Windows Treiber-Update führt ggf. zu BlueScreens bei AMD-Ryzen mit X570-Chipsatz

Windows[English]Benutzer von Systemen mit AMD-Ryzen-Prozessor und X570-Chipsatz laufen ggf. in einem Problem, wenn Windows Update zuschlägt und den Windows-eigenen NVMe-SSD-Treiber durch einen AMD-Treiber ersetzt. Im Anschluss kann Windows 10 nicht mehr booten und wirft einen INACCESSIBLE BOOT DEVICE-BlueScreen.


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Die Redaktion von heise hat das Ganze hier aufgegriffen, nachdem sich Leser beschwerten, weil der Fehler bei einem c’t-Bauvorschlag für ein AMD-PC-System mit Gigabyte Aorus X570 Ultra-Board plötzlich auftrat. Nach der Windows 10-Installation bootete der Rechner nach einem Windows Update plötzlich nicht mehr und warf einen INACCESSIBLE BOOT DEVICE-BlueScreen.

Treiberupdate per Windows Update

Eine Analyse des Vorgangs im c’t-Labor ergab, dass Windows Update plötzlich den für das Gigabyte-X570-Boards mit einer NVMe-SSD benötigten Standard-Windows-NVMe-Treiber durch eigene SATA-RAID-Treiber von AMD. Heise schreibt, dass Windows nach einem Neustart nicht mehr den Pfad für die System-SSD findet. Dazu schreibt heise:

Warum das Windows Update fälschlicherweise den NVMe-Treiber ersetzt, konnten wir nicht herausfinden. Zudem setzte das defekte Treiber-Update bei unserem System auch noch das BIOS zurück.

Generell scheint das Ganze eine exotische Kombination zu sein, denn auf einem Gigabyte-Board mit B550-Chipsatz wurde der Treiber hingegen nicht ausgetauscht. Auch beim Asus Pro WS X570-ACE wurde kein AMD-Treiber per Windows Update ausgetauscht. Irgend jemand von diesem Problem betroffen?

Die heise-Redaktion beschreibt in diesem Artikel einen einfachen Reparaturansatz:  Das fehlerhafte System drei Mal neustarten lassen, um die automatische Reparaturfunktion von Windows 10 zu starten. In der Windows PE-Umgebung lässt sich das System auf den letzten Wiederherstellungspunkt zurücksetzen. Da der Treiber sofort wieder automatisch installiert wird, darf das System nicht neu gestartet werden. Sondern man muss im Geräte-Manager auf die vorherige Treiberversion zurückgehen – was im Detail im heise-Artikel beschrieben wird. Ansonsten hatte ich im Blog-Beitrag Windows 10: Updates mit WuMgr blocken (2021) einen Ansatz beschrieben, um auch ein Treiber-Update zuverlässig auszublenden.

Ergänzung: Treiber wohl zurückgezogen

Aktuell ist das Problem ja auch wohl gefixt, siehe folgende Kommentare und den reddit.com-Thread hier, wo jemand schreibt.

Microsoft has removed this from Windows Update, you will no longer be offered this until a fixed version is released.

Auch Bleeping Computer bezieht sich hier auf diesen Vorgang.


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9 Antworten zu Windows Treiber-Update führt ggf. zu BlueScreens bei AMD-Ryzen mit X570-Chipsatz

  1. Karl Wester-Ebbinghaus (@tweet_alqamar) sagt:

    Komische Sache. Ich habe letzte Woche einen PC mit Asrock Board und B550 Chipsatz gebaut auch dort alles in Butter.

    Wichtig: Die Treiber kommen nicht mehr von Microsoft, sondern werden von den Herstellern, nach entsprechenden Tests dort eingestellt. Dies funktioniert mindestens so ab 2004 ggf. auch früher. Sogar unter Windows 7/ 2008R2 habe ich schon VMware Tool Treiber gesichtet aus dem Jahr 2021.

    Der NvME Treiber in meinem Fall ist von Samsung. Manuell installiert, da leider nicht über WU verfügbar.

    Der AMD SATA und NvME Treiber sollten möglichst nicht benutzt werden, es sei denn jemand hat ggf im UEFI das eingestellt. Z. B. AMD RAID.

