Windows 10 V1903: Suche- und Cortana-Bug in Update KB4512941 bestätigt (5.9.2019)

[Englisch]Microsoft hat vor wenigen Stunden den Fehler in Update KB4512941, der die Desktop-Suche beschädigt und eine hohe CPU-Last durch die Sprachassistentin Cortana verursacht, für Windows 10 Version 1903 offiziell bestätigt.


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Hintergrund des Problems

Es war eine Hängepartie – am 30. August 2019 kam das kumulative Update KB4512941 für das Windows 10 Mai 2019 Update (Version 1903) heraus. Das Update fixt über 30 kleinere und größere Fehler in der derzeit aktuellen Windows 10-Version.

Ich hatte die Details im Blog-Beitrag Windows 10 V1903: Update KB4512941, KB4515530 (30.8.2019) beschrieben. Was besonders schön schien: Einerseits war das Update seit dem 21. August 2019 mit Windows Insidern im Release Preview Ring ‘ausgiebig’ getestet worden. Microsoft schrieb bei Veröffentlichung im Support-Beitrag, dass keine Probleme mit diesem Update bekannt seien.

Suche kaputt und Cortana verursacht hohe CPU-Last

Bereits bei der Insider Preview hatten Nutzer aber festgestellt, dass die Desktop-Suche nach Installation des Updates nicht mehr funktioniert. Zudem lastete das Update die CPU oder einzelne Kerne aus.

  • Cortana verursacht eine hohe CPU-Last, die einen Kern der CPU zu 44% bis 100% nutzen kann.
  • Die Suche funktioniert nicht, wenn die Bing-Suche deaktiviert wurde.

Ich hatte bereits zur Insider Preview im Beitrag Windows 10 V1903: Updates KB4512941 und KB4515530 darüber berichtet und die Hoffnung, dass das bis zum Release der Final behoben sei. Wenige Stunden nach Freigabe dieses Updates gab es dann aber die Bestätigung, dass die Bugs noch vorhanden sind.

Bestätigung durch Microsoft, was kann man tun?

Zum 5. September 2019 hat Microsoft nun den Support-Beitrag für KB4512941 um folgenden Text ergänzt (danke an die deutschen und englischen Blog-Leser/innen für den Hinweis).

Microsoft is getting reports that a small number of users may not receive results when using Windows Desktop Search and may see high CPU usage from SearchUI.exe. This issue only occurs on devices that have disabled searching the web using Windows Desktop Search.

Microsoft geht von einer kleinen Anzahl Betroffener aus und hofft, einen Fix bis Mitte September 2019 freigeben zu können. Wer von diesem Fehler betroffen ist, sollte das Update schlicht über die Einstellungen-App (Update-Verlauf) oder die Systemsteuerung deinstallieren.

Windows 10 V1903 Update KB4512941


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Da dieses Update optional ist, wird es also im Nachgang nicht automatisch von Windows Update heruntergeladen und installiert, falls der Benutzer die Suche nach Updates anstößt. Vielmehr muss man den Download explizit anstoßen (siehe obiger Screenshot). Ihr könnt zwar die in nachfolgenden Artikeln beschriebenen Workarounds probieren. Da mich aber fast stündlich Leserrückmeldungen erreichten, dass dieses und jenes nicht funktioniert habe, bleibt das Ganze eine Bastelei. Wartet einfach, bis Microsoft den Klump repariert hat. Falls die Reparatur neue Bugs freilegt, die Baustelle Windows 10 ist ja ziemlich verwanzt, werde ich zeitnah berichten.

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22 Antworten zu Windows 10 V1903: Suche- und Cortana-Bug in Update KB4512941 bestätigt (5.9.2019)


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  2. Christian sagt:

    Moin Günter,
    keiner unserer Win10 1903 PCs hat das Update KB4512941 installiert, trotzdem haben wir genau die Symtome die zu dem Update passen. In einem vorherigen Post hattest du mal erwähnt, dass du die Vermutung hast, dass das Problem bereits durch ein vorangegangens Update verursacht werden könnte. Welches Update könnte das sein?

