Windows 10 2004: Probleme mit Storage Spaces

[English]Im kürzlich freigegebenen Windows 10 Mai 2020 Update (Version 2004) wimmelt es nur so von Bugs. Administratoren im Firmenumfeld, die auf Storage Spaces setzen, sollten mit dem Upgrade warten. Es gibt Probleme mit Storage Spaces (Speicherplätze). Ich habe mal was zur Information zusammen getragen.


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Was ist Storage Spaces?

Die Funktion Storage Spaces, oder Speicherplätze auf deutsch, ist eine von Microsoft für Windows-Clients und Windows Server eingeführte Technologie, mit der sich Daten vor Laufwerkfehlern schützen lassen. Die Technologie ist konzeptionell vergleichbar mit RAID, wird aber per Software implementiert. Nutzer können Speicherplätze verwenden, um zwei oder mehr Laufwerke in einem Speicherpool zu gruppieren und dann die Kapazität aus diesem Pool zum Erstellen von Speicherplätzen zu verwenden. Auch ein Multitier Caching von HDDs (notfalls verschiedener Hersteller / Geschwindigkeiten) mittels SSDs ist möglich. Diese speichern in der Regel zusätzliche Kopien der Daten. Fällt ein Laufwerk aus diesem Verbund aus, kann Windows immer noch auf eine intakte Kopie der Daten zugreifen.

Wenn die Kapazität eines Speicherplatzes erschöpft ist, können Administratoren einfach weitere Laufwerke zum Speicherpool hinzufügen. Microsoft hat das Ganze in diesem Dokument für Windows Server beschrieben. Und die Wikipedia hält hier eine Beschreibung der Funktion für Windows 8 bereit.

Fehler 0x00000057 seit Monaten bekannt

Ein Problem, welches die Administratoren seit Monaten umtreibt, ist der Fehler 0x00000057 beim Anlegen neuer Storage Space-Speicherpools. Auf Microsoft Answers findet sich dieser Thread vom September 2019, in dem der Storage Spaces Error 0x00000057 thematisiert wird. Es gibt ebenfalls mehrere Einträge im Microsoft Feedback Hub (siehe beispielsweise aka.ms/AA7jko4).

Storage Spaces Error 0x00000057

Die Benutzer können dann keine neuen Storage Spaces Pool oder Volumes anlegen. Der Post bezog sich auf eine Windows 10 Insider Preview Build 18951.1 (der Entwicklungszweig, der in Windows 10 Version 2004 mündete). Jason von Microsoft hat auch mit den verantwortlichen Entwicklern gesprochen – beim Überfliegen der 3 Seiten kam aber wenig. Ein Moderator Don Culbert antwortete mit einem Post, wo er PowerShell-Befehle nannte, mit denen die benötigte Operation angelegt werden konnte. Eine wirkliche Auflösung gab es nicht. Jetzt lese ich bei Windows Latest, dass der Storage Spaces Error 0x00000057 immer noch ein Thema ist – die Verwaltungsoberfläche ist wohl ziemlich kaputt.

Mutmaßlicher Grund: Powershell kennt das neue Version-Level für Pools nicht. In Powershell ist nur die Anlage eines Pools in Version-Level Server 2019 möglich. Das Upgrade des Pool Funktionslevel kann / muss nachträglich erfolgen. Es sieht so aus, als versuche die GUI Pools auf dem neuen Level anzulegen. Dies ist eine Mutmaßung, warum es weiter nur per Powershell funktioniert, aber nicht via GUI. Karl hat es in diesem Tweet angesprochen. Gemeldet wurde dies im Feedback Hub erstmal vor 8 Monaten.

Windows 10 Version 2004 macht Parity Storage kaputt

Auf reddit.com gibt es diesen Post, wo ein Nutzer auf ein anderes Problem hinweist. In Windows 10 Version 2004  kommt es wohl zu Speicherfehlern bei Storage Spaces:

Do not upgrade to 2004 if you’re using parity storage spaces.

Ever since updating to 2004 I have been experiencing severe corruption & chkdsk errors on my parity drives (and only parity) in storage spaces. (See any of my recent post history) I managed to reproduce the corruption on a new pool, with a new set of disks, with a new set of SATA controllers, but I’ve been assuming I must have some other kind of hardware failure instead.


