Gebrauchtsoftware-Verkäufe: Offenkundige Betrugsfälle

Nachdem ich gestern über das 'Server-Wartungs-Virus' bei den Shops diverser Verkäufer von Gebrauchtsoftware berichtete (siehe Exit bei Gebrauchtsoftware-Verkäufern? lizengo, Lizenzfuchs & Co. offline), jetzt noch ein Nachtrag. Einige Verkäufer auf eBay wurden aktiv von meinen Kontakten wegen Betrugs 'eliminiert'. Und ich habe im Nachgang eine Information zur PID-Überprüfung durch Microsoft von einem Käufer einer angeblichen 'Office-Lizenz' erhalten. Hier ein kurzer Überblick.


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Ich hatte im Artikel Exit bei Gebrauchtsoftware-Verkäufern? lizengo, Lizenzfuchs & Co. offline ja angemerkt, dass der Verkauf von Gebrauchtsoftware samt Lizenzen legal abgewickelt werden kann. Aber es gibt im Internet einen riesigen Graubereich bzw. offenkundige Betrugsfälle. Genau um diesen Sachverhalt geht es nachfolgend.

Offenkundige Betrugsfälle

Für meine Berichterstattung hier im Blog (siehe folgende Links) bin ich natürlich nicht als Testkäufer unterwegs – das würde meine Möglichkeiten als Blogger doch etwas übersteigen. Und offen gesagt, so weit geht meine Liebe zur Leserschaft dann doch nicht, viele hundert Euro für Testkäufe von offenkundigen Fälschungen zu versenken. Ich berichte hier im Blog und gebe den Hinweis 'Finger weg', bekomme dann aber ggf. geharnischte Kommentare von Leuten, die sich angepisst fühlen, weil dieses 'schöne Geschäftsmodell, wo man billige Software kaufen kann' bekrittelt würde. Nun ja, wer sein Geld zum Fenster raus werfen oder über den Tisch gezogen werden will, nur zu. Reisende soll man nicht aufhalten und Lemminge, die über die Klippen springen, erst Recht nicht.

Ich habe aber jemanden im Hintergrund, der in Sachen Testkäufe unterwegs ist, weil er Software-Lizenzen für seinen Arbeitgeber beschafft. Es handelt sich als um gewerbliche Transaktionen, und nicht um einen der vielen Oberschlauen, der sich diebisch über ein Software-Schnäppchen bei eBay für seinen Privat-PC freut, obwohl er statt eines bald gesperrten Microsoft Office Keys für x Ocken im Grunde Softmaker FreeOffice gratis hätte haben können.

Die Quelle lässt mir immer mal wieder Informationen zu Einzelfällen zukommen (danke dafür). Und da gibt es inzwischen noch eine Baustelle, die ich mal aus dem Nähkästchen hervor hole. Es geht um offenkundige Fälle von Betrug, wo Vollversionen von Microsoft-Produkten angeboten, aber Fälschungen verkauft wurden.

Verkäuferkonten nach offensichtlichem Betrug geschlossen

Es war wieder eine der regelmäßigen Mails meiner Quelle, die bei mir im Posteingang eintrudelte. Unter dem Betreff 'Eliminiert' schrieb mir die Quelle, dass ein eBay-Verkäufer, bei dem er geordert hatte, die Segel gestrichen habe.

Geschlossenes eBay-Konto

(Geschlossenes eBay-Konto, zum Vergrößern klicken)

Die Vorgehensweise meiner Quelle ist immer gleich: Diese grast das Web und Plattformen wie Amazon oder eBay nach Angeboten für neue und gebrauchte Software ab, um diese für den Arbeitgeber zu beschaffen. Dabei schaut sich die Quelle diese Angebote genau an, dokumentiert die Beschreibung und ordert Proben. Die Lieferung (bei angebotener 'Original-Software' meist mit DVD) wird anschließend inspiziert und überprüft. Inzwischen kann die Quelle die Datenträger sehr schnell als offensichtliche Fälschungen erkennen. Bei Lizenzkeys wird dann eine Überprüfung im Volumenlizenzcenter vorgenommen. Dort lässt sich sehr schnell feststellen, was mit der Lizenz los ist.


