Discord in Verkaufsverhandlungen, schlägt Microsoft für 10 Milliarden zu?

Diverse US-Seiten berichten (unter Bezug auf Quellen, die mit dem Thema involviert sind), dass der Anbieter Discord in Verkaufsverhandlungen sei, wobei der Verkaufspreis von über 10 Milliarden US-Dollar kolportiert wird. Und das Nachrichtenportal Bloomberg nennt Microsoft als Interessenten, wobei die Verhandlungen „kurz vor Abschluss“ stehen sollen.


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Discord prüft einen Verkauf …

Ich habe die Überschrift mal neutral gestaltet, denn noch ist nichts offiziell bekannt. Aber viele US-Medien, darunter auch Venturebeat, berichten über die laufenden Verkaufsverhandlungen des Discord-Managements. Dort bezieht man sich auf GamesBeat, den Spielebereich von Venturebeat, der auch die Zahl von mehr als 10 Milliarden US-Dollar Verkaufspreis genannt wurde.

Es werden zwei mit der Angelegenheit vertraute Quellen zitiert, die angaben, dass Discord seine Optionen für einen Verkauf an diverse Interessenten auslotet. Eine Quelle deutet an, dass das Management des in San Franzisco angesiedelten US-Diensts/Unternehmens ein exklusives Übernahmegespräch mit einer Partei unterzeichnet habe. Das bedeutet, dass es sich in finalen Verhandlungen über einen Verkauf befindet.

Discord hatte im Dezember 2020 den Betrag von $140 Millionen US-Dollar als Venture-Kapital eingeworben und wurde seinerzeit mit $7 Milliarden US-Dollar bewertet (die Zahlen basieren auf Daten von Prime Unicorn Index). Discord wird als strategisches Asset angesehen, da es Spielefirmen ermöglicht, ihre Spieler – und damit ihre größten Fans, über kostenlose Audio- und Text-Chat-Communities zu verbinden. Auch manche Blogs binden Discord für ihren Kommentarbereich ein.

Venturebeat spekuliert, dass potenzielle Käufer, die mehr als 10 Milliarden Dollar für einen Kauf von Discord zur Verfügung haben, aus dem Bereich großer Spieleunternehmen, oder (was wahrscheinlicher eingestuft wird) ein Plattformbesitzer wie Microsoft, Amazon, Twitter oder Google sei. Die Übernahme durch eine der genannten Quellen könnte ein Problem für Spieleplattformen, die Discord zur Verbindung der Spieler nutzen, sein. Ob der Dienst verkauft wird oder nicht, hängt von Discord-CEO Jason Citron ab, der entscheiden muss, ob das Unternehmen seine Mission als Teil eines anderen Unternehmens besser erfüllen kann.

Das Nachrichtenmagazin Bloomberg gibt der Geschichte dann in diesem Artikel ein Gesicht. Discord habe mit potenziellen Käufern gesprochen, aber Microsoft sei im Rennen. Zur Zeit stände aber kein Deal unmittelbar bevor, so Bloomberg unter Berufung auf ungenannt bleiben wollende Quellen. Eine Quelle meint, es sei wahrscheinlicher, dass Discord an die Börse gehe, als sich an einen anderen Anbieter zu verkaufen. Repräsentanten von Microsoft und Discord lehnten eine Stellungnahme ab.

Wer oder was ist Discord?

Discord (auch Discordapp) ist ein Onlinedienst für Instant Messaging, Chat, Sprachkonferenzen und Videokonferenzen, der vor allem für Computerspieler geschaffen wurde. Discord kann als Webanwendung oder mit proprietärer Client-Software auf allen gängigen Betriebssystemen genutzt werden. Discord gibt an, mehr als 250 Millionen registrierte Nutzer zu haben. Dieser Text stammt aus einer meiner älteren Artikel.

Nicht mit der Kneifzange anfassen

In obigem Text kommen die Leute mit den Dollar-Zeichen in den Augen zu Wort. Ich durchdenke den Deal vom anderen Ende, nämlich aus Sicht der Nutzer. Mag Microsoft zum Zuge kommen – würde das irgendwie gut zum Laden passen. Mir gehen dann die diversen Übernahmen (Skype, Wunderlist, Kinetec etc.) bei Microsoft durch den Kopf, die dann erfolgreich kaputt entwickelt oder abgewickelt wurden und in der Versenkung verschwanden.