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Der Betroffene hat in diesem Reddit-Post die Bestätigung erhalten, dass ein weitere Nutzer die gleichen Erfahrungen nach dem Upgrade auf Windows 10 Version 2004 gemacht hat. MSPU hat hier noch einiges zusammen getragen.

Löschen gibt keinen Storage Space-Speicherplatz zurück

Und es gibt noch einen Hammer, der sich bis zur Windows 10 Version 1903 zieht. Ich hatte das Thema bereits seit dem Frühjahr auf der Agenda, bin aber noch nicht dazu gekommen, das hier im Blog aufzubereiten. Wenn in einem Storage Space-Speicherpool Dateien gelöscht werden, sollte dies dazu führen, dass sich der belegte Speicher wieder verkleinert. Karl ist aufgefallen, dass dem auf einem ReFS formatierten Volume mit Spiegelung (Mirror aka RAID 1) nicht der Fall ist. Er hat das Ganze schon im Januar 2020 auf Twitter angesprochen.

Der Tweet hat eine Menge Folgetweets, wo weitere Informationen kamen. Er hatte das RefFS-Dateisystem im Verdacht, und hat dann aber diesen Technet-Forenthread gefunden und dort auch kommentiert. Bei ihm betraf der Effekt die Windows 10 Professional – eine Insider Preview im 20H1 Entwicklungszweig, die nun als Windows 10 Version 2004 bereitgestellt wird.

Dieses Verhalten trifft auch auf die Windows 1903 oder spätere SAC Core Server zu. Wenn ich nichts überlesen habe: Sobald ein eingerichteter Speicherpool als voll gemeldet wurde, kann durch Löschen kein freier Speicher mehr geschaffen werden. Das betrifft Pools mit RefFS-Dateisystem, bei NTFS-Volumes funktioniert die Rückgabe des Speicherpools. Dazu schrieb mir Karl, dass die Windows 10 Version 1909 mit RefFS (ohne Storage Spaces) die Rückgabe freier Speicherbereiche unterstützt. Er schließt daraus, dass es einen Bug in Storage Spaces gibt, der in Verbindung mit RefFS auftritt.

Feedback-Hub mit Storage Spaces-Einträgen

Die Ausführung von Defrag Optimierung (Slab consolidation) verschlimmert die Situation.
Der Vorgang nullt ungenutzte Speicherbereiche und gibt sie somit wieder frei. Daten werden dann „geschrieben“ und füllen den Pool und die Laufwerke, auf den ReFS Volumes wird dieser jedoch nicht wie üblich wieder freigegeben.

Alle Probleme wurden in Insider Fast Versionen von Client und Server mit dem Insider Team / Storage Team professionell analysiert und vollständig erstmals in Version 19628 behoben. Allerdings gibt es noch keine Rückportierung dieser Fixes in die Windows 10 2004, 1909 und 1903 Version.

Defrag Würfelspiel: In diesem Zusammenhang führte es auch zu diversen Anzeigeproblemen im Defrag Tool wonach bei Optimierung immer ein anderer Wert erschien.

Weiterer Fehler in Storage Spaces

Microsoft hat in diesem Supportdokument einen weiteren Fehler bei Storage Spaces unter Windows 10 Version 2004 offen gelegt. Nach dem Update auf dieses Windows können Partitionen als RAW angezeigt werden. Bleeping Computer hat hier einen Artikel dazu.

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17 Antworten zu Windows 10 2004: Probleme mit Storage Spaces


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  2. Bernhard Diener sagt:

    Zum Anlegen eines Pools:

    $PhysicalDisks = (Get-PhysicalDisk -CanPool $True)
    New-StoragePool -FriendlyName CompanyData -StorageSubsystemFriendlyName "Windows Storage*" -PhysicalDisks $PhysicalDisks -ResiliencySettingNameDefault Mirror -ProvisioningTypeDefault Thin -Verbose

    Danach kann man über die GUI prüfen, ob im Pool die richtigen Laufwerke sind (der Befehl packt alle rein!) und ggf. das eine oder andere entfernen. Zum Erstellen eines Laufwerks (Beispiel: Mirror, 10 GB, LWBst M:):

    New-Volume -StoragePoolfriendlyName "CompanyData" -FriendlyName "TestVolume" -Size 10GB -ResiliencySettingName "Mirror" -FileSystem NTFS -AccessPath "M:" -ProvisioningType Fixed
    • Karl Wester-Ebbinghaus (@tweet_alqamar) sagt:

      Danke Berhard,
      löst das GUI Problem nicht. Microsoft denkt wohl genau so. Workaround existiert, also kein Problem.

