Windows 10: Neuerungen bei der Treiberaktualisierung

[English]Microsoft hat gerade seinen Prozess zur Treiberaktualisierung überarbeitet. Hardware-Partner können ab sofort Treiber über Windows Update an Windows-Maschinen verteilen. Zudem soll eine neue Einstellseite für Windows 10 kommen, auf der optionale Treiberupdates für den Benutzer auswählbar sind. Ergänzung: Diese Option kommt für Windows 10 Version 2004.


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Ich hatte es hier im Blog nicht weiter thematisiert: Aber Microsoft hat Ende 2019 mit Windows 10 Insidern experimentiert. Zeitweise gab es eine neue Optionsseite unter den Windows Update-Einstellungen, über die optionale Treiber zur Installation ausgewählt werden konnten. Die Option verschwand aber wieder.

Und es gab im Januar 2020 den Blog-Beitrag Windows 10: Blockieren von Treiber- und Funktionsupdates, in dem ich einige Neuerungen für Hardwarehersteller erläutert habe. So haben OEM-Partner die Möglichkeit, die Verteilung von Funktionsupdates zu blockieren, wenn Inkompatibilitäten mit Treibern bekannt sind. Weiterhin hat Microsoft Sperrzeiten für die Auslieferung von Treibern der Hersteller rund um den Patchday oder ein OS-Rollout bekannt gegeben. Damit sollen Kollisionen von Treiberupdates mit Windows Updates oder Funktionsupdates vermieden werden.

Hersteller können Treiber per Windows Update verteilen

Die Auslieferung von Treibern und deren Aktualisierung kann eine komplizierte Geschichte sein. Zudem gibt es verschiedene Wege, Treiber für Windows auszurollen oder zu aktualisieren (durch Treiber-Updater, per Windows Update oder manuell durch den Benutzer). Daher hat Microsoft einen neuen Mechanismus für die Verteilung von Treibern durch Hardware-Partner etabliert und dessen Verfügbarkeit in diesem Techcommunity-Artikel bekannt gegeben.

Alle Hardware-Partner Microsofts haben ab sofort die Möglichkeit, Treiber zur Verteilung über Windows Update bei Microsoft einzureichen. Die Veröffentlichung kann dabei vom Partner als ‘Automatisch’ oder ‘Manuell’ vorgegeben werden. Die Veröffentlichung per Windows Update macht es nicht nur für Anwender einfacher, die Treiber zu beziehen. Partner erhalten über die Microsoft-Mechanismen zur Treiberverteilung neue Möglichkeiten.

So können Partner zukünftig Treiber schrittweise an bestimmte Maschinen ausrollen lassen. Dieser Mechanismus ist aktuell von Funktionsupdates bekannt, die ja auch stufenweise durch Microsoft ausgerollt werden. Bei Treibern soll dieses stufenweise Rollout Partnern die Möglichkeit bieten, Probleme früher zu erkennen und gegebenenfalls Korrekturmaßnahmen zu ergreifen.

Automatisch oder manuelle Veröffentlichung

Partner können beim Einreichen der Treiber vorgeben, ob dies automatisch oder manuell verteilt und installiert werden sollen. Wird die Veröffentlichungsoption ‘Automatisch’ durch den Partner vorgegeben, wird der Treiber über Windows Update als kritisches Update (Critical Update, CU) verteilt. Gleichzeitig bietet Microsoft den Treiber auch als dynamisches Update (DU) an. Diese Updates können beim Setup oder beim Zurücksetzen von Windows 10 angefordert werden.

Windows 10: Optionale Treiberupdates


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Bei einer manuellen Auslieferung kann der Benutzer die Treiber zur Installation auswählen. Dazu wird es in den Einstellungen unter Windows Update eine Seite für Optionale Treiberupdates geben (siehe Abbildung). Über Kontrollkästchen kann der Nutzer auswählen, welche Treiber er bei Anwahl der Schaltfläche herunterladen und installieren lassen möchte.

Aktuell ist mir aber nicht klar, in welchen Windows 10-Versionen diese optionale Seite bereitsteht. Windows 10 Version 2004 wird diese Option bereitstellen, davon gehe ich aus. Auf meiner Testmaschine mit Windows 10 Version 1909 sehe ich noch nichts. Ob es eine Rückportierung für ältere Windows 10-Versionen geben wird, die per Update nachgerüstet werden kann, ist offen. Ich habe im Techcommunity-Artikel bei Microsoft nachgefragt, aber noch keine Antwort erhalten.

