Google schließt eigene Studios für Gaming-Dienst Stadia

Es ist ein kleiner Paukenschlag für die Gaming-Scene, die auf Googles Cloud-Gaming-Dienst Stadia setzen. Google hat gerade angekündigt, die eigenen Stadia-Studios in Los Angeles (USA) und Toronto (Kanada) zu schließen. Jade Raymond, die Produzentin der Stadia Studios, wird das Unternehmen verlassen.


Anzeige

Stadia und die Studios

Stadia ist ein Cloud-Gaming-Service des US-Unternehmens Google, der außer der Internetverbindung und der Unterstützung für den Browser Google Chrome keiner speziellen Geräte benötigt. Stadia verwendet YouTubes Streaming-Funktion, wodurch das Ganze als Erweiterung vom bloßen Zuschauen eines Livestreams verstanden wird. Alle Rechenoperationen der Spiele werden in Google-Rechenzentren getätigt und dort in ein Videosignal umgewandelt. Der Spieler erhält die audiovisuelle Rückmeldung des Spiels über den Browser Google Chrome, ausgewählte Smartphones oder ein mit Chromecast verbundenes Fernsehgerät. Zur Steuerung verwendet der Spieler ein kompatibles Gamepad oder am PC alternativ Maus und Tastatur.

Stadia selbst ist kostenlos, auch in Full HD mit 60 Bildern pro Sekunde, nutzbar. Spiele sind  ähnlich wie bei PC und Spielkonsolen einzeln zu kaufen. Zudem gibt es ein kostenpflichtiges Stadia-Pro-Abo, das seit April 2020 für einen Monat kostenlos getestet werden kann. 2019 gründete Google dann Stadia Games and Entertainment an, welches von Jade Raymond geführt wurde. Ziel war die Entwicklung eigener Spiele. Zudem war Stadia Games and Entertainment für den Übergang von Fremdtiteln zum Stadia-Service zuständig.

Die Stadia-Studios werden geschlossen

Aus den Stadia-Studios ist aber niemals ein Spiel für Stadia veröffentlicht worden. Im Hinblick auf diesen Ansatz zieht Google jetzt die Reißleine und schließt die Stadia Games and Entertainment-Studios, in denen etwas 150 Entwickler beschäftigt sind. Für diese sollen intern bei Google andere Stellen gesucht werden. Das wurde in dieser Ankündigung bekannt gegeben, und es folgt der Hinweis, dass man den Fokus verstärkt auf die Nutzung der Technologieplattform für Industriepartner legen möchte.

Google wird zwar weiterhin den Stadia-Gaming-Service und das 10-Dollar-Monats-Abo Stadia Pro betreiben. Es ist unklar, wie viele, wenn überhaupt, exklusive Spiele ihren Weg zu diesem Dienst finden. Ich denke, es ist das Eingeständnis des Scheiterns des Projekts in der ursprünglich geplanten Fassung.

Jade Raymond, die erfahrene Produzentin, die an der Entwicklung von Assassin’s Creed für Ubisoft beteiligt war und vor einigen Jahren zu EA wechselte, bevor sie die Spieleentwicklung bei Stadia leitete, hat sich unter diesen Gesichtspunkten entschieden, Google zu verlassen, um sich anderen Aufgaben zu widmen. Weitere Informationen und Einschätzungen finden sich in diesem Artikel (englisch) und hier (deutsch).


Cookies blockieren entzieht uns die Finanzierung: Cookie-Einstellungen

Anzeige


Dieser Beitrag wurde unter Internet, Scanner, Foto, Video abgelegt und mit Streaming verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

10 Antworten zu Google schließt eigene Studios für Gaming-Dienst Stadia

  1. Triceratops sagt:

    Nun ja Stadia ist eh nur was für leute die eine Schnellen Internetanschluß haben (So ab 50000er Aufwärts), da die Spiele ja nur gestreamt werden und nicht vor ort auf der Hardware ausgeführt werden. Für leute mit Langsamen Internet anschluß ist Stadia nichts, da ist es Besser zu einer Playstation, XBOX oder PC zu greifen da hier die Spiele nicht gestreamt werden sondern direkt vor Ort auf der eigenen Hardware ausgeführt werden (Man kann dann auch Spielen, wenn der Internetanschluß mal nicht geht. Was bei Stadia nicht möglich ist, wenn der Internetanschluß mal nicht geht.) . Ich werde nie Kunde werden von Stadia, da ich Spiele doch lieber auf meiner SSD/HDD habe anstatt zu Streamen. Wunder mich daher nicht, das Google die eigenen Studios schließt.

