.
      Telemetrie abstellen, Host Datei anpassen, Zwangsapps runterkeilen, Cortana und OneDrive meucheln etc.
      Kann man zwar alles per Tools machen, da ich aber nicht weiß ob die das alles richtig machen, alles per Hand.

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