Windows 10 V1903: Lösung für das Cortana Problem mit Update KB4512941

[English]Seit dem 21. August 2019 testet Microsoft das kumulative Update KB4512941 für Windows 10 Version 1903 mit Insidern. Das Update verursacht jedoch eine hohe CPU-Last auf einem Kern. Zumindest für dieses Problem gibt es einen Workaround und Hinweise auf das Problem.


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Update KB4512941: Worum geht es genau?

Das kumulative Update KB4512941 soll einige Probleme an Windows 10 Version 1903 beheben. Unter anderem ist geplant, dass dieses Update endlich das Problem der nicht startenden Sandbox behebt (siehe meinen Blog-Beitrag Windows 10 V1903: Update KB4497936 killt die Sandbox).

Momentan testet Microsoft dieses Update aber nur mit Windows Insidern – die erste Fassung wurde am 21. August 2019 freigegeben. Nutzer, die das Update installierten, berichteten, dass anschließend die Suche nicht mehr funktioniere. Zudem verursacht Cortana bei einigen Leuten eine hohe Auslastung auf einem CPU-Kern. Ich hatte im Blog-Beitrag Windows 10 V1903: Updates KB4512941 und KB4515530 auch über diese Problem berichtet. Es gibt sogar einen Workaround, der bei einigen Leuten die Core-Auslastung reduziert hat.

Ursache gefunden: Scripte und Cortana-Cache

Blog-Leser Werner B. hat mich vor 2 Tagen per Mail kontaktiert und mir einige interessante Hinweise gegeben (danke dafür). Werner schreibt:

Ich bin Leser des Windows-Blogs und möchte eine Information zu einem Workaround zu 100% Cortana CPU Last bei Windows 1903 KB4512941 weitergeben.

Werner bezieht sich dabei auf meinen oben erwähnten Blog-Beitrag Windows 10 V1903: Updates KB4512941 und KB4515530, wo ich die hohe CPU-Auslastung thematisiert habe. Bei seinen Recherchen ist Werner auf einen Post im Tenforum gestoßen, der das Problem bzw. die Ursache für die hohe CPU-Last aufgreift. Dort heißt es:

Kek. I found what causing problem to Cortana by myself.
The problem is somewhere inside

c:\Windows\SystemApps\Microsoft.Windows.Cortana_cw5n1h2txyewy\cache\

Some scripts cause loop and Cortana is stuck on initialization as I see through Proccess Monitor logs.

Nachdem der Poster sich das Ganze im Prozess Monitor der Sysinternals-Tools angesehen hat, stellte er fest, dass Cortana bei der Initialisierung hängen bleibt. Eine Scripte, die von Cortana benutzt werden, bleiben in einer Schleife hängen und verbraten nur noch CPU-Zeit. Das Ganze hängt mit dem von Cortana benutzten Cache-Ordner zusammen, der den Ärger verursacht.

Noch ein Workaround

Mit der obigen Erkenntnis könnte man nun einfach sagen: Ok, ich lösche den Cache und gut ist. Leider ist das zu kurz gesprungen, denn der betreffende Nutzer schreibt, dass der Cache nicht neue aufgebaut wird, falls dieser gelöscht oder neue erzeugt wird. Aber es gibt einen Workaround, den der Nutzer in seinem Kommentar skizziert hat:

Inserting the folder from prev.version works fine insead of black search window

Btw, looking of meaning “cache”, the folder is not recreated / regenerated by itself after delete

Folder saved from backup of 362.295 build (as I remember): cache.rar – Google Drive

Der Nutzer ist hingegangen und hat sich den Inhalt des Ordners Cache von der vorherigen Installation gesichert. Dann hat er die Updates installieren lassen und im Anschluss den gesicherten Cache-Ordner wieder zurück kopiert. Danach war der schwarze Cortana Suchbereich weg. Blog-Leser Werner bestätigte mir, dass bei ihm dieser Workaround geholfen habe:

In einer lokalen frischen Testinstallation von 1903 in VMWare geht nach Installation von KB4512941 die CPU Last auf 100%.

