Windows 10 V1909: Jahr 3001 Setup-Bug

[English]Windows 10-Nutzer sind schon ein geplagtes Völkchen. Jetzt kommt noch ein Schnitzer hinzu: Auf manchen Mainboard schlägt ein Jahr 3001-Bug zu, wenn das BIOS ein bestimmtes Datum aufweist. Dann lässt sich das Betriebssystem nicht mehr installieren.


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Der englischsprachige IT-Experte Carey Holzman, der sich mit BIOS- und Mainboard-Problemen beschäftigt, ist diesem Phänomen auf die Spur gekommen. Holzman ist mir schon mal wegen des Coil Whine-Effekts untergekommen (hier hatte ich was dazu geschrieben). Er hat auf YouTube das Video LIVE – Windows 10 Y3K Bug EXPOSED! online gestellt – die 48 Minuten muss man sich aber nicht antun.

Ich selbst bin über den Artikel von Bleeping Computer auf das Thema aufmerksam geworden. Carey Holzman hat denen wohl einige Informationen zukommen lassen.

Problem: BIOS-Datum nach 18.1.3001

Das Problem in Kurz: Benutzer, die Windows 10 Version 1909 auf einem System installieren möchten, scheitern, wenn das BIOS-Datum des Mainboards (AMD- oder Intel-Boards) auf den 19. Januar 3001 oder später eingestellt ist. Dazu wird Holzman von Bleeping Computer folgendermaßen zitiert:

It seems if your motherboard BIOS (AMD or Intel) allows you to set a date of 1-19-3001 or beyond, Windows 10 1909 will not finish installing, but locks up during the second reboot of the installation process.

Nun werden die wenigsten Leute das Datum, welches ja in ferner Zukunft liegt, in ihrem BIOS eintragen. Es scheint aber wohl Bords gegeben zu haben, wo das Datum fälschlich eingetragen werden kann. Es braucht nur jemand beim Einstellen des Datums bei der ersten Ziffer der Jahreszahl die 3 statt der 2 zu wählen – schon ist es passiert.

Auf Bleeping Computer wird der Screenshot eines Mainboard-BIOS gezeigt, wo der Hersteller angibt, dass sich nur Datumswerte zwischen 2005 und 2099 eintragen lassen.

Windows 10 Version 1909 kann (falls ein Datum nach dem 18. Januar 3001 eingetragen ist) die Installation nach dem 2. Neustart nicht abschließen und hängt. Aber es kommt noch schlimmer. Weiß jemand um den Fehler und ändert das BIOS-Datum während der Installation, um die Installation von Windows 10 abzuschließen, grätscht das Setup dazwischen. Nach dem nächsten Neustart friert Windows 10 einfach ein. Wer das BIOS-Datum überprüft, wird feststellen, dass das alte Datum wieder eingestellt ist. Die Ursache: Beim Neustart setzt das Windows 10-Setup das vorherige BIOS-Datum zurück. Holzman wird bei Bleeping Computer so zitiert:

Windows 10 freezes again and when you check your BIOS date, you'll find Windows 10 automatically puts the incorrect BIOS date back in your BIOS! If you change the motherboard, then attempt to restart from the failed install, the install will once again freeze and set the incorrect installation date back into the new motherboards BIOS!

Also selbst der Tausch des Mainboards hilft dann nicht mehr. Dieses Problem betrifft zumindest die Benutzer von Gigabyte H370 HD3 (für Intel-CPUs) und Gigabyte x570 Aorus Elite (für AMD-CPUs) Motherboards. Diese wurden von Holzman bei seine Tests verwendet.

Abhilfe mit Radikalkur

Die Lösung besteht in einer Radikalkur mit Neuinstallation. Im ersten Schritt wird das BIOS-Datum auf dem Mainboard auf einen Wert vor dem 19.1.3001 eingestellt. Danach ist das System sofort von einem Installationsmedium zu booten und Windows 10 Version 1909 neu zu installieren. Danach sollte die Installation funktionieren.


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"Ich denke, Gigabyte muss das BIOS auf jedem aktuellen Motherboard, das sie verkaufen, fixen, und Microsoft muss während des Erstinstallationsprozesses eine vernünftige Datumsüberprüfung vornehmen", meinte Holzman zu BleepingComputer.

PS: Ein Hinweis, dass Windows das Datum im BIOS neu schreibt, findet sich möglicherweise hier.