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Bis auf wenige Einzelfälle handelt es sich bei den Angeboten um Produktfälschungen oder um windige Volumenlizenzschlüssel, die keine Software-Lizenz begründen. Die Quelle gibt dem Händler Gelegenheit zur Nachbesserung und reicht Beschwerde bei den Verkaufsplattformen ein. Zudem gibt es eine Anzeige wegen Betrugs.

In obigem Fall hat der seit Februar 2012 bei eBay gemeldete Händler originalmutisofts wohl seine Segel bei eBay gestrichen. Ausweislich der mir vorliegenden Informationen hatte der Verkäufer versucht, der Institution meiner Quelle 50 Raubkopien von Office 2019 zu verkaufen.

Mein Fazit: Ein Großteil der Angebote auf diesen Verkaufsplattformen sind offenkundige Fälschungen. Käufer, die dort wegen billig zuschlagen, können ihr Geld genau so gut zum Fenster raus werfen. Ein No-Go im öffentlichen und gewerblichen Bereich – Privatnutzer können dagegen auch das Fenster öffnen und ihr Geld auf die Straße werfen – hat den gleichen Effekt, denn die Kohle ist weg für nüscht.

Verkäufer leistet Schadensersatz

Inzwischen nutzt meine Quelle noch einen anderen Hebel, um betrügerische Händler an die Kandarre zu nehmen. Sobald ein Testkauf offensichtlich nicht die beim Kauf zugesicherten Eigenschaften aufweist (bei Volumenlizenzkeys ohne Dokumentation der Lizenzkette praktisch immer der Fall), gibt es eine Forderung zur Nachbesserung und Androhung von Schadensersatz wegen nicht Erfüllung des Vertrags.

Schadensersatzforderung wegen Plagiat
(Schadensersatzforderung wegen Plagiat, zum Vergrößern klicken)

Nach einem Testkauf, bei dem wohl ein Plagiat der angebotenen Software geliefert wurde, ging diese Warensendung zur Überprüfung an Microsoft. Sobald feststand, dass eine Fälschung vorlag, wurde dem Verkäufer per Einschreiben eine Frist zur Nachbesserung und Lieferung einer mängelfreien Ware gesetzt. Da diese Frist ergebnislos verstrich, wurde dann ein (moderater) Schadensersatz von um die 100 Euro geltend gemacht (siehe obiger Ausriss des Schreibens. Vor einigen Tagen meldete die Quelle:

Der Typ, der mir das Plagiat verkauft hat, hat mir nach Anzeige und nicht erfüllter Nachfrist gestern die 101 Euro überwiesen (also Schadensersatz statt Leistung).

Wir müssen den Leuten Mut machen, Plagiate jetzt auch zu melden!

Der Händler hat also den geforderten Schadensersatz gezahlt. Angesichts einer Einnahme von 25 Euro für den Verkauf ist das für den Händler ein Zusatzgeschäft. Wenn da 80% der Käufer diesen Weg gehen, ist das Angebot schnell weg vom Markt.

Noch ein Plagiat

Dann gab es noch Blog-Leser Daniel H., der sich Mitte August 2020 bei mir gemeldet hatte, weil seine Office-Lizenz, die er bei blitzhandel24 gekauft hatte, plötzlich in ein Office 365-Abo umgewandelt und dann gesperrt worden war. Er kam nicht mal mehr an seine online gespeicherten Daten heran. Ich hatte das im Beitrag Falle: Office 365 Business/Microsoft 365-app-Abonnement vom 'Reseller' – Teil 11  thematisiert und dem Blog-Leser einige Informationen zukommen lassen.

Von Blog-Lesern wurde ich seinerzeit auf eine Falle in diesem Konstrukt aufmerksam gemacht. Windige Händler könnten bei Microsoft ein Konto aufmachen und Testlizenzen für Office 365-Installationen samt Keys generieren. Diese Keys anschließend schnell verticken und das Testkonto auslaufen lassen (passiert, wenn der Händler nicht zahlt). Die ahnungslosen Käufer der vermeintlichen Office 365-Lizenzen schauen dann blöd aus der Wäsche, wenn diese Kopie gesperrt wird und der Händler über alle Berge ist.

