Windows 10 2004: Bug defragmentiert SSDs zu häufig

[English]Ein Bug in der Defragmentierung des Windows 10 Mai 2020 Update (Version 2004) bewirkt, dass SSDs viel häufiger als erwartet defragmentiert werden. Der Bug wurde im Januar 2020 gemeldet und hätte längst beseitigt worden sein sollen.


Anzeige


Die Laufwerksoptimierung merkt sich nicht mehr den letzten Stand, sondern zeigt ‘Noch nie ausgeführt, Optimierung erforderlich’ an, wie Blog-Leser Volker Ende Mai 2020 in diesem Kommentar bereits anmerkte. Das führt bei SSDs zu dem unangenehmen Effekt, dass diese häufiger als notwendig optimiert werden.

Bleeping Computer hat das Ganze bereits vor einigen Tagen in diesem Beitrag aufbereitet. Es geht um die automatische Wartung von Windows, die als Aufgabe auch eine Defragmentierung der Laufwerke vornimmt. Die Windows 10-Funktion “Automatische Wartung” lässt sich unter Systemsteuerung -> System und Sicherheit -> Sicherheit und Wartung, in der Aufgabenplanung einsehen und wird zyklisch durchgeführt. Diese Wartung umfasst die Überprüfung von Laufwerken auf Optimierungsbedarf (Defragmentierung/Trimming), die Suche nach neuen Updates, Sicherheits-Scans und andere Diagnosen.

Im Windows 10 Mai 2020 Update (Version 2004) weist der Windows-Defragmentierer aber einen Bug auf, der SSDs zu häufig defragmentiert, Trimmungen an Nicht-SSD-Laufwerken durchführen will und bei jedem Neustart vergisst, wann er das letzte Mal ein Laufwerk optimiert hat. Letzteres ist ein Problem, denn Windows 10 sollte sich eigentlich merken, wann eine Wartung/Optimierung letztmalig an einem Laufwerk erfolgte. Dies soll verhindern, dass Laufwerke zu oft defragmentiert oder SSDs getrimmt werden.

Aufgefallen ist dies im wildersecuritys-Forum, wo es diesen Eintrag im Thread gibt, der auf ein Problem hinweist:

Today I noticed error in my event viewer happening with Windows Defragger. Error 264 is logged when defragger tries to perform TRIM on non-SSD drives:

The storage optimiser couldn’t complete re-trim on [DriveName] because: The operation requested is not supported by the hardware backing the volume. (0x8900002A)

After some googling I found another report with more serious bug (defragger trying to defrag SSD). I could reproduce an issue so I disabled scheduled maintenance also.

EDIT: here is a link that describes how to disable it.

Bleeping Computer konnte diesen Bug nachstellen, die Windows Defragmentierung sieht Optimierungsbedarf für eine SSD, die gerade erst am frühen Morgen optimiert wurde. Als allgemeine Regel gilt, dass man das Defragmentieren von Solid-State-Laufwerken (SSDs) vermeiden sollte, um einen unnötigen Verschleiß zu verhindern. Microsoft-Entwickler Scott Hanselmann hat hier jedoch erklärt, dass es einen gewissen Nutzen hat, ein stark fragmentiertes Solid-State-Laufwerk (SSD) zu defragmentieren, und werden deshalb ein SSD-Laufwerk einmal im Monat defragmentieren.

“Actually Scott and Vadim are both wrong. Storage Optimizer will defrag an SSD once a month if volume snapshots are enabled. This is by design and necessary due to slow volsnap copy on write performance on fragmented SSD volumes.”

Da Windows 10 Version 2004 aber vergisst, wann die letztmalige Optimierung vorgenommen wurde, werden SSDs nach jedem Windows 10-Neustart optimiert – was sicher nicht gut ist. Und es gibt noch eins oben drauf – der Bug sollte eigentlich längst beseitigt sein. Am 23. Januar 2020 kündigte Microsoft die Windows 10 Insider Preview Build 19551 an. Dort findet sich der Hinweis:

Thank you for reporting that the Optimize Drives Control Panel was incorrectly showing that optimization hadn’t run on some devices. We’ve fixed it in this build.

