Windows 10: Ein Funktionsupdate im Jahr wird wahrscheinlich

[English]Bisher war das Credo ‘zwei Mal im Jahr gibt es ein Windows 10-Funktionsupdate’ quasi in Stein gemeißelt. Nun deutet sich an, dass man da eher auf ein Funktionsupdate pro Jahr übergehen will.


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Das semi annual Upgrade-Desaster

Es ist ja quasi ein Credo, was das Microsoft Windows-Management wie eine Monstranz vor sich her trägt. Zwei Mal im Jahr, im Frühling und im Sommer, soll es bei Windows 10 ein sogenanntes Funktionsupdate geben. Alleine der Name Funktionsupdate ist schon Marketing-Geschwurbel und Bullshit-Bingo. Es ist ein Upgrade, bei dem kein Stein auf dem anderen bleibt.

Und diese semi annual Upgrades erweisen sich für Microsoft regelrecht als Desaster – nicht mit ‘Windows as a service’, sondern eher Fenster des Grauens. Bei Windows 10 Version 1809 musste das Feature-Upgrade wegen gravierender Mängel für sechs Wochen zurückgezogen werden. Bei Windows Version 1903 gab es dann ebenfalls gravierende Bugs und etliche Show-Stopper. Und bei Windows 10 Version 2004 erleben wir mit einer Latte an bekannten Issues und Upgrade-Stoppern gerade ein neues Waterloo.

Gerücht: Ein Funktionsupdate pro Jahr

Mary Foley hat in diesem ZDnet-Beitrag einige Informationen aufbereitet, die sie auf den Fluren Microsofts aufgeschnappt hat. Ich hatte dazu die Blog-Beiträge Windows 10X: Ziemlich beschränkt und ohne Win32-Support und Kommt 2021 ein ‘Windows 10 Cloud-PC’ von Microsoft? veröffentlicht.

Ein weiteres Gerücht, welches Foley aufgeschnappt haben will, ist die Überlegung Microsofts, die halbjährlichen Windows 10 Funktionsupdates auszusetzen und auf ein jährliches Rollout der Feature-Upgrades zu wechseln. Dazu schreibt Foley: Microsoft wird möglicherweise ab 2021 nur noch ein Feature-Update pro Jahr für Windows 10 veröffentlichen. Hintergrund ist, dass man mehr Entwickler freizusetzen will, die sich auf Windows 10X und Windows 10 konzentrieren können.

Foley spekuliert, dass Microsoft Windows 10X-Versionen in der H1-Saison im Frühjahr und neue Windows 10-Feature-Updates in der H2/Herbst-Saison herausbringen wird. Sie nennt folgende Termine:

  • Im Herbst 2020 wird Microsoft Windows 10 20H2 freigeben. Es wird ein kleines Feature-Update sein, bei dem die 20H1 durch ein Enablement-Update auf die 20H2 aktualisiert wird (siehe Windows 10 20H2 wird (vermutlich) wieder ein ‘kleines’ Update, was von Microsoft bestätigt ist). Bisher deutete alles bei den Funktions-Updates für Windows 10 auf einen halbjährlichen “Major”/Minor-Release-Zyklus hin.
  • Im Frühjahr 2021 will Microsoft statt einer Aktualisierung von Windows 10 21H1 seine erste Version des Betriebssystems 10X ausliefern.
  • Im Herbst 2021, so Foleys Quellen, will Microsoft ein Feature-Update für reguläre Windows 10-SKUs herausbringen. Dies wird das 21H2-Update sein, wenn Microsoft an seiner aktuellen Nomenklatur festhält.
  • Und im Frühjahr 2022 plant Microsoft eine aktualisierte Version von Windows 10X auf den Markt bringen, die sowohl auf Geräten mit einem als auch mit zwei Bildschirmen funktionieren wird.

Das sind alles noch unbestätigte Gerüchte, aber für gewöhnlich ist Mary Foley gut über solche Entwicklungen informiert.

