Kein 32-Bit-Windows 10 ab V2004 auf neuen Geräten mehr

[English]Kleine Information am Rande – es sieht so aus, als ob die 32-Bit-Version von Windows 10 so langsam stirbt. Bei neuen Geräten, die mit Windows 10 2004 ausgeliefert werden, gibt es das Betriebssystem nur noch als 64-Bit-Installation.


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Spontan ging mit ‘auch Du Microsoft’ als abgewandelter Spruch ‘auch Du Brutus mein Sohn’ durch den Kopf, als ich vom gemeuchelten 32-Bit-Windows 10 erfuhr. Die Kollegen von deskmodder.de und Dr. Windows haben sich die Hardware-Spezifikationen von Windows 10 für den Desktop angesehen. Hieß es früher, so 2014/2015 noch ‘Windows 10 ist so effizient, das läuft auf Maschinen mit Windows 7 SP1’, hat sich das alles gewandelt. Die minimalen Hardware-Anforderungen für Windows 10-Geräte wurden schrittweise angezogen.

Minimale Hardware-Anforderungen

Im Dokument Section 3.0 – Minimum hardware requirements for Windows 10 for desktop editions klopft Microsoft die minimalen Hardware-Anforderungen fest, die OEMs für neue Geräte erfüllen müssen, wenn Windows 10 als Desktop-Betriebssystem installiert wird. An den folgenden Anforderungen hat sich meinem Kenntnisstand nichts geändert.

Devices that run Windows 10 for desktop editions require a 1 GHz or faster processor or SoC that meets the following requirements:

  • Compatible with the x86* or x64 instruction set.
  • Supports PAE, NX and SSE2.
  • Supports CMPXCHG16b, LAHF/SAHF, and PrefetchW for 64-bit OS installation

Bezüglich Speicher gelten weiterhin >= 1 GByte für 32-Bit- und >= 2 Gbyte für 64-Bit-Betriebssysteme. Die Festplatte oder SSD für das System muss seit Windows 10 Version 1903 mindestens 32 GByte oder mehr umfassen. Das sind aber alles Minimalwerte, mit denen ein Windows 10 eher keinen Spaß machen dürfte. Die gravierendere Restriktion gibt es im nächsten Abschnitt.

Aus für 32-Bit-OEM-Systeme

In der betreffenden Dokumentation hat Microsoft nun eine gravierende Fußnote als Ergänzung hinzugefügt.

* Beginning with Windows 10, version 2004, all new Windows 10 systems will be required to use 64-bit builds and Microsoft will no longer release 32-bit builds for OEM distribution. This does not impact 32-bit customer systems that are manufactured with earlier versions of Windows 10; Microsoft remains committed to providing feature and security updates on these devices, including continued 32-bit media availability in non-OEM channels to support various upgrade installation scenarios.

In schnöden Worten: Ab Windows 10 Version 2004 müssen alle neuen Geräte mit der 64-Bit-Variante des Betriebssystems ausgestattet werden. Microsoft stellt die Auslieferung von 32-Bit-Versionen von Windows 10 ab der Version 2004 an OEMs ein.

Keinen Einfluss auf Altsysteme

Allerdings betont Redmond, dass dies keine Auswirkungen auf (bestehende) 32-Bit-Kundensysteme habe, die mit früheren Versionen von Windows 10 hergestellt wurden. Microsoft will auch weiterhin Funktions- und Sicherheitsupdates für diese Geräte bereitstellen. Zudem werden 32-Bit-Medien von Windows 10 in Nicht-OEM-Kanälen zur Unterstützung verschiedener Upgrade-Installationsszenarien verfügbar bleiben.

Wir sollten uns aber darauf einstellen, dass die 32-Bit-Unterstützung in Windows 10 über kurz oder lang – ich tippe auf einen Zeitraum von 2 Jahren, enden dürfte. Damit schlägt Microsoft den Weg ein, den auch Apple z.B. mit macOS schon seit geraumer Zeit geht.

Abschließend Anmerkung: Es wurde in den Kommentaren gefragt, ob das WOW64-Subsystem eventuell entfernt würde. Das ist ein Subsystem, welches dafür sorgt, dass unter einem 64-Bit-Windows auch noch 32-Bit-Anwendungen ausgeführt werden. Hier wird sich auf absehbare Zeit beim 64-Bit-Windows nichts ändern. Apple hat zwar bei iOS den Schwenk von 32- auf 64-Bit-Apps vollzogen. Aber das ist ein anderes Eco-System (möchte nicht schreiben ‘Spielzeugwelt mit Apps’), die Windows-Welt ist da etwas anders aufgestellt. Ein 64-Bit-Windows 10 ohne WOW64 wäre faktisch tot, da ein Großteil der Anwendungen (alles was 32-Bit-Anwendungen ist) nicht mehr laufen würde. Mir ist auch noch nichts dergleichen als Gerücht zu Ohren gekommen. Persönliche Einschätzung: Auch in 10 Jahren werden wir noch WOW64 in Windows sehen. Einige Ausnahme, wo WOW64 fehlt, ist ein 64-Bit Windows PE – und wer da schon mal mit gestoppelt hat, merkt, wie lästig die fehlende 32-Bit-Win32-Unterstützung ist.


