Windows 7: ESU-Supportverlängerung bestellbar, Preis und Bezugsquelle für KMUs

win7[English]Es war eine schwere Geburt – über drei Wochen habe ich jetzt gebohrt, um Details und vor allem Preise zur Windows 7-Supportverlängerung zu bekommen. Endlich kann ich für Deutschland einen Preis und eine konkrete Bezugsquelle für Extended Security Updates-Lizenzen (ESU) für KMUs nennen. Damit können kleine Firmen und der Mittelstand (KMU) die Windows 7-Supportverlängerung ordern.


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Worum geht es beim ESU-Programm?

Zum 14. Januar 2020 endet der Support von Windows 7 SP1 und das Betriebssystem bekommt keine Sicherheitsupdates mehr. Ausnahmen sind nur Systeme, bei denen weiterhin Support über das Extended Security Update-Programm (ESU) gekauft wurde.

Das Programm wurde bereits 2018 angekündigt – ich hatte in diversen Blog-Beiträgen wie Windows 7 kriegt Extended Support bis Januar 2023 über diese Supportverlängerung für Unternehmen berichtet (siehe auch die Links am Artikelende). Im Blog-Beitrag Windows 7: Extended Security Updates buchbar ab April 2019 hatte ich zudem berichtet, dass Firmenkunden mit Volumenlizenzvertrag und Software Assurance (Wartungsvertrag) bereits ab dem 1. April 2019 die ESU-Option für 2020 im Volumenlizenzcenter buchen konnten. Und es gab ein Gratisangebot für Großkunden, die ein Enterprise Agreement und eine Enterprise Agreement Subscription für Windows 10 Enterprise E5, Microsoft 365 E5 oder Microsoft 365 E5 besitzen (siehe Windows 7: Kostenlose Supportverlängerung und Nutzung).

Alleine, die Masse der Kleinkunden, also Einzelanwender, Freiberufler oder kleine Firmen und der Mittelstand blickt bei den obigen Angeboten in die Röhre. Im Oktober 2019 hatte Microsoft dann den nächsten Schritt gemacht und das Extended Security Update-Programm (ESU) auch für KMUs (kleine und mittelgroße Unternehmen) angekündigt, die üblicherweise keinen Volumenlizenz- und Softwarewartungsvertrag haben. Das Ganze sollte am 1. Dezember 2019 starten – dann hat Microsoft gemerkt, dass das ein Sonntag war, und alles auf den 2. Dezember verschoben. Also alles paletti?

Alles nur vollmundige Versprechen?

Es gibt den Spruch ‘Den Hund zum Jagen tragen’. Ich hatte für meinen Blog sowie für Artikel bei heise bereits Mitte November 2019 versucht Details herauszufinden. Ich wollte wissen, was eine ESU-Lizenz für einzelne Windows 7-PCs kostet und wo man diese bestellen kann. Alleine, ich bin diesbezüglich elendiglich ‘gescheitert’ und konnte im Artikel Start des Windows 7 Extended Security Update (ESU) Program keine wirklichen Details nennen.

  • Microsoft Deutschland, die ich über die Pressestelle angefragt hatte, teilte mir freundlich mit, dass die Cloud Solution Provider (CSP) als Microsoft Partner diese Abwicklung übernähmen. Dort möge ich Preise erfragen.
  • Ich habe dann ca. eine Hand-voll Cloud Solution Provider (CSP) direkt oder über Microsofts CSP-Partner-Portal bezüglich Preisen und Bezugsmöglichkeiten angefragt. Die Bilanz: Nur eine direkt angefragte Firma hat sich überhaupt zurückgemeldet.

Gut, im November 2019 musste noch keine Preisliste vorliegen – aber am 2. Dezember, wenn der Verkauf startet, ändert sich das? Alleine, die Firma war nicht in der Lage, bis letzten Freitag konkrete Preise zu benennen – denn Microsoft Deutschland hat schlicht nicht geliefert. Kollegen bei Woody Leonhard (askwoody.com), mit denen ich im Austausch stehe, waren in den USA auch nicht erfolgreicher. Über diverse Quellen wurde mir zudem signalisiert, dass Partner durch Geheimhaltungsverträge gehindert seien, Preise (sofern überhaupt bekannt) zu nennen. Nur Mary Foley hatte mal Anfang 2019 eine geleakte Marketing-Folie von Microsoft veröffentlicht (siehe diesen Beitrag). Dort konnte man 50 US $ für eine Windows 7 Professional ESU-Lizenz für das Jahr 2020 als Preisvorstellung ablesen. Diese Angaben wurden aber niemals offiziell bestätigt.