    Ich rate grundsätzlich davon ab. Es gab Systeme die sehr langsam operierten, da der AMD SATA AHCI Treiber noch aus Windows 7 Zeiten war.
    Schon Intel RST ist grenzwertig.

    Der Bluescreen ist verständlich, da der Treiber von AMD sich dann nicht richtig registriert hat, dass er zum Kernel boot startet.

    Ich würde folgendes versuchen:
    3 mal starten lassen und schauen ob man im recovery (WinRE) auch Treiber zurück rollen kann. Updates gehen seit 1903. Auch ohne System State Restore.

    Deskmodder hat auch eine Anleitung zum Wechsel des Treibers für AHCI, klappt auch mit NvME (stornvme)
    Dazu bräuchte man aber Registry Zugriff.

  2. Karl Wester-Ebbinghaus (@tweet_alqamar) sagt:

    Im Screenshot sieht man sogar ein Firmware Update (UEFI) Update welches vom Hersteller freigegeben wurde.
    Eigentlich vorbildlich. Vielleicht ist folgendes passiert

    User hat AMD RAID aktiviert. UEFI Firmware resettet es auf default, wie üblich bei nicht OEM Geräten, dann ist AMD RAID aus. Und Windows versucht den Standard Treiber zu laden, welcher nicht mehr aktiv geflaggt ist zur Kernelboot Zeit.
    Also im besten Fall im UEFI AMD RAID wieder aktivieren und alles ist fein.

  3. Gerold sagt:

    Aus dem Computerbase Forum von gestern Abend:

    Via Reddit, „Froggypwns Windows Insider MVP“:
    „Microsoft has removed this from Windows Update, you will no longer be offered this until a fixed version is released.“

  4. Dat Bundesferkel sagt:

    Habe unter anderem ein System, welches auf X570 und Ryzen X3700 basiert. Da ich schon seit Jahrzehnten Rechner konfiguriere haben sich folgende Regeln als positiv herausgestellt:

    • Gigabyte als Hersteller meiden! Schon damals punktete der Hersteller mit völlig veraltetem AHCI-Code in seinem BIOS. Auch die merkwürdigen Frickeleien im BIOS waren selten vorteilhaft (tatsächlich nur auf Übertakter ausgelegt, nicht auf Stabilität).
    • Auf Onboard-RAID-Geschichten verzichten! Fake Raid bringt keine nennenswerten Vorteile. Und bei einem Board- und/oder Chipsatzwechsel hat man zumeist die Ar***karte. Da kann man gleich Softwareraid im OS verwenden, schränkt dann aber Interoperabilität zwischen Betriebssystemen ein.

    Ansonsten ist es gerade bei der Ryzen-Plattform hochkritisch das UEFI/BIOS unter Windows zu aktualisieren. Selbst bei „regulären“ Updates ist man gut beraten sowohl VORHER, als auch HINTERHER ein „Load Defaults“ auszuführen, weil es sonst zu gekippten Bits kommen kann und die Kiste gar nicht mehr startet (Bitrot).

    An meinen Empfehlungen halte ich fest und kann daher auch die zuvor genannten Probleme (bislang) nicht bestätigen. Allerdings habe ich auch keine entsprechende Anzahl dieser Systeme, so daß man daraus etwas Handfestes ableiten könnte.

    Achja… bei AMD-Plattformen greife ich nur und ausschließlich auf MSI Produkte zurück. Werden gut gepflegt und haben sich bei mir bewährt, ganz im Gegensatz zum ASRock-Geraffel der letzten Jahre (man bemerkt die ständig wechselnden Besitzer sehr deutlich – ASRock konnte man damals blind empfehlen und hatte einen erstklassigen Support. Hatte.).

    • Alfred Neumann sagt:

      Ich habe seit Jahren ASRock MBs problemlos am laufen und hatte vorher nur Zirkus mit MSI.
      So können sich die Erfahrungen unterscheiden. ;-)

    • Gerold sagt:

      ASRock war ursprünglich die Billigmarke von ASUS, wurde 2010 an Pegatron verkauft. Und billig war damals das Motto, hatte einmal so was gekauft und dann nie wieder.