Offenbar hat man aber nicht wirklich getestet – oder der Fehler ist irgendwann wieder in spätere Builds gewandert. Golem schreibt hier, dass es im Januar 2020 auch Meldungen im Feedback-Hub gab. Lange Rede kurzer Sinn: Windows 10 Version 2004 ist ziemlich buggy. Weitere Details finden sich bei Bleeping Computer in diesem Beitrag, sowie in diesem Microsoft Answers-Forenbeitrag.

Ähnliche Artikel:
Windows 10 und der Storage Spaces Error 0x32
Windows 10 Version 2004: Externes Display wird schwarz
Windows 10: Programmstart funktioniert nicht, Avast Schuld
Windows 10-Bug: USB-Drucker werden nicht erkannt
Windows 10: Druckprobleme nach Juni 2020-Updates
Windows 10 Version 2004: Grafikfehler bei Multimonitorbetrieb und f.lux
Windows 10: SMBleed-Schwachstelle im SMBv3-Protokoll
Windows 10 Version 2004: Externes Display wird schwarz
Windows 10 2004: Probleme mit Storage Spaces
Windows 10 Version 2004: Probleme mit Malwarebytes 4.1.0?


Anzeige


Dieser Beitrag wurde unter Windows 10 abgelegt und mit Windows 10 verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

33 Antworten zu Windows 10 2004: Bug defragmentiert SSDs zu häufig


  1. Anzeige
  2. David sagt:

    Hallo,

    “Windows 10 Version 2004 ist ziemlich buggy. ” – nicht nur diese Version.
    Ich habe den Eindruck, dass Win immer mehr “kaputtrepariert” wird.

    “Win ist sehr selbstsicher – die Anwender haben ja keine Wahl – wir sind Marktfüherer, sie kommen nicht an uns vorbei”
    Und leider haben sie Recht…

  3. Alex sagt:

    Hallo,

    der “Bug” ist schon etwas älter und auch nicht auf die Windows Desktop Versionen begrenzt. Wir verzeichnen seit Ende letzten Jahres bei verschiedensten Kundensystemen, nur Server, Probleme in der Performance bis hin zu System steht, kein BSOD. Diese Probleme tauchen leider nur so einmal alle 1-2 Monate auf und auch nicht regelmässig, weshalb eine ordentliche Suche nach der Ursache sehr schwer war.

    Erst im April haben wir durch Zufall herausgefunden, dass auf allen betroffenen Systemen in der Aufgabenplanung der Defrag Task eingeschaltet war und läuft und läuft und läuft. Seitdem wir diesen Task deaktiviert haben und unter Überwachung stellten, hatten wir keine Probleme mehr an den Systemen. Auf anderen Systemen konnten wir leider keine Gegenprüfung machen, da der Defrag Task mal an, mal aus, mal irgendwie war. Wir konnten bislang keine Muster erkennen, ausser das alle betroffenen Systeme VMs waren.

    Betroffen bislang sind/waren:
    – Server 2016 (verschiedenste Update Level)
    – Server 2019 (verschiedenste Update Level)
    – Alle Systeme waren VMs auf entsprechenden Windows HVs
    – hauptsächlich “kleine” HVs auf Single Servern mit Boot-SSD und Daten-HDDs im RAID
    – zwei Failover Cluster mit S2D, einer Server 2016 (5 Nodes) und einer Server 2019 (8- Nodes)

    • 1ST1 sagt:

      Das mit den VMs ist doch ein interessanter Hinweis. Können Sie prüfen, ob der Hypervisor dem Gastbetriebssystem mitteilt, ob da SSDs oder HDDs simuliert werden? Grundsätzlich sollte man Defragmentierung in VMs generell abschalten, auch wenn die VM auf mechanischen Platten läuft, denn das Gastbertriebssystem defragmentiert und trimmt grundsätzlich immer falsch. Und mit jeder Storagemigration ist es eh wieder falsch.

