Windows 10 V1809: Richtlinie für USB-Medien geändert

[English]Microsoft hat an den Richtlinien für USB-Medien Änderungen vorgenommen, die sich ab Windows 10 Version 1809 auswirken. Die Richtlinien sind nun auf ‘Schnelles Entfernen’ voreingestellt.


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Momentan schraubt Microsoft ja an allerlei Enden der Richtlinien von Windows 10 Version 1809. Vor einigen Tagen hatte ich im Blog-Beitrag KB4490481 fixt Gruppenrichtlinien in Windows 10 V1809 über eine solche Änderung im Bereich ‘Soft disconnect from network’ berichtet – diese Richtlinie wurde durch das besagte Update für Windows 10 V1809 eingeführt.

Richtlinie zum Entfernen von USB-Medien

Windows kennt für USB-Medien (USB-Festplatten, USB-Sticks etc.) Regeln, um die Leistung zu beeinflussen. Ein USB-Medium kann per Richtlinie auf Geschwindigkeit (Bessere Leistung) oder schnelles Entfernen optimiert werden.

Eigenschaften eines Laufwerks anpassen

Bei der bisherigen Optimierung auf bessere Leistung speichert Windows die Daten vor dem Schreiben in einen Cache, so dass der Durchsatz meist höher ist. Das hat aber den Nachteil, dass beim Abziehen von USB-Medien ungespeicherte Daten im Cache verloren gehen konnten.

Beim Auswerfen eines USB-Mediums über die Windows-Funktion musste der Cache erst auf das USB-Medium geschrieben werden, bevor das Betriebssystem das Medium entladen und die Meldung, dass das USB-Gerät abgezogen werden darf, anzeigen konnte.

Änderung ab Windows 10 V1809

Im Blog-Beitrag Windows 10, version 1809 and later: Change in default removal policy for external storage media hat Microsoft zum 4. April 2019 angekündigt, dass man diese Richtlinie ab Windows 10 Version 1809 geändert hat.

Windows defines two main policies, Quick removal and Better performance, that control how the system interacts with external storage devices such as USB thumb drives or Thunderbolt-enabled external drives. Beginning in Windows 10 version 1809, the default policy is Quick removal.

In earlier versions of Windows the default policy was Better performance.

Also in Kurzfassung: War bisher ein USB-Medium auf höhere Leistung optimiert, liegt ab Windows 10 V1809 der Vorzug auf ‘Schnelles Entfernen’.

So kann man es umstellen


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Zur Kontrolle oder Anpassung der Richtlinien für USB-Medien klickt man im Explorer das betreffende USB-Laufwerk mit der rechten Maustaste an und wählt den Kontextmenübefehl Eigenschaften.

Eigenschaften eines Laufwerks aufrufen

Im Eigenschaftenfenster ist dann das Laufwerk zu markieren und die Schaltfläche Eigenschaften auf der Registerkarte Hardware anzuwählen.

Eigenschaften eines Laufwerks

Im Eigenschaftenfenster des angezeigten Laufwerks klicken Sie auf Einstellungen ändern und bestätigen die Sicherheitsabfrage der Benutzerkontensteuerung.

Eigenschaften eines Laufwerks ansehen

Dann erscheint nachfolgendes Eigenschaftenfenster, auf dessen Registerkarte Richtlinien die Einstellungen für das Medium über Optionsfelder gesetzt werden dürfen.

Eigenschaften eines Laufwerks anpassen

Wird die Option Bessere Leistung voreingestellt, was ich bei schnellen USB 3.0-Festplatten empfehle, sollte der Schreibcache für das Gerät aktiviert werden. Dann muss das Medium über die Windows-Funktion ‘Hardware sicher entfernen’ ausgeworfen werden, bevor der USB-Anschluss abgezogen werden darf. Im Modus Schnelles Entfernen können USB-Sticks vom Anwender abgezogen werden, ohne dass Daten verloren gehen (sofern das Abziehen nicht während einer Schreiboperation erfolgt).

Ich habe mal kurz gesucht, aber eine Gruppenrichtlinie, mit der man das als Administrator steuern kann, ist mir nicht aufgefallen. Weiß da jemand ggf. mehr? Unter Windows 7 ist bei mir übrigens die Richtlinie auf ‘Schnelles Entfernen’ voreingestellt. Und auch bei einem bestehenden System wird da eher nichts geändert. Von daher weiß ich nicht, unter welchen Konstellationen Microsoft bei Windows 10 die Option ‘Bessere Leistung’ als Standard voreingestellt hat. Auch wäre das an mir vorbei gegangen, wenn es nicht den Microsoft-Blog-Beitrag gegeben hätte.


