Chromium Edge: Probleme mit dem Benutzerdatenverzeichnis

Edge[English]Der Chromium Edge-Browser hat böse Probleme im Unternehmensumfeld bei der Verwaltung eines Benutzerdatenverzeichnisses. Bei aktiviertem Benutzerdatenverzeichnisse kann der Chromium-Edge nicht vom gleichen Benutzer an verschiedenen Clients gleichzeitig genutzt werden.


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Blog-Leser Christian S. hat mich bereits Ende Januar 2020 auf das Problem mit den Benutzerdatenverzeichnisse beim Chromium-Edge aufmerksam gemacht, welches in Firmenumgebungen zu Problemen führen dürfte. Ich nehme es mal hier im Blog mit auf, um das Thema zur Diskussion zu stellen.

Problem: Benutzerdatenverzeichnis im Edge

Beim Chromium-Edge kann ein Administrator über Gruppenrichtlinien ein Benutzerdatenverzeichnis festlegen (siehe folgender Screenshot). Dort legt der Browser dann die Benutzerdaten ab.

Chromium Edge Richtlinien
(Zum Vergrößern klicken)

Eigentlich eine schöne Sache, da der Benutzer über sein Konto den Edge auf verschiedenen Clients mit seinen gespeicherten Daten einsetzen kann. So weit die Theorie, die in der Praxis aber nicht funktioniert. Christian schrieb mir dazu: Leider gibt es auch ein Problem bei dem Edge, sobald das Benutzerdatenverzeichnis konfiguriert wurde.

Denn der Edge läuft bei angelegtem Benutzerdatenverzeichnis nur auf einem Client. Nachdem Christian ein Benutzerdatenverzeichnis über die Edge-Gruppenrichtlinien (siehe obige Abbildung) festgelegt hat, machte er beim Chromium Edge folgende Beobachtung.

Beobachtung bei aktiviertem Benutzerdatenverzeichnis

Wurde diese Richtlinie definiert, kann der Edge an zwei Rechnern mit demselben angemeldeten Benutzer nicht mehr gleichzeitig gestartet werden. Hier sein Beispiel:

  • Benutzer 1 am Arbeitsplatz 1: will den Edge starten -> Edge öffnet sich
  • Benutzer 1 am Arbeitsplatz 2: will den Edge starten -> Prozess startet und beendet sich direkt wieder (ohne Popup)
  • Benutzer 1 am Arbeitsplatz 1: beendet den Edge
  • Benutzer 1 am Arbeitsplatz 2: will den Edge starten -> Edge öffnet sich
  • Benutzer 1 am Arbeitsplatz 1: will den Edge starten -> Prozess startet und beendet sich direkt wieder (ohne Popup)

Das Benutzerdatenverzeichnis ist also am zweiten Arbeitsplatz durch den am ersten Arbeitsplatz laufenden Edge blockiert. Der Edge-Browser ist dann nicht mehr nutzbar, sondern die laufende Instanz am ersten Arbeitsplatz muss explizit beendet werden., um den Edge am zweiten System nutzen zu können.


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Ich kenne in etwa das Einsatzszenario von Christian anhand der in der Mail angegebenen Organisation, die ich hier nicht nennen möchte. Die Vorgabe: Dann sollen die Benutzer sich halt abmelden, wenn sie am 2. Rechnern mit dem Edge arbeiten müssen, ist da realitätsfremd.

Workfolder und UEV auch keine Alternative

Die Idee von Christian war, Arbeitsordner (Workfolder) zu verwenden. Hier sein Testszenario zu diesem Fall mit Workfoldern:

  • Benutzer 1 am Arbeitsplatz 1: Startet und Beendet den Edge
  • Benutzer 1 am Arbeitsplatz 2: Startet und Beendet den Edge
  • Benutzer 1 am Arbeitsplatz 1: Startet den Edge
  • Benutzer 1 am Arbeitsplatz 2: Startet den Edge
  • Benutzer 1 am Arbeitsplatz 1: Beendet den Edge
  • Benutzer 1 am Arbeitsplatz 2: Beendet den Edge

Dazu schreibt mir Christian: Leider sind hier Workfolder auch keine Lösung, da nach dem obigen kleinen Test bereits diverse Backupfiles angelegt wurden. Weiterhin meint er: Leider ist hier User Experience Virtualization (UEV) auch keine Alternative, da der Microsoft Edge als ein Multi-Prozess läuft. Daher schließt Christian diese Alternative direkt aus.

