Windows 10: SAC-T ist tot für Windows Update für Business

[English]Gerade hat Microsoft den Semi Annual Channel-Targeted (SAC-T) für Unternehmenskunden zu Grabe getragen. Ab Windows 10 V1903 ist dieser Schlenker Geschichte. Hier ein paar Informationen zum Thema.


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Die Ausführungen gelten nur für Unternehmenkunden (die mit Windows 10 Pro oder Enterprise bzw. Education) unterwegs sind. Für Nutzer von Windows 10 Home ändert sich nicht.

Windows 10 Semi Annual Channel-Modelle

Zuerst ein kurzer Rückblick zur Einordnung. Microsoft gibt ja pro Jahr zwei Funktionsupdates für Windows 10-Clients frei, eines im Frühjahr und eines im Herbst. Gemäß meinem Blog-Beitrag Windows 10: Verlängerung auf 30 Monate Support bekommen die Frühjahrs-Builds von Windows 10 Enterprise und Windows 10 Education 18 Monate Support, während die Herbst-Builds auf 30 Monate Support kommen. Eigentlich ein viel zu kurzer Zyklus und nicht jeder Administrator will sich die Funktionsupdates einer Build sofort installieren – manchmal soll auch eine Build komplett übersprungen werden.

Bisher war es so, dass Administratoren im Unternehmensumfeld unter Windows Update for Business steuern konnten, wann die Windows 10-Clients Funktionsupdates bekommen sollen. Dazu ordneten Administratoren die Clients unter Windows Update for Business einer der beiden nachfolgenden Kategorien zu:

  • Semi Annual Channel-Targeted (SAC-T): Dieser Kanal steht für ‘Branch Readiness Level’. Das bedeutet, der Client soll nach Freigabe einer Build diese frühestmöglich als Funktionsupdate erhalten. Microsoft blockt in diesem Szenario den Rollout für die ‘Targets’, bis bekannt ist, dass diese Kompatibel sind.
  • Semi Annual Channel (SAC): Dieser Kanal steht für eine verzögerte Auslieferung von Funktionsupdates (Deferral). In dieser Variante setzt ein Administrator eine Aufschubzeit in Tagen, die sich auf das Freigabedatum eines Funktionsupdates beziehen. Während der Verzögerungszeit erhält dieser Maschine kein Funktionsupdate angeboten.

Update-Einstellungen Windows 10  V1809
(Quelle: Microsoft)

Der obige Screenshot zeigt die bisherigen Einstelloptionen aus Windows 10 V1809. In der ersten Variante konnten Administratoren Microsoft die Entscheidung überlassen, wann ein Funktionsupdate für die Clients bereitgestellt wurde. In der zweiten Variante wurde das Rollout verzögert, bis der Administrator für das Upgrade bereit war. Und Microsoft kündigte auf seiner Webseite mit dem Windows 10-Lebenszyklus an, wann ein Funktionsupdate aus dem SAC-Targeted in den SAC-Channel wechselte (erinnerungsmäßig meist 3 Monate nach Freigabe des Funktionsupdates, was auch mal schief ging Microsoft: Windows 10 V1803 ist Business-ready, die 2.).

SAC-Targeted verschwindet mit der V1903

Es deutete sich ja bereits länger an, dass das obige Modell des Semi Annual Channel-Targeted (SAC-T) verschwinden wird. Die Vorstellungen Microsofts hatte ich im Beitrag hier kurz angerissen und von Wolfang Sommergut gab es bei Windows Pro den Beitrag Semi-annual Channel Targeted verschwindet: Wann ist Windows 10 bereit für Unternehmen?, der noch einige zusätzliche Informationen enthält. Das Ganze ging auf einen Post Windows 10 and the “disappearing” SAC-T von Microsoft-Mitarbeiter John Wilcox vom 31. Mai 2018 zurück. Seit dieser Zeit war aber Schweigen im Walde.

Im aktuellen Beitrag Windows Update for Business and the retirement of SAC-T vom 14. Februar 2019 informiert Microsoft-Mitarbeiter John Wilcox nun über die konkreten Änderungen. Man ist mit der Implementierung fertig und wird diese Änderungen mit Windows 10 V1903 einführen.

Beginning with Windows 10, version 1903 (the next feature update for Windows 10), the Windows 10 release information page will no longer list SAC-T information for version 1903 and future feature updates. Instead, you will find a single entry for each new SAC release. In addition, if you are using Windows Update for Business, you will see new UI and behavior to reflect that there is only one release date for each SAC release. If you use System Center Configuration Manager, Windows Server Update Services (WSUS), or other management tools, there will now only be one feature update published to WSUS, and this will occur at the time of release.


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Mit Windows 10 V1903 lässt man also die Variante SAC-T ersatzlos fallen und es gibt nur noch die zweite Variante SAC (Semi Annual Channel). Auf der Windows 10 Lifecyle-Seite wird es ab Windows 10 V1903 keinen Hinweis auf SAC-T, sondern nur noch ein Freigabedatum für ein Funktionsupdate geben.

