OneDrive verursacht Netzwerk-Performance-Probleme

[English]Verursacht der OneDrive-Client seit den letzten Updates Performance-Probleme im Netzwerk? Das hat Blog-Leser Ansgar G. bei seinen Kunden beobachtet.


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Eine erste Lesermeldung

Der Blog-Leser hat als IT-Dienstleister von seinen Kunden als Rückmeldung erhalten, dass es Performance-Probleme im Netzwerk gibt. Da er per RDP auf deren Systeme zugreift, erlebt er dann das Ganze in Echtzeit. Ansgar schreibt in einer initialen Mail:

da ich über den Blog bereits oft Infos über Windows-Probleme erhalten habe, muss ich mich aktuell wundern. Bei vielen meiner Kunden gibt es seit Anfang/Mitte Mai massive Netzwerk-Performance-Probleme. Diese scheinen mit einer von MS durchgeführten Installation von OneDrive zu tun zu haben und tritt wohl vorwiegend dann auf wenn das Programm gar nicht angemeldet/genutzt ist.

Ich habe mal beim Leser nach Publikation des Beitrags nachgefragt, tippe aber darauf, dass es Windows 10 Clients mit aktuellen Builds sind. Ad-hoc hätte ich auf Probleme mit ‘Files on Demand’ getippt. Was stört, ist die Aussage, dass es wohl vorwiegend dann auftritt, wenn das Programm gar nicht angemeldet/genutzt ist. Der Leser schreibt weiterhin:

Eine Google-Suche kennt solche Probleme aber nicht. Nur: wenn es bei mir jeden 3. Computer betrifft kann ich mir nicht vorstellen dass der Rest der Welt nicht betroffen ist. Weil dadurch z. B. auch die Stabilität von RDP-Sitzungen stark leiden kann.

Ich habe selbst ein wenig im Internet gesucht und nichts passendes gefunden. Für Unternehmensumgebungen hat Microsoft das Dokument hier veröffentlicht. Aber das taugt nur für einen konfigurierten Client. Auch der Beitrag zum Anpassen der Up- und Download-Geschwindigkeit macht nur bei konfiguriertem Client Sinn.

Folgeinformationen in Zusatzmails

Der Nutzer schrieb mir in einer ersten Folgemail, dass das Deinstallieren des OneDrive-Clients hilft:

Die Lösung war dann jeweils das Programm zu deinstallieren und innerhalb von Sekunden waren die Probleme weg.

Ich habe dem Blog-Leser jetzt im Nachgang noch einige Fragen gestellt – vielleicht lässt sich noch was eingrenzen oder an Screenshots, erweiterten Informationen nachreichen. Festzuhalten bleibt, dass es wohl mehrere Kunden betrifft – ich tippe aber aus dem privaten Umfeld oder bei kleinen Firmen. Daher die Frage des Lesers und von mir in die Runde: Hat jemand ähnliche Erfahrungen mit dem OneDrive-Client gemacht?

Ausschließlich Windows 10 Maschinen betroffen

Ergänzung: Blog-Leser Ansgar hat mir dann in Antwortmails bestätigt, dass es bei seinen Kunden ausschließlich Windows 10 Maschinen, vorwiegend mit Version 1903, und i. d. R. mit aktuellen Patches betrifft. Zur zeitlichen Eingrenzung schreibt er:

„Gefühlte“ Probleme gab es wohl seit Ende April, bei dem Kunden fiel eine massive verschlechterte Performance nach dem Upgrade auf Win 10 auf. Im Zug der Fehlereingrenzung wurde auch das OneDrive deinstalliert, was einiges an Verbesserungen brachte. Bei den meisten Kunden gab es das  Problem ab ca. Mitte Mai und fiel zu fast 100% mit dem Installation des OneDrive-Client 20.052.0311.0011 zusammen.

Dann ergänzte er, dass die genannte Version des Clients bei ihm installiert war. Bei einem anderen Kunden habe er gerade gesehen, dass die Client-Version 20.064.0329.0008 installiert ist. Er vermutet eventuell unterschiedliche Versionen bei Kunden mit Office 365 und dem „Rest der Welt“. Das sind dann schon mal eingrenzende Informationen (vielen Dank an Ansgar für die Ergänzungen. Zu den RDP-Problemen schrieb er noch:

bei den Kunden mit den RDP-Problemen konnte ich gestern noch einen Fall sehen, wo der Kunde in kurzen Abständen Timeouts erhielt („die Verbindung wird wieder aufgebaut Versuch 1 von 20“). Die Sitzung wurde dann zwar nach kurzer Zeit wiederhergestellt, ein sinnvolles Arbeiten war aber nicht möglich.