    • Sebastian sagt:

      Diese Dienste richten sich ja nicht exklusiv an Deutsche.
      Außerhalb Neulands (Deutschlands) sind Bandbreiten ab 100 Mbit/s normal – auch in verschiedenen Staaten, die hierzulande als „Entwicklungsland“ wahrgenommen werden.

      • weiza sagt:

        Das Internet ist aber halt auch einfach noch Neuland für uns alle.

      • Triceratops sagt:

        Naja in Großstädten und Ballungsräumen geht es mittlerweile mit der Internetanschluß geschwindigkeit. Nur auf dem Land ist das noch ein problem mit dem Schnellen Internet. In meinem Wohnort mit etwa 30000 Einwohnern kriegt man mittlerweile bis 200 Mbits (Klassisches DSL), oder bis zu 500 Mbits über Kabel.

        • Michael Bickel sagt:

          meine Kleinstadt in Nordhessen bietet 250 MBit per DSL und Gigabit via Kabel, die auch ankommen, und praktisch überall in Nordhessen, selbst in kleinen Dörfern ist zumindest 50 Mbit Standard dank Breitband Nordhessen.

          Der BMVI (Mitte 2020) zeigt 93,3% in D mit 50 MBit und mehr, 77% mit 200 MBit und mehr, 55.9% mit Gigabit…

          Dass es in D so schrecklich ist kann man nicht mehr sagen, das ist dann mittlerweile doch eher nur eine alte Aussage, die immer noch durch Foren geschleppt wird.

          Einzelfälle wird es natürlich noch geben, aber generell ist die Versorgung mittlerweile doch gut bis sehr gut.

      • Hans Thölen sagt:

        Die Telekom of Thailand ( TOT ) liefert mir hier in Thailand
        über das Glasfaserkabel Download 325 Mbps und Upload
        318 Mbps. Diese Werte sind bei mir sehr konstant.

  2. Zocker sagt:

    Das könnte der Anfang vom Ende von Stadia sein. Zu hoffen ist es, denn es bietet dem Spieler keine Vorteile, außer bei der benötigten Hardware. Die Abhängigkeit ist nochmal um ein paar Stufen höher als bei Steam.
    Wenn Google selbst keine Systemseller entwickelt, wird es Stadia noch schwerer haben. Möglicherweise hat Google das Projekt intern mehr oder weniger gecancelt und wartet ab, ohne groß zu investieren.

    Google ist in guter Gesellschaft mit Amazon. Die verbrennen jedes Jahr eine halbe Milliarde Dollar ohne dass etwas zählbares dabei herauskommt.

    • Michael Bickel sagt:

      ich weiß nicht, wo Amazon sein Geld verbrennt, aber ansonsten leisten zumindest die sich das sicher aus der Portokasse…

      • Zocker sagt:

        Natürlich können die sich das leisten. Nur ist dabei noch nichts bei rumgekommen. Auf einen großen Titel wartet man bis heute. Daher würde ich das bei einem solchen Betrag durchaus als Geldverbrennung bezeichnen. Ich glaube auch nicht, dass Inapp-Käufe das wieder rausholen. Wenn doch, dann sind das übelste Abszockgames, was noch schlimmer wäre.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Hinweis: Bitte beachtet die Regeln zum Kommentieren im Blog (Erstkommentare und Verlinktes landet in der Moderation, gebe ich alle paar Stunden frei, SEO-Posts/SPAM lösche ich rigoros). Kommentare abseits des Themas bitte unter Diskussion.