Windows 10: Neues zu Treiber-Updates ab März 2020

[English]Microsoft hat Neuerungen im Hinblick auf die automatische Verteilung von Treibern über Windows Update bekannt gegeben. So sollen häufig benutzte Geräte diese Treiber als erstes bekommen.


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Rückblick: Worum es geht

Microsoft arbeitet ja daran, die Versorgung von Windows-Systemen mit Treibern zu verbessern und Probleme zu minimieren. Bereits im Januar 2020 hatte ich im Beitrag Windows 10: Blockieren von Treiber- und Funktionsupdates berichtet, das OEM-Partner die Möglichkeit haben, die Verteilung von Funktionsupdates zu blockieren, wenn Inkompatibilitäten mit Treibern bekannt sind. Weiterhin hat Microsoft Sperrzeiten für die Auslieferung von Treibern der Hersteller rund um den Patchday oder ein OS-Rollout bekannt gegeben. Damit sollen Kollisionen von Treiberupdates mit Windows Updates oder Funktionsupdates vermieden werden.

Im Februar 2020 hatte Microsoft dann den nächsten Schritt bekannt gegeben: Hersteller können Treiber per Windows Update verteilen. Microsoft eröffnete allen Hardware-Partnern die Möglichkeit, Treiber zur Verteilung über Windows Update bei Microsoft einzureichen. Die Veröffentlichung kann dabei vom Partner als ‘Automatisch’ oder ‘Manuell’ vorgegeben werden.

Windows 10: Optionale Treiberupdates
(Quelle: Microsoft)

  • Bei einer manuellen Auslieferung kann der Benutzer die Treiber zur Installation auswählen. Dazu wird es in den Einstellungen unter Windows Update eine Seite für Optionale Treiberupdates geben (siehe Abbildung).
  • Bei einer automatischen Auslieferung wird der Treiber direkt über Windows Update auf die Maschine ausgerollt und installiert. Der Nutzer hat keine Eingriffsmöglichkeit, um die Treiberupdates zu verhindern.

Die Veröffentlichung der Treiber per Windows Update soll es nicht nur für Anwender einfacher machen, die Treiber zu beziehen. Partner erhalten über die Microsoft-Mechanismen zur Treiberverteilung neue Möglichkeiten. Ich hatte ausgiebig im Blog-Beitrag Windows 10: Neuerungen bei der Treiberaktualisierung über den neuen Ansatz, der für das kommende Windows 10 Version 2004 gelten soll, berichtet.

Neue Informationen von Microsoft zum Thema

Gestern hat Microsoft den Techcommunity-Beitrag Updates to Gradual Rollout veröffentlicht, der einige weitere Präzisierungen beinhaltet (ich bin über diesen Artikel darauf aufmerksam geworden). Ab März 2020 wird Microsoft seinen schrittweisen Rollout-Prozess für Windows-Treiber über eine ‘intelligente Verteilung’ verbessern.

  • Die automatische Freigabe der Treiberaktualisierungen über Windows Update erfolgt zunächst für eine kleine Gruppe an Nutzern bzw. Geräten. Microsoft schreibt, dass das Rollout der Treiber der ersten Welle für diese Gerätegruppe bis zu acht Kalendertage dauern kann.
  • Erst wenn klar ist, dass es keine Probleme mit den Treibern auf diesen Geräten gibt, weitet Microsoft das Rollout der Treiber auf alle passenden Geräte bzw. Nutzer weltweit aus.

Microsoft bildet Cluster aus Geräten mit  Hardware-ID (HWID) und Computer-Hardware-ID (CHID). Die Auswahl der Geräte der ersten Testgruppe aus diesen Clustern zielt auf Systeme, die repräsentativ für diese Gruppe sind. Zuerst bekommen hochaktive Geräte die Treiberupdates. Microsoft glaubt, dass da die Wahrscheinlichkeit höher ist, Diagnosedaten von diesen Geräten zu erhalten. Das soll eine frühzeitige Fehlererkennung ermöglichen.

Das Ziel von Microsoft ist es, spezifische Cluster von HWID/CHID-Kombinationen zum Testen zu erhalten. Dort soll dann die Qualität des Treibers bewertet bewertet werden, um Schlüsse auf die gesamte Gerätepopulation ziehen zu können. Microsoft führt zudem eine Risikobewertung für jeden in Frage kommenden Treiber durch und weist diesem ein individuelles Rollout zu. Das Rollout kann in folgenden Schemen erfolgen:

  • Sofortige Freigabe für 100 % der Windows-Retail-Systeme im Handel.
  • Drosselung des Rollouts mit Freigabe für 1% bis 100% Windows-Retail-Systeme.
  • Verteilung an eine limitierte Testgruppe gemäß obigen Ausführungen mit stufenweiser Ausweitung.