Wird vor Installation von KB4512941 der Cache Ordner gesichert und nach dem Update der Ordner zurückkopiert, geht die CPU Last von Cortana (unmittelbar ohne Reboot) auf 0%.


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Blog-Leser Werner schlägt folgende Schrittfolge vor, falls man sich mit dem Update beschäftigt:

1. Vor der Installation des Updates KB4512941 Sicherung des folgenden Cache-Ordners in ein lokales Verzeichnis (z.B. D:\Backup):
c:\Windows\SystemApps\Microsoft.Windows.Cortana_cw5n1h2txyewy\cache

2. Dann das kumulative Update KB4512941 und das SSU installieren lassen.

3. Im Anschluss an die Update-Installation die Eingabeaufforderung cmd.exe über Als Administrator ausführen öffnen und folgenden Befehl ausführen.

cd c:\Windows\SystemApps\Microsoft.Windows.Cortana_cw5n1h2txyewy\cache
xcopy /o /x /e /h /k D:\backup\cache\*

Hier setze ich voraus, dass beim zweiten Befehl der Pfad zum gesicherten Cache-Ordner sauber angepasst wird. Die xcopy-Abfrage j/n/ist mit ‘a’ (für alle) zu bestätigen. Vielleicht ist der Workaround für euch hilfreich und Werner fragt, ob jemand den Workaround bestätigen kann.

Ergänzende Informationen

Werner hat mir im Nachgang zum Artikel noch folgende ergänzenden Informationen zukommen lassen.

Der Workaround funktioniert mit der betroffenen Windows Landeseinstellung “de-de”, unabhängig ob Cortana / Bing-Suche aktiviert oder zB. durch OO Shutup10 deaktiviert wurden.

Eine Einschränkung des manuellen Überschreibens von Dateien in ‘SystemApps’ besteht darin, dass “sfc /scannow” die Änderung erkennt und zurücksetzt, woraufhin der Cortana Bug mit hoher CPU Last wieder auftritt.

Die cache Dateien von Cortana an sich dürften nicht alleine für den Fehler ursächlich sein. Es tritt keine hohe CPU Last bei Build 18362.327 auf, wenn das KB4512941 mittels DSIM direkt in eine ISO mit 18362.30 von April integriert wird.

Eine Neuinstallation mit einer solchen ISO funktioniert ohne Auffälligkeiten. Der Nutzen von Build 18362.327 ist u.a., dass mit VisualBasic 6 kompilierte Programme wieder funktionieren.

Dann gab es noch einen Hinweis von Werner zu Installionen auf dem der ‘cache’ Ordner-Workaround aktiv ist:

Das Einspielen der install.wim aus einer ISO mit integriertem KB451294 (die für Neuinstallationen funktioniert) behebt nicht die Ursache des Cortana Bugs.
( DISM /Online /Cleanup-Image /RestoreHealth /Source:WIM:D:\sources\install.wim /LimitAccess ).

Bei ‘sfc /scannow’ werden wieder jene Cache-Daten aktiv, die bei frisch installierten Systemen funktionieren, allerdings bei Systemen die schrittweise über die monatlichen Updates aktualisiert wurden, zum Cortana Bug führen.

Abschließend schreibt Werner: Möglicherweise findet sich noch eine Möglichkeit ohne Workaround, um bestehende Systeme auf Build 18362.327 zu bringen. Danke für die Ergänzung.

Ergänzung: Beachtet auch meine Ausführungen im Blog-Beitrag Windows 10 V1903: Cortana erzeugt hohe CPU-Last sowie kaputte Suche durch August 2019-Updates – denn das Update ist jetzt allgemein verfügbar. Dort wird auch ein Workaround per Script erwähnt.