Update-Einstellungen Windows 10 V1903
(Quelle: Microsoft)

Administratoren, die Windows Update for Business verwenden, werden in den erweiterten Update-Einstellungen nur noch die geänderte Seite (obiges Bild) sehen. Die Einstelloption für SAC oder SAC-T entfällt komplett. Der Administrator findet dann nur noch zwei Einstelloptionen, um die Verzögerungszeit für Funktionsupdates und Qualitätsupdates in Tagen vorzugeben.

Wer den System Center Configuration Manager, Windows Server Update Services (WSUS) oder andere Verwaltungstools verwendt, wird nun nur noch ein Feature-Update für den WSUS erhalten, welches zum Zeitpunkt der Veröffentlichung eines Funktionsupdates freigegeben wird (das zweite Funktionsupdate, wenn die Build SAC-ready erklärt wurde, entfällt also).

Was ändert sich für Business-Kunden ab V1903

Wilcox geht auch auf die einmalige Transition von Windows 10-Clients, die in Windows Update for Business sind, von älteren Windows 10-Build auf die Version 1903 ein.

  • Wer in SAC-T eine Verzögerungszeit eingestellt hat, bekommt das Funktionsupdate nach dieser Zeit angeboten (es sei denn, die Maschine ist noch nicht im Upgrade-Zyklus).
  • Systeme, die in der SAC-Kategorie eingeordnet sind, fügt Microsoft einmalig für das Upgrade auf Version 1903 weitere 60 Tage zur konfigurierten Verzögerung hinzu (um in etwa die 3 Monate, die früher für SAC-ready veranschlagt wurden zu kompensieren).

    Ist ein Gerät beispielsweise derzeit so konfiguriert, dass das Upgrade auf Version 1903 30 Tage nach dem SAC-Releasedatum verzögert wird, kommen jetzt 60-Tage-Verzögerung zu den konfigurierten 30-Tagen hinzu. (Beachten Sie, dass die zusätzlichen 60 Tage auf der Microsoft-Serviceseite abgewickelt werden und sich nicht in den Einstellungen unter Windows Update in der Gerätekonfiguration widerspiegeln.)

Für Funktionsupdates nach Version 1903 gilt dann wieder die vom Administrator eingestellte Verschiebung.

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6 Responses to Windows 10: SAC-T ist tot für Windows Update für Business

  1. Markus K sagt:

    O, du lieber Augustin, Augustin, Augustin,
    O, du lieber Augustin, alles ist hin.

    Mir reichts! Ich sattle um auf Totengräber, da sind nämlich die Werkzeuge, Klienten und die Umgebung stabil!

  2. Anonymous sagt:

    gestorben wird immer…..
    aber ggf. nicht mehr beerdigt, vgl. “Solyent Grün”
    wobei ich bei Soylent Grün ja eher denke, dass die realistischere Zukunftsvision nicht die ist, dass man das als Nahrungsmittel verkauft, sondern als E100 an der Tankstelle :P

  3. Mark Heitbrink sagt:

    Ist denn keiner in der Lage einen WSUS zu betreiben und den Dienst “Windows Update” zu deaktivieren? Immer dieses rumgeheule der nichtadministrierenden Admins.
    Nehmt euch ein Beispiel an Microsofts eigenem SCCM. Dienst am Client deaktivieren und nur nach Updates suchen lassen, wenn man sie geprüft und freigegeben hat. Dann kann es u.U. auch als Dual Scan mit Delivery Optimisaton sein.
    An/Aus des Dienst geht per Script/GPO/Task mit Trigger/Whatever

    Entschuldigt, aber werdet erwachsen und macht euren Job. Wenn ihr “zuviel” Themen und Arbeit habt, dann ist nicht Microsoft das Problem, sondern euer Chef …

    • JohnRipper sagt:

      Sicher dass du verstanden hast wovon du sprichst? Ich nenne dir vier Gründe mit denen jeder aktiv prüfen kann, dass du es nicht hast:

      1. Für Update via WSUS brauche ich den Windows Update Dienst auf dem Client.
      2. SCCM…sorry, das lohnt sich erst ab 100+ Clients. Alleine die Erstinstallation ist nur etwas für Profis. Und der Admin Aufwand danach ist gigantisch bzw. Bedarf kontinuierlicher Pflege.
      3. Dual scan und DO sind vollständig verschiedene Dinge!!!
      4. Dual Scan führt eben genau dazu, das Windows neben dem WSUS/SCCM auch Windows Update befragt. Also genau das was man nicht will.

      Und überhaupt: das nicht-unterstütze deaktivieren von irgendwelchen Diensten oder Aufgaben in großen Umgebungen war noch nie eine gute Idee. Früher oder später führt das zu Problem, wobei sich dann keiner Erinnert was und wieso man irgendwas deaktiviert hat…

      Sorry dir das vor Augen geführt zu haben.

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