    Da wir alle PCs über eine Softwareverteilung zeitverzögert patchen haben momentan auf alle betroffenen PCs das Build 18.362.295.
    Windows Suche und Cortana wurden per GPO deaktivert.

    Gruß
    Christian

  3. deoroller sagt:

    Die wenigen, die von dem Fehler trotz Fix weiterhin tangiert werden, können ja demnächst V1909 installieren. Auf diesen Rat wird MS sicher auch noch kommen, wenn ihnen sonst nichts mehr einfällt.
    V1909 soll – wie alle zukünftigen Herbstupdates – als kumulatives Update verteilt werden. Upps, da ist ja schon das nächste kumulative Update, dass uns wieder auf Trab hält. Von Anfang an habe ich zu Windows 10 gesagt, dass Fehlersuche und Behebung vergebens ist, weil das nächste Update jederzeit mit neuen Fehlern droht. Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln.
    Damit will ich nicht die Arbeit, die hier im Blog in Sachen Fehlerbehebung geleistet wird, schmälern oder gar gering schätzen, aber die Wirkung ist halt nur von kurzer Dauer, vergleichbar mit einer Eintagsfliege.

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  5. Peter sagt:

    Hallo Herr Born,
    was ist mit denen die am 30.08. das Update KB4512941 installiert hatten und dann nach dem bekanntwerden des Fehlrers dieses wieder entfernt hatten, aber jedesmal wieder aufs neu runtergeladen und istalliert wird, wenn man die Update-Suche nicht aussetzt?
    Und am 10.09.ist wieder Patchday. Was sollen die machen die so wie ich jetzt die Update-Suche ausgesetzt haben. Wenn ich die Suche zulasse wird das Update KB4512941 wieder runtergeladen und installiert und wer weiss ob das dann nicht auch zu komplikationen mit den neuen kumulativen Updates an diesen Tag kommt?

    • Günter Born sagt:

      Wird das Update KB4512941 wirklich nach der Deinstallation automatisch heruntergeladen und installiert? Würde mich interessieren.

      Zum 10.9. nur so viel: Microsoft hat versprochen, bis Mitte September 2019 einen Fix zu liefern – das dürfte am Patchday oder kurz danach der Fall sein. Andernfalls müssen wir abwarten, was geht.

      • Andy sagt:

        Ja wurde bei mir nach einer Deinstallation wieder installiert. Ich habe wieder deinstalliert und jetzt die Funktionsupdates für 365 Tage und die Qualitätsupdates für 30 Tage ausgesetzt. Ich hoffe, dass dieses “grausame” kumulative “Update” jetzt nicht mehr wieder kommt. Microsoft sollte Updates vor dem Ausrollen testen. Das kann doch nicht so schwer sein.

        • galonsarey sagt:

          Je nun, bei der riesigen Hardwarebreite, die abgedeckt werden muss – und den dann daraus entstehenden tausenden Variationen an Hard-/Software ist das schon ziemlich tricky. Und sehr aufwändig.
          Wenn dann noch ein nicht geringer Teil der damit befassten entlassen wird, weil kostet halt, dann ist sowas nur noch auf Sparflamme machbar. = Fehleranzahl wächst.
          Wie man seit Monaten merkt…

          • Andy sagt:

            Microsoft ist ein Technologiegigant. Ich gehe davon aus, dass 100 qualifizierte Tester finanzierbar sind. Die im Blog beschriebenen Fehler dürften überdies schon von “Insidern” gemeldet worden sein. Da besteht kein Verständnis, weil der Bug nicht auf eine Exoten-Variante zurückzuführen ist.