      • egal sagt:

        Alle mir bekannten HVs geben dem Gast das korrekte Medium automatisch mit und/oder man kann es wenigstens irgendwo konfigurieren. Warum eine Defragmentierung bei virtualisierten Dateisystemen schlecht sein sollte kann ich aber nicht nachvollziehen, außer, dass die sowieso schon schlechte Performance dadurch nochmals deutlich verschlechtert wird. So etwas aber nachts bzw. währen Ruhezeiten auszuführen dürfte eigentlich keinerlei Probleme machen. Trim bei virtualierten SSDs auszuführen dürfte auch kein Problem sein allerdings nur in dem Falle, dass die SSD korrekt partitioniert sind bzw. die Größe der virtuellen Festplatten korrekt gewählt wurde aber alleine darüber kann man vermutlich ein komplettes Buch schreiben…

  4. Anzeige

  5. 1ST1 sagt:

    Bisher bin ich davon ausgegangen, dass Windows 10 SSDs überhaupt nicht mehr defragmentiert. Defragmentierung soll ja bei mechanischen Platten die Anzahl der Kopfbewegungen beim Lesen/Schreiben von Dateien minimieren, und ist daher bei SSDs ja eigentlich unnötig, weil es da ja keine Köpfe mehr gibt. Hab ich da was verpasst? Kann man den Dienst manuell abstellen?

    • Scyllo sagt:

      Bin gerade auch etwas verduzt….

      Ich dachte immer, Win 10 stößt bei SSDs immer nur (je nach Einstellung) einen TRIM-Befehl an – nicht aber eine Defragmentierung.

      • 1ST1 sagt:

        Trim macht bei einer SSD auch keinen Sinn, weil das ja nur dafür sorgen sollen, dass Partitionen/Dateien auf Sektor 0 einer Platte starten sollen, damit sie ohne weitere Wartezeit beim auf die Spur einschwenken gefunden werden. Macht bei kopflosen Laufwerken irgendwie keinen Sinn!

  6. Herr IngoW sagt:

    Ich habe am 08.06.2020 einen PC aktualisiert von 1909 auf 2004 mit dem “Windows 10-Update-Assistent”.
    War das letzte mal am 15.06.2020 in Betrieb. Hab ich gerade mal zum nachschauen eingeschaltet.
    Hier wurde als letzte Wartung der 15..06.2020 angegeben. Die Wartung wird ja Täglich ausgeführt, wurde also heute kurz nach dem Start neu ausgeführt (war auch schon bei den Vorversionen so, ist ja auch in den Einstellungen der Systemsteuerung/Wartung so eingestellt).
    Über den Explorer -> Laufwerk C: ->Rechtsklick ->Eigenschaften -> Tools -> Laufwerk optimieren und defragmentieren ->Optimieren, öffnet sich das Fenster “Laufwerke optimieren”, dort steht hier bei “C:” bei “Medientyp”-“Solid-State-Laufwerk, bei “Zuletzt analysiert oder optimiert”-“Noch nie ausgeführt” und “Aktueller Status”-“Optimierung erfolgreich”.
    Einstellung ist “einmal Wöchentlich”. Da die Installation jetzt 10 Tage her ist, und der PC das letzte mal am 15.06.2020 an war, wurde eben gerade die Optimierung Durchgeführt (dauerte rund 20 Sekunden).
    Nach einiger Zeit wurden jetzt auch die anderen Laufwerke (HDD) analysiert/defragmentiert.
    Scheint hier erstmal korrekt zu laufen.
    Ob das nach einem Neustart wieder neu anfängt werde ich noch überprüfen.
    Ob das bei einer Neuinstallation genauso ist kann ich nicht sagen, da nicht vorhandenen.

    • 1ST1 sagt:

      Sieht bei mir ähnlich aus.

    • Herr IngoW sagt:

      So habe heute Mittag den PC nochmal angemacht und warte gerade noch ein bisschen ob sich bei den Laufwerken noch was tut, der letzte TRIM-Befehl war um 8:55Uhr.
      Also, hat sich seit einer dreiviertel Stunde nix getan.
      Schau vielleicht Morgen noch mal nach habe die Einstellung von “Wöchentlich” auf “Monatlich” gestellt. Mal sehen ob Morgen was anders ist.

    • Herr IngoW sagt:

      Also, hab heute nochmal den PC mit Version 2004 angemacht.
      Erst war alles wie gehabt. Dann stand die “Tägliche Wartung” an. Nach dem Abschluss der “Wartung” war bei der “Laufwerks-Optimierung” der Status (zuletzt analysiert oder optimiert) wieder auf “noch nie ausgeführt”.
      Wie es aussieht schnallt das die “Wartung” nicht das die “Laufwerks-Optimierung” schon gemacht wurde und stellt das wieder um.

  7. SSD-Fan sagt:

    Wenn ich den Artikel und die Funktion in Win10 richtig verstehe, führt der Dienst
    – bei SSDs ein TRIM aus
    und
    – HDDs ein Defrag
    aus, oder?