      Desweiteren gibt es noch zig Möglichkeiten und Varianten. ggf. will ich gar kein Mirror machen etc. Für jemanden der Powershell sonst nur aus “hab ich schon mal gehört” kennt und reiner Windows 10 Pro User ist, wäre das zielführend.
      natürlich gibt es auch
      get-help New-StoragePool bzw. New-Volume -online.

  3. Bernhard Diener sagt:

    Günter, warum kann ich hier keinen Code posten? Ohne jeglichen Kommentar wird das abgebrochen. Nehme ich den Code raus, geht alles, siehe Testkommentar “ww”

    • Günter Born sagt:

      Es läuft ein SPAM-Filter mit, der Code aus Sicherheitgründen als SPAM kategorisiert. Ich habe es jetzt einmalig freigegeben.

      Was glaubst Du, was hier bezüglich SEO-Spam in den Blogs los ist. Ich habe heute morgen den SPAM-Ordner geleert – jetzt sind 5 Seiten SPAM aus aller Welt eingetrudelt. Macht nicht mehr wirklich Spaß – und das ist eine der Tätigkeiten, die ich als Hausmeister des Blogs im Maschinenraum leisten muss, um vorne ein wenig bloggen zu können.

      • Herr IngoW sagt:

        Der SPAM-Filter scheint Goldwert zu sein. Sonst wäre ein arbeiten für Sie kaum möglich und für die Leserschaft sicher äußerst nervig. Es würde dann eventuell niemand mehr lesen.
        Danke für die Arbeit die Sie sich für einen guten Block machen.
        Mein Respekt für die Arbeit die Sie Tag für Tag leisten.

      • Bernhard Diener sagt:

        Verstehe. Ein Hinweis direkt nach dem Posten wäre ganz praktisch, zumal man sich ärgert, wenn ein großer Block Text im Nirvana verschwindet.

        • Günter Born sagt:

          Einfach im Browser auf Zurück klicken – dann sollte der Text im Browser wieder sichtbar werden. Ist aber alles auf der Seite Kommentieren im Blog beschrieben.

          Das Ganze ist ja nichts handcodiertes. Ich setze auf diverse Plugins und WordPress-Funktionen. Jede Änderung, die ich im PHP-Code vornehme, wirft ggf. Probleme auf (spätestens beim nächsten Update). Ich mache mir schon Gedanken, was ich zulasse und was nicht. Aktuell wüsste ich nicht, wie ich einen Hinweis implementieren sollte. Und mal diverse Plugins abklappern, in der Hoffnung ‘es tut’, ist auch nicht. Die Plugins müssen über lange Zeit gepflegt werden – und die für mich wichtigen Funktionen bieten, ohne dass ich einen Kurs zum Einsatz brauche.

          Ich bin über die letzten 13 Jahre gut damit gefahren – wenn ich über Sicherheitslücken in Plugins gebloggt habe, dachte ich ‘Schwein gehabt, dass Du nicht den Empfehlungen diverser Blogger gefolgt bist und das Teil nie eingesetzt hast’.

          Ist teilweise eine schwierige Kiste – die manche etwas Leserfreundlicher, manche weniger Leserfreundlich gestalten. Ich hätte disqus als Kommentarplattform im Blog einbinden können – habe lange damit geliebäugelt. Als die Plattform gehackt wurde und die Nutzerdaten geleaked wurden, war ich heilfroh, eine andere Entscheidung getroffen zu haben. Denn am Ende des Tages halte ich meine Knochen hin, wenn es einen Datenschutzvorfall gibt.

          • Bernhard Diener sagt:

            “Einfach im Browser auf Zurück klicken – dann sollte der Text im Browser wieder sichtbar werden” – kenne ich. Funktioniert zum Beispiel in Chrome, aber nicht in jedem Browser.