          • Robert sagt:

            Auch andere Betriebssysteme nutzen diese Art Hardware und haben rudimentäre Funktion wie “beim Update nix kaputt machen” und “keine Beta an die Sonne” im Griff. Auf Smartphones kommen Laden, Setup, Neustart für aktuelle WLAN- oder Bluetooth-Treiber nicht vor. Sonstige Geräte werden mit USB-Stick betankt, nach Neustart geht’s weiter.
            Bei MS gibt es diese Update- wie Treiber-Thematik seit Jahrzehnten durch viele Versionen, auch als Ausrede. Die heute vielleicht 2 bis 5 Hauptanbieter für Kernbestandteile wie LAN, WLAN, Bluetooth etc. hätte MS die letzten 10 Jahre mal zusammen an den Tisch und in die Werkstatt bringen können. Vielleicht erst zur BER-Eröffnung, wenn die Telemetrie-Terabyte Daten auch mit KI , etc. ausgewertet wurden. Die Bibliothekare mit der Denke hinter den alten Code-Bestandteilen sind wohl in Rente.

          • producend sagt:

            @andy:
            warum aber sollte MS, egal ob Gigant oder nicht, egal ob derartige Tests finanzierbar/zumutbar sind oder nicht, warum sollten die kein Geld sparen – wenns so einfach geht? Wir leben im Kapitalismus, bemerkt?!
            Da sind “Almosen”, wie guter support wenig, ne gute Rendite, gleichbedeutend mit entlassen von AN, sehr stark angesagt. Immer schon, inzwischen mehr, denn je. Ob du dafür Verständnis hast, interessiert in Redmond eigentlich niemand.
            Wir alle machen das ja auch brav mit, gelle.

  6. Peter sagt:

    Hallo Herr Born,
    ich musste das Update KB4512941 tatsächlich zweimal deinstallieren. Beim ersten installieren hatte ich vorher die Suche nach updates selbst angeschoben und auch auf herunterladen und installieren geklickt. Danach war mir das mit der hohen CPU Last aufgefallen. Habe im Internet nachgeschaut, unter anderem auch bei den Kollegen von Deskmodder. Dort stand in der Beschreibung zu diesem KB4512941, das bei Microsoft keine Probleme bekannt wären. Wegen der CPU Last habe ich mich trotzdem dazu entschlossen das Update zu deinstallieren. Nach dem Neustart wurde sofort das KB4512941 wieder automatisch runtergeladen und installiert. Danach habe ich die Updates paussiert und das KB4512941 deinstalliert. Seitdem habe ich Ruhe. Deswegen auch meine obige Frage. Wenn sich dieses KB4512941 nicht wieder von alleine installiert hätte, wäre ja alles gut.

  7. Andreas Kircheis sagt:

    Hallo Herr Born,
    bisher kannte ich Probleme beim Windows-Update nur vom Hörensagen. Nun zeigt mein Haupt-PC (AMD FX6300) das beschriebene Verhalten und zwar bis zum Hitzeabsturz – meine älteren PCs mit 2-Kerner nicht. Obwohl über OO_Shutup eigentlich deaktiviert, ist Cortana auf einmal wieder aktiv. Derzeit behelfe ich mir damit, kurz nach Start den Taskmanager (Strg-Shift-Esc) aufzurufen und Cortana abzuschießen.

    • Günter Born sagt:

      Nachdem nun binnen 2 Minuten zwei Kommentare der Art “bisher kannte ich Probleme beim Update nicht’ eingeschlagen sind – ein alter Spruch aus der Werbung: ‘Früher oder später kriegen wir sie alle’ …

      und von meiner Seite schiebe ich nach: ‘Wir arbeiten da hart dran, versprochen’ – persönlich stehe ich ja als Schreiberling seit 1988 vorne in der Bütt. Da gilt dann ‘ist der Ruf erst ruiniert, bloggt sich’s gänzlich ungeniert’. In diesem Sinne werde ich weiter über die Fehlerchen berichten, die niemanden betreffen. Vielleicht kann ich damit dem einen oder anderen Leidensgenossen den Arsch retten. Und um die Gemüter zu besänftigen: Mit Linux wäre das in anderer Form wohl irgendwann auch passiert ;-).

