Windows 10 2004: Upgrade-Problem wegen Laufwerksbuchstabe bei Boot-Partition

[English]Blog-Leser Tibor simandi Kallay hat mich per E-Mail auf ein Problem beim Upgrade auf Windows 10 Mai 2020 Update (Version 2004) aufmerksam gemacht. Das Upgrade scheitert bei 30% der Installation mit einem Hinweis auf ungültige Registry-Pfade. Hier eine Beschreibung des Problems samt Lösung.


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Die Fehlerbeschreibung

Tibor simandi Kallay schrieb mir in seiner Mail: Bei einer Reihe meiner PC´s kam es beim Upgrade auf die Version 2004 zu einem merkwürdigen Fehler. Die Partition “System-reserviert” enthält den Bootmanager (cmd als Admin, bcdedit) und gleichzeitig ist dieser Partition ist ein Laufwerksbuchstabe (B:) zugewiesen. Zudem ist diese Partition aktiv, damit das System davon booten kann.

Warum die Partition einen Laufwerksbuchstaben besitzt, konnte Tibor simandi Kallay nicht herausfinden – es gab in der Vergangenheit aber immer mal wieder Updates, die der Partition einen Laufwerksbuchstaben zuwiesen.

Beim Upgrade eines bestehenden Windows 10 auf das Mai 2020 Update (Version 2004) scheiterte der Vorgang aber. Nach dem Kopieren der Dateien muss Windows ja die Updates installieren. Das wird durch eine Anzeige in Windows PE in weißer Schrift auf dem blauen Hintergrund angezeigt.

Bei “Updates werden verarbeitet 30%” mit weißer Schrift auf blauem Hintergrund
wurde ihm dann folgende Fehlermeldung angezeigt:

“The system registry contains invalid file paths. Installation cannot proceed. This system image was applied without guaranteeing that drive-letter assignments would match across computers.”

Klickt der Benutzer auf Okay. führt dies zu einem Neustart und es erscheint die Meldung:

Am Computer vorgenommene Änderungen werden rückgängig gemacht…

Nach einer halben Ewigkeit erfolgt wieder ein Neustart und danach hat der Benutzer sein altes Windows wieder zurück.

Die Lösung für das Upgrade-Problem

Ein Administrator muss den Laufwerksbuchstaben der Partition “System-reserviert” vor dem Upgrade löschen. Dies lässt sich in der Computerverwaltung über den Zweig DatenträgerverwaltungLaufwerksbuchstabe oder -pfad ändern vornehmen. Dann sollte das Upgrade ohne Probleme durchlaufen.


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Weiterhin schrieb mir Tibor simandi Kallay: Gut ist übrigens, dass auch PCs, bei denen das Upgrade noch nicht angeboten wird, die Prozedur klaglos überstehen, wenn das Update mit dem Microsoft Update Assistant, der hier heruntergeladen werden kann, durchgeführt wird. Vorher sollte man natürlich die üblichen Dinge tun:

  1. alle Datenträger überprüfen
  2. Laufwerk C: bereinigen
  3. sfc /scannow durchführen
  4. DISM /Online /CleanUp-Image /RestoreHealth
  5. die Pfadangaben auf nicht mehr vorhandene oder doppelte Einträge prüfen.

Gerade der letzte Punkt wird leider von Microsoft nie geprüft. Das kann man als Benutzer aber tun, indem man das Symbol Dieser PC per Rechtsklick anwählen und im Kontextmenü Eigenschaften wählt. In Erweiterte Systemeinstellungen ist dann die Schaltfläche Umgebungsvariablen zu wählen. Im angezeigten Dialogfeld lässt sich unter der Kategorie Systemvariablen der Eintrag Path anwählen.

Über die Schaltfläche Bearbeiten öffnet sich ein Dialogfeld, in dem der Wert der Variablen anpassbar ist. Manchmal findet man dort nicht mehr vorhandene oder doppelte Einträge, schreibt Tibor simandi Kallay. Diese sind vor dem Upgrade zu kontrollieren bzw. zu entfernen. An dieser Stelle mein Dank an den Blog-Leser für den Hinweis, vielleicht hilft er Betroffenen.