Und es gibt die Assoziation mit dem Social Media Dienst LinkedIn, die kurz nach der Übernahme durch Microsoft bekannt geben mussten, dass sie gehackt wurden. Damals ist meine berufliche E-Mail-Adresse an die Hacker gewandert, obwohl ich nie ein Benutzerkonto bei LinkedIn hatte. Ich war sozusagen Beutefang, da diese Daten von video2brain (wo ich eine Zeit-lang als Videotrainer aktiv war) nach dem Aufkauf an Lynda.com und nach dem nächsten Aufkauf an LinkedIn und somit an Microsoft gingen. War vor der DSGVO, so dass ich wenig machen konnte. Seit diesem Tag sind Microsoft und LinkedIn für mich verbrannt.

Kurz zurück zu Discord: Ich habe vor vielen Jahren mal damit geliebäugelt, Discord für die Kommentierung hier im Blog einzusetzen – machen schließlich viele große Blogs. Ist kostenlos und bequem, denn die Infrastruktur wird über Discord bereitgestellt. Aber ich hatte Vorbehalte, weil ich dann von etwas abhängig würde – war vor Inkrafttreten der DSGVO, und ich bin nicht sicher, ob Discord da überhaupt noch nutzbar ist. Aber diese Entscheidung wurde mir abgenommen, denn bevor ich mit meinen Überlegungen in die Pötte kam und gesprungen bin, kam die Nachricht, dass Discord gehackt worden sei und die Benutzerdaten in fremde Hände gefallen sind. Ab da war der Dienst hier diesbezüglich ein No-Go.


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Zudem fällt der Dienst hier bei mir auf, weil deren Client immer wieder Ziel von Trojanern ist und Discord-Konten gehackt werden. Dieses Thema wurde in nachfolgenden Artikeln mehrfach aufgegriffen. Wer nach „Hack Discord“ sucht, findet zahlreiche Einträge, wo Nutzer berichten, dass ihr Discord-Konto vermutlich gehackt worden sei. Und damit soll es auch gut sein – wir sind ja Discord-freie Zone. Mal schauen, was aus der ursprünglichen Geschichte am Ende des Tages wird.

Ergänzung: Der Deal ist nichts geworden, siehe Discord-Übernahme durch Microsoft abgelehnt

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10 Antworten zu Discord in Verkaufsverhandlungen, schlägt Microsoft für 10 Milliarden zu?

  1. Dat Bundesferkel sagt:

    Meine Meinung:
    Discord ist unbenutzbar, weil man eben keinen eigenen Server betreiben kann. Es bleibt immer in der Hand eines Dritten (im Gegensatz zu TeamSpeak oder Mumble).

    Und dennoch, trotz aller Belehrungsversuche und aufzeigen der Nachteile, ist es mir nicht möglich, junge (und jung gebliebene Spieler) von Discord abzubringen. Ist einfach ein „must-have“ heutzutage, wie auch dieses furchtbare Spenden-Twitch.

    Eine Übernahme durch Microsoft würde noch bedeutend größere Sicherheitsprobleme nach sich ziehen (insbesondere, was den Datenschutz betrifft), als sie es jetzt schon sind.

    Naja, sollen sie mal machen. Da bleibe ich lieber „ewiggestrig“ und behalte den Murks vollständig unter eigener Kontrolle.

  2. Thomas sagt:

    „Mir gehen dann die diversen Übernahmen (Skype, Wunderlist, Kinetec etc.) bei Microsoft durch den Kopf, die dann erfolgreich kaputt entwickelt oder abgewickelt wurden und in der Versenkung verschwanden.“

    Exakt das war leider auch mein Gedankengang. Schon irgendwie traurieg…

  3. micha45 sagt:

    Bei solchen Summen wird es einem nur noch schwindelig.
    Mir sagt das nur, dass auf diesem Planeten so manches schief läuft.