Frage an die Administratoren im Unternehmensumfeld: Ist dieses Verhalten bei Euch bekannt bzw. bereits festgestellt worden? Falls ja, wie löst ihr dieses Problem in eurer Umgebung?

Ergänzung: Nachdem der Beitrag die Nacht online ging, hat mir Christian noch die Informationen geschickt, dass sich die Probleme gestern auch noch mit Edge v80.0.361.48 nachstellen ließen. Er konnte in der Zwischenzeit folgendes herausfinden:

Frage: Gibt es Synchronisierungsunterstützung für lokale Konten?

Antwort: Derzeit unterstützt Microsoft Edge keine Synchronisierung für lokale Konten. Wir werden diese Unterstützung in einer zukünftigen Version hinzufügen.
Quelle: Microsoft Enterprise Sync

Christian schreibt mir: Ich habe den Testrollout aktuell gestoppt und die betroffenen Benutzer über die Probleme informiert. Sobald wir eine funktionierende Lösung haben oder die neue Funktion hinzukommt werde ich den Rollout wieder fortsetzen.

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22 Antworten zu Chromium Edge: Probleme mit dem Benutzerdatenverzeichnis


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  2. Herr IngoW sagt:

    Geht MS davon aus, das ein Benutzer zur selben Zeit nur an einem Ort sein kann?
    (Sagt ja schon die Physik: ein Körper kann zur selben Zeit nicht an zwei Orten sein.)
    Natürlich blöd wenn besagter Benutzer zwei Rechner an seinem Arbeitsplatz hatt.
    😅🤣

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  4. Toby sagt:

    Hat einer schon mal versucht in der aktuellen Stable den internen PDF-Viewer zu deaktivieren? Der ist aktuell ja leider eher ungenügend, das Druckmenü ist sehr beschnitten, also wollen die User einfach, dass das PDF runtergeladen wird und man den Download öffnen kann, d. h. die in Windows hinterlegte Standardapp für *.pdf verwendet wird, z. B. Adobe Reader. Leider klappt das nicht, sobald man auf den fertiggestellten Download klickt erscheint eine Fehlermeldung (vorausgesetzt in Edge ist aktiviert, PDFs immer extern zu öffnen). Die Meldung besagt: “PDF-Reader ist deaktiviert – Der PDF-Reader ist in Microsoft Edge deaktiviert. Um den Reader zu aktivieren, gehen Sie zu Einstellungen, und deaktivieren Sie die Option PDF-Dateien immer extern öffnen.”
    Super Info. Ich möchte aber einfach eine heruntergeladene Datei mit ihrem Standardprogramm öffnen, warum geht das nicht? Adobe Reader ist als Standard PDF-Programm aktiviert und funktioniert aus dem Windows Explorer heraus auch problemlos. Workaround aktuell ist, sich im Edge umständlich die Download-Liste aufzurufen, dort beim Download nicht direkt zu klicken, sondern das übergeordnete Explorer-Fenster öffnen und anschließen das PDF mit Doppelklick öffnen.

    Hat hier jemand das gleiche Problem?

    • Wotan sagt:

      Ich bin auch an einer Lösung dafür interessiert!

    • Dekre sagt:

      Ich habe das gerade mal ausprobiert. Es ist wohl so wie in Chrome und es gibt wohl nur die beiden Varianten. Die Browser (IE11, Chrome, Firefox, Opera) funktionieren bei der Anzeige von PDF-Dateien immer anders. Das nervt.

