Windows 10: Bastelt MS an der Cloud-Installation?

Möglicherweise experimentiert Microsoft mit einer Lösung, bei der sich Windows 10 zukünftig aus der Cloud installieren oder zurücksetzen lässt. Das deutete bei der Inspektion diverser Dateien der geleakten Windows 10 Build 18950 an. Ergänzung: Die Windows 10 Build 18950 ist offiziell freigegeben und Microsoft hat den ‚Cloud-Ansatz‘ bestätigt.


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WalkingCat hat wohl eine Windows 10 Build 18950 in die Finger bekommen und sich diese genauer angesehen. In der Datei Boot UX (User Experience) mit den erweiterten Boot-Optionen (Windows PE) hat er Einträge gefunden, die auf ein Zurücksetzen aus der Cloud hindeuten.

Offenbar sollen dort zwei Optionen, ein Download aus der Cloud oder ein Zurücksetzen mit Reinstallation von Windows 10 aus einem lokalen Abbild angeboten werden. Könnte dann bedeuten, dass in Windows PE ein Downloader für Windows-Installationsabbilder aus der Cloud integriert werden würde. Das Ganze geht seit Stunden durchs Web – ein paar Informationen könnt ihr bei Dr. Windows oder deskmodder.de nachlesen.

Ein paar Gedanken

Ist aber alles noch extreme Spekulation – liegt aber in der Denke Microsofts. Mir fallen da nur zwei Sachen ein, die ich euch nicht vorenthalten möchte: Außerhalb diverser Inseln mit High-Speed-Internet ist das Ganze an eine Installation von Windows aus der Cloud absolut witzlos.

Und: Aktuell geht die Jugend mit ‘Friday for Future’ auf die Straße und fordert den CO2-Fußabdruck zu reduzieren. In diesem Zusammenhang fallen mir dann zwei Puzzlesteine ins Bild.

  • Der Energieverbrauch für Bitcoin-Mining liegt höher als der von Jordanien, wie man hier nachlesen kann.
  • Und die Techindustrie lässt sich zwar gerne als ‘Retter der Welt’ feiern, trägt aber durch sinn- und hirnlose Updates sowie Cloud-Downloads dazu bei, dass viele Kraftwerke zur Versorgung der betreffenden Infrastruktur laufen.

Da hilft es auch nicht, dass irgendwo eine Pressemitteilung herausgegeben wird, dass irgend eine Server-Farm jetzt mit Green-Energy versorgt wird. Die Kommunikationsinfrastruktur, über die das Zeugs verteilt wird, bekommt keinen grünen Strom aus Sonnenergie, sondern da laufen andere Kraftware im Hintergrund. Aktuell liegt mir aber noch keine Studie über den (unnötigen) Energieverbrauch vor, der aus diesen Quellen resultiert – sollte man aber auf dem Radar behalten.

Der Cloud-Download ist bestätigt

Die Windows 10 Build 18950 ist offiziell freigegeben und Microsoft hat den ‚Cloud-Ansatz‘ bestätigt. Im Windows-Blog heißt es zur Windows 10 20H1 Build 18950:

Insiders may notice some references to “Cloud download” relating to PC reset or refresh. This feature isn’t available and working quite yet. We’ll let you know once it is, so you can try it out!

Funktioniert also noch nicht, aber es wird was in dieser Richtung kommen.


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Nachtrag: Erste Leute haben es getestet

Ich flicke es einfach mal hier ein, da es mir keinen eigenen Artikel wert ist. Twitter-Nutzer albacore hat etwas getestet und das Zeugs zum Laufen gebracht.

Microsoftler Brandon LeBlanc weist aber darauf hin, dass es wohl nicht das ist, was geplant sei.

Nun sind wir so schlau wie vorher.


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12 Antworten zu Windows 10: Bastelt MS an der Cloud-Installation?

  1. Tim sagt:

    Stichwort CO2 Fußabdruch…… OK, aber wo liegt jetzt genau der Unterschied, ob ich mir die Installationsquelle wie bisher mit dem Windows MediaCreationTool herunterlade oder über diese neue Cloud Funktion?

    • Günter Born sagt:

      Es sind Scenarien denkbar, wo es keinen Unterschied macht, und es gibt Modelle, wo aus einem notwendigen Download n überflüssige Downloads werden. Ich fürchte, dass das letztgenannte Modell als vermeintliche Komfortfunktion den Vorzug bekommt ‚probieren wir mal, bis es klappt‘.

      Dass Apple den gleichen Mist macht, obwohl Tim Cook denen einen grünen Anstrich verpasst hat, wurde ja gerade von einem Zeiten Leser thematisiert. Chrom OS ist nicht besser, nur schlanker.

  2. Christian sagt:

    Macht Apple doch schon länger so, Mac OS neu installieren läuft auch über den direkten Internet Download.

    Sehe es als Komfortfunktion, dabei wird warhscheinlich die aktuelle Version heruntergeladen und installiert statt die 3 Jahre veraltetet Version von der Recovery Partition. Damit spart sich der Anwender eine große Updatesession.

    • Sansor sagt:

      Komfortfunktion? Zeitersparnis? Habe vor ein paar Wochen mein MacBook neu aufgesetzt. Ich musste 3 Versionen herunterladen und installieren. Nix mit aktuellster Version. Über 15 GB herunterladen und 3 mal installieren sieht für mich nicht nach Zeitersparnis aus. Installationsmedien Fehlanzeige. Wenn dies die Visionen von MS sein sollten, dann aber Danke, nein Danke.