Daniel hatte mir dann noch die Information zukommen lassen, dass Microsoft zumindest das Konto zum Downloaden der Dateien für 14 Tage freigeschaltet habe. Er hat dann auf mein Anraten eine Echtheitsüberprüfung (PID-Check) bei Microsoft durchführen lassen. Zum 5. Oktober 2020 ließ er mir das Ergebnis der Echtheitsüberprüfung  durch die von Microsoft beauftragte creakom GmbH zukommen.

Wir danken lhnen für lhre Einsendung.  lhrem  Schreiben vom 09.09.2020 sowie den von lhnen beigefügten Unterlagen entnehmen  wir, dass Sie für den am 04.11.2018  bei der MSOfficehandel  UG (,,Blitzhandel}A.de"), Jahnstr. 1,31162 Bad Salzdetfurth,  bestellten  Artikel ,,Microsoft Office  365 Pro PIus Account, 5 Geräte  –  PC, MAC, Tablet Lifetime Multilanguage"  am24.08.2020  alsAustausch den Artikel,,Vollversion Office 2019 Standard" erhalten haben. Soweit für uns auf Basis der von lhnen zur Verfügung gestellten Unterlagen ersichtlich,  ließ lhnen die MSOfficehandel  UG per E-Mail das Folgende zukommen:

Dann werden die Daten (Key, und Link zum Herunterladen der Software) genannt. Fazit der Prüfung durch die creakom:

Auch  unter Berücksichtigung  dessen, dass Erwerber einer sog. ,,gebrauchten"  Kopie eines Computerprogramms  unter bestimmten Voraussetzungen  ein gesetzliches  Recht zur lnstallation und Nutzung des Computerprogramms erlangen  können  (siehe hierzu unten unter Punkt 3.), wird allein durch die vorgelegten  Unterlagen  und den übersandten Product Key nicht belegt,  dass Sie Rechte  zur Nutzung des entsprechenden  Computerprogramms erlangt haben. lm Einzelnen:

1. Microsoft Computerprogramme sind urheberrechtlich geschützt und dürfen nur genutzt werden, wenn zuvor ein entsprechendes Nutzungsrecht erworben wurde. Ein solches Nutzungsrecht kann sich aus einer vertraglichen Lizenz oder aus dem Gesetz ergeben (bspw. § 69d UrhG im Falle des Erwerbs bestimmter ,,gebrauchter" Programmkopien). Dabei gilt der rechtliche Grundsatz, dass jeder, der behauptet ein Nutzungsrecht erworben zu haben, den Erwerb der Rechte konkret darlegen und beweisen muss (OLG Frankfurt, Urteil vom 18.05.201 0; Az. 11 U 69/09, veröffentlicht in MMR 2010,621; Schulze in: Dreier/Schulze, Urheberrechtsgesetz, 6. Auflage, § 31 UrhG, Rn. 24)

2. Ein Microsoft Product Key verkörpert kein Nutzungsrecht, keine ,,Lizenz" an einem Computerprogramm (OLG München Urteil vom 01 062017 Az 29 U 2554/16, CR2017, 495 – rechtskräftig). Er dient lediglich dazu, dass derjenige Kunde, der bereits ein Nutzungsrecht für ein Microsoft-Computerprogramm erhalten hat, dieses Computerprogramm installieren und aktivieren, d.h. faktisch dauerhaft nutzbar machen kann. Daher leitet sich die ,,Berechtigung zur Nutzung des Computerprogramms […] nicht aus dem […] Produktschlüssel ab; dieser ist vielmehr – einem Fohrzeugschlüssel vergleichbar – lediglich ein technisches Mittel, um das erworbene Computerprogramm dauerhaft zu nutzen" (BGH, Urteil vom 23.01.2019, Az. 5 StR 479/18, unter Verweis auf das vorgenannte Urteil des OLG München). Durch die Weitergabe (Verkauf) eines bloßen Product Keys können folglich auch keine Nutzungsrechte an einem Computerprogramm eingeräumt oder übertragen werden (OLG München, a.a.O.).
Aus diesem Grund haben die Oberlandesgerichte München und Frankfurt am Main Händlern den Verkauf bloßer Product Keys für Microsoft-Computerprogramme untersagt (OLG München, Urteil vom 22.09.2016, Az.29U 3449/15 – rechtskräftig; OLG München, a.a.O. – rechtskräftig sowie OLG Frankfurt am Main, Urteilvom 05.04.2016 in einem einstweiligen Verfügungsverfahren,  Az. 11 U 113/15). Aus dem bloßen Vorhandensein eines Product Keys ergibt sich im Übrigen nicht, dass ein Nutzer über die erforderlichen Rechte zur Nutzung eines Computerprogramms verfügt. Das OLG München hat hierzu in dem erwähnten Urteil vom 01.06.2017 (CR 2017,495) ausgeführt (Hervorhebung nur hier):

