Google Chrome und Apps tracken Standorte

Der Google Chrome-Browser bzw. Android-Apps tracken die Standorte des Benutzers, so dass sich Bewegungsprofile erstellen lassen. So die Aussage eines neuen Artikels, der sich mit dem Thema befasst hat.


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Ich bin über Twitter auf den Artikel Google Chrome is Tracking Your Every Move and Storing It, This is How to Stop It aufmerksam geworden.

Eigentlich ist es bekannt, dass der Google Chrome Daten von den Benutzersystemen abzieht. Die Autoren des obigen Artikels schreiben: Es ist kein Geheimnis, dass der technische Gigant Google im Data-Mining-Geschäft tätig ist. Von Cookies bis hin zu zielgerichteten Anzeigen – die Menge an spezifischen Informationen, die sie über Einzelpersonen haben, ist überwältigend.

Die Erfassung vielfältiger Daten wird den Nutzer mit der Verbesserung des Benutzererlebnisses verkauft. Aber das Ergebnis einer Untersuchung hat die Verantwortlichen dann doch schockiert. Die von Google eingesetzten Tracking-Systeme haben eine Orwell’sche Qualität eingenommen, speziell die Historie der Standortverfolgung macht die Leute gläsern.

Standardmäßig ist die Google-Funktion zur Verfolgung des Standortverlaufs deaktiviert und die Benutzer müssen sich einloggen, um ihn einzuschalten. Viele Google-Nutzer berichten jedoch, dass sie es nie einschalten haben. Aber wenn sie ihre Historie überprüfen, verfolgt Google den Standort seit Monaten.

Die Autoren des obigen Artikels schreiben, der Grund, warum Google-Nutzer sich nicht daran erinnern, die Standort-Historie eingeschaltet zu haben, liegt darin, dass Sie bei der Verwendung bestimmter Funktionen und Anwendungen auf bestimmten Geräten eine Benachrichtigung erhalten. Diese hindert den Benutzer an der Verwendung von Funktion xyz, bis die Standortverfolgen von Google aktiviert wird.

Google Maps bietet beispielsweise den Service “Match” an, der Restaurants vorschlägt, die auf den bisherigen Essgewohnheiten und Geschmacksrichtungen des Nutzers basieren. Wenn Nutzer darauf klicken, sendet Google die Information an Einstellungen, um die Verfolgung des Standortverlaufs zu ermöglichen.


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Wer wissen möchte, welche Daten die Standortverfolgung speichert, kann hier klicken. Es wird eine Karte angezeigt, in der die Standorte markiert sind. Ich habe auf der Kartendarstellung von mir auch einige Punkte, an denen ich mich aufgehalten habe, gefunden. Die gehen teilweise bis in das Jahr 2016 zurück. Bei einigen Punkten habe ich nachgesehen. Dort hatte ich Google Maps zur Fußgänger-Navigation in Urlauben am Bodensee, in der Rhön und an anderen Orten aktiviert. Anschließend wurden die dort zurückgelegten Strecken in der Standort-Historie vermerkt und ließen sich über Jahre zurück verfolgen.

Stasi und Strafverfolger hätten ihre helle Freude gehabt, wenn sie Zugriff auf solche Daten erhielten. Die Funktion ermöglicht Standorte bis ins Jahr 2009 abzurufen, wobei bei mir keine Informationen vor 2016 vorlagen.

Um die Funktion abzuschalten, reicht es, das Konto aufzurufen. Dann im Browser auf der Kontenseite links in der Menüleiste auf Daten & Personalisierung klicken und anschließend Standortverlauf anwählen. Dort gibt es auch Optionen, um die History automatisch nach 3 Monaten zu löschen. Um die Daten zu löschen und die Funktion abzuschalten, muss man auf dem Android-Gerät in die Einstellungen der App gehen. Das Ganze ist im Artikel hier skizziert.


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17 Antworten zu Google Chrome und Apps tracken Standorte


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  2. nook sagt:

    “….Um die Funktion abzuschalten, reicht es, das Konto aufzurufen…”

    Und jetzt die Crux, soll ich einen Google account erstellen, um abschalten zu können?