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10 Antworten zu Kein 32-Bit-Windows 10 ab V2004 auf neuen Geräten mehr


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  2. Wolfgang Schwarz sagt:

    Wird es WOW64 weiterhin geben ?
    Oder wird das dann auch nicht mehr unterstützt ?
    Das wäre das aus für viele Anwendungen

  3. Sebastian sagt:

    “Wir sollten uns aber darauf einstellen, dass die 32-Bit-Unterstützung in Windows 10 über kurz oder lang – ich tippe auf einen Zeitraum von 2 Jahren, enden dürfte. Damit schlägt Microsoft den Weg ein, den auch Apple z.B. mit macOS schon seit geraumer Zeit geht. ”

    Da sollte man nun aber genau sein bzw. hinschauen: Es ist ja ein großer Unterschied, ob es ein Betriebssystem nicht mehr in 32-Bit gibt, oder ob es 32-Bit-Anwendungen nicht mehr ausführt. Letzteres ist bei MacOS der Fall.

    Dass es Windows als 32-Bit-OS in zwei Jahren “nicht mehr gibt”, mag sein, dass dann schon kein legacy code mehr ausgeführt wird, glaube ich eher weniger.
    Dafür gibt es wohl immer noch zu viele Anwendungen in der Welt, die nie aktualisiert wurden.
    Wenn mich nicht alles täuscht, empfiehlt Microsoft sogar bis heute, Office in 32-Bit zu installieren, obwohl es hier schon viele Jahre eine 64-Bit-Version gibt.

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  5. deoroller sagt:

    “Aber das ist ein anderes Eco-System”

    Ego-System würde passen oder doch Ökosystem?

    Es müssen schon sehr alte Systeme sein, die kein 64 Bit Windows 10 vertragen.
    Auf einem AMD E-350 (Baujahr 2011) habe ich seit Mitte 2015 Windows 10 64 Bit installiert, wohmit der PC wohl zu den langsamsten gehört.

    Es wird wohl die frühen Nettops treffen und alte Pentium 4.
    Bekannte haben 32 Bit Windows 10 laufen, weil der PC weniger als 4GB RAM hat, werden dann 64 Bit Version installieren, falls die Kisten nicht vorher entsorgt worden sind.

    In der Bucht kann man einen Office PC mit i3 oder i5 und 4GB RAM bereits für 50€ erstehen und man bekommt noch 24 Monate Gewährleistung. Das einzige, was die noch brauchen ist eine SSD anstelle der lahmen 250GB Festplatte.

    • Mikel sagt:

      Es wird wohl auch einige Windows 10 Tablets treffen. Da gibt es einige mit Atoms von Intel, die nur ein 32-bit UEFI BIOS haben und daher kein 64-bit System (zumindest nicht ohne Hilfsmittel wie grub) starten können.

    • Günter Born sagt:

      Falsch: Ich lasse meine VMs wegen des geringeren Speicherbedarfs ausschließlich mit 32-Bit-Gast-Betriebssystemen laufen. Und auch die vielfältigen Netbooks kommen mit 32 Bit besser zurecht. Die Entscheidung trifft vor allen Leute, die auf Micker-Hardware im Billig-Bereich gesetzt haben.

      • Micha sagt:

        Der Pentium 4 ist so eine Sache. Sofern er neu genug ist unterstützt er das Nx-Bit. Auf einem Northwood funktioniert es nur bis Windows 7 32bit.

        Sofern er das NX-Bit unterstützt sollte er auch x64 fähig sein. Ein Prescott sollte das können. Bessere Boards von früher mit 4 RAM Steckplätzen sollten auch 4 GB RAM unterstützen.

        Hatte vor längerer Zeit mal ein Netbook von Acer. Da war ein Intel Atom drin verbaut. Mit nachgerüsteten 2 GB RAM lief darauf Windows 8.1 Pro x64 maßgeblich besser als Windows 7 Starter 32bit. Dann ist die Hardware defekt gegangen und ich konnte keine Windows 10 Tests mehr darauf machen.

        Hatte es immer benutzt um Diablo II drauf zu spielen.

  6. Triceratops sagt:

    Für mich ein Logischer schritt von Microsoft 32-Bit Betriebsysteme ein zu stellen. Bei zum beispiel Spiele-PCs bringt ein 32-Bit Betriebssystem eh nichts mehr, da mittlerweile 16-GB Ram Standart sind bei Spiele-PCs (Bei Office PCs sind mittlerweile 8 GB Ram Standart). Zumal ohnehin viele Prozessoren schon seit Jahren 64-Bit fähig sind. 32 Bit Grafiktreiber werden von NVidia und AMD auch schon länger nicht mehr angeboten bei neueren Grafikkarten der beiden Hersteller. Solange ein 64-Bit Windows abwärtskompatibel bleibt zu 32-Bit Software, stört mich das nicht (Spiele ja auch alte Spiele noch die kein 64-Bit kennen, aber unter Windows 10 wunderbar Laufen aktuell).

  7. Werner Hermann sagt:

    Ich wage mal zu behaupten das in diesem Kontext mit
    OEM wirklich nur die großen gemeint sind die mit Microsoft entsprechende (direkte)
    Verträge haben ( HP/Acer/Dell/Lenovo etc ).

    Kleine Krauter wie wir könnten nach wir vor auch die v2004 in 32 Bit installieren…
    nur kann ich mich kaum erinnern das es in den letzten 2 Jahren eine entsprechende
    Nachfrage gab.

    Der letzte Kunde der danach fragte war ein Architekt, der mit aaaalten VB-Scripten hantiert hat.

    Und dann gibt es da noch einen anderen Kunden der mit einer “WarenWirtschaft”
    arbeitet die auf BDE (Borland Database Engine ) basiert und einen 16 bit-Installer,
    der unter Win-64bit nicht läuft …. der würde sich auch über Win-32bit freuen.
    Nur ich …. ich habe da kein Spaß mehr dran …. :)

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