Ergänzung 2: Ich habe eine Zusammenfassung des Sachstands anhand des Leser-Rückmeldungen im Artikel Windows 10 V1903: Microsoft untersucht Suche/Cortana Bug (3.9.2019) erstellt. Dort findet sich auch die Information, dass Microsoft das Ganze untersucht.

Artikel zum Problem:
Windows 10 V1903: Updates KB4512941 und KB4515530
Windows 10 V1903: Lösung für das Cortana Problem mit Update KB4512941
Windows 10 V1903: Cortana erzeugt hohe CPU-Last sowie kaputte Suche durch August 2019-Updates
Windows 10 V1903: Microsoft untersucht Suche/Cortana Bug (3.9.2019)

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Windows 10 V1903: Updates KB4512941 und KB4515530


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6 Antworten zu Windows 10 V1903: Lösung für das Cortana Problem mit Update KB4512941


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  2. Werner Hermann sagt:

    Ich habe ja auch die Neigung in Win10 allerlei Firlefanz auszuschalten…

    U.A. mit dem Tool OO Shutup https://www.oo-software.com/de/shutup10

    Auf einer frischen Installation mit 1903.327 ( Ich weiß unkorrekte Schreibweise :) ) habe ich genau dann die hohe Last, wenn ich folgende Option aktiviere

    Ausdehnung der Windows-10-Suche- via Bing deaktivieren [an/grün]
    Extension on Windows 10 search with Bing [on/green]

    Lässt man diese eine Option auf default/AUS verhält sich das System normal.

    Alle anderen Optionen – auch jene bzgl Cortana – kann man nach Belieben ein oder ausschalten.
    Ich hatte zuvor auch eine REG-Datei gesehen die scheinbar ähnliches machen … sollte. Die hat aber nicht funktioniert.

  3. Hans Thölen sagt:

    Hallo Günter ! Bis zum heutigen Tag hatte mein alter Freund Lothar in
    Deutschland Windows 10 Version 1803 installiert. Heute hat sein PC einige
    Stunden wie von Geisterhand heruntergeladen und installiert. Nach mehreren
    Fehlversuchen der Installation hat es doch noch geklappt. Jetzt hat er Windows 10
    Version 1903 auf seinem PC. Das war wohl das angekündigte Zwangsupdate.
    Jetzt ist er damit beschäftigt, das Ganze richtig einzuordnen. Vielleicht ist diese
    Nachricht für Dich interessant. Gruß Hans

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  5. Konstantin sagt:

    Vielen Lieben Dank!

    ich habe unwissentlich das Update mitinstallier (ich dachte ich wäre aus dem Insider Programm raus) und hatte mir schon sorgen gemacht, dass ich mir über Freeware zur Partitionierung einen Cryptominer eingefangen hätte. Hat super geklappt, CPU Auslastung ging direkt zurück und die Windows Suche hat auch geklappt.

  6. Stefan sagt:

    O&O Lösungsansatz aus dem 1. Beitrag hat geholfen, und zwar sofort nach Reboot.
    Kudos an Werner! :-)

  7. Ottokar sagt:

    Der Tip von Werner Hermann mit O&O ShutUp10 hat’s gebracht!

    Wer also diesen Bug hat, der sollte zuerst O&O ShutUp10 herunterladen, dort bzw. damit die Option “Ausdehnung der Windows-10-Suche- via Bing deaktivieren” auf rot (default) setzen und das System neu starten, bevor er sich an irgendwelchen Workarounds versucht.

    • Ottokar sagt:

      Anstelle mit O&O ShutUp10 die Option “Ausdehnung der Windows-10-Suche- via Bing deaktivieren” zu deaktivieren, kann man auch mit einer Reg-Datei den entsprechenden Wert in der Registry löschen:

      Windows Registry Editor Version 5.00

      [HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Search]
      “BingSearchEnabled”=-

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