    Wenn hinten rum nichts abgeht, bin ich mir relativ sicher das G nichts von mir hat, zum checken bräuchte es aber den account … ;-)

    Android 8, apk`s nur von fdroid u.ä., der playstore wird mich nie sehen, Zugriff auf den standort nur für Osmand.

    Applications-Info (github) schaut sehr genau in die apps!

  3. Herr IngoW sagt:

    Heute kann man die Stasi/BND kaufen, früher arbeiteten sie im Hintergrund.
    Zu der Zeit (vor Alexa/Siri und usw.) war die Datenbeschaffung sehr aufwendig, heute müssen die Agenten nicht mehr aus dem Haus, jeder hat ihn in der Hosentasche (Smart-Phone) oder irgendwo in der Wohnung (Die tollen Assistenten Alexa/Google-Home usw.).
    Ich habe schon vor einiger Zeit alles was ging im Google-Account in „Daten & Personalisierung“ abgeschaltet und alle Daten gelöscht (kann man gut seine Zeit vertrödeln denn es ist unglaublich viel). Das geht übrigens auch bei MS (Jedenfalls teilweise).
    Habe das heute noch mal kontrolliert, es wird jedenfalls nix angezeigt. Was tatsächlich dort hängen bleibt weis nur Google.

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  5. Red+ sagt:

    Ich bin mir da nicht wirklich sicher ob das tatsächlich so einfach ist im Google-Account „Daten & Personalisierung“ abzuschalten ohne das zusätzliche gespeichert werden.
    Wenn ich zum Beispiel Google Maps aufrufe und lasse mich per Assistent irgendwohin Navigieren braucht Google Maps auch meine Standortdaten um mich Richtig Navigieren zu können, und die sollen dann so sang und klanglos verschwinden wenn ich dort angekommen bin wo ich hin wollte?
    Wers Glaubt kann meinetwegen auch selig werden, denn wenn ich eine Woche später den Maps Assistenten wieder aufrufe werde ich auch erst mal gefragt wieder dort hin fahren möchte wo ich eine Woche zuvor hingefahren bin.
    Selbstverständlich benötigt Google meine genauen Standort Daten um mich irgendwo hin zu geleiten, das sollte wohl jedem klar wie Kloß brühe sein.

  6. 1ST1 sagt:

    Wer jetzt überrascht ist, hat den Warnschuss nicht gehört. Man braucht nur in sein Google-Profil rein zu schauen, um eine Ahnung zu bekommen, was die so wissen. Android und Chrome sind natürlich die Seuche in dieser Beziehung. Chrome versucht sogar einen zu identifizieren und zu tracken, ohne dass man sich im Browser oder bei Google eingeloggt ist. Entweder damit abfinden, oder Google vermeiden. Und das gillt auch für die anderen Riesen Microsoft, Apple, Facebook und Co. Auf spiegel-online.de ist heute Morgen ein Artikel, wo ein Wissenschaftler dazu rät, diese Konzerne sollen diese Daten miteinander teilen, um ein noch besseres Nutzererlebnis zu erhalten. Puuuh…. Soviel kann ich garnicht essen, wie ich dann kotzen müsste. Der olle Mielke würde glatt nen Ständer bekommen.

    • deothami sagt:

      Nö. nennt sich auch Kapitalismus – oder netter Matktwrtschaft. Da ist das “erlaubt”, bzw. richtiger, evtl störende Dinge wie z.B. soziale und ökologische Zusammenhänge, mit die wichtigsten Teile menschl. Zusamenlebens/Daseins werden ausgeblendet. Warum? Weils geht. Und so nur die Rendite zählt. Katastrophale Folgen sind so vorprogrammiert – never ending.
      Wer wählt nochmal seit Jahrzehnten, die Gruppierungen (fdp), die daran nichts ändern (wollen)? Die massiven Systemfehler sind seit der marxschen Analyse Mitte 19. Jhrdt. bekannt. Hat iwer mal iwann was wirklich geändert?
      :-P

  7. woodpeaker sagt:

    Wer in dem ganzen Sumpf mit Klardaten arbeitet, der versteht das System nicht.
    Für die ganzen Datenkraken muss man zu einer multiplen Persönlichkeit werden und diese daraus entstandenen Schrottdaten dürfen die Kraken gerne sammeln.
    Da könnten die Unbedarften viel aus der Warezszene lernen.