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  5. RalphAndreas sagt:

    Hallo Günter,
    macht es dann nicht Sinn, nur authentifizierte Kommentare zuzulassen ?
    Deine Arbeit ist einfach zu wertvoll, um die knapp bemessene Zeit sich mit Müll beschäftigen zu müssen…

    • Günter Born sagt:

      Authentifizierung heißt nur mit Anmeldung am Blog. Bedeutet erstens, dass ich mir Sicherheitsrisiken einhandele. Zudem hätte ich dann noch mehr Aufwand/Risiko in Richtung DSGVO. Daher habe ich genau diese Option gewählt. Müsste nur ein Plugin wechseln, wodurch etwas mehr im SPAM landet und nicht gleich gelöscht wird.

      • RalphAndreas sagt:

        Hi Günter,
        wo würdest Du Sicherheitsrisiken bei einer zusätzlichen Authentifierzung sehen ?
        Will es hier nicht vertiefen, aber Benutzername und EMailadresse werden ja bereits jetzt (zwischen-)gespeichert. Sehe hier kein Probleme hinsichtlich DSGVO usw.
        Wir Schnackbüttel hinterlassen die Daten immer noch freiwilig :-)

        • Günter Born sagt:

          Wenn es keine Anmeldung gibt, kann niemand eine mögliche Sicherheitslücke in der Benutzerverwaltung ausnutzen. Wäre nicht das erste Mal, dass durch eine Schwachstelle in einem Plugin eine Rechteerhöhung passiert und schon ist irgend ein Nutzer Admin. Bei 10.000 Nutzern (deutsch, englisch) kann ich nicht sagen, ob nicht ein böser Bube bei ist, oder ein Passwort 1234 verwendet wird …

          • johnripper sagt:

            Kannst du denn nicht eine besondere Kombination aus Benutzername + Email whitelisten..

            Oh whitelist, darf man ja nicht mehr sagen, heißt jetzt allowlist.

          • Günter Born sagt:

            Was ein Aufwand mit Black- und Whitelisting (die sinnfreie Diskussion über die Begriffe erspare ich mir) – irgendwo muss ich einen goldenen Mittelweg fahren und meine, den hier gefunden zu haben. Ich würde die Diskussion an meiner Stelle daher jetzt verlassen.

  6. Uwe sagt:

    Ein “neues” W10 ist voller Fehler … Naja, muss das noch erwähnt werden …

    Ich frage mich, wer, außer Freaks, spielt diese “Superupdates” schon Tage nach dem Rausschmiss aus der Entwicklung auf produktive PCs?

    • Karl Wester-Ebbinghaus (@tweet_alqamar) sagt:

      Nun Uwe. Ich tue das. Gerne und zum Beispiel.
      Dafür sind auch Release Preview Ringe da.

      Wenn alle Warten würden, würden diese Probleme nicht bekannt und nie oder sehr spät gefixt.

      Je später man ein Problem meldet, desto eher wird der Fix nicht ausgerollt.
      Man wird, auch im Businessumfeld, genötigt noch eine Version weiter zu springen.

      Wenn also ein Fehler in 20H2 sehr spät auffällt, möchte ich nicht von Microsoft gesagt bekommen installieren sie 21H1, da es strategisch wichtiger wäre die 30 Monate Business Support zu nutzen.
      Ein Jahr damit leben bis 21H2 erscheint und bis dahin eventuell Workarounds zu bauen ist auch nicht meine Prämisse.

      Bitte daran denken: der Microsoft Support, insbesondere in Deutschland (convergys) ist lösungsorientiert – wie applikabel / aufwändig die Lösung ist spielt keine Rolle. Sie arbeiten per Definition nicht ursachenforschend.

      Andererseits sind das auch keinen neuen Probleme, sondern teils Monate alte, die durch das Feedback Raster gefallen sind.

      “Rausschmiss aus der Entwicklung”
      Auch weil es nicht jeder weiß: 2004 ist schon seit Dezember 2019 nicht mehr in der Entwicklung.

  7. Tobias Plutat sagt:

    Scheint, als hätte sich Microsoft zumindest des Error 0x0000057 angenommen – die Release Notes zur Preview auf das nächste kumulative Update enthalten dies hier:
    • Addresses an issue that prevents the creation of a storage pool using Manage Storage Spaces in Control panel.

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