Microsoft Surface Pro 4 fängt Feuer

[English]Sehr unschöne Sache: Gerade ist mir ein Fall unter die Augen gekommen, wo ein Surface Pro 4 plötzlich nicht mehr laden wollte, dann blähte sich das Akku auf und das Gerät fing Feuer.


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Microsofts Marketing-Leute haben zwar kürzlich eine echte Troll-Kampagne in Sachen Surface gegen Apples MacBooks gefahren (siehe Microsoft trollt Apple MacBooks mit dem Surface …). Aber in der Praxis sitzt der Problembär in Redmond und heißt Surface. Seit es die Geräte gibt, poppen hier immer wieder Blog-Beiträge über echte Probleme auf. Ein Dauerbrenner sind die Akku-Probleme bei den Surfaces. Mal werden die Akkus zu schnell entladen und Microsoft versucht das per Firmware-Update weg zu basteln. Dann sterben plötzlich Reihenweise Akkus einen frühen Tod (siehe Microsoft Surface Pro 3: Fix gegen Akku-Tod kommt (möglicherweise) bald).

Akkus blähen sich beim Surface Pro 4

Bei den Surface Pro 4-Geräten gibt es ebenfalls ein Akku-Problem. Ich hatte hier im Blog ja vor kurzem darüber gebloggt (Gibt es mal wieder Akku-Probleme bei den Surfaces?). Kurz, nachdem die Geräte aus der Gewährleistung fallen, blähen sich bei einzelnen Exemplaren die Akkus auf. Das Display springt im besten Fall ab und das Gerät ist dann kaputt. Die Fundstelle hier zeigt Fotos eines abgelösten Displays. Auch für andere Surface-Modelle finden sich Treffer (hier, hier, hier und hier). Der Käufer steht im Regen, denn Microsoft reagiert nicht.

Akku bläht sich auf und Surface Pro 4 fängt Feuer

Nun ist mir ein Fall unter die Augen gekommen, wo das Thema ‘Akku bläht sich auf’ ziemlich daneben ging. Denn das Surface Pro 4 fing Feuer. Ich wurde durch MVP-Kollegin Barb Bowman über folgenden Tweet auf die Sache aufmerksam.

Der Betroffene Besitzer des Surface Pro 4 hat das Ganze in Microsofts Answers-Forum in der Kategorie für die Surfaces beschrieben.

Surface Pro 4 won’t charge or turn on…because it caught fire!! Please see the pictures

Hello all.

So my Surface Pro 4 here had 4 years of extended warranty that I purchased and 3 months after it ran out my Surface all of a sudden stopped charging and now won’t turn on.

Please see pictures below.

Also, the battery started to bulge enough to damage the screen and some other components because IT CAUGHT FIRE!!

Any help on the matter would be appreciated.

Alles fing damit an, dass ein vier Jahre altes Surface Pro 4 mit erweiterter Gewährleistung plötzlich nicht mehr laden wollte und sich auch nicht mehr einschalten ließ. Der Nutzer bemerkte dann plötzlich, dass sich das Akku aufblähte und das Display springen ließ (siehe folgende Foto).

Surface Pro 4: Akku sprengt Display
(Surface Pro 4: Akku sprengt Display, Quelle: Microsoft Answers-Forum)


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Als der Nutzer dann das abgelöste Display angehoben hat, um sich den Schaden anzusehen, stellte er fest, dass es im Inneren des Geräts gebrannt hatte. Das folgende Foto zeigt diesen Brandschaden.

Akku-Brand im Surface Pro 4

(Akku-Brand im Surface Pro 4, Quelle: Microsoft Answers-Forum)

Selbst an der Gehäuserückseite sieht man Brandspuren von der Hitzeentwicklung des Akku-Brands im Inneren (siehe folgende Foto).


(Brandspuren am Surface Pro 4-Gehäuse, Quelle: Microsoft Answers-Forum)

Das Ganze ist zwar ein Einzelfall und wohl glimpflich ausgegangen, nichts in der Wohnung wurde in Mitleidenschaft gezogen. Aber unter dem Strich haben wir das, was bei Samsung schon mal einen großen Reputationsschaden verursacht hat. Und ein Surface in ein Flugzeug mitnehmen könnte möglicherweise bald zum Problem werden.

Ergänzung: Wie es ausschaut, ist ein Surface während eines Fluges in Feuer aufgegangen. Barb Bowman hat mir die Info in folgenden Tweet zukommen lassen.