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16 Antworten zu Windows 10 V1909: Jahr 3001 Setup-Bug

  1. Herr IngoW sagt:

    Wer von den hier mitlesenden das Jahr 3000 erreicht ist wohl unklar und vom Staat nicht gewollt (wegen der viel zu teuren Rentenzahlung), aber egal.
    Bis dahin wird es die jetzige Windowsversion nicht mehr in der Form geben und die jetzigen Motherboards schon gahrnicht.
    Das falsche Datum auf den Motherboards ist ja kein MS- bzw. Windows-Problem, da das Windows zu der Zeit anders ist (oder ganz was anderes).
    Wenn der Hersteller das Datum so ausgeliefert hat, wundert mich nicht das es Schwierigkeiten mit der Installation gibt (Hauptsächlich wenn der PC Online ist), denn die meisten Leute schauen bei der Installation nicht erst ob das Datum des Boards stimmt, das stellt sich ja nach der Installation selbst ein (normalerweise)
    Der PC, wenn er dann doch laufen sollte, kann keine Updates installieren weil das Datum nicht stimmt.

  2. HerrGott sagt:

    Eine nette Sache, an und für sich. Bloß wer wird denn im Jahr 3000 und später die, bis dahin völlig verwüstete Erde, überhaupt noch bewohnen? Der Mensch sicher nicht, denn dieser hat sich bis dahin selbst abgeschafft. Das mal so ganz nebenbei bemerkt.

  3. Triceratops sagt:

    Jau Jahr 3000 (30 Jahrundert) Bug. Manche Mainboardhersteller sind ihrer Zeit anscheinend sehr weit Vorraus^^. Keiner der Heute lebenden Menschen wird das Jahr 3000 (30 Jahrundert) erleben. Als Jahrgang 1981 werde ich noch nicht mal das 22 Jahrundert erleben^^. Es gibt schon echt Kuriose Bugs^^.

  4. Extrawurst sagt:

    Hmm, mir erschließt sich nicht, was und warum im BIOS gefixt merden soll.

    • Günter Born sagt:

      Mir fehlt die Zeit, das 48 Minuten-Video anzuschauen und ein Board zu testen – irgend jemand muss das Datum ja mal ermittelt haben. So ganz naiv gibt es zwei Möglichkeiten, wie so ein Datum ins BIOS kommt.

      a) jemand wollte ein Datum 19. Januar 2001 eintippen und ist auf die 3 geraten, ohne es zu merken.
      b) es ist dem Entwickler des BIOS passiert, dass er das Datum irgendwo hinterlegt hat, für den Fall, dass die CMOS-Batterie leer ist.

      Auf jeden Fall wäre es nicht unflott, wenn in den BIOS-Systemen ein sinnvoller Datumswert irgendwo zwischen 2000 und 2099 erzwungen wird. Ein Datum 33. Februar 2020 wird ja auch mit hoher Wahrscheinlichkeit abgelehnt. Bei 1 Milliarde Windows 10-Rechner ist die Wahrscheinlichkeit, dass irgend jemand mal in diese Falle tappt wohl > 0.

  5. 1ST1 sagt:

    Na dann muss man jetzt wohl auch mal schauen, was passiert, wenn eine funktionierende Windows-Installation in den 19. Januar 3001 hinein läuft… Katastrophe!

  6. deoroller sagt:

    Ich weiß nicht, was es da zu diskutieren gibt. Fehler sind abzustellen, weil diese noch anderweitig Probleme bereiten können. Zudem sind Fehler auch für Sicherheitslücken verantwortlich und es muss nicht sein, dass sie jahrzehntelang mitgeschleppt werden infolge der Kompatibilität.

  7. Michael Bickel sagt:

    Ich habe auch mal Software entwickelt (Foxpro, Delphi), aber ganz ehrlich wäre ich vermutlich auch nicht auf die Idee gekommen hinsichtlich des Jahres 3000 zu testen.

    Ich denke, dass man hier den Entwicklern keinen wirklichen Vorwurf machen kann, man kann wirklich nicht an alles Seltsamkeiten des Lebens denken.

    Natürlich ist es immer schön, wenn man besonders auf Microsoft herum piksen kann, zumindest für manche, aber in dem Falle sollte man sich mal ehrlich fragen, ob man daran selber gedacht hätte.

    • Günter Born sagt:

      Die sollen das fixen und gut ist. Kann ja einen sinnvollen Grund haben, dass die das BIOS-Datum der Installation speichern und zurückschreiben. Sobald es aber hakt, ist das alles Käse und sollte umgehend korrigiert werden.

      PS: Im Sinne 'den täglichen Rant liefern' – ich komme aus der Softwareentwicklung und habe Zeiten erlebt, wo ich in Maschineninstruktionen geträumt habe. Wenn ich die damaligen Erfahrungen auf Windows 10 mappe, ist das ein reines Desaster und stoppeln auf höchstem Niveau. Zwei Kostproben gefällig?

