Windows 10X: Ziemlich beschränkt und ohne Win32-Support

[English]Noch ein kurzer Informationssplitter zu Microsofts Windows 10 X, was irgendwann 2021 kommen soll. Jetzt ist ruchbar geworden, dass es eine ziemlich abgespeckte Version für Low Code-Geräte werden soll.


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Seit geraumer Zeit geistert ja der Begriff Windows 10X durch die Blogs und IT-Medien. Aber nix genaues weiß man über das Betriebssystem von Microsoft nicht.

Windows 10X: Das steckt dahinter

Die Kurzfassung: Ein Projekt, was mit Ansage scheitern wird. Die Langfassung: Windows 10X ist Microsofts Ansatz, irgend ein abgespecktes Windows 10 für Low End-Geräte zu basteln. Ursprünglich war es mal angekündigt worden, um Geräte mit zwei Bildschirmen unter Windows zu verwalten.

Dazu gab es vor einigen Monaten einen SDK und einen Windows 10X Emulator zum Ausprobieren. Ich hatte im Blog-Beitrag Windows 10X (Emulator-Abbild) auf Hardware installieren mal was zu geschrieben. Martin Geuß hat sich die Mühe gemacht, sich mit dem von Microsoft herausgegebenen Emulator zu quälen und diesen Artikel veröffentlicht. Dort erfuhr man, dass es einen abgespeckten Launcher auf einem Bildschirm gibt, und auf dem zweiten Bildschirm läuft eine App im Vollbildschirm. Windows 10X kann nur UWP-Apps, soll aber irgendwie auch die Möglichkeit bekommen, Win32-Anwendungen zu unterstützen.

Dann musste Microsoft bekannt geben, dass es mit dem Dual-Screen Surface Neo, für das es Windows X geplant war, im Jahr 2020 nichts wird. Man wolle aber Ende dieses Jahres Windows 10X für Desktops mit nur einem Bildschirm herausbringen. Der Vertrieb erfolgt dann ausschließlich über OEMs – man wird also nur Geräte mit Windows 10X kaufen können. Ich hatte mich zu diesem Konzept im Blog-Beitrag Windows 10X der nächste Flop für PCs? kritisch geäußert.

Neue Infos: Native Win32-Unterstützung fehlt

Jetzt poppt das Thema Windows 10X wieder hoch. Aufhänger könnte der Tweet von Zack Bowden zu Windows 10X sein.

Bowden schreibt, dass Microsoft plant, Windows 10X als erstes Betriebssystem für das Web auf kostengünstigen PCs ohne lokale Unterstützung für ältere Win32-Anwendungen auszuliefern. Ihm wurde gesagt, dass Microsoft das Streaming von Anwendungen als Lösung für diejenigen vorantreiben wird, die stattdessen ältere Anwendungen (echte Windows-Anwendungen) auf Windows 10X benötigen.

Auch Mary Foley hat einen Artikel Microsoft plans for single-screen Windows 10X rollout in spring 2021; dual-screen in spring 2022 auf ZDNet veröffentlicht. Dort heißt es, dass Windows 10X für Geräte mit Einzelbildschirme in 2021 plane, während Dual-Screen-Support für Frühjahr 2022. Der Codename für den ersten Schuss laute “Lite /Santorini”, was schon tief blicken lässt.


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Was ursprünglich als Windows 10X auf Geräte wie das zurückgestellte Surface Neo mit Dual-Screen-Bildschirm geplant war. Laut Foley sieht Microsofts jüngster Plan vor, dass Windows 10X im Frühjahr 2021 erstmals auf Einzelbildschirmgeräten ausgeliefert werden soll, die in erster Linie für Unternehmen und Bildungseinrichtungen gedacht sind. Und im Frühjahr 2022 will Microsoft 10X für weitere Einzelbildschirm- und Doppelbildschirmgeräte auf den Markt bringen.

Die erste Version von 10X wird keine Unterstützung für das Ausführen von Win32-Anwendungen in Containern enthalten, wie ursprünglich geplant. Es sollen nur die Universal Windows Platform (UWP) und Webanwendungen ausgeführt werden können.

Zac Bowden von Windows Central ist der Ansicht, dass Microsoft möglicherweise auf Microsofts neuen Cloud-PC-Virtualisierungsdienst setzt (siehe Kommt 2021 ein ‘Windows 10 Cloud-PC’ von Microsoft?), um Nutzern, die Win32-Anwendungen benötigen, den Zugriff zu ermöglichen. Foley wettet, dass es keine Unterstützung für Win32-Container geben wird, nicht nur wegen des Strom-/Ressourcen-Overheads, sondern auch, weil Microsoft Probleme mit der Leistung von Win32-Anwendungen auf Windows 10X hatte. Das wurde von mir im Artikel Windows 10X: Es knirscht noch bei Win32-Anwendungen bereits thematisiert.