Es ist also wohl im Microsoft-Management immer noch nicht die Einsicht da, Druck aus dem Kessel herauszunehmen, und alle 2 Jahre ein Feature-Upgrade rauszuhauen und die Zeit für Stabilitätsverbesserungen zu nutzen. Stattdessen werden Entwickler für das nächste todgeborene Projekt umgeschichtet.

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7 Antworten zu Windows 10: Ein Funktionsupdate im Jahr wird wahrscheinlich


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  2. Markus K sagt:

    Das heißt, dass wir 2025 endlich bei einem 2 Jahres Zyklus anlangen werden, wobei hier dann Qualität vor Quantität kommt.
    Soll mir sehr recht sein.
    Natürlich ändern sich dann wieder alle Namen und die Support-Dauer und wahrscheinlich sonst noch zig Sachen, aber ganz ehrlich ist mir ein Featureupgrade das stabil ist lieber als jedes Mal bei Null anfangen zu müssen.

    • deoroller sagt:

      Dass sich qualitativ etwas ändert, ist unwahrscheinlich. Man will Entwickler loseisen, die nur im Konzern etwas “wichtigeres” machen sollen, ohne “Frischzellenkur”, weil man einfach nicht genug qualifizierte Leute im Inland bekommt. Fachleute dürfen ja nicht mehr importiert werden, womit die Innovationskraft praktisch zum erliegen kommt.
      Dann wird natürlich bei dem verbliebenen jährlichen Funktionsupdate alles so “kosten optimiert “weiter laufen, wie bisher.
      Was besser für MS und auch für die Anwender wird, ist der Ärger, der beim Einführen eines neuen Funktionsupdate einher geht. Der soll sich wohl halbieren, wenn es nur noch einmal statt zweimal im Jahr hoch her geht.

  3. Andreas sagt:

    Das Management bei Microsoft scheint sich seiner Verantwortung der Welt gegenüber in keinster Weise bewusst zu sein. Diese Verantwortung ist implizit durch die faktische Monopolstellung von MS im Bereich der Desktop-Betriebssysteme entstanden, wofür MS durch seine Firmenpolitik jahrzehntelang proaktiv gesorgt hat.

    Firmen und Behörden aber auch Gewerbetreibende sind abhängig von Windows, da viele Fachanwendungen nur für dieses Betriebssystem existieren. Das gleiche gilt auch für diverse Hardware, für die es nur Windows-Treiber gibt. Faktisch ist Windows damit zum Bestandteil der Infrastruktur eines modernen Landes geworden, genauso wie z.B. Strom- und Wasserversorgungsnetze.

    Man stelle sich mal vor, die Versorger in diesen Bereichen würden durch häufige Änderungen der Netzstruktur oder der Betriebsparameter bzw. -abläufe so viel Instabilität in diese Netze bringen wie MS das mit Windows tut – das totale Chaos würde ausbrechen. Wenn die Entwicklung in Sachen Windows so weitergeht wie bisher, wird jedoch auch hier früher oder später das großflächige Chaos eintreten.

    Wer das Privileg des Monopolisten hat, hat auch Verantwortung und muss dieser Verantwortung gerecht werden. Dazu gehört, dass man strategisch und mit Weitsicht handelt, sich nicht nur von Marketing-Prämissen und Quartalszahlen leiten lässt und vor allem ein funktionierendes Qualitätsmanagement bzw eine funktionierendes System zur Qualitätskontrolle installiert und selbiges EBEN NICHT ABSCHAFFT!

    Der Niedergang begann, als auch der letzte Technik-Noob anfing Rechner zu nutzen. Und Noobs kann man eben nicht mit Qualität und Stabilität beeindrucken sondern am besten mit ständig neuen, schicken Features, die Profi-Anwender größtenteils aber gar nicht benötigen.