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Ansgar hat dann lediglich OneDrive deinstalliert und das Problem war verschwunden. In der Mail gab es noch einen möglicherweise hilfreichen Zusatzhinweis:

Was vielleicht als Hinweis noch hilfreich ist: fast alle meiner Kunden setzen einen Virenschutz von ESET sein. Einen direkten Zusammenhang scheint es aber nicht zu geben, denn auf meinen Rechnern läuft auch ESET und OneDrive, auch die Version vom Mai (20.052.0311.0011) ohne Auffälligkeiten.

Allerdings ist mein OneDrive auch mit meinem Office-Konto verbunden, bei den Kunden war da kein Konto hinterlegt, also eigentlich hätte das Programm gar nicht stören dürfen…

So weit der komplette Abriss – und der letzte Satz, dass ein nicht konfigurierter OneDrive-Client nicht stören dürfte, ist das, was auch mir im Kopf herum ging. Ich schicke meinem MVP-Kollegen Hans Brender (Mister OneDrive) mal eine Mail mit einem Link auf diesen Beitrag. Vielleicht hat Hans noch eine Idee.

Wie ihr helfen könnt

Ergänzung: Ich sammle jetzt noch einige Details – vielleicht kriegen wir, ggf. auch über die MS Produktgruppe, was raus. Bitte nur noch kommentieren, wenn jemand betroffen ist (oder die Ursache kennt). Ich benötige dann folgende Informationen:

  • OneDrive (Personal) oder OneDrive for Business – d.h. weiße oder blaue Wolke im Symbol? Bei einer ‘blauen Wolke’ wäre es ein OneDrive for Business-Client, und der Nutzer könnte ein Ticket bei MS auf machen.
  • Noch benötigt werden:
    Windows 10 Version und Build
    Office Version und Build
    OneDrive Version und Build

Wenn Probleme auftauchen, stichwortartig im Detail angeben, was passiert (z.B. bei RDP). Ich möchte aber vermeiden, dass die Kommentare hier mit Ccleaner und Deinstallation aufgeblasen werden. Dann sehen Mitleser vor Bäumen den Wald nicht mehr und wir kommen nicht weiter. Hoffe auf eurer Verständnis. Danke.


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26 Antworten zu OneDrive verursacht Netzwerk-Performance-Probleme


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  2. Erich sagt:

    Pihole am start?

    • Günter Born sagt:

      Mal schauen, ob der Leser antwortet. Ich halte es für wenig wahrscheinlich, da es mehrere Kunden betrifft. Hätte auf Files On Demand getippt – aber der Leser schreibt, dass der Client unbenutzt und unkonfiguriert sei, wenn das Problem auftritt.

      Beachtet auch, dass ich nach der Erstveröffentlichung den Beitrag mit zusätzlichen Hinweisen des Lesers erweitert habe.

  3. Max sagt:

    Die Beobachtungen kann ich sowohl privat als auch beruflich (tätig in einem IT-Systemhaus) bestätigen. Die Lösung ist dieselbe: Deinstallation von OneDrive und das Problem war gelöst.

    Ich habe aber noch etwas anderes beobachtet: Privat habe ich immer wieder mal Systemabstürze bei mir und Freunden festgestellt, die durch OneDrive verursacht werden, obwohl OneDrive gar nicht (mehr) installiert ist. Es scheint, als habe Microsoft den Speicherdienst mit den letzten Updates tief im Betriebssystem verankert. In den Ereignisanzeigen war OneDrive als Verursacher festzustellen. Bislang habe ich aber noch keine Lösung gefunden, wie ich OneDrive gänzlich schachmatt setzen kann.

    • Ärgere das Böse! sagt:

      Mit Ccleaner lässt sich der Müll entfernen. Soweit meine Erfahrung als Normalverbraucher.

      • JohnRipper sagt:

        Ccleaner ..nicht dein Ernst?