  8. Bernard sagt:

    Wenn ich https://www.google.com/maps/timeline?pb aufrufe, bekomme ich lediglich eine Aufforderung, mich einzuloggen.

    Bedeutet das, dass die Verfolgung nur dann aktiv ist, wenn ich eingeloggt bin?

    Oder wo kann ich die Daten, die Google von mir speichert, ohne dass ich einen Account nutze, einsehen?

    • woodpeaker sagt:

      Nirgends!
      Ist recht einfach.
      Du bist schon gefangen wenn du probierst es zu kontrollieren.
      Beispiel: Google Suchmaschine.
      Lese dir mal die Datenschutzerklärung durch, die da aufgeht.
      Wenn du die nicht akzeptierst, dann kommst du nicht auf die Suchmaschine und wenn du es aktzeptierst, dann ist das schon der erste Schritt für die lückenlose Überwachung. Ein Grund warum ich diese Suchmaschine meide.
      Google hat dich schon lange eingekreist, ob soziale Plattformen, Bilder Dienste, Suchmaschine, Smartphone, Cloud, Anschriftensammlung von firmen mit Öffnungszeiten, Routenplanung, etc.
      Lese einfach mal nach was Google alles im Körbchen hat und dann frage dich was du davon nutzt und schon stellst du fest, dass du schon lange gefangen bist ohne es zu wissen.

    • Günter Born sagt:

      Sobald Du einen Android-Account hast, werden die Daten bei Verwendung diverser Apps wie Maps bei Ortsnavigation getrackt. Hast Du keinen Google Account und kein Android – könnte es besser aussehen. Aber: Nutze schlicht den Firefox oder alternative Browser, dann ist das Thema durch.

      • Bernard sagt:

        Hallo,

        ich habe zwar ein Smartphone, aber keinen Android-Account.

        Apps beziehe ich NUR aus F-Droid oder APKMirror. Eine einzige App habe ich aus apk.cafe installieren müssen. Leider.

        Statt Google Maps nutze ich nur Maps (Offline-Karten von OpenStreetMap).

        Leider ist das Updaten sehr mühselig, wenn man ohne den Google-Store auskommen will.

        Aber so Beiträge wie der von woodpeaker sind verwirrend.

        Denn wenn ich getrackt werden, auch wenn ich keinen Account habe, wie soll ich dann herausfinden, was getrackt wurde?

        Ich bin in so einem Fall ja schlechter gestellt als die, die einen Account haben, da diese das Tracking noch überprüfen können.

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  10. Ralf-Dieter Ernst sagt:

    Ich denke, daß eines der großen Probleme in der Qualität und der Zugänglichkeit der Google-Produkte zu finden ist. Ich benutze seit langer Zeit Startpage (was auch die Google Suche nutzt) und habe heute einen Vergleich zwischen beiden Suchanbietern gemacht: um es kurz zu machen: die Google Ergebnisse waren qualitativ besser. Routenplanung und Navigation: soweit ich weiß, schneiden viele Navis schlechter ab als Google Maps. Google bietet nun mal Lösungen an, die zum Teil besser oder zumindest gleich gut sind wie kostenpflichtige Angebote anderer Entwickler.
    Wir Menschen scheinen so gestrickt zu sein, dass wir vermeintlich kostenlose Angebote, die auch noch gut sind und unsere “Bedürfnisse” erfüllen gerne annehmen, ohne die Folgen zu hinterfragen und sich darüber im Klaren zu sein, dass es andere Werte als das greifbare Geld gibt, nämlich unsere Daten! Wenn man weiß, womit man wirklich bezahlt, hat man ja schon einiges gewonnen: ein bißchen Datenautonomität. Es gilt natürlich weiter: AUFKLÄREN, AUFKLÄREN, AUFKLÄREN!
    Oder:”Die Antwort auf die große Frage nach dem Leben, dem Universum und allem lautet… 42!”

    • Günter Born sagt:

      Mit der Qualität der Google-Suche gebe ich dir Recht – auch bei Maps ist die Qualität gegeben. Bei manchen Apps beobachte ich aber eine Verschlimmbesserung bei Google.