,,Zur Vervielföltigung des Computerprogramms sind die Kunden nicht berechtigt; insbesondere ergibt sich die Berechtigung zum Vervielföltigen des Programms nicht aus § 69d Abs. 1 UrhG. Der Beklagte und die Kunden können sich weder auf Erschöpfung
noch auf einen vertraglich abgeleiteten Erwerb berufen. Die Product Keys selbst stellen keine Lizenzen dar.
t…1
Schließlich stellen auch die Product Keys selbst keine "Lizenzen" dar, die Nutzungs- und Vervielfältigungsrechte on dem streitgegenstöndlichen Computerprogramm einräumen könnten."

3. […]

Oder in Kurz: Der Käufer hat sein Geld zum Fenster heraus geworfen, er hatte nie eine Lizenz zur Nutzung des Produkts. Da er im gewerblichen Bereich arbeitet, könnte er – wie in obigem Fall – jetzt Schadensersatz beanspruchen. Die obigen Fälle zeigen: Das Ganze ist ein Haifischbecken, in dem Lug und Betrug wohl an der Tagesordnung sind.

Ja, es gibt sie, die seriösen Händler von Gebrauchtsoftware, die aber für Privatleute und kleine Firmen faktisch nicht identifizier- und nutzbar sind (die wickeln nur Massengeschäfte ab). Mein Rat: Lasst die Finger von diesem Zeugs – und falls der Preis für Original-Software von Microsoft, Adobe etc. schmerzt: Es gibt Open Source-Produkte, die sind sogar kostenlos.

Negativbeispiel Groupon

Kleine Ergänzung: Blog-Leser Ralf M. hat mich per Mail noch auf einen negativen Fall aufmerksam gemacht.

Davon unbeeindruckt scheint Groupon weiterhin seine Deals mit SOFTWERK.online zu machen.
Büro & Business
Microsoft Office 2019 Home & Student als Download

Allein beim Namen softwerk.online, der eine deutsche Firma suggeriert, bekomme ich schon ….

Geht man auf das Impressum von Softwerk, taucht eine Spieleheld Limited mit Sitz in Hongkong auf. Wie meint Ralf in seiner Mail: Das Impressum sagt dann schon alles. Wieder ein anderer Firmenname und der Hohn ist die "Alternative Streitbeilegung".

Scheint generell ein sehr lohendes Geschäft zu sein. Ich habe hier im Postfach noch die Anfrage eines solchen Händlers (LicenseQueen) stecken. 50 Euro Durchschnittswert im Warenkorb, 15 % Provision, 25% Konversionsrate -> da läufst Du nur noch mit Dollar-Zeichen in den Augen herum … aber ich habe locker widerstanden ;-).

PS: Einfach zur Information. Sollte zum Beitrag trotzdem Werbung für solche Anbieter kommen, kann ich nichts dafür. Ich stelle hier im Blog Werbeflächen (wie Litfasssäulen) bereit. Da kann für Damenbinden, Schwangerschaftskurse, Yoga oder eben für Gebrauchtsoftware geworben werden. Das kann ich nicht beeinflussen – ich habe nur Kasino- und Glückspielseiten, Erotik, Esoterik und einige wenige andere Genres blockieren lassen.