Nur ab Windows 10 Version 2004

Ergänzung: Ich hatte direkt über einen Kommentar im Techcommunity-Artikel bei Microsoft nachgefragt.

Are the changes in Windows 10 UX for Windows 10 2004 – or will be see a backport to supported older Windows 10 builds via WU?

Microsoft-Mitarbeiter kevintremblay hat inzwischen direkt geantwortet und klargestellt, dass diese Option nur für Windows 10 Version 2004 und höher kommt.

The changes to Ux for Windows 10 20H1 detailed here will not be backported to previous releases. For older versions of Windows Manual drivers are obtained via Device Manager (same as Optional drivers were).

Es wird keinen Backport für ältere Windows-Versionen geben. Diese bekommen Treiber-Updates über den Geräte-Manager.

Weitere Details, auch was sich an der API für die Hardware-Partner beim Einreichen von Treibern ändert, lassen sich im Techcommunity-Beitrag nachlesen. (via, via)

Nachtrag: Bei heise im Newsticker gibt es jetzt den Artikel Windows 10: Hersteller können ihre Treiber via Windows Update ausliefern lassen zum gleichen Thema.

Anfang März 2020 hat Microsoft weitere Informationen geliefert – siehe Windows 10: Neues zu Treiber-Updates ab März 2020. Die Treiberauslieferung soll ab Windows 10 Version 1709 erfolgen.


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11 Antworten zu Windows 10: Neuerungen bei der Treiberaktualisierung


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  2. Janami25 sagt:

    “If you have a specific problem, one of these drivers could help. Otherwise, automatic updates will keep your driver up to date…”.

    Also, ich interpretiere das so, wie sich das ganze in der Beschreibung liest.

    Man kann hier lediglich als Windows 10 Benutzer optionale “OEM” Hersteller Treiber Updates als Benutzer abwählen oder auswählen (sofern vorhanden), aber die Windows 10 eigenen automatischen Treiber Updates haben damit nichts zu tun, und werden also trotzdem installiert (zwanghaft).

    Zum abwählen der von Microsoft selber – aus deren Datenbank zur Verfügung gestellten – und automatisch installierten Treiber (über Windows Update) sehe ich keine Option zur Abwahl, oder genauer gesagt überhaupt zur Deaktivierung. Und wird nach meiner Meinung nach auch mit keinem Wort erwähnt.

    Das heisst, es bleibt doch alles wie es ist, wenn man keine Treiber Updates über Windows 10 Update möchte. Oder verstehe ich hier etwas falsch ?

    Somit ändert sich für mich jedenfalls rein gar nichts, wenn ich sowieso manuell alle Treiber Hege und Pflege.

    Schade, ich hatte mir hier eine transparente Möglichkeit erhofft, um komplett die Treiber Updates in Windows 10 optional über eine Option deaktivieren zu können. Pustekuchen. Wenn das tatsächlich so ist wie ich es rauslese, habe ich persönlich Null Nutzen von dieser “Verbesserung” !! :-(

    Aber vielleicht weiss es ja einer besser…Der erste Satz bestätigt aber meine Vermutung…

    • Günter Born sagt:

      Ich sehe nicht, wo wir uns widersprechen. Vielleicht kommt es im Text nicht so klar heraus.

      Delivery mode ‘automatic’ ist das Zauberwort. Trägt der OEM das ein, oder setzt Microsoft das für eigene Treiber, wird der als ‘critical update’ (CU) ohne Nachfrage installiert.

      Wird das Attribut ‘manual’ gesetzt, taucht der Treiber zur Auswahl in der Seite mit optionalen Treibern auf.

      Ich denke, der Mechanismus stellt sicher, dass ein Treiberupdate auf Grund von Sicherheitsproblemen nicht vom Benutzer blockiert werden kann. Über das stufenweise Rollout haben OEMs und Microsoft die Möglichkeit, einen neuen Treiber erst einmal an wenigen Maschinen zu testen.