        • Matthias sagt:

          Haha, ich habe mich auch beinahe übergeben. Aber wie er schon sagte: “Normalverbraucher”. Da sind wir das doch gewohnt ;)

      • Alfred Neumann sagt:

        Geht doch eleganter:
        =======================================
        @echo off
        cls

        set x86=”%SYSTEMROOT%\System32\OneDriveSetup.exe”
        set x64=”%SYSTEMROOT%\SysWOW64\OneDriveSetup.exe”

        echo OneDrive Prozess beenden
        echo.
        taskkill /f /im OneDrive.exe > NUL 2>&1
        ping 127.0.0.1 -n 5 > NUL 2>&1

        echo OneDrive deinstallieren
        echo.
        if exist %x64% (
        %x64% /uninstall
        ) else (
        %x86% /uninstall
        )
        ping 127.0.0.1 -n 5 > NUL 2>&1

        echo OneDrive Überreste entfernen
        echo.
        rd “%USERPROFILE%\OneDrive” /Q /S > NUL 2>&1
        rd “C:\OneDriveTemp” /Q /S > NUL 2>&1
        rd “%LOCALAPPDATA%\Microsoft\OneDrive” /Q /S > NUL 2>&1
        rd “%PROGRAMDATA%\Microsoft OneDrive” /Q /S > NUL 2>&1

        echo OneDrive im Datei Explorer entfernen
        echo.
        REG DELETE “HKEY_CLASSES_ROOT\CLSID\{018D5C66-4533-4307-9B53-224DE2ED1FE6}” /f > NUL 2>&1
        REG DELETE “HKEY_CLASSES_ROOT\Wow6432Node\CLSID\{018D5C66-4533-4307-9B53-224DE2ED1FE6}” /f > NUL 2>&1
        REG DELETE “HKEY_CURRENT_USER\Software\Classes\CLSID\{018D5C66-4533-4307-9B53-224DE2ED1FE6}\ShellFolder” /f > NUL 2>&1
        REG DELETE “HKEY_CURRENT_USER\Software\Classes\Wow6432Node\CLSID\{018D5C66-4533-4307-9B53-224DE2ED1FE6}\ShellFolder” /f > NUL 2>&1

        pause
        =======================================

        • Max sagt:

          Ist das eine offizielle Lösung oder eine “Bastellösung” von Dritten?

          • Alfred Neumann sagt:

            Eine offizielle gibt es nicht.

          • Max sagt:

            Dann muss ich das Zuhause an meinem Rechner mal testen. Danke erstmal für die Information.

          • Alfred Neumann sagt:

            Ich nutze das Batch schon länger auf allen möglichen Win10 Rechner. Läuft einwandfrei und macht was es soll.

        • Markus sagt:

          Nutze das Script auch schon lange.
          ping 127.0.0.1 -n 5 > NUL 2>&1 durch timeout /t 5 /nobreak > NUL 2>&1 ersetzt.
          Und del /f /q “%APPDATA%\Microsoft\Windows\Start Menu\Programs\OneDrive.lnk” > NUL 2>&1 hinzugefügt.

    • Günter Born sagt:

      Max: Ich danke dir für die Bestätigung – damit gibt es eine weitere Stimme, mit einem Hinweis. Den Beitrag habe ich jetzt mit weiteren Hinweisen von Ansgar ergänzt – danke euch für die Informationen.

      Kannst Du noch was zu meinem Nachtrag ‘Wie ihr helfen könnt’ an Details ergänzen?

    • Andy sagt:

      Deinstallieren? Eine Anwendung, die ein zentraler Bestandteil des Office365 ist? Das klappt vielleicht bei Ließchen Müller zuhause, aber nicht in produktiven Umgebungen, die diese Anwendung nutzen um Geld damit zu verdienen 😉

      • Max sagt:

        Nur hat keiner in meinem Umfeld oder ich Office 365 / Microsoft 365 im Einsatz. ;)

        • Anonymous sagt:

          Nur OneDrive mit 1 TB Cloudspeicher ist Teil von Microsoft365 (früher Office365). OneDrive als solches hat aber jeder, nur eben mit gratis 15MB Speicher. Damit ist OneDrive Teil von Windows 10. Der Client wird aber nicht mit Windows Update gewartet/erneuert, der hat seinen eigenen Updatezyklus. Es gibt auch eine Insider Version.