Aufgetan: Ein Preis und eine Bezugsmöglichkeit

Die letzten drei Wochen habe ich dann den CSP-Partner Software Express, die mir auf meine ursprünglich Anfrage geantwortet hatten, gelöchert und wiederholt nach Preisen sowie Konkretem gefragt. Die Leute haben sich echt reingehängt, alleine, Microsoft hat die bezüglich Preisen und konkreten Angaben zur Abwicklung lange hängen gelassen.

Seit Mitte der Woche bewegte sich was. Auf Grund der oben skizzierten Vorgeschichte habe ich dann bei Software Express angeregt, gleich eine Webseite aufzusetzen, wo neben dem Preis auch einige Informationen zum Windows 7 ESU-Programm und eine Bestellmöglichkeit zu finden ist. Sozusagen eine ‘On-Stop-Möglichkeit’ als Angebot für KMU-Kunden. Das haben die Leute jetzt umgesetzt und am späten Freitag-Nachmittag/-Abend bekam ich grünes Licht, auf dieses Angebot hinzuweisen.


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Angebotsseite Software Express für den Extended Security Update-Programm (ESU) Kauf

Die Angebotsseite enthält alle benötigten Informationen, Preise und eine Bestellmöglichkeit für KMU-Unternehmen.

  • Die Windows 7 ESU-Lizenz für 2020 kostet für Windows 7 Professional und Enterprise Netto 61,53 Euro. Mit Mehrwertsteuer sind das in Deutschland 73,22 € Euro Brutto.
  • Telefonisch hat mir Software Express am Freitag versichert, dass die Lizenzen deutschlandweit geordert werden können.

Die Leute bei Software Express bieten zudem eine telefonische Beratung an. Bei Bedarf kann sogar eine Remote Installationsunterstützung für die ESU-Lizenzen zum kleinen Preis gebucht werden. Ich finde, das ist eine runde Sache und für manchen Freiberufler und Kleinunternehmer, der nicht so fit ist, sicher ganz hilfreich.

An dieser Stelle der Hinweis: Ich habe keine geschäftlichen Verbindungen zu Software Express und bei Bestellungen ergeben sich für mich keine Vorteile. Aber am Ende des Tages war es der einzige von mir angefragte Anbieter, der sich ins Zeug gelegt und schlussendlich ein konkretes Angebot bereitstellt hat. Aber die Abwicklung erfolgt zwischen euch und diesem Anbieter – ich bin also nicht für eventuelle Nachfragen, Reklamationen und Beschwerden zuständig.

Verwaltung der ESU-Lizenzen über die Cloud

Ergänzender Hinweis: Inzwischen ist auch klar, dass die Aktivierung und Verwaltung der Keys über das Microsoft 365 Admin Center des jeweiligen Endkunden erfolgen muss. Dass ist ein weiterer Schritt Microsofts, die Leute in die Cloud zu zwingen. Wer kein Konto für Microsoft 365/Azure hat, wird sich die Aktivierung von seinem Dienstleister abwickeln lassen müssen.

Ergänzung: Ich habe die Verwaltung der ESU-Lizenzen über das Microsoft 365 Admin Center im Blog-Beitrag Windows 7: ESU-Lizenz kaufen und verwalten – Teil 1 beschrieben.

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18 Antworten zu Windows 7: ESU-Supportverlängerung bestellbar, Preis und Bezugsquelle für KMUs


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  2. Macintom sagt:

    “Die Windows 7 ESU-Lizenz für 2020 kostet für Windows 7 Professional und Enterprise Netto 61,53 Euro.”
    Mal abgesehen davon daß der Preis happig ist: was kostet es denn dann das zweite Jahr? Mir war daß dann die Kosten auf das doppelte (?) steigen.

    Aber gut, wer den Windows 7 PC beruflich/freiberuflich nutzt kann die ganze Choose ja absetzen. Trotzdem denke ich daß für die Privatleute irgendwann Quellen durchsickern die die Updates auch so bereitstellen.

  3. K Brandt sagt:

    Habe mir seit XP Support Ende 2014 nix eingefangen!

    • Die/Das/Der Gender-Krankheit*erIn sagt:

      man kann auch noch eine internet security installieren. es gibt zwar leute, die sagen, das nütze nicht, aber ich glaube es nicht.

      • TutnixzurSache sagt:

        Dann schau doch mal bei den Anbietern von Security-Suiten nach den Betriebssystemanforderungen.

        Unterhalb Windows 7 SP1 läuft da aktuell größtenteils entweder gar nichts mehr oder nur in einer veralteten Version der Security-Suite.

        Bei G Data war es bspw. so, dass es kurz (wenige Monate) nach dem Supportende von Windows Vista keine Programmupdates mehr gab, sondern nur noch Virensignaturupdates.