      Interessant, ich habe das jetzt gerade mit Win10 in IE11 ausprobiert, dort öffnet er bei mir Acrobat Pro. Ich hatte vorher den Foxit Reader (nur) für die Anzeige in IE11, der ist besser in der PDF-Ansicht im IE 11. Ich muss mal den Foxit Reader neu installieren. Ich denke bei dem Upgrade auf Win10 hat er es wieder auf Acrobat Pro umgestellt.

      • Dekre sagt:

        Ich habe jetzt gerade bei IE11 festgestellt (mit Win10), dass er nur im extra Fenster mit Acrobat Reader öffnet. Den Foxit Reader macht er nicht. Deaktiviere ist das Add-On für Acrobat Reader und lass alles mit Acrobat Pro aktiviert im IE 11, so öffnet er nicht mehr im extra Browserfester, sondern öffnet das Programm Acrobat Pro direkt. Das will ich eigentlich nicht, da so die PDF-Dateien im temp-Verzeichnis ewig rumliegen, wenn man das nicht dort separat löscht.

        Über die APP-Auswahl steuert er die Anzeige im IE11 bei Win10. Das ist bei Win7 anders. Da kann man direkt Foxit Reader auswählen, anstelle von Adobe Reader.

        Das mit der PDF-Anzeige in den Browsern nervt etwas. Man will ja nicht sofort die Datei runterladen, sondern zuerst nur mal so schauen, ob es sich lohnt.

        • Toby sagt:

          Damit wir uns nicht falsch verstehen, Plugins sind nicht relevant, IE ist eh raus. Es geht einzig und allein um das Handling von HTML5 Browsern, wie diese mit PDFs umgehen. Nehmen wir hier mal das Beispiel-PDF von
          https://www.tu-berlin.de/fileadmin/fg38/funktionsuebersicht/beispiel.pdf

          Im Firefox wird der integrierte PDF-Viewer verwendet. Klicke ich auf das Symbol “Dokument speichern” wird das PDF heruntergeladen und ich kann es mit einem Klick auf den Download direkt öffnen oder Speichern.

          Öffne ich die URL in Edge (Chromium) und habe die Einstellung “PDF-Dateien immer extern öffnen” gesetzt (weil mir der interne Viewer wegen seines Druckverhaltens nicht zusagt), erscheint die Meldung “Der PDF-Reader ist in Microsoft Edge deaktiviert. Um den Reader zu aktivieren, gehen Sie zu Einstellungen, und deaktivieren Sie die Option PDF-Dateien immer extern öffnen.”, darunter jedoch ein blauer Button “Datei herunterladen”, was dann auch getan wird, PDF landet im Download Ordner und unten in der Fußzeile des Browser sieht man die heruntergeladene Datei. Klickt man darauf passiert der Fehler, Edge versucht nicht den Windows-Default-Viewer für PDFs zum Öffnen des PDFs zu verwenden, sondern wieder sich selber und scheitert natürlich wegen obiger Einstellung. Mmn ein Bug und einer der richtig weh tut in Firmenumgebungen :-(

          Stand heute klappt das in der Edge Stable nicht. Es gibt auch keine mir bekannte GPO mit der ich das einstellen könnte. Lediglich die Einstellung “PDF-Dateien immer extern öffnen” lässt sich per GPO erzwingen.

          • Dekre sagt:

            Genau, ich habe die Einstellung in Edge deaktiviert, so will er die Datei speichern. Aktiviere ich die Einstellung, so wird diese mir im neuen Browserfenster angezeigt. Das ist in in Chrome ebenso. Er öffnet nicht die Einstellung, die in Win10 vorgegeben sind. Das ist aber bei Chrome auch so. Das nervt mich auch, habe mich aber daran gewöhnt. Das ist bei Opera (chrome-basiert) auch so.

            Der einzige der das (fast) richtig macht ist IE11 und das in Win7 und Win10 mit o.g. Einschränkungen.

          • Dekre sagt:

            In FF kann man das einstellen und wählen. Er öffnet dann entweder Acrobat oder Foxit, so wie ich will oder auch nicht. Er nutzt aber auch seine interne Anzeige.