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  5. JohnRipper sagt:

    Ich stelle nur fest, dass die Anmeldung des Clients am Dienst nach einem Computerneustart ewig dauert.

    Wichtig wäre hier natürlich auch noch welche Version verwendet wird.

    Wir haben das auf Enterprise Ring gestellt und folglich noch 19.222.x

    • Günter Born sagt:

      Ich habe Informationen ergänzt. Ist etwas unglücklich gelaufen – war gestern mit einer Korrekturfahne zu Android zu und hatte keine Zeit, nach den initialen Infos nachzuhaken. Die Nacht habe ich den Beitrag als Kurzfassung eingestellt, dem Leser aber Fragen geschickt. Die Antworten von heute Morgen sind im Text als Ergänzung eingeflossen. Sorry, war etwas unprofessionell – wurde mir klar, als ich heute Nacht den Text eingestellt habe – aber jetzt wird langsam ein Stück draus.

  6. Michel Py sagt:

    Wenn man das Glück hat Windows 10 zu haben, genügt es meistens den Ressource Monitor unten auf dem zweite Tab vom Task Manager zu öffnen, um herauszufinden was den PC bremst.
    Oft ist die mechanische Festplatte mit Window10+zusatz Apps überfordert (Werte >100ms im letzte Spalte von den Disks Stats). “einfache” Lösung: HD durch SSD ersetzen.
    Weniger oft sind alle CPUs auf 100%. Da muss man die schuldige App finden, und zum Beispiel den Autostart vom App deaktivieren…
    Dienste Lassen sich auf “Autostart delayed” unkonfigurieren…

  7. JohnRipper sagt:

    Keine Probleme
    OneDrive for Business; Maschinenbasierte Installation
    Windows 10 1809 17763.1217 Enterprise
    Office 2019 16.0.10359.20023
    Onedrive 19.222.1110.0011

    • JohnRipper sagt:

      Ich sehe jetzt zunehmend Probleme bei der Anmeldung der Clients und bis dahin reagieren die Computer sehr träge.
      Nach der Anmeldung läuft alles wieder normal.

  8. Daniel S. sagt:

    Soweit auch (noch) keine Probleme:
    Win10 1909 x.836 Enterprise
    Office 2019 1808 10359.20023
    OneDrive 20.064.0329.0008

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  10. Robert sagt:

    Hallo Günter,

    ich nutze OneDrive Personal und auch mir fällt auf, dass meine Programme (hautpsächlich Bilder sortieren, löschen und bearbeiten) sporadisch für einige Sekunden hängen, wenn ich ein Bild lösche, speichere, oder z.B. Schlagwörter hinzufüge und die gespeichert werden.

    Zusätzlich fallen mir seit einigen Tagen Probleme mit JPG-Bildern auf, wenn ich diesen z.B. Keywords (Schlagwörter) zuweise, wird das Bild mit den geänderten Schlagworten in Onedrive hochgeladen und nach ca. einer Minute wieder die Version, ohne die vorgenommenen Änderungen heruntergeladen. Ich kann also momentan keine Keywords, ergänzen, löschen oder ändern. Sternemarkierungen bleiben komischerweise erhalten und Änderungen im Bild ebenfalls.
    Dies scheint momentan auch nur JPG-Dateien zu betreffen.

    Viele Güße
    Robert

  11. Günter Born sagt:

    Über Facebook hat mich noch der Tipp erreicht, LEDBAT zu aktivieren.

    Windows Server 2019 enthält Microsoft LEDBAT-Support

  12. Ansgar sagt:

    Hallo,
    ich habe es inzwischen bei vielen Kunden gehabt, dass OneDrive teilweise massive Performance-Probleme machte. Vorwiegend Störungen von Remote-Desktop. Aber immer nur wenn es nicht mit einem Office365 Konto verbunden also aktiv war. Gerade heute wieder, drei Rechner die bei einer simplen Fakturierung beim Tagesabschluss immer wieder hingen. Nach dem Deinstallieren von OneDrive waren die Probleme sofort weg. Der Kunde hat zwar O365, nutzt aber auf fast keinem Rechner OneDrive, sondern Dropbox…
    Der einzige Rechner bei diesem Kunden wo ein einzelnes OneDrive (mit 10 Dateien drin…) aktiv war machte KEINE Probleme.

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