Im letztgenannten Szenario kann das Rollout der Treiber der ersten Welle für diese Gerätegruppe bis zu acht Kalendertage dauern. In diesem Beitrag gibt Microsoft Hinweise, wie die einzelnen Schritte in Bezug auf erfolgreiche Treiberinstallation gemessen und bewertet werden. Wenn das Rollout 100 % erreicht, ist ein neuer Treiber auf allen per Windows Update versorgten Systemen ab Windows 10 Version 1709 vorhanden. Das ist eine Neuerung gegenüber meinen Ausführungen im Artikel Windows 10: Neuerungen bei der Treiberaktualisierung. Dort hatte Microsoft mir auf Nachfrage ja explizit bestätigt, dass die Neuerung nur für Windows 10 Version 2004 kommen soll und keine Rückportierung geplant sei. Was das genau bedeutet, ist mir aktuell unklar und ich habe bei Microsoft nachgefragt.


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Treiber-Rollout Windows 10
(Treiber-Rollout Windows 10, Quelle: Microsoft)

Im Anschluss an das vollständige Rollout eines neuen Treibers über Windows Update wird dann von Microsoft über einen Zeitraum von bis zu 30 Tage überwacht. Weitere Einzelheiten sowie eine FAQ zur schrittweisen Einführung von Treibern finden sich unter Programmdetails im Hardware Dev Center. Und weil Microsoft die Informationen gerne breit verteilt: Im Artikel New measures to understand Windows Update success gibt man an, dass diese Maßnahmen derzeit evaluiert werden. Erst ab dem 13. April 2020 soll eine Entscheidung fallen, ob die neuen Methoden zur Bestimmung eines erfolgreichen (Treiber-)Updates herangezogen werden.

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6 Antworten zu Windows 10: Neues zu Treiber-Updates ab März 2020

  1. Karl Wester-Ebbinghaus (@tweet_alqamar) sagt:

    Klappt aber nur gut, wenn wir aufhören die hierfür notwendige Telemetrie zu blockieren.

    • Robert sagt:

      Hat auch vor Breitband-Internet geklappt, als noch vor Auslieferung „im Werk“ getestet wurde. Seinerzeit gab es erheblich mehr Hardware-Hersteller.

    • Markus K sagt:

      Leider gibt es Dell Rechner bei denen nicht einmal der Audio Treiber funktioniert (weder der von MS noch von Dell selbst :)). Diesen Treiber, welcher dann sogar gleich zwei zusätzliche Services installiert, ist auch nicht mehr einfach loszuwerden!

      Ich sage nur Dell und Kopfhörer werden nicht erkannt! Verwendet man den Realtek eigenen Treiber, dann funktioniert alles.

      Also ganz so einfach wird das alles nicht!

  2. Janami25 sagt:

    Ist mir im Grunde wurscht, Hauptsache man kann die ganzen automatischen Treiberupdates auch deaktivieren, oder auch de-selektieren.

    Denn woher sollen Microsoft oder auch der Hersteller wissen, ob ein Treiber auch vernünftig mit meiner Software läuft, oder diese eventuell noch nicht angepasst ist (Videobearbeitung, Filmkodierung, Playback, Musikbearbeitung). Das kann nur ich selber entscheiden durch testen, und sonst niemand, welcher Treiber für mich der beste ist. Dafür ist die Softwarevielfalt einfach zu gross.

    Mehr als einmal gab es in der Hinsicht Probleme, und das ganze sollte somit immer optional bleiben.

    • Alfred Neumann sagt:

      Eben.
      Kürzlich hatte zB AMD den Treiber „Adrenalin 2020 Edition 20.2.2 Recommended (WHQL)“ freigegeben. Damit ist es mir aber nicht mehr möglich Mpeg Videos abzuspielen. Ein Downgrade auf Version 20.1.3 behob das Problem für mich.
      Sollten diese Treiber dann aber automatisch installiert werden, hätte ich da echt ein ernstes Problem.

  3. 'doc sagt:

    Solange man in dem Zuge nicht den Fehler begeht, seinem WSUS Treiberpakete (pauschal) aufzuladen und das System damit auf längere Sicht unbenutzbar zu machen…

    Fernab dessen würde auch ich unterschreiben, dass Treiber in der Regel optionale Updates sein sollten und dass der Anwender bzw. dessen Admin die Kontrolle darüber behält, was in welcher Kombination funktioniert.
    Auch wenn es MS es vielleicht gerne so hätte: Sie sind nicht Apple und können daher nicht der ganzen Welt aufdrücken, welcher Softwarestand mit welcher Hardware funktioniert.

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