      In Firmenumgebungen gibt es über GPOs andere Möglichkeiten – bei deskmodder.de haben die hier was zusammen gestellt.

      • Janami25 sagt:

        Okay, danke Dir.

        Da war wohl meine “Hoffnung” durch frühere Berichte (nicht Deine) zu sehr genährt worden, das man endlich in den Update Einstellungen die kompletten Windows 10 Treiber Updates selektieren bzw. deaktivieren kann. Und zwar ohne grosse “Fummelei”.

        Wie gesagt, mir persönlich bringt das also selber keinen Nutzen, deswegen enthalte ich mich lieber, ob das ganze nicht doch immer verwirrender wird, wenn jetzt auch noch die OEM Treiber da mit rein spielen. ;)

  3. Bernard sagt:

    Die Treiberaktualisierung ist das erste, was ich ausschalte!

    Wenn man z.B. die in die CPU eingebauten Grafikkarten nutzt, bekommt man keineswegs die aktuellsten Intel-Treiber. Die muss man mühselig auf der Intel-Webseite suchen. Von Microsoft bekommt man dubiosen Schrott, OHNE – und das ist mir das wichtigste – jegliche Dokumentation. Bei Intel gibt es die Dokumentation sowohl als pdf als auch als readme.txt.

    So bietet mir Microsoft z.B. einen “Fujitsu gabi bios interface” an – OHNE jeglichen Hinweis darauf, was das sein soll. FINGER WEG!!!

    Manchmal schafft man es allerdings nicht, die Intel-Treiber zu installieren. Dann muss man den von der c’t geschilderten Weg einschlagen:

    Intels Grafik-Referenztreiber installieren

    https://www.heise.de/ct/hotline/Intels-Grafik-Referenztreiber-installieren-2238168.html

    Das ist so hanebüchen wie zu DOS-Zeiten.

    • 1ST1 sagt:

      Naja, genau das kann sich ja jetzt mit dieser Änderung verbessern.

      Vielleicht kommt dann auch endlich mal ein sicherer Realtek HD Audio Treiber in freier Wildbahn an, ich habe immer noch keine verlässliche Downloadquelle gefunden…

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  5. Info sagt:

    Letztendlich wird hier dem Hersteller in W10 ein Weg geebnet, das Ende einer Hardware einzuleiten(z.B. Entfernung von Funktionen), um den Kunden zur Neuanschaffung/Umsatzsteigerung zu zwingen.

    Die Arbeiten inzwischen alle zusammen, um…

    • 1ST1 sagt:

      Das ist ein interessanter Aspekt! Sah man ja schon mit diesen USB-zu-Serial-Adaptern vor einigen Jahren. Da kam der Treiber über Windows-Update, der die “gefälschten” Chips lahmgelegt hat. Also insofern auch nix neues.

  6. Dekre sagt:

    Die Wahloption ist schon besser. Da geht man fast wieder auf die Einstellung in Win7 zurück. Denn bisher hat Win10 die Dinger versucht automatisch zu installieren, was oft nicht funktioniert oder sinnlos war. In Zukunft kann man auswählen. Wichtig ist, so was blockieren zu können.

    • Info sagt:

      Wenn OEM sagt installieren – dann wird installiert, bei jedem ausgewähltem WU!

      So deute ich das, es bleibt keine Wahl eines älteren Treibers.

  7. Micha sagt:

    “So können Partner zukünftig Treiber schrittweise an bestimmte Maschinen ausrollen lassen. Dieser Mechanismus ist aktuell von Funktionsupdates bekannt, die ja auch stufenweise durch Microsoft ausgerollt werden. Bei Treibern soll dieses stufenweise Rollout Partnern die Möglichkeit bieten, Probleme früher zu erkennen und gegebenenfalls Korrekturmaßnahmen zu ergreifen.”

    OEMs sollten für jedes unter Support stehende Gerät die Treiber vor der Freigabe innerhalb ihrer Testabteilung auf Kompatibilität Prüfen. Der Endkunde sollte ja schließlich nicht der Betatester sein.

  8. Seita sagt:

    Die Win 10 User werden die neuen Beta-tester der OEM’s .
    Da sparen sich die OEM’s die Testabteilung.
    Ist doch SUPI. :-) (IRONIE)

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