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11 Antworten zu Microsoft Surface Pro 4 fängt Feuer


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  2. Mance sagt:

    Mal eine grundsätzliche Frage zu dem Problem. Wenn man das sieht dann kann man den Rechner nicht unbeaufsichtigt eingeschaltet bzw. überhaupt am Netz lassen. Kürzlich war hier mal ein Artikel über das gleich Problem bei HP Schlepptops.

    https://www.borncity.com/blog/2019/07/18/vorsicht-support-hp-pavillion-und-das-blhende-akku/

    Ich habe zwar nicht den dort genannten sondern einen neueren aber auch mit fest eingebautem Akku. Im Moment lass’ ich das Ladekabel dauernd eingestöpselt in der Hoffnung, daß so der Akku geschont wird.
    Was meint Ihr? Könnte das helfen oder ist damit die Gefahr nicht gebannt?

    • Günter Born sagt:

      Ich versuche die Geräte nicht unbeaufsichtigt über Nacht laden zu lassen – und wenn es geht, lege ich die auf einen Fliesenboden. Das ständige Nachladen sehe ich dagegen nicht als förderlich an.

      • Ralf sagt:

        Betrifft auch nicht nur Li-ion Akkus. Ich habe auf der Interschutz vor zig Jahren eine Ausstellung der Feuerwehr gesehen. Da wurden Brandursachen ausgestellt, die für komplette Wohnungsverwüstungen verantwortlich waren. Dabei unter anderem ein Ladegerät für handelsübliche NiMH Akkus. Seitdem dürfen bei mir alle Akkus nur noch unter Aufsicht laden, und alle, die dabei zu heiß werden, werden nach einer Kontrolle ausgetauscht. Leider haben einem bei Laptops und Smartphones die Hersteller ja einen Strich durch die Rechnung gemacht, da die Akkus jetzt fest und auf engstem Raum verbaut sind.

    • Dekre sagt:

      Die grundsätzliche Frage ist, dass die Akkus alle nun im Gerät verklebt sind und das wohl bei Herstellern. Das war früher nicht so und das ist das entscheidende Problem.
      Die Akkus sind so dünn und innerhalb geschichtet, wenn es da drin den kleinsten Riß in den Trennfolien etc gibt, kollabiert das ganze Gerät.

      Das ist alles technisch nicht ausgereift. In den USA würde der Hersteller mit Millarden Dollar zur Kasse gebeten werden. Hier kriegt man nicht mal das Gerät ersetzt. Das ist alles ein Skandal.

  3. Rudi sagt:

    Akkus sollte man nie auf 100% aufladen. Das kann die Lebensdauer drastisch verkürzen. Ideal sind 80%, das verlängert die Lebensdauer sogar.

    Hier mal ein Artikel von DO 91.2 dazu:
    Obwohl ohne ihn nichts läuft, kommt dem Smartphone und Laptop Akku im Alltag praktisch keine Aufmerksamkeit zu. Es sei denn, er ist leer. Dabei dankt der Energiespender etwa Aufmerksamkeit und Pflege mit längeren Laufzeiten und am Ende mit einer längeren Lebensdauer.
    Eine der wichtigsten Maßnahmen gegen den vorzeitigen Akku Tod ist der Ladestopp. Man sollte den Ladevorgang möglichst immer bei 80 Prozent beenden, rät die Stiftung Warentest. Denn vollgeladene Akkus altern vorschnell. Eine Abschaltautomatik gebe es bei Handys aber bislang nicht.
    Um einigermaßen komfortabel über den Tag zu kommen, wenn man das Smartphone nicht mehr nachts auf 100 Prozent hochlädt, empfiehlt sich den Warentestern zufolge der Teillade-Strategie. Man hängt das Handy/Laptop etwa immer beim Frühstück und noch einmal beim Abendbrot ans Netz, statt es dort stundenlang am Stück hängen zu lassen.
    Die Mühe macht sich am Ende bei der Lebensdauer bezahlt. Bei guter Behandlung halten Lithium-Ionen-Akkus nach Angaben des Umweltbundesamtes drei bis fünf Jahre. Wird der Energiespender dagegen unsachgemäß behandelt, halbiere sich die Lebensdauer.
    © Christin Klose (dpa)

    • Dekre sagt:

      Wieso? Das Ding lädt automatisch, wenn es am Netz ist. Das kann man meines Erachtens nicht einstellen. Das ist wohl bei allen Geräten so, egal ob Notebook oder el. Zahnbürste oder Rasierapparat u.s.w.
      Bei meinen alten Notebooks (Toshiba und HP) mit noch entfernbaren Akkus lädt das System nie voll und hört immer bei ca. 96-98% auf.
      Das Problem ist wohl dann so richtig, wenn ein Akku total leer ist. Dann kann es passieren, dass man ein neues braucht. Deshalb melden sich dann die Geräte bei unter 10% und schalten sich bei kleiner 5%-2% ab.

      Stiftung Warentests testet alles und nichts und so richtig auch nicht. Bei guter Behandlung 3-5 Jahre? Manche halten und halten und halten und manche nicht.

