Windows 10 V2004: Gelöschte Dateien mit Windows File Recovery-App retten

[English]Microsoft hat gerade die Windows File Recovery App Tool im Microsoft Store veröffentlicht. Mit der Befehlszeilenanwendung lassen sich versehentlich gelöscht Dateien wiederherstellen.


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Es kommt immer wieder vor, dass Benutzer unter Windows eine Datei oder mehrere ungewollt löschen. Solange diese noch im Papierkorb vorhanden ist, lässt sich dieses Objekt wiederherstellen. Das klappt aber nicht immer – ist der Papierkorb gelöscht oder verwendet Windows keinen Papierkorb, ist die Datei weg.

Gelöschte Inhalte sind nicht weg

Allerdings liegen Inhalte einer gelöschten Datei weiterhin auf dem Datenträger – nur die Verzeichniseinträge weisen diese Objekte als gelöscht auf. Solange diese Einträge und die Daten der Datei nicht überschrieben wurden, besteht die Chance, dass deren Inhalt restauriert werden kann. Dazu wurden in den letzten Jahren unzählige Tools für Windows geschrieben. Nur mit Windows-Bordmitteln war eine Wiederherstellung nicht möglich.

Ein Recovery-Tool für Windows 10 Version 2004

Nun scheint Microsoft eine entsprechende Store-App Windows File Recovery zum Wiederherstellen von bestimmten Dateien für das Windows 10 Mai 2020 Update (Version 2004) im Microsoft Store anzubieten. WalkingCat ist das aufgefallen:

In der Beschreibung heißt es: Versehentlich eine wichtige Datei gelöscht? Ihre Festplatte gelöscht? Sie sind sich nicht sicher, was Sie mit beschädigten Daten tun sollen? Windows File Recovery kann Ihnen bei der Wiederherstellung Ihrer persönlichen Daten helfen.

Die App unterstützt die Windows-Dateiwiederherstellung für Fotos, Dokumente, Videos und weitere Dateitypen. So lassen sich gelöschte Dateien von einer Kamera oder SD-Karte wiederherstellen. Das soll sicherstellen, dass Daten nicht dauerhaft verloren gehen.

Umfangreiche Funktionen

Das Windows File Recovery-Tool unterstützt drei Betriebsmodi: “Standard”, “Segment” und “Signatur”. Jeder dieser Modi versucht, gelöschte Dateien von einem Speichermedium auf unterschiedliche Weise wiederherzustellen.

  • Standardmodus (Default mode): Dieser Modus verwendet die Master File Table (MFT) zum Auffinden verlorener Dateien. Der Standardmodus funktioniert gut, wenn die MFT und Dateisegmente, auch File Record Segments (FRS) genannt, vorhanden sind.
  • Segmentmodus (Segment mode): Dieser Modus erfordert keine MFT, sondern die zu einer gelöschten Datei gehörenden Daten werden aus Segmenten restauriert. Segmente sind Zusammenfassungen von Dateiinformationen, die NTFS in der MFT speichert, wie Name, Datum, Größe, Typ und den Cluster-/Allokationseinheitenindex.
  • Signatur-Modus (Signature mode): Dieser Modus erfordert nur, dass die Daten noch auf dem Speichermedium vorhanden sind. In diesem Modus sucht das Tool nach bestimmten Dateitypen. Er funktioniert nicht für kleine Dateien. Der Signaturmodus lässt sich zum Wiederherstellen einer Datei auf einem externen Speichergerät, z.B. einem USB-Laufwerk, verwenden.

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Wenn das Tool, welches erst ab Windows 10 Version 2004 (Build 19041.0) oder höher läuft, installiert ist, steht es als Befehlszeilenprogramm namens winfr.exe bereit. Der in der Eingabeaufforderung eingegebene Befehl:

winfr C: E: /n \Users\\Documents\QuarterlyStatement.docx

versucht beispielsweise die Datei vom Laufwerk C: und E: im angegebenen Pfad wiederherzustellen.

Windows File Recovery-Optionen
(Windows File Recovery-Optionen, Quelle: Microsoft)

Das Benutzerhandbuch auf dieser Webseite gibt eine Übersicht über die verfügbaren Befehle, die auf der Eingabeaufforderung verfügbar sind. Die Kollegen von deskmodder.de haben hier noch einige Informationen zusammen getragen. Und auf Bleeping Computer gibt es diesen Artikel mit einigen Informationen.


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6 Antworten zu Windows 10 V2004: Gelöschte Dateien mit Windows File Recovery-App retten


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  2. FoxSayz sagt:

    Vielleicht noch zur Anmerkung, dass es auf SSDs dank TRIM eben nicht funktioniert: Habe eben ein Photo mit Recuva gesucht, dann gelöscht. Nach 10 Sekunden hat TRIM die Blöcke freigegeben und wenn ich mir die Datei im HEX-Editor ansehe ist alles genullt.

    Klar für HDDs ist so ein Werkzeug immer noch sinnvoll, aber da viele PCs mittlerweile SSDs für C:\ nutzen und auch mal die ein oder andere Datei nur auf dem Desktop liegt bevore sie versehentlich gelöscht wird kann man das erwähnen.

    • deoroller sagt:

      Man kann es aber für USB-Festplatten benutzen, die wohl noch eine Zeit lang nicht von SSDs ersetzt werden. Da habe ich auch noch keinen Papierkorb gesehen.

  3. Extrawurst sagt:

    Trim gibts inzwischen auch bei Festplatten

    • deoroller sagt:

      Ja, wenn sie das SMR Verfahren mit Überlappungsfortpflanzung nutzt.
      Das sollte man im RAID meiden, weil dann ein Rebuild extrem lange dauern kann.

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  5. Extrawurst sagt:

    “Segmentmodus (Segment mode): Dieser Modus erfordert keine MFT, sondern die zu einer gelöschten Datei gehörenden Daten werden aus Segmenten restauriert. Segmente sind Zusammenfassungen von Dateiinformationen, die NTFS in der MFT speichert, wie Name, Datum, Größe, Typ und den Cluster-/Allokationseinheitenindex.”

    Wer findet den Widerspruch?

  6. Uwe sagt:

    Erinnert mich an Shareware Zeiten vor 20 Jahren: 198 Programme zum Kopieren … Es gibt für das Wiederherstellen von gelöschten Dateien seit Jahren sehr gute Software, ich nutze Photorec.

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