  3. Roland Moser sagt:

    „…Außerhalb diverser Inseln mit High-Speed-Internet ist das Ganze an eine Installation von Windows aus der Cloud absolut witzlos…“
    Wenn man nur die Einstellungen und Einstellungen der Konti in der Cloud speichert, würde das ganze schon Sinn machen. Nach der Installation von Windows und aller Software könnte man per Knopfdruck die bisherigen Einstellungen und Konti übernehmen.

  4. Dietmar sagt:

    Brauchst Dich nicht aufregen Günter! Alles wird besser, grüner und sauberer!
    Schau mal auf den Straßen – wie schön dass das doch ist – es fahren schon so viele Tesla-Autos rum – die tun was für die Umwelt! Echt toll! Noch besser ists bereits auf Österreichs Baustellen geworden, da arbeiten jetzt schon die ersten Akku-Bagger. Echt schön – alles so sauber. Ich bin sooo glücklich darüber!

    Und für alle die schon mit dem Strom schwimmen (was ja bekanntlich nur tote Fische tun): Hört mal auf Leute die nicht nur was im Geldbörserl haben, sondern was im Kopf haben – Hirn und Verstand – wie Professor Harald Lesch hier z.B.:
    https://www.youtube.com/watch?v=TswNLBnAPjU

    • Hansi sagt:

      @Dietmar, der Lesch vertritt aber eindeutig bestimmte Interessen. In D wird halt auf Brennstoffzelle gesetzt, weil z.B. die Konkurrenz in China beim Thema E-Roller und E-Bus schon weit fortgeschritten ist, beim E-Auto hinken sie noch ein bisschen hinterher, aber nicht viel. Man möchte von seiten der deutschen Industrie gar kein allgegenwärtiges Ladenetz, hat der Dirk Müller schön erklärt, weil sich die chinesischen Hersteller dann in ein paar Jahren ins gemachte Nest setzen könnten. Wenn man in D/Europa die Brennstoffzelle durchdrücken könnte, dann gäbe es halt in erster Linie ein Gasnetz und kein Schnelladenetz, Mission accomplished.

      Zugegeben, das Elektroauto ist vom Energieverbrauch her bei der Herstellung schon eine relative Sauerei. Jemand hat ausgerechnet, daß man einen Tesla und den Tesla-Akku ca. 80.000km laufen lassen muss, bis man energetisch wieder besser wie mit einem vergleichbaren Verbrenner dasteht. Aber die Teslas sind angeblich auf 1 Mio. km Gesamtleistung ausgelegt, Fahrwerk, Getriebe, etc. Schon klar, der Akku und Verschleißteile müssen ab und zu gewechselt werden, aber die Gesamtphilosophie ist, einmal ordentlich investieren und dann sehr lange davon profititieren.

      Was hältst du von dem neuesten Lesch-Video, das offensichtlich eine Replik auf Oliver Janichs „Wir wollen reden“-Ansatz ist?
      Der Janich hat natürlich gleich gekontert:
      https://www.youtube.com/watch?v=B9QwB31WNy4

      Aber da merkt man halt auch, wie sehr der Lesch „lobbyorientiert“ ist, die CO2-Steuer muss kommen, koste es was es wolle. Fakten wie z.B. daß in den historischen Eisbohrkernen immer zuerst die Temperaturen und dann erst hunderte Jahre später das CO2 ansteigt, interessieren den schon lange nicht mehr.

  5. mike sagt:

    Für versierte Anwender praktisch, die machen aber sowieso Backups, vor einer Neuinstallation wird erst versucht Windows zu reparieren, wenn das nicht klappt Backup zurückspielen.

    Zum Thema Energieverbrauch dieser Cloudlösung, die paar Gigabyte je Windows Neuinstallation machen den Braten nicht fett. Die Streaminganbieter wie Netflix etc. sind da in ganz anderen Dimensionen, und es gibt laufend neue Anbieter.

  6. ATR sagt:

    Hallo Herr Born

    Installieren aus der Cloud hat Microsoft doch längst im Angebot: Nennt sich Windows Intune und eine im Windows 10 integrierte Funktion nennt sich Windows Autopilot.

    Das Ganze Gedöns rennt bei Microsoft unter der Bezeichnung „Modern Deployment“ und darf seit mehr als zwei Jahren in Microsoft Schulungen zu Windows 10 vermittelt werden. Mittlerweile wird sogar noch viel mehr Focus drauf gelegt, als zu Beginn (von Windows 10).
    Neu wäre an oben genannter Information nur, wenn das genannte modern Deployment jetzt von Microsoft ausgehend vollautomatisch für die Home und Pro-Editionen erfolgen würde. Unternehmen können diesen Weg schon von Anfang an wählen.

    • Fahiko sagt:

      Nur wird bei Autopilot nicht das gesamte Windows-Installationsabbild heruntergeladen, sondern nur die zu installierenden Programme und Funktionen / Richtlinien, die in Intune vergeben werden. Autopilot unterstützt zurzeit keine Neuinstallation.

  7. Uwe sagt:

    W10 1809 EP LTSC ist mein letztes Windows! Bis 2027 Zeit das hier alles auf Linux läuft. Mach und Tu schon fleißig in VMs. Das Gebastel von MS und Clouds ist nicht mehr das, was Windows mal war. Brauchbar zuverlässig und brauchbar sicher! Uwe

    • Hans Thölen sagt:

      Der Kommentar von Uwe ist sehr realistisch, was die Bewertung von
      Microsoft betrifft. Da ist nur noch MURKS der Küchenmeister, und der
      größte Murksbruder ist der Herr Nadella.
      Bei mir ist wahrscheinlich Windows 7 das letzte Windows. Das bleibt
      auch noch einige Jahre so. Linux kommt für mich auch nicht in Frage.

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