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11 Antworten zu Windows 10 2004: Upgrade-Problem wegen Laufwerksbuchstabe bei Boot-Partition


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  2. Vielen Dank an Herrn Born, dass er diesen Fehler veröffentlicht hat.

    Einige Bemerkungen möchte ich noch hinzufügen:

    1; dass Microsoft bei vielen älteren Systemen das Upgrade über die Funktion “Windows Update” noch nicht bereitstellt zeigt nur, wie vorsichtig und umsichtig Microsoft hier inzwischen agiert. Vielen Dank daher auch an Microsoft.

    2; Ein Ausprobieren meines Tipps auf älteren Systemen muss nicht unbedingt immer gelingen, da hier sicher noch eine Vielzahl von anderen Faktoren (Fremdvirenscanner u.v.m) eine Rolle spielt. Der Rollback jedenfalls gelang auf allen Systemen, wo das Upgrade auf Anhieb nicht geklappt hat.

    3; Was mir übrigens sehr positiv aufgefallen ist: eine vollständige Bereinigung des Systems (sollte man evtl. auch noch vorher machen) dauert inzwischen nicht mehr Ewigkeiten sondern geht ziemlich flott von Statten. Hier hat Microsoft wohl schon in der Version 1909 seine “Hausaufgaben” gemacht.

    4; Die Systeme, die ich im Testeinsatz habe (14 PCs, 3 Laptops, 1 Tablet) sind alle älteren Datums (Intel Sockel 775 bzw. Core5 od. Core7 Sandy Bridge oder AMD K10), laufen aber allesamt bei Einsatz einer SSD ausreichend schnell mit Windows 10.

  3. Anonymous sagt:

    dieses problem verhinderte auch bei früheren windows 10 versionen das upgrade
    ist also kein spezielles 2004 problem
    ursache sind afaik tools zum kopieren von partitionen auf andere hdd/ssds

    • Thomas sagt:

      Das kann ich bestätigen: beim Klonen meiner alten Systemplatte auf eine SSD hat Macrium Reflect z.Bsp. einen Laufwerksbuchstaben zugewiesen. (Allerdings bei einem anderen Rechner nicht… das ist wohl Digitalmystik und ergründlich).

      • deoroller sagt:

        dito allerdings mit Acronis True Image.

        Eine Erstinstallation mache ich nur mit Windows Bordmittel und lasse im auch freie Hand, die EFI-Partitionen anzulegen. Da wird nichts von einer früheren Installation übernommen.
        Aber wenn ein Funktionsupgrade kommt, weiß man nie, ob die Partitionen noch unverändert weiter bestehen und wenn man mal die Festplatte/SSD tauscht, kann man ja nur Klonen und beten.

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  5. Müelli sagt:

    Das Symbol Arbeitsplatz heisst neu “Dieser PC” ;)

    • Günter Born sagt:

      Erwischt! Danke, bin ja schon etwas älter, da verbuxelt man den Jahrzehnte in Büchern verwendeten Begriff mit dem ‘neuen’ Namen. Und die Flüche, als ich irgendwann ca. 5000 Manuskriptseiten diesbezüglich korrigieren dürfte, sind schon einige Tage her. Zeit für die Rente.

    • Vielen Dank für den Hinweis!

      Bin auch etwas älter und erinnerte mich daher nur an den unglücklichen Namen aus Windows 7 Tagen “Arbeitplatz”. Und die Startoberfläche hieß dann “Desktop”.

      Da ich mehrere PC´s über elektrische Umschalter (KBD) bediene benenne ich in Windows 10 den Standardnamen “Dieser PC” immer als Erstes in den Netzwerknamen des jeweiligen PCs um. Daher war mir der Standardname entfallen. Sorry!

  6. Andres Müller sagt:

    besten Dank für den Artikel Herr Born. Auch ich habe immer wieder mit Problemen zu tun die von neuen Partitionen auf der Boot Festplatte ausgehen. Es ist auch vorgekommen dass das Funktionsupdate auch scheitern kann wenn solche zusätzlichen Partitionen keinen Laufwerksnamen haben.