    Zahlenmäßig sind diese Noobs/Normaluser klar in der Mehrheit, weshalb es für betriebswirtschaftlich ausgebildete Menschen natürlich normal ist, das größte Augenmerk auf diese Kundengruppe zu lenken. Wenn aber bei einem Normaluser aufgrund eines OS-Updates mal wieder der Rechner nicht richtig funktioniert, ist das genauso wichtig wie wenn in China ein Sack Reis umfällt. Wenn das gleiche bei einem Rechner passiert, der Bestandteil einer wichtigen Infrastruktur ist, sieht die Sache anders aus.

    Vielleicht sollte MS ein zweigleisiges OS-Modell fahren: Ein NoobOS (Windows 10X ???) für die breite Masse, dessen (Weiter-)Entwicklung so abläuft wie es momentan bei Windows gehandhabt wird, und Windows selbst wieder zu einem Profi-System machen, wo Qualität und Stabilität im Vordergrund stehen.

    • Ärgere das Böse! sagt:

      Ich bin so ein Normalverbraucher. Und ich sehe es so, dass die Normalverbraucher den neusten Schnick-Schnack auch nicht wollen.
      Satan Nutella müllt Windows 10 mit allem Möglichem zu.
      Im Übrigen haben auch in Europa seit mindestens dem Jahr 2000 Normalverbraucher auch einen PC zu Hause, und dannzumals wurde Windows nicht mit irgendwelchem Ramsch zugemüllt.
      Das Problem sind nicht die Normalverbraucher, sondern Satan Nutella. Ich nenne den Teufel beim Namen, andere schreiben von Management, Microsoft usw.

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  5. Micha sagt:

    Der selbst auferlegte Zeitplan ist doch wieder viel zu knapp bemessen.

    Ich als Endanwender nutze den PC für Radio Aufzeichnungen. Dafür brauche ich ein zuverlässig arbeitendes Betriebssystem da der Vorgang läuft wenn ich nicht zu hause bin. Für ältere Präpariere ist das dann auch wieder schlecht. Da hat man dann wieder Ärger die Treiber zum Laufen zu bringen.

    Warum können sie nicht wieder 5 Jahre Mainstream und 5 Jahre Extended Support machen?

    Das hat in den letzten Jahrzehnten doch recht gut funktioniert. Man hatte damit genug zeit nach und nach Fehler die gefunden wurden aus dem Windows zu entfernen.

  6. Janami25 sagt:

    Als wenn das irgend etwas ändern würde. Wenn nur nur noch einmal im Jahr ein Feature Upgrade erfolgt, wird man garantiert Personal von der Windows Entwicklung abziehen, und das damit begründen. Ach nein, das heisst ja “Umstrukturierung”. ;)

    Es wäre zwar besser für uns User, diesen “Affentanz” nur noch einmal im Jahr durchzumachen, als zweimal. Das die Qualität sich dadurch erheblich verbessert, glaube ich einfach nicht. Mit KI funktioniert so etwas nicht vernünftig, und mit Telemtrie auch nicht. Testen, testen, testen…aber man hat ja das erfahrene Personal abgebaut.

    Und wenn schon die eigenen Surface Geräte auch dauernd “Macken” haben, was soll man dazu noch sagen.

    Man muss sich nichts vormachen, der Chef hat immer das sagen, und gibt die Marschrichtung vor. Und er ist dann auch verantwortlich, was dabei herauskommt. Erst recht, wenn er auf “Windows” nicht mehr so viel Wert legt. Und das ist nun mal Satya Nadella. Ganz einfach.

    Ich wünsche mir manchmal Steve Ballmer zurück… :-) ;-)

  7. Administratoor sagt:

    de facto gibt es ja seit dem letzten Jahr nur noch ein “echtes” Funktionsupdate. Das Update von 1903 auf 1909 bestand ja darin die Versionsnummer zu erhöhen. Für 2020 H2 ist das selbe geplant. Also keine Änderung, nur Microsoft gibt es eben zu.

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