    Hab gerade auf meinem Notebook mit 2 SSDs nachgeschaut (Win10-1909), TRIM wird einmal pro Woche ausgeführt. Manuell dauert es nur ca. 2-3 Sek. Scheint also ein echtes TRIM zu sein, und kein Defrag.

    In früheren Windows-Versionen (Win XP & Win7) musste man ja noch diverse Windows-Schalter mittels entsprechender Tools z.Bsp. Samsung SSD-Magician umschalten, da WinXP und Win7 die SSDs echt defragmentieren wollten …. :-(

    Seit Win10 keinerlei Probleme damit, selbst hoch beanspruchte SSDs im Videoschnittnotebook haben nach über 2 Jahren und etlichen TBWs 100% Zustandsqualität.
    Windows “Defrag” ( =TRIM ?) scheint den SSDs also nicht zu schaden.

    !! Microsoft sollte aber natürlich zu 100% sicherstellen, das der Task/Programm auch nur exakt das macht, was es soll – SSD-TRIM, HDD-Defrag, falls vom Nutzer gewünscht !!

    Ich setze ausschließlich Samsung-Consumer-SSDs seit 2013 ein (8xx-EVO-Serie, seit kurzem 970EVO plus) und habe bisher keinerlei negative Erfahrungen hinsichtlich Qualität und Performance feststellen können.
    (Nur 2013 hatte ich mal 2 defekte Samsung-OEM-SSDs aus 2 Dell-Notebooks, PM831 o.ä. 120GB), aber KEINE defekten Consumer-SSDs.

    Die 3-4 Stk. Crucial MX500 im Bekanntenkreis (auch im Synology-NAS) tun zuverlässig ihren Dienst.

    • Günter Born sagt:

      Mit SSD-TRIM und HDD-Defrag liegst Du imho richtig. Nur sollte auch ein TRIM sparsam erfolgen.

      • Scyllo sagt:

        @Günter Born:

        “Nur sollte auch ein TRIM sparsam erfolgen.”

        Darf ich fragen, warum das so empfohlen ist? Kann man dies irgendwo nachlesen?

        • Günter Born sagt:

          Die Wikipedia nennt hier bei schlechter Implementierung Performance-Probleme.

          Jede TRIM-Operation bewirkt, dass Daten vom Controller in den Flash-Zellen neu organisiert werden (Blöcke werden geleert). Da die Zellen nur eine gewisse Lebensdauer haben, sollten unnötige Operationen unterbleiben – ich denke, das ist Konsens. Es kann sein, dass das bei der Lebensdauer moderner SSDs keine Rolle mehr spielt, habe auf die Schnelle nichts gefunden. Aber ich würde es vermeiden.

          Interessant ist auch dieser SuperUser-Thread mit der Aussage: TRIM ist bei Apple-Geräten mit SSDs wohl nicht erforderlich, bei Windows braucht man es.

          Möglicherweise liege ich falsch. Aber es gibt eine einfache Regel: Mache Wartung wenn sinnvoll, aber so wenig wie möglich. Und da ist die Windows 10 Defrag-Funktion aktuell erkennbar nicht dran ausgerichtet.

    • deoroller sagt:

      Man muss Win10 nicht so hinstellen, dass vorher alles Mist war. Das verdreht die Tatsachen. Ab Win7 werden SSD erkannt und als solche behandelt.

      • egal sagt:

        Windows 7 hat SSDs allerdings nicht immer zuverlässig erkannt und selbst wenn dann auch nicht alle Optionen daraufhin optimiert.

  8. Anzeige

  9. Michael sagt:

    Ich nutze Version 1909 und habe das die letzten drei Tage jeweils überprüft, die Einstellung ist “monatlich überprüfen” . Folgendes wurde angezeigt (habe Screenshots gemacht):

    Di. 16.06. => Letzte Überprüfung am 15.06. (0 Tage seit letzter Ausführung)
    Mi. 17.06. => Letzte Überprüfung am 16.06. (0 Tage seit letzter Ausführung)
    Do. 18.06. => Letzte Überprüfung am 17.06. (0 Tage seit letzter Ausführung)

    • Scyllo sagt:

      Wie sieht das Ganze denn aus, wenn man ein SSD-Hersteller-eigenes Tool (z.B. Samsung Magician) für das Trimmen (bei mir wöchentlich) installiert hat?