      – Wenn ein Setup-Prozess oder der OOBE-Vorgang stirbt, könnte man bei einem konzeptionell sauberen System erwarten, dass da ziemlich genau erzählt wird: 'Wir wollten das und das tun – sind aber da gescheitert, weil das und das nicht hingehauen hat'. Dokumentation dazu gibt es auch, wo man das als Noob nachlesen könnte …
      – Wenn mir beim Update ein Fehlercode genannt wird, kann ich eigentlich erwarten, dass genauer erzählt wird, wo das Update muckt. Aber Windows-Jünger sind Kummer gewöhnt, und wühlen sich durch ellenlange Foreneinträge oder Fehlerliste, um Details zum 16 Bit-Hex-Fehlercode herauszufischen (fasse mich mit an die eigene Nase, weil ich bei jedem Fehlercode auch immer los dackele, um hier im Blog Belastbares zu den Ursachen liefern zu können – falle in den letzten 2 Jahren aber regelmäßig auf den Bauch, weil da nur noch weiße Flächen existieren).

      Was aber gar nicht geht: Der geniale Ansatz aus Redmond, über ihren Windows as a Service bei jedem Build zig neue Fehlercodes festzulegen, die maximal irgendwo in irgendwelchen WinErr.h des SDK oder ähnlichen Stellen zu finden ist. Nix dokumentiert, nix bei MS öffentlich abrufbar, Du müsstest dir 1-2 GByte SDKs und was auch immer vorhalten, um da was zu finden. Das ist u.a. (neben vielen anderen Sachen) etwas, was mich inzwischen regelrecht ankotzt.

      Ja, es können Fehler passieren – da könnte man nonchalant drüber hinweg sehen, wenn sonst alles stimmig ist.

      Ich persönlich kriege es aber nicht mehr gebacken, dass das Microsoft Marketing überall dicke Ballons mit 'seht her, wie dolle wird sind – auch aus Sicherheitsgründen müsst ihr auf das neueste Zeugs aufsetzen' aufpustet und ich auf Schritt und Tritt hinter jedem Vorhang auf Zustände wie auf dem Schrottplatz in der Nachbarschaft stoße.

      So, und jetzt setze ich mich in eine Ecke und warte, bis der Wutanfall verraucht ist ;-)

      @Michael: Beziehe den Rant nicht auf dich – Du hast gerade auf den Trigger gedrückt, der einen lange gespannten Hahn ausgelöst hat …

      • sindewirne sagt:

        uiiih, da hat(te) aber wer nen Flatus quersitzen…
        :-D

        • Günter Born sagt:

          Geh jetzt janz entspannt 'Hauptsache gesund' schauen ;-)

          Den Mixer Webcast für Windows Insider habe ich mir eben für genau 2 Minuten angetan und dann gekickt. Die freie Zeit habe über den Symantec/Broadcom-Irrsinn gebloggt – echt entspannend.

  8. Georg S. sagt:

    It' not a bug, it's a feature! No, it's a fulmination!!
    MS droht, dass im Jahr 3000 Windows 10 noch immer auf dem Markt ist!!

  9. Ärgere das Böse! sagt:

    Ich bin dann immer noch jung, und werde dann bestimmt nicht 1909 installieren.

  10. Micha sagt:

    Ich sehe das nicht so kritisch. Aktuelle Gigabyte Systeme kann man sofern die Hardware die Jahrhunderte gut übersteht noch im Jahr 3001 mit korrekt laufenden Datum nutzen.

    Es ist so einfach. MS muss nur die Zeit und Datum abfrage aus dem Windows XP Setup wieder einführen.

    Normalerweise sollte die Zeit auf einem System wo Windows schon Installiert ist sofern Internet da ist richtig laufen. Sie wird ja mit dem Internet Synchronisiert. Zumindest solange die Abweichung weniger als 5 Minuten beträgt. Für Upgrade Installationen besteht somit keine Gefahr dadurch zu scheitern.

    Bei einer Offline Clean Installation wäre das Problem auch nicht so schlimm. Wer Windows komplett neu Installiert hat ja vorher alles formatiert und erleidet somit kein Datenverlust.

    Ich habe es auch schon fertig gebracht Windows 8.1 x64 Pro an einem Tag zwei mal zu Installieren weil beim ersten versuch Net Framework nicht aktivierbar war. Weder Online noch über die Eingabeaufforderung Offline von DVD.

    • Bernie sagt:

      *Ironie an*
      Ah, das Redmond Sicherheitsfeature schützt auch vor der hauseigenen Software.
      *Ironie aus*

      Spaß beiseite, aber solche Probleme schleppt M$ ja seit Windoof 98 mit sich rum. Man sollte annehmen, dass sie solche Kinkerlitzchen endlich mal aus ihren Systemen bekommen, vermute aber, dass ist der Preis der Abwärtskompatibilität. Würde man da endlich mal nen Schlußstrich ziehen… ja, dann würde manche alte Software nicht mehr laufen. Na und? Wofür gibt's VMs oder Retro Systeme.

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