Martin Geuß hat es in diesem Beitrag aufgegriffen und berichtet von einem ‘Light’-Betriebssystem – quasi ein leichtgewichtiges Windows 10 für Low End-PCs. Ich sage es mal so: Leichtgewichtig und Windows 10 ist ein Oxymoron – die schleppen so viel Ballast mit Windows 10 herum, dass auch Windows 10X recht fett in Bezug auf Ressourcenverbrauch wird. Das Light bezieht sich eher auf die Funktionen, die abgespeckt werden. Kann man auch kürzer ausdrücken: Gewogen und für zu leicht befunden – der nächste Flop aus Redmond. Aber ich lasse mich gerne belehren, dass ich Unrecht hatte.

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8 Antworten zu Windows 10X: Ziemlich beschränkt und ohne Win32-Support

  1. Moin,

    naja, es ist doch ziemlich simpel: der Markt, den Microsoft anpeilt, ist der der Chromebooks. Und dafür braucht man eine simple Launcher-Plattform à la ChromeOS. Das ist hierzulande immer etwas schwer nachzuvollziehen, aber in den USA ist das ein echter Markt, eben besonders bei Schulen, Colleges usw.

    Ob das klappt der oder nicht, hängt (mal wieder) nicht nur von Microsoft ab, sondern von den Geräteherstellern. Kann gut sein, dass es mal wieder scheitert, aber einen Fehler sollte man nicht machen: das System mit Windows verwechseln. Ist es nicht, soll es auch nicht sein.

    Gruß, Nils

    • Steter Tropfen sagt:

      Dann wäre es aber geschickt, das Nachwuchs-OS gar nicht erst „Windows“ zu nennen. Schon gar nicht mit einem „X“ hintendran, das man als „extended“ missverstehen könnte.
      Gar so glänzend ist der Ruf von Windows ja nicht mehr, dass man mit diesem Etikett jeden Kram verkaufen könnte, ohne dass die Marke Schaden nimmt. Und ein Windows-typisches Look&Feel gibt es seit Metro sowieso nicht mehr.

      • Administratoor sagt:

        Genau! Warum mmacht MS nicht einfach ein „Edge OS“ und
        – macht es lauffähig auf Intel und ARM Geräten
        – macht klar, dass hier niemals und in keiner Form Windows Anwendungen laufen werden
        – optimiert es für kleine „Netbook“, Tablets und 2in1 Geräte
        – bindet es an den Microsoft Store an
        Ist die Idee zu einfach?

    • Günter Born sagt:

      Nils, ich verstehe deinen Standpunkt – nur ist das MS-Ansinnen ein Oxymoron. Die Windows-Basis ist so kaputt, das wird nie klappen. Schau dir den Fußabdruck von Chrome OS an und schaue dann auf Windows 10.

  2. deoroller sagt:

    Wenn es einen Discount bei Neugeräten gibt, wenn man Windows X dazu nimmt, könnte es ein Erfolg werden. Aber nur bis es die Leute gestartet haben. ;)

  3. Holger sagt:

    Windows Light für den Education Markt mit Application Streaming, also nichts als dumme Terminals wie vor 40 Jahren.

    Für den Education Markt hat Microsoft nicht wirklich etwas zu bieten, denn Office ist da viel zu resourcenfressend, um es da direkt auf den Geräten laufen zu lassen. Wenn man Application Streaming einsetzt, bedeutet das auch, dass man als Universität oder Bildungseinrichtung den Internetzugang aufbohren muss. Denn das frisst ganz schön Bandbreite. Für Citrix Applicationserver vielleicht die Lösung, aber da gibt es andere Anbieter wie Igel, die schon seit 20 Jahren Thinclients anbieten. Mit Linux drauf und darauf dann die Citrix Workspace App. Günstiger geht es kaum, nur eben nicht als Subnotebook.

    Schauen wir mal, wie das weitergeht.

  4. Sam sagt:

    Hmm; Da war doch schon mal was – so vor 3 Jahren oder so – names…

    „Windows 10 S“

    Das sollte wohl auch so was wie eine schnellere „Light-Version“ werden und wurde aber ganz schnell wieder eingestampft;-)

  5. DavidXanatos sagt:

    Ich glaube nicht das windows ohne windows ein erfolgmodel werden kann.
    Die Leute benutzen doch nur Windows weil sie es müssen.

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