      Wird dann stets jegliche Optimierung über dieses Tool abgewickelt oder setzt sich die Win 10-eigene “Automatische Wartung” durch und übergeht quasi das Tool?

      • Frank T. sagt:

        Die SSD führt den Trim selbständig im Hintergrund aus. 5% unformatierten Bereich am Ende lassen. Windows kann einen Trim anstoßen oder selber trimmen. Windows Optimierung deaktivieren. Wenn Windows die SSD optimiert passiert i.d.R. nichts.

  10. Frank Z(ett) sagt:

    Nix! Abgelehnt bzw. zuerst wird ein Nachfolger eingearbeitet ^^

  11. Frank Z(ett) sagt:

    Ich hab in der Tat dieses Problem, das, nach einem Neustart, grundsätzlich in der “Defrag”-Anzeige steht: “Noch nie ausgeführt” – Optimierung erforderlich.

    1x SSD Raid0 (Boot) und 1xSSD (Daten)

    Ich hab schon seit langem die TRIMmung per Task deaktiviert. Ich glaub, das war auch mal in den letzten Jahren eine Empfehlung, aufgrund von Windows-Problemen mit SSDs, aber ich kann mich nicht mehr genau daran erinnern.

  12. egal sagt:

    Ich kann den/die Fehler bei mir bestätigen. Leider ist hier aber anscheinend einiges durcheinandergekommen:

    1. SSDs müssen nicht defragmentiert werden, alleine schon deshalb, weil das Betriebssystem überhaupt nicht weiß, wo auf der SSD die Daten liegen weil das, zumindest seit einigen Jahren, alles von dem in der SSD verbauten Controller übernommen wird (siehe auch “Garbage Collector”) damit alle Zellen gleichmäßig genutzt werden um frühzeitige Abnutzung/Alterung einzelner Zellen zu verhindern. Die Daten auf SSDs sind somit nach einer gewissen Lebenszeit immer(!) massiv fragmentiert was bei SSDs aber eben, aus technischen Gründen, keine negativen Auswirkungen hat.

    2. Es gibt einen Bug der bewirkt, dass bei der automatischen Wartung SSDs trotzdem defragmentiert und bei Festplatten ein Trimming versucht wird (was natürlich fehlschägt) bzw. beides auf alle Speichermedien.

    3. Es gibt einen anderen Bug im Programm “Laufwerke defragmentieren und optimieren” wodurch sich das Programm den letzten Status nicht merkt. Dort werden SSDs aber korrekt getrimmt und HDDs korrekt defragmentiert. (getestet!)

    4. Ich bin mir ziemlich sicher, dass das nicht bedeutet, dass SSDs jetzt ständig defragmentiert werden; dass wäre mir mit Sicherheit aufgefallen weil ich die Optimierung auf einem Gerät ggf. mehrmals täglich selbst antriggere und beim Test der Wartung ist der Lüfter deutlich lauter geworden.

    5. Der Kommentar von dem Microsoft Hanselmann (was für ein passender Name… :D) ist Blödsinn (siehe 1.) was allerdings wahrscheinlich damit zusammenhängt, dass der Beitrag bereits sechs Jahre alt ist, wobei ich mir ziemlich sicher bin, dass das damals auch schon auf veralteten Informationen beruht hat. Früher waren SSDs tatsächlich noch relativ dumm und die Betriebssysteme in dem Zusammenhang, wegen neuer Technik, sowieso.

    5.1 SSDs sterben z.B. i.d.R. nicht einfach so. Das passiert wenn dann nur, wenn der Controller vereckt und hat überhaupt nichts mit der Alterung der Zellen zu tun. Mir ist das nämlich vor einigen Jahren mit meiner ersten SSD passiert: Am Anfang gibt es einzelne Schreib- und Lesefehler. Diese werden dann immer mehr und mehr und irgendwann startet das System nicht mehr weil eben wichtige Dateien in den “falschen” Zellen liegen. So etwas wird mittlereile weitesgehend vermieden weil SSD mehr Zellen haben als tatsächlich zur Verfügung stehen (over provisioning) um defekte Zellen entsprechen zu markieren und mit neuen Zellen aus dem bisher nicht verwendeten Pool zu verwenden.