    Die Einen schmeißen mit dem Geld um sich, andere haben noch nicht einmal genug, um ihren Hunger zu stillen.
    Das ist der Wahnsinn.

  4. Knusper sagt:

    Man kann das wie folgt zusammenfassen:
    Schon allein dass Microsoft als potenzieller Käufer erwähnt wird, macht das ohnehin unbenutzbare und schlechte Discord sogar grottenschlecht.

    Ist die Frage berechtigt, ob dieser Blog mit seinem Kommentaren zu einer Blase wird? Außerhalb der Realität?
    Vor kurzem wurde sogar „angeregt“, VBA zu verbieten. Hat das etwas mit dem Durchschnittsalter hier zu tun?
    Oder bin ich derjenige, welcher den Faden verloren hat?

    • Günter Born sagt:

      Ich empfehle dir schlicht die von mir verlinkten Beiträge zu Discord-Sicherheitsproblemen zu lesen und die eigene Meinung zu bilden. Mein Schluss ist, dass man den gewöhnlichen Nutzern aus Sicherheitsgründen so einen Client nicht anbieten sollte.

      Ob die MS-Übernahme gut oder schlecht ist, muss jeder selbst beurteilen – mir verheißt die Übernahme diesbezüglich wenig gutes. Liegt aber daran, dass ich zu oft hinter den Vorhang schauen oder beobachten durfte, wie die Schlenker den Leuten auf die Füße gefallen sind – interessiert aber 99,9999% der Masse nicht – wie ich auch den Abrufzahlen diverser Blog-Beiträge entnehmen kann – nur wenn es, wie bei SolarWinds- oder dem Exchange ProxyLogon-Ereignis richtig rappelt, wird „man“ halt wach.

      Hatte meinen Beitrag in der Früh „mit einigen Gedanken aus dem Bauch heraus“ rausgehauen, ohne viel nachzudenken. Würde mich aber gerne positiv überraschen lassen. Wenn ich aber hier lese, ist noch anderen Leuten der Kaffee im Hals stecken geblieben (ich hatte da noch kein Frühstück beim Schreiben).

      PS: Würde ja den „Lauterbach-Effekt“ ins Spiel bringen, aber das wäre zu viel der Ehre – wobei Lauterbach wohl Experte auf seinem Gebiet ist – während ich dies für mich in Punkto stragegische Geschäftsentscheidungen, Entwicklungsstrategien und Produktsicherheit definitiv nicht bin – aber ich formuliere es mal mit meiner Frau „ich kann ja auch nichts dafür, dass ich immer ™ Recht behalte“ ;-).

    • Dat Bundesferkel sagt:

      „Schon allein dass Microsoft als potenzieller Käufer erwähnt wird(…)“

      Paßt doch. Microsoft fährt letztlich jeden Karren an die Wand und im Gegensatz zur Konkurrenz nutzen sie dann nicht einmal die brauchbaren guten Kernkomponenten.

      NVIDIA im Gegenzug killt zwar auch die aufgekauften Unternehmen, aber nutzt zumindest die Technologien, die sie teuer bezahlt haben.

  5. 1ST1 sagt:

    Ich mag diese Kommentarfunktionen via discord oder auch disqus auf diversen Webseiten auch nicht, denn man tritt auf allen Seiten, die das nutzen automatisch mit dem selben Account auf. Man wird also in gewisser Weise verfolgbar, jemand kann so gezielt nach bestimmten Accountnamen googeln und dann sehen, wo man sich überall rumtreibt, und was man da so geschrieben hat.

  6. Zocker sagt:

    Damit dürfte einem ohnehin schon etwas fragwürdigem Dienst der Todesstoß versetzt werden. MS kennt sich damit ja bestens aus. Kann natürlich sein, dass die Kiddies einen Strich durch die Rechnung machen und das noch feiern.

    • 1ST1 sagt:

      Das Ding wird auf Windows/XBOX/Live-ID/Microsoft365-Account umgestellt, mit Teams und Skype verheiratet und in Outlook integriert und per MS-Authenticator-App festgezurrt. Kaputt wird das nicht gehen, nur halt wer so einen Account hat ist gleichzeitig Discord-Benutzer.

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