        Man kann wohl getrost davon ausgehen, dass spätestens mit dem Erscheinen der 2021er-Versionen Windows 7 nicht mehr (vollumfänglich) unterstützt wird.

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  5. Ismail sagt:

    Danke für deine Mühen ;-)

    • K Brandt sagt:

      Sorry, hätte ich auch noch ein Danke hinterlassen müssen! Der Artikel ist wirklich sehr ausführlich vom Autor verfasst und auch für Laien gut zu lesen. Herzlichen Dank Herr Born

  6. Gert sagt:

    Ich habe mehrere Windows 7sp1 Rechner ohne jegliches Update seit Jahren am laufen, hängen im Internet um per Fernwartung drauf zuzugreifen.
    Wenn ich mal eine Wartung machen muss überprüfe ich diese mit offline Virenscannern und habe noch niemals etwas gefunden.
    Ich mache mir da also keinen Kopf und lass alles wie es ist
    Grüße
    Gert

  7. RedOne sagt:

    Nicht alle Anbieter machen mit!

    Mir ist z.B. eine Bank bekannt die Online-Banking
    mit Windows 7 ab 14.01.2020 nicht mehr erlaubt.

    Es kann also Einschränkungen in der Benutzung von Windows 7 geben,
    da Anbieter Angst vor Kaperungen von Windows 7-Systemen haben.

    Ein Wechsel des Betriebssystems ist also angesagt,
    egal wie toll man Windows 7 findet.
    Ich finde es auch toll für meine Bedürfnisse, aber das zählt nicht mehr.

    • JohnRipper sagt:

      Jede Hardware, egal ob IT oder Maschinen, Fahrzeuge, Flugzeuge usw. ist irgendwann EOL und gibt noch einige Zeit Ersatzteile und dann wars das.

      Frag mal bspw bei Eisenbahnfreunden an wie es mit Ersatzteilen bei Dampflokomotiven aussieht…oder bei Lufthansa zum Thema Super Star.

      Also was soll das geheule um das Supportende.

      • RedOne sagt:

        Wie ist es mit Oldtimer-Automobilen,
        die dürfen immer noch auf den Strassen fahren?!

        Aber wie vorher gesagt:
        Ich finde Windows 7 auch toll für meine Bedürfnisse, aber das zählt nicht mehr. Leider.

    • deoroller sagt:

      Windows geht ja noch. Da gibt es immer Möglichkeiten am PC, eine Alternative nutzen zu können.

      Aber wie ist es mit Smartphones, bei denen schon nach 1-2 Jahren nach dem Kauf der Patchsupport eingestellt wird? Damit ist der bargeldlose Zahlungsverkehr extrem gefährdet, weil die Geräte Millionenfach genutzt werden, bis nichts mehr geht.
      Da muss es eine Regelung geben, die nicht im Wegwerfen endet.

    • Gerold sagt:

      Das gabs bei Windows XP auch schon, dazumals hat es gereicht mit User Agent Switcher die Browserkennung zu ändern, das dürfte auch diesmal funktionieren.

  8. Michael Uray sagt:

    Gibt es inzwischen auch schon eine ESU Verfügbarkeit für KMUs mit Server 2008R2 ohne Volumenlizenzvertrag und was kostet diese?

    • Günter Born sagt:

      Ich weiß, dass die Leute von Software Express da dran sitzen – es ist aber nicht sicher, dass das geht. Wenn ich da was erfahre, werde ich es im Blog bringen. Ist alles sehr zäh – Kollege Ed Bott hat es auf ZDnet mal so formuliert ‘Microsoft bietet kostenpflichten ESU-Support für KMUs, aber es ist nicht sicher, ob die überhaupt deren Geld wollen’ – ich hatte eher ‘den Hund zum Jagen tragen’ im Sinn.

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  10. Komm sagt:

    Netto 61,53 Euro. Mit Mehrwertsteuer sind das in Deutschland 73,22 € Euro Brutto.
    Das war einmal:
    Jetzt kostet es:89,90 € Netto und 106,98 € Brutto
    Eine satte Preiserhöhung um 46%.

    • Günter Born sagt:

      Nun ja, wenn ich Gorbatschow mit ‘wer zu spät kommt, den bestraft das Leben’ zitiere, wird das überheblich klingen.

      Ich habe keinen Einfluss auf die Preise, kann mir aber vorstellen, dass der Anbieter inzwischen festgestellt hat, dass der Beratungsbedarf höher als erwartet ist. Mein Glück, dass ich die initialen Zahlen, die mal im Raum standen, nie genannt habe.

      Ansonsten steht es jedem Nutzer frei, einen CSP-Partner seiner Wahl zu kontaktieren und dort Preise zu erfragen.

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