    Auf dem Lenovo PC auf dem ich jetzt gerade schreibe wurde das WinPro 2004 über Windows Update installiert, also nicht über ISO oder USB Installation.
    Nach einem initialen Bluescreen Absturz wurde 2004 trotz vorhandener SSD nach relativ langem Vorgang von ca. 1 Stunde installiert.

    Ich habe diverse Probleme entdecken müssen, unter anderem Datenschutzverletzungen bei denen es mich interessieren würde ob andere User diese Vorkommnisse ebenfalls hinnehmen mussten.

    Zum Beispiel ist jetzt …

    nach dem Update die Cortona App mit Ikone (neben “Start”) vorhanden obwohl auf diesem PC Musik produziert wird und deshalb Cortana in allen Windows 10 Vorgänger Versionen niemals aktiviert wurde. Extra niemals!

    Diese Option hatte ich bei den ersten Windows 10 Versionen stets abgewählt, wenn es mir angeboten wurde. Ebenfalls ist Cortana jetzt eingetragen worden unter Einstellungen Mikrofon bei Apps die auf Mikrofone zugreifen dürfen.

    beim ersten öffnen von Google Chrome ( nicht Edge ) nach der 2004 Installation ist nun eine Microsoft Seite angezeigt worden welche ein Tool mit dem Namen Microsoft Editor bespricht und oben rechts in der Menuauswahl ist “Microsoft 365 kaufen” bereits voraktiviert: https://support.office.com/de-de/article/microsoft-editor-pr%c3%bcft-die-grammatik-und-mehr-in-dokumenten-%d0%b5-mails-und-im-internet-91ecbe1b-d021-4e9e-a82e-abc4cd7163d7?ui=de-DE&rs=de-DE&ad=DE

    Beim Durchlesen des Artikels wurde ich zudem zusätzlich stutzig, kann es sein das Microsoft neben Cortana nun auch noch einen Keylogger installiert hat der von einer KI ständig ausgewertet wird? Jedenfalls wird erwähnt das in den vorgestellten Diensten eine KI eingesetzt wird die (angeblich nur wegen Rechtschreibung) auf eingegebene Worte und Sätze reagieren kann.

    Ich glaube mich zu erinnern das Microsoft solche Daten in den USA den staatlichen Überwachungsdiensten aushändigen kann. Bei Fotos wurde das bereits offiziell im Zusammenhang mit Kinder Pornografie getan, aber darauf dürfte die KI nicht beschränkt sein.

    Jedenfalls will ich nicht das egal welcher Dienst es ist meine Tastatureingaben laufend abfängt, weil es kann ja auch vorkommen das ich Konto Informationen einer Bank eintippe oder andere sensible Daten.

    Bei einem PC der zur Hauptsache für Musikproduktionen eingesetzt wird möchte ich selbstverständlich auch kein Abfangen von Audio Signalen ins Internet haben.

    Ich möchte dafür einen PC haben der möglichst keine Hintergrunddienste am laufen hat weil Audioprogramme empfindlich für Störungen sind. Aus diesem Grund muss ich nach JEDEM Windows Funktionsupgrade sämtliche möglichen Optionen durcharbeiten. Das muss ich auch tun weil offensichtlich nicht sicher gestellt ist das einmal manuell deaktivierte Dienste auch deaktiviert verbleiben.

    • gpburth sagt:

      Wenn Du einen Rechner zur Musikproduktion nutzst, der nach Möglichkeit nie angefasst werden sollte, bietet sich m.E. eher an, einen mit “Airgap” zu nutzen, also einen separaten Rechner “mit ohne” Netzwerk. Und dann alle Daten über beispielsweise USB-Platten zu transportieren.
      Wenn er wirklich komplett(!) von Netz getrennt ist brauchst Du ihn nicht updaten und kannst sogar noch weiterhin Win7 oder gar XP verwenden.

      (Linux wird “dank” Audiogeräten/-spezialsoftware wohl keine Alternative sein)

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