      Als Nutzer sollte man sich halt bewusst sein, was getrackt wird und wie man die Historie ggf. gelöscht bekommt. Mein eigenes Beispiel zeigt ja, dass ich nur zu ganz bestimmten Ereignissen getrackt wurde (wenn ich Maps-Navifunktionen verwendet habe – sonst ist die Standorterfassung aus).

      • Richard sagt:

        Dein Beispiel ist nicht ganz korrekt zusammengefasst. Du bekommst die Daten angezeigt, von denen du wissen kannst, dass Google sie hat. Ob du auch sonst getrackt wurdest, weißt du nicht. Das wäre nur Vertrauen darin, dass Google sonst nicht trackt. Hast du das?
        Mit dem Nebengedanken: könnte Google sich trauen, das zu tun und gegen die DSGVO zu verstoßen, indem es dir nur einen Teil der Daten zeigt?

        • Günter Born sagt:

          Zum Vertrauen in Google: Man kann denen alle Schlechtigkeiten zutrauen. Wenn man aber mit Wahrscheinlichkeiten arbeitet, ergibt sich die Frage: Wird Google so dumm sein, und da eindeutig illegales in diversen Rechtsräumen tun? Ich glaube nicht. Wissen ist halt was anderes. Aber Indizien, wie der Exit bei Google+ oder die Offenlegung diverser Interna gegenüber der EU-Wettbewerbskommission, die Meldungen an Aufsichtsbehörden, wenn irrtümlich was erfasst wurde, deuten da schon darauf hin, dass Google nicht bewusst irgendwas geheimes betreibt.

          Wann da gemauschelt würde und irgend ein Ex-Mitarbeiter das später öffentlicht macht, gehen die Verantwortlichen in den USA in den Knast. Das wird man imho nicht wagen.

          • Andreas K. sagt:

            Der Rest Vertrauen ist spätestens seit Snowden und das Vertauen in diese Regierung seit dem BND-Gesetz (Weltraumtheorie) dahin. Und es kann auch nicht wiederhergestellt werden.

  11. J. H. sagt:

    Ich stimme hier Günter Born vollkommen zu.
    Alles andere sind wilde Internet Spekulationen , Vermutungen. Man kann, wenn man sich einige Stunden Mühe macht, seine Daten auch anpassen, wie lange an Zeitdauer diese gespeichert werden.
    Ebenso ist es möglich in seinem google – Account spezifisch gespeicherte Daten entweder einzeln
    oder tageweise zu löschen.
    Dazu gehören die im App-store aufgerufenen Daten genauso, wie Voice Nachrichten der eigenen Stimme, aufgerufene Wetterdaten und Standort Daten.
    Wenn man unbedingt das Nachverfolgen seiner eigenen Fotos aktiviert, trägt man eine gewisse Mitschuld am Schnüffelwahn seitens Google.

    Was einen erheblichen Aufwand mitbringt, umso länger man sich in seinem Account nicht selbst darum kümmert.
    Was bekannter weise die Meisten heutzutage ja als Belästigung empfinden, eine gewisse Eigenverantwortung, nicht nur für seine eigenen Daten, zu tragen .
    Da ist es natürlich viel leichter im Internet einen Shitstorm los zu-treten.

    Wenn man dazu kein Vertrauen besitzt, sollte man sich nicht wundern, dass man aus dem Weltall per Drohne geortet wird und sein Haus nicht mehr verlassen und die Jalousien am Tage nicht mehr hochziehen.
    Die allermeisten Menschen haben bis heute die digitalisierte Welt nicht begriffen.

    • RUTZ-AhA sagt:

      “Die allermeisten Menschen haben bis heute die digitalisierte Welt nicht begriffen.”

      Dieser Satz beinhaltet schon alles. Mehr muss dazu eigentlich nicht gesagt werden.

      PS: Pardon, bitte vorhergehenden Kommentar löschen.
      Seit dem letzten Security Only Update schaltet sich mein Bildschirm einfach aus.
      Alle Energieeinstellungen stehen auf 100% und Desktop und PC ausschalten auf niemals.

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