    5.2 Da das Betriebssystem denkt, dass es weiß wo die Daten liegen obwohl das vom Contoller übernommen wird (siehe 1.) könnte es möglicherweise tatsächlich vorkommen, dass es eine Defragmentierung auf einer SSDs für nötig hält. In dem Falle würde aber der Controller einfach nur sagen: “Ach komm leck mich. Die Daten liegen jetzt woanders defragmentiert.” Ohne tatsächlich etwas zu tun außer intern die Verknüpfungen auf die Daten so umzuordnen, dass das Betriebssystem glaubt, dass die Daten jetzt zusammenhängend liegen falls entsprechende Anfragen zu diesen Daten kommen.

    5.3 Die Sache mit den Volume Snapshots ließt sich für mich folgendermaßen: Wenn man auf eine SSD Daten schreibt hat man eine relativ konstante Schreibrate, aber wenn man auf eine SSD Daten schreibt bricht die Schreibleistung ein. :)

    6. Ob ich jetzt der SSD (über den Trim Befehlt) einmal täglich sage, dass eine Zelle als frei markiert wird oder, dass alle 10 Tage 10 Zellen frei sind dürfte meines Erachtens keinen Unterschied machen. Die Fälle, in denen das relevant sein könnte dürften gegen Null gehen.

    7. Zum Thema Apple und Trim habe ich auf die Schnelle nur die Info gefunden, dass es nur bei nachgerüsteten SSDs von Drittanbietern nicht automatisch aktiviert wird und wenn man es manuell aktiviert es auch schonmal das Dateisystem zerschießen kann. (https://hardwrk.com/blog/trim-vs-garbage-collection-was-ist-der-unterschied) Wer wenig Daten an seinem System ändert und genug freien Platz freilässt dürfte tatsächlich nichts davon merken, wenn Trim fehlt. Das betrifft natürlich alle Geräte unabhängig vom Hersteller. Wobei Apple User die Schuld dann, meiner Erfahrung nach, eh Windows geben würden weil das ja irgenwie dort vorkommt :P

    • Manuel sagt:

      Punkt 5 bitte nochmal prüfen:

      in dem Satz schreibst du zwei Mal über die Schreibleistung die konstant sein soll und dann aber im zweiten Teil des Satzes doch einbricht, was soll das heißen?

      • egal sagt:

        Na genau das: Es ergibt in meinen Augen keinen Sinn ;)

        Leider weiß ich halt auch nur fast alles und kann es deshalb nicht 100%ig sagen aber IT geht mir sowieso gerade in letzter Zeit immer mehr auf den Sack weil man nirgends klare Informationen findet mal abgesehen von dem ganzen veralteten Zeug. Und dabei muss man nicht einmal technisch so tief eintauchen wie bei so einem Thema. Versuch mal beispielsweise herauszufinden, wie die Labels im DNS System (Ja Labels. Den Begriff habe ich in dem Zusammenhang auch neu gelernt obwohl ich das sogar in der Berufsschule hatte :D) aussehen dürfen und wie nicht. Kleiner Tipp dazu: Fast überall stehen (anscheinend) dieselben falschen Informationen dazu weil alle nur von einander abschreiben…

  13. Sherlock sagt:

    Von einer täglichen automatischen Optimierung ist hier in 2004 nichts zu sehen, es sind einmal wöchentlich für die SSD Defragmentierung und Optimierung in der Ereignisanzeige aufgeführt. Bei 1909 hingegen finde ich es nur einmal monatlich.
    Startet man die Wartung manuell, kann man unter “Optimierung” zusehen, wie die Defragmentierung durchgeführt wird und es erscheint auch ein Eintrag in der Ereignisanzeige. Die tägliche automatische Wartung hingegen führt anscheinend keine Optimierung und auch keine Defragmentierung durch oder sie vermerkt es nicht im Protokoll. Letzteres erscheint mir eher unwahrscheinlich. Warum sollte eine wöchentliche Optimierung im Protokoll erscheinen, eine tägliche hingegen nicht?
    Ich glaube also eher nicht, dass mit jedem Neustart optimiert wird.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Hinweis: Bitte beachtet die Regeln zum Kommentieren im Blog (Erstkommentare und Verlinktes landet in der Moderation, gebe ich alle paar Stunden frei, SEO-Posts/SPAM lösche ich rigoros). Kommentare abseits des Themas bitte unter Diskussion.