Artikelreihe:
Edeka, lizengo und die verkauften Microsoft-Lizenzen – Teil 1
Fallen beim Online-Softwarekauf – Teil 2
Fallen beim Online-Softwarekauf: Lizenzhürden – Teil 3
Fallen beim Online-Softwarekauf: Die Lizenzfrage  – Teil 4
Falle: Billige Software-Lizenzen – neue Erkenntnisse – Teil 5
Falle: Inkassoforderung nach Kauf von Gebrauchtsoftware im Amazon Marketplace  – Teil 6
Fallen beim Online-Softwarekauf: Neue Erkenntnisse – Teil 7
Neues zu Fallen bei (Office-)Lizenzen bei Edeka – Teil 8
Microsoft klagt gegen lizengo wegen 'Billig-Lizenzen' – Teil 9
Billig-Lizenzen: Neues zu lizengo, Edeka und Microsoft – Teil 10
Falle: Office 365 Business/Microsoft 365-app-Abonnement vom 'Reseller' – Teil 11

Hausdurchsuchung beim Gebrauchtsoftware-Händler lizengo
lizengo seit 31.10.2020 offline, was ist da los?
Exit bei Gebrauchtsoftware-Verkäufern? lizengo, Lizenzfuchs & Co. offline


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19 Antworten zu Gebrauchtsoftware-Verkäufe: Offenkundige Betrugsfälle

  1. Holger sagt:

    Ich verstehe sowieso nicht, weshalb man als Privatmensch überhaupt Microsoft Office benötigt. Wer einen Emailclient braucht, findet sicher bessere Alternativen statt den für Firmenumgebungen aufgeblasenen Outlook-Client.

    Wer meint, in Excel seine umfängliche Briefmarkensammlung (nur als Beispiel) verwalten zu müssen, dafür sind Datenbanken sicher besser geeignet und es gibt Software, die einem das Erstellen und Verwalten von Datenbankinhalten ermöglicht.

    Wer meint, nur in Word ließe sich ein anständiger Brief schreiben, der vergisst, dass schon in Windows alles dafür vorhanden ist (Wordpad, Notepad). Die vielen erweiterten Funktionen in Word (Serienbrieffunktion als Beispiel) werden von Privatanwendern eher nicht benötigt, es sei denn, man ist in einem Verein tätig.

    Powerpoint ist als Software, um die Urlaubsfotos im privaten Kreis zu präsentieren, sicher eher überdimensioniert.

    Da man davon ausgehen kann, dass Microsoft über kurz oder lang die traditionelle Lizenzierungsvariante aussterben lassen wird und dann nur noch das Abomodell zur Verfügung stellt, dürften in Zukunft solche Erscheinungen wie die in diesem Artikel geschilderten, vermutlich der Vergangenheit angehören.

    • Dat Bundesferkel sagt:

      @Office-Rechtfertigung

      Ich nutze bspw. privat sehr gerne die Internet-Marke:
      https://www.deutschepost.de/de/i/internetmarke-porto-drucken/e-porto-add-in.html

      Schade, daß die Post die AddIns für Libre-/OpenOffice radikal weggestrichen hat (StampIt, erinnert sich noch wer?).

      Ja, man kann die Marken auch über den Browser kaufen und sich brav den Briefumschlag damit bedrucken – ich habe die Marken aber lieber im Dokument, im Adreßfeld… macht auch die Dokumentation und Nachweisführung einfacher.

    • Günter Born sagt:

      Zu 'dürften in Zukunft solche Erscheinungen wie die in diesem Artikel geschilderten, vermutlich der Vergangenheit angehören.'

      Lies meinen Text nochmals ganz genau … ich wies in einem Abschnitt auf die Betrugsmethode mit Office 365 hin, die für so etwas noch weiter Tür und Tor öffnet.

    • ThBock sagt:

      Das italienische Militär, nur mal als Beispiel, setzt Libre Office auf 150000 Rechnern ein. Wenn's für DIE reicht, dann für Privat allemal.

      • Ärgere das Böse! sagt:

        Italien ist ein Entwicklungsland. Jeder Gesunde will dort raus, und jeder psychisch kranke auch.

        • Thierry sagt:

          @Ärgere das Böse!

          Das empfinde ich als Diskriminierung und Beleidigung. LibreOffice ist im Bereich der Sicherheit viel weiter als Microsoft Office. Außerdem werden die Daten nicht spioniert und können mit einem AES 4092 gespeichert und verschlüsselt werden. Versuchen Sie das Mal mit Microsoft in Handumdrehung zu erledigen, insbesondere, wenn Sie die zusätzlichen Zertifikaten nicht gebucht haben.