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12 Antworten zu Windows 10 V1809: Richtlinie für USB-Medien geändert


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  2. ein-leser sagt:

    Alle Seiten berichten darüber, aber keiner sagt was zu den Leistungsunterschieden dazu…

    • Günter Born sagt:

      Die Leistungsunterschiede hängen vom USB-Medium und den Schreibvarianten ab. Da kann man nicht global ‘bringt 50%’ sagen. Beim Kopieren vieler kleiner Datenpakete auf ein langsames USB-Medium kann die Optimierung nach Geschwindigkeit schon einiges bringen. Die Daten werden ja in den Arbeitsspeicher in einen Puffer geschrieben und Windows schaufelt die im Hintergrund über den Controller auf das Medium. Hält ein Kopiervorgang aber länger an und läuft der aktivierte Cache voll, sinkt die Performance, da das System bzw. der API-Aufruf auf den Abschluss der Schreibvorgänge warten muss.

      Eine schnelle USB 3.0-Festplatte oder SSD würde ich auf jeden Fall im Modus für Optimierte-Schreibgeschwindigkeit betreiben wollen.

  3. Dalai sagt:

    USB-Wechselmedien wie USB-Sticks wurden schon immer ohne Cache (aka Schnelles Entfernen) eingebunden. Im Unterschied zu USB-Festplatten oder Geräten, die als solche erkannt werden – bei denen wird unter Umständen der Cache aktiviert. Möglicherweise gibt es genau bei letzterem die beschriebene Änderung, so dass zukünftig USB-HDDs auch keinen Cache mehr verwenden. Wie so häufig bleibt MS eine genaue Beschreibung der Änderung schuldig…

    Grüße

    • Homer sagt:

      Hallo,

      Das ist vom verwendeten Dateisystem abhängig – gekaufte USB-Sticks sind in der Regel im Standardformat FAT32 Formatiert und werden daher ohne Cache (aka Schnelles Entfernen) eingebunden. Ändert man das Dateiformat in NTFS wird beim Kopieren der Cache mit verwendet. Vorteil hierbei ist auch, dass der Stick dann Daten größer als 4GB fassen kann.

      • Sherlock sagt:

        Nein, ist nicht vom Dateisystem abhängig. Das kann schließlich jeder User sofort leicht selbst testen. Auch die großen USB-Disks mit x TB werden grundsätzlich mit der Einstellung “Schnelles Entfernen” eingebunden.

    • Sherlock sagt:

      Korrekt. Die Voreinstellung nach einer sauberen Neuinstallation von Win 10 ist auch jetzt schon “Schnelles Entfernen”, auch bei USB-Disks. Mit USB-Disks hatte ich sogar irgendwann das Problem, dass meine Einstellung “Schreibcache” nach jedem monatlichen Update automatisch wieder auf “Schnelles Entfernen” zurück gesetzt war, ich sie also nach Updates immer wieder neu einstellen musste. Ab irgendeiner Win 10-Version trat das ein.

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  5. wufuc_MaD sagt:

    kannst du laut sagen! was für ein schwachsinn..

    auch wenn mir das längst aufgefallen wäre hab ichs nochmal überprüft, mit einer usb-hdd (ssd) -> schnelles entfernen, so wie es schon immer war. es gibt auch keine möglichkeit dieses medium auszuwerfen da es eben als (usb-)hdd erkannt wird, man zieht sie ab nach gebrauch und gut ist.

    wollen doch mal sehen ob die spaßvögel nicht wieder in ein paar tagen die auflösung bringen wie bei der showse “update wurde automatisch entfernt”.. ich betrachte das vorsorglich schonmal als eine art desensibilisierung bezüglich der nahtlosen update-experience. den quark, den “consumer’n” würde wieder mehr kontrolle über den updateprozess gewährt, jetzt auch in der home-version, glaubt doch nicht ernsthaft jemand oder?!

    der weg über die datenträgerverwaltung “compmgmt.msc” ist übrigens schneller.

    gruß

    • wufuc_MaD sagt:

      ich habe mir schon vor jahren angewöhnt den “enumerator für tragbare medien”-dienst zu deaktivieren.. seit dem (2012) nie wieder datenverlust durch “schnelles entfernen” gehabt. vielleicht ist das ja auch gemeint. bin ein klein wenig gespannt :-)

    • LvA sagt:

      -> diskmgmt.msc ist noch schneller

  6. Bernard sagt:

    Ich verwende seit vielen, vielen Jahren das folgende Programm:

    HotSwap!

    http://mt-naka.com/hotswap/index_enu.htm

    https://www.heise.de/download/product/hotswap-53286

    Nur 215 kByte(!) gross, aber trotzdem sehr leistungsfähig.

  7. TorstenJ sagt:

    Auch sehr empfehlenswert: Zentimo

    https://zentimo.com/

    Das benutze ich schon seit vielen Jahren.

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