  8. Martin sagt:

    Kumulatives Update 1903 2019-09 (KB4515384)

    Bei deaktivierter Bing-Suche gibt es immer noch Probleme, bei einigen Rechnern geht die Desktop Suche nun gar nicht mehr, andere wiederum sind nicht betroffen. Nur Deinstallation des September Updates hilft.

    Das Nerv-Thema kontrollierbares W10-Management wird irgendwie auch Ende 2019 nicht besser.

    Mit WSUS kann man die Updates wenigstens zurückrollen, dennoch, das ist doch Mist.

    Spaß macht das irgendwie nicht mehr…

    • Günter Born sagt:

      @Martin: Ich tippe darauf, dass Du den Cache ausgetauscht hast? Falls ja: Öffne mal eine administrative Eingabeaufforderung über ‘Als Administrator ausführen’ und lasse eine Systemdateiprüfung mit sfc /scannow durchführen. Geht es dann? Würde mich interessieren, da mich der Blog-Leser, der das Cache-Thema aufgebracht hat, genau das angemerkt hat.

      • Martin sagt:

        /scannow mache ich ungern, schon gar nicht flächendeckend. Ich verwalte WSUS bei etlichen Kunden…

        Du meinst den app cache zurücksetzen? Bin jetzt nicht ganz im Bilde…

        Abgsehen davon überlege ich, die Bing Suche per FW-Regel am Client zu unterbinden, ist auf Dauer vielleicht der bessere Weg.

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  10. Martin sagt:

    Nachtrag: Verzögertes, automatisiertes Ausrollen mit WSUS via Stichtag oder aber über GPO (z.B. Suche und Installation nur in der 4. Woche), funktionieren mit 1903 seit dem kumulativen Update 2019-08 nicht mehr. Die Clients ziehen unmittelbar die Updates, egal welche Methode man auch verwendet.

    Vor allem mit Stichtag (bei WSUS GPO Option 4: nur Suche, keine Installation der Updates), ging das verzögerte Ausrollen eigentlich bisher ganz gut.

    Das ist nun leider nicht mehr möglich.

  11. Heinz sagt:

    Nach dem letzten Windows Update hatte ich das besagte Cortana unc CPU-Last Problem. Dies hatte ich mit dem hier auf der website verlinkten Cortana Fix beheben können.
    Nach dem heutigen Update mit KB4515384 ist das Problem mit Cortana wieder aufgetaucht. CPU-Last nicht, oder zumindest nicht so stark.
    Habe dann den Tipp mit sfc /scannow befolgt. Es als Ergebnis wurde angezeigt, dass defekte Systemdateien gefunden und die Probleme behoben wurden.
    Und tatsächlich funktioniert die Suche jetzt auch wieder.
    Danke für den Tipp

    • Günter Born sagt:

      Danke für die Rückmeldung. Der tiefere Hintergrund: Mit sfc /scannow werden die Cache-Dateien auf den alten Zustand zurückgesetzt. Zusammen mit dem Fix im Update sollte dann die Suche funktionieren. Was mir noch unklar ist: Muss bei dir Bing als Such-Engine aktiviert sein? Oder kann Bing deaktiviert werden und die Desktop-Suche funktioniert weiterhin?

  12. Martin sagt:

    also, ich habe es nicht mehr hinbekommen, sämtliche GPOs deaktiviert und Reg-Keys zurückgerollt, um dies als Fehlerquelle auszuschließen. Das einzige was hilft, ist ein Rollback auf das kumulative Update 2019-07 für 1903

    Searchindexer.exe läuft, aber die searchUI.exe nicht, das dürfte der Grund sein, weswegen die Suchmaske nicht reagiert.

    Nur warum startet der Prozess nicht?

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