            Bei chrome-basierten Browsern geht es mE nicht. Unabhängig davon werden die PDF-Dateien, die mit externen PDF-Programmen geöffnet werden, nach schließen des Browsers im temp-Verzeichnis abgelegt. Diese werden nicht automatisch gelöscht. Das führt zu Datenmüll.

          • Dekre sagt:

            ja, ja die HTML5 Browser. Ich habe jetzt meinen Win7-PC ausprobiert mit IE11. Also es öffnet im separaten Browserfenster mit voller Funktion des Foxit-Readers. Beim Drücken von “F4” kommt das volle Menü. Das geht nur mit IE11 und Win7. Die Standard-PDF-Anzeige ist Acrobat Pro im System.
            So will ich es eigentlich überall haben und das geht nicht. Ärger, Ärger.
            Das ist gerade mit Win7 und IE11 ausprobiert und geschrieben.

          • Wotan sagt:

            Ich kann alles bestätigen, was Toby beschreibt.

            Für Heimanwender wohl verschmerzbar und mit Workarounds handzuhaben, in Firmenumgebungen aber unbrauchbar.

            Bestimmt werden da nach und nach einige Firmen Microsoft auf die Füße treten. Bis zur sauberen Lösung wird wohl noch noch einiges Wasser den Rhein runter fließen …

  5. Dalai sagt:

    Im Chromium kann man die GPO “UserDataDir” setzen, was wahrscheinlich auch Microsoft für die GPOs des Chromium Edge aufgegriffen hat. Meiner Meinung nach ist das beschriebene Verhalten vollkommen normal, wenn es um Chromium (und alle darauf basierenden Browser) und Firefox geht, wenn das Profil auf einem Netzlaufwerk liegt – ich nehme mal an, dass der im Screenshot sichtbare Pfad ein Netzlaufwerk ist. Ein Profil kann immer nur von einem Nutzer und einem Rechner gleichzeitig benutzt werden, weil die Browser entsprechende Sperrdateien anlegen bzw. Sperren auf Dateien im Profil setzen. Dadurch schlägt der Zugriffsversuch von anderen Clients aus fehl.

    Dass sich Chromium Edge in einem solchen Fall heimlich aus dem Staub macht statt darauf hinzuweisen, ist natürlich nicht schön (aber für mich nicht wirklich überraschend).

    Grüße

  6. simsoo sagt:

    Oh ha … das ist mir noch gar nicht aufgefallen … bei unseren Tests … noch ein Grund mit dem Rollout zu warten. Bei uns nutzen auch einige User gleichzeitig mehrere PCs.
    Ein Problem habe ich auch bemerkt: Man kann in der GPO einen automatischen Import vom Standardbrowser (hier noch IE11) anschalten.
    Leider funktioniert dies aber nicht sobald man den Start-Dialog (ab Version 80 in den Richtlinien endlich enthalten) abschaltet.
    Also doch nicht ganz fit für Unternehmen ….

  7. simsoo sagt:

    Hat jemand schon eine Lösung gefunden?

    • Christian S. sagt:

      Hallo simsoo,

      wir leider bis jetzt noch nicht.
      Aktuell warte ich und hoffe auf die Unterstützung in einem der nächsten Updates…

      Liebe Grüße
      Christian S.

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  9. Axel sagt:

    Die eigentliche Einstellung die man machen müsste ist diese hier:

    https://www.chromium.org/administrators/policy-list-3#RoamingProfileLocation

    Diese gibt es noch nicht. Die Einstellung die oben genannt wird ist dafür gar nicht gedacht, deshalb funktioniert es auch nicht.

    Die beiden anderen Policies kommen später.

    Dalai hat völlig recht.

  10. Anonymous sagt:

    Das Problem haben wir schon seit Jahren mit Chrome und umgelegte Userdatenordner ins Netzwerk damit der Anwender immer alles gleich hat..

  11. simsoo sagt:

    Soweit ich in den Foren / Communities gelesen bzw. Rückinfo bekommen habe
    wird es diese Einstellung von Microsoft nicht geben. Da wird voll auf Sync mit der Cloud gesetzt.
    Somit ist der Edge Browser für uns nicht nutzbar.

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