    • 1ST1 sagt:

      Ich weiß schon, warum ich privat Office 365 einsetze, ja ich nutze tatsächlich einige der Funktionen. Da ich das auch noch durch 4 Familienmitglieder teilen kann, eigentlich sogar 6 könnte, und jeder davon noch 1 TB OneDrive dazu bekommt, sind die 99 Euro pro Jahr doch eigentlich geschenkt. Da geht mal mal pro Jahr 1-2 mal mit der Familie weniger ins Restaurant und da hat man das schon wieder drin. Libre-Office als Alternative ist nicht schlecht, aber jedes Mal wenn ich zwischen MS und LO wechsle, muss ich meine Dokumente immer aufwändig anpassen, weil die beiden Programme eben nicht 100% Dokumentenkompatibel sind, irgendwelche Formatierungen z.B. zwischen Word/Writer sind immer unterschiedlich. Das Softmaker Freeoffice habe ich noch nie ausprobiert, sehe aber derzeit auch keine Notwendigkeit dafür.

      Und Firmen, die ihre Softwarelizenzen aus dubiosen Quellen kaufen, haben eindeutig einen an der Waffel.

      Den Leuten im Artikel, die diesen Betrügern im Rahmen ihres Jobs im Lizenzmanagement ein Bein stellen, denen zolle ich einserseits Respekt, ich frage mich aber, warum das Microsoft nicht selbst macht. Als deren Chef würde ich mich aber auch fragen, ob es die Aufgabe dieser Kollegen ist, diese Betrüger aus dem Weg zu räumen, als Lizenzmanager einer Firma hat man eigentlich anderes zu tun, als Lizenzpolizei für die Allgemeinheit zu spielen.

      • hindel sagt:

        "Und Firmen, die ihre Softwarelizenzen aus dubiosen Quellen kaufen, haben eindeutig einen an der Waffel."

        stimmt!
        Dass private mit sowas rumspielen ist bei solchen Preisen wenigstens teilweise noch nachvollziehbar.
        Im Firmenumfeld sieht das anders aus, hier darf bzw. muss erwartet werden, dass zwischen product key + Nutzungsrechten (die damit eben noch nie erworben werden konnten) differenziert werden kann bzw. will. Was offensichtlich nicht der Fall ist.

        Zur Frage warum MS nicht selbst,
        a. Aufwand und Ertrag
        b. die alte Firmen"politik", jahrzehntelang angewendet, nach der auch ein illegales/halb-legales Softwareprodukt, solange MS draufsteht, besser ist, als eines der Konkurrenz…

    • AlexJ sagt:

      Wer im Büro Office nutzt möchte oft zu Hause nicht irgendwas völlig anderes nutzen.

    • Hannes sagt:

      Ich bin auf SoftMaker Office Standard 2021 umgestiegen. Bedienung und Funktionsumfang sind weitgehend identisch mit MS Office und die Kompatibilität ist nahezu perfekt. Das Paket mit 5 Lizenzen kostet 80 €, für das vergleichbare Office Home & Student mit nur 1 Lizenz verlangt Microsoft 149 €.

  2. nuke sagt:

    Günter, der Satz

    "Wir müssen den Leuten Mut machen, Plagiate jetzt auch zu melden!"

    gehört aus meiner Sicht ganz fett oben über die Überschrift.

  3. Ärgere das Böse! sagt:

    Ich habe einem solchen Händler per E-Mail folgende Frage gestellt:
    "Erhalte ich mit dem Lizenzschlüssel auch die Lizenz? Kaufe ich also eine Lizenz mit Aktivierungskey?"
    Aus meiner Sicht lässt diese Frage keine Interpretationen zu. Die Antwort geht aus meiner Sicht nicht auf meine Frage ein, denn sie lautet so:
    "Wir verkaufen die Produktschlüssel welche für eine Lizenzaktivierung benötigt werden."

    • Dat Bundesferkel sagt:

      Dir wurde doch ehrlich geantwortet. Nein, Du bekommst keine Nutzungslizenz. ^^

      Man kann den Schmu auch abkürzen und direkt nach dem Verlauf des Productkeys / der Lizenz fragen. Seriöse "Wiederverkäufer" übersenden einem das Protokoll mit Herkunft und Co., Verkäufer, die dieses nicht tun (oder möchten) verkaufen in der Regel unlizenzierte Productkeys.