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  5. Mance sagt:

    Alles richtig bei normal funktionierenden Akkus, aber hier geht es ja eindeutig um Akkus mit Konstruktionsfehlern deren Funktion nicht normal ist. Wenn das Ladegerät an einem vollen Akku angeschlossen ist geht der Ladestrom auf Null zurück. So jedenfalls bei meinem Navi (da kann ich das messen wenn ich es über ein Netzgerät mit Stromanzeige auflade). Das wäre dann doch eigentlich so, als würde ich den Akku ausbauen und liegen lassen, abgesehen davon, daß er sich dann mit der Zeit langsam entlädt. Die Frage ist dann ob diese fehlerhaften Teile so schrottig sind, daß (durch chemische Reaktion od. sonstwas) selbst dann nach einer gewissen Zeit die Gefahr einer unkontrollierten Reaktion besteht. Oder ob das Fehlverhalten nur in Zusammenhang mit eimen Stromflusses auftritt da das ja auf jeden Fall mit einer chemischen Reaktion einhergeht. Dann vielleicht sogar nicht mal beim Laden sondern beim betriebsmäßigen Entladen? Hat das schon jemand genauer beschrieben in welchem Btriebszustand das Problem auftrit?

  6. Mance sagt:

    Entschuldigung für das Doppelposting, war ich wohl zu ungeduldig.

    https://www.elektronik-kompendium.de/sites/bau/0810281.htm

    Möglicherweise wurde u. A. am Separator gespart. Wenn der durch ist dann knallt’s. Das Zeugs muß ja immer biliger und leistungsfähiger werden. Der nimmt da nur unnötig Platz in Anspruch.

  7. Mance sagt:

    Nach Allem was hier nun geschrieben wurde und “www.elektronik-kompendium”, da insbesondere “Regelmäßiges Aufladen eines halbvollen Akkus wirkt sich nicht auf die Gesamtkapazität aus.”, werde ich nun vorläufig so vorgehen:

    Wenn das Gerät unbeaufsichtigt ist wird das Ladekabel ausgestöpselt.

    Wenn ich vor Ort bin wird aufgeladen.

    Idealerweise pendelt der Ladezustand dabei im Bereich zw. 50 und 90 %. Die 90 % interpretiere ich so, daß das der PC Anzeige “Aufgeladen (100 %)” entspricht. Dabei gehe ich davon aus, daß das Ladesystem so intelligent ist, den Ladevorgang abzubrechen wenn es für den Akku gut ist.
    Der Stromsparmodus wird automatisch aktiviert wenn der Akkustand unter 50 % ist.

    • Dekre sagt:

      Was heißt vor Ort? – Alles schnulli.

      Man kann es nicht so richtig kontrollieren. Es gibt Regeln, die sich noch nie beim Basteln von Strom, Batterien und Akkumulatoren seit Entdeckung der Elektrizität geändert haben. Wer mal gasende Akkus täglich aufgefüllt hat und auch neu geladen hat, weiß wovon er redet. Das Ganze ist nun 40 Jahre her. Die neuen Dinger (das gasen ist weggefallen, sehr gesundheitsfördernd, Leistung erhöht etc.) sind nun so dünn und so sensibel, dass es schwer einzuschätzen ist. Es läuft mit Mikometer- und Nanobereich alles ab.

      Wird es zu heiß, so Stecker weg!

      Normalerweise müsste jedes Gerät welches aufzuladen ist, in einem separaten Raum stehen, der muss über Belüftungs- und Entlüftungseinrichtungen verfügen. Die Unterlagen muss feuerfest sein. Feuerlöscher für elektronische Brände müssen vorhanden sein. Notausschaltknopf etc.
      Kannst ja mal bei den jeweiligen Berufsgenossenschaften nachfragen und dazu noch bei der Feuerwehr. Auch so, und feuerfeste Kleidung tragen und Schutzanzüge, auch für Augen und Hände.

      Wer macht das?

  8. Mance sagt:

    @Was heißt vor Ort? – Alles schnulli.

    Das heißt meine Wg. ist 80 qm groß, also sehr überschaubar. Der Rechner steht in meinem Arbeitszimmer wo ich mich auch aufhalte, wenn ich meinen anderen häuslichen Hobbys nachgehe.

    Ok, warum hab’ ich einen Schlepptop gekauft und keinen Desktop? Das ist die einzig vernünftige Alternative. Und daß der Akku fest eingebaut ist, hatte ich ehrlich gesagt beim Kauf überhaut nicht auf dem Schirm. Das ist mir dann erst später zuhause aufgefallen.

    Aber jetzt ist es halt so und ich werde vorläufig mit dem Risiko leben. Es ist ja auch hier so wie bei allen anderen Gefahren die das Leben so mit sich bringt. Alles nur statistische Wahrscheinlichkeiten. Es werden jetzt sicher nicht alle Laptops auf der ganzen Welt in Flammen aufgehen :-)

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