    • Ärgere das Böse! sagt:

      Ich habe dann nachgefragt:
      "Demzufolge kaufe ich also auch eine Lizenz?"
      Die Antwort:
      "Du kaufst einen Produktkey für die Lizensierung des Produkts."
      Bedeutet das, dass ich mit der Produktaktivierung auch die Lizenz erhalte? Tönt so, glaube ich aber nicht.

      • 1ST1 sagt:

        Schon die Fragestellung ist falsch und lässt zu, dass sich die Firma um die Antwort herum drücken kann.

        "Darf ich mit dem von Ihnen erworbenen Produktkey das Programm legal nutzen, Ja oder Nein?"

        Dann ist die Antworet entweder eine Lüge oder sie sagrt einem, dass man da nichts kaufen sollte. Oder es kommt garkeine Antwort.

  4. Squizel sagt:

    Ich verstehe nicht worüber die Leute sich aufregen und auch noch die Händler anzeigen, sollen doch froh sein das es billige Keys gibt.
    Mehr ist doch diese Beta Software die sich Windows 10 nennt eh nicht wert.
    Ich persönlich kaufe eh nur Windows 7 OEM Keys (die es mit originalen Lizenzaufkleber gibt) und wandele die in Windows 10 um.
    Und wenn man schon Windows 10 Keys kauft, dann doch bitte darauf achten das es OEM Keys und keine Volume Keys sind.
    Da hier geschrieben wurde , das man nicht versteht warum die Leute privat MS-Office brauchen, einfach mal Hirn einschalten.
    In fast jeder Schule, Arbeitsstelle wird MS-Office verwendet, also was braucht man zu Hause?…richtig, MS-Office.
    Da alle anderen Office-Pakete nicht 100% kompatibel sind gibt es keine Alternative.
    Ich finde es furchtbar das alles in den Medien breitgetreten werden muss, einfach mal die Klappe halten und sich freuen.

    • Günter Born sagt:

      Und ich finde deinen Kommentar doch 'arg flach' – sorry.

      Ich publiziere hier ja längst nicht alles, was mir unter die Augen kommt. Aber dein Kommentar segelt in der Rubrik 'ich finde es schlimm, dass Medien über die Mafia berichten' … denn das, was hinter den Kulissen abgeht, hat teilweise durchaus kriminelle Strukturen.

      Und zu deiner MS Office-Geschichte: Wie merkbefreit muss man eigentlich für eine solche Argumentation sein? Entweder 'ich brauche das extrem dringend' -> dann sollten es einem die X-Euro Monatsabo-Gebühren, die Microsoft fordert, schon wert sein. Aber spätestens, wenn die Datenschutzaufsicht zum Schluss kommt, dass man Eier in der Hose hat, und MS Office (365) in Schulen verbietet, haben die Lemminge ein Problem – imho.

      Oder man entscheidet sich 'das ist es mir nicht wert' und holt sich ein FreeOffice oder was auch immer. Und erzähle mir bitte nicht, die Kids ackern zuhause mit Excel und großen Solver-Modellen.

      Ich kann persönlich nur den Kopf schütteln, was Du so von dir gibst. Es ist dein Bier, wenn Du wie oben geschildert vorgehst. Würde ich dann aber nicht öffentlich, und vor allem nicht in der obigen Fassung, hinausposaunen.

      PS: Und ja, es gibt Firmen, wo sich Business-Kunden Gebrauchtlizenzen rechts- und auditsicher beschaffen können. Ist aber nicht für Hintz und Kuntz, die sich was Billiges für 'hinter den Ofen' schießen zu glauben müssen.

  5. Anonym sagt:

    Bzgl. Grouponanbieter "softwerk.online":
    Hier steckt der ehemalige Softwarehändler "NTC-Soft GmbH" aus Melle bzw. Osnabrück. Großer eBay Verkäufer ~2012-2015/16. Später eröffnete er "Spieleheld GmbH", wiederum Verkauf wertloser China-Keys.
    https://www.northdata.de/NTC-Soft+GmbH,+Melle/Amtsgericht+Osnabr%C3%BCck+HRB+207792

    https://www.northdata.de/Spieleheld+GmbH,+Melle/Amtsgericht+Osnabr%C3%BCck+HRB+209617

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