      • Dat Bundesferkel sagt:

        Ja, ASRock war einst die Billigmarke von ASUS. Und paradoxerweise mit einem wesentlich besserem Support. Gemeldete Fehler und Probleme zogen häufig sogar personalisierte(!) und angepaßte BIOS-Versionen nach sich.

        Danach ging es steil bergab mit ASRock. Aktuelle Produkte sind an Unzuverlässigkeit schwer zu überbieten.

    • Micha sagt:

      Das ASRock A770de+ mit AM3 Sockel was ich damals hatte neigte permanent zum Overvolting. Bei Prime 95 stieg die V-Core vom AMD Phenom II X4 965 von 1,44 auf 1,52 an. Da habe ich Prime 95 beendet um einen schaden am Motherboard und der CPU zu verhindern. Mit undervolting Einstellung für die CPU im Bios lief es dann jahrelang ohne Probleme. Mit der Umstellung von Windows XP auf Windows 8.0 gab es immer wieder USB Probleme.
      Habe dann das Bord gegen ein ASUS M5A99X Evo R2.0 getauscht das bis heute mit Windows 8.1 Pro X64 ohne Probleme läuft. Mittlerweile ist das in mein zweit PC verbaut.

      In meinem Haupt PC ist ein ASUS ROG CROSSHAIR VI HERO verbaut. Ich kann mich nicht beklagen. Da läuft ein AMD Ryzen 1800X mit 32GB Samsung B-Die RAM (2 Module Dual Ranked Dual Side) drauf. DRAM OC auf 3066 MHz mit gestraften Subtimings läuft stabil. Mehr macht der IMC nicht mit. Der RAM ist für 3200MHz spezifiziert. Die Grafikkarte ist eine Radeon VII.

      Bios Updates über Windows Update würden meine komplette Konfiguration zerschießen!
      Das sorgt dafür das ich die Bios Flashback Funktion nutzen würde. Anschließend das Nutzerprofil wieder per USB zurück spielen.

      Die Spannung für den SOC, den RAM, sowie CPU Multiplikator und CPU Core Voltage wurden zu den OC Einstellungen angepasst. Das ganze läuft momentan mit Windows 8.1 Pro x64. Alle Treiber die gefehlt haben wurden aus dem Windows 7 Chipsatz Treiber Paket extrahiert und über den Gerätemanager installiert. Die Radeon VII läuft momentan mit Radeon Software 21.4.1 für Windows 7.

      Von MSI hatte ich nur Grafikkarten die alle nicht lange gehalten haben. Teilweise waren sie schlecht verarbeitet. Die Geforce 8600GT hat einen V-RAM defekt. Die Radeon R9 280X einen VRM Defekt. Die Spannungswandler wurden im normalen Betrieb immer um 100°C warm. Das ist eindeutig zu viel gewesen.

      Auch der Gigabyte Support war damals sehr schlecht. Alle E-Mails die ich während der Gewährleistungsfrist für eine Lüfter Reparatur der Radeon HD 5670 an Gigabyte geschrieben habe wurden nicht beantwortet. Gigabyte hat die letzten 2 Monate von der Gewährleistungsfrist einfach nur ausgesessen. Der Händler bei dem die Karte gekauft wurde ist pleite gegangen. Die Grafikkarte wurde danach mit dem Kühler Alpenföhn Klara betrieben.

      ASUS baut zweifellos gute und teure Motherboards.
      Radeon Grafikkarten kaufe ich meistens von ASUS, XFX oder Sapphire Technology. Alle 3 Firmen haben einen gut funktionierenden Support.

  5. Bernhardt sagt:

    Tja, wirklich, so unterschiedlich können Erfahrungen sein:
    Gigabyte Boards -> Dauerläufer ohne jedes Murren, Asus minimalst besser (primär durch OC ab Werk und übersichtlichere Bios bzw. Uefis) als Gigabyte aber deutlich teurer, ASRock zugegeben viel Licht und Schatten: manche Boards durchaus auf Asus Niveau (z. B. die Exreme Pro’s), andere dagegen einfach nur Mist (vor allem die mit den Killer NICs). MSI war bisher immer zum vergessen, gab eigentlich kein Board von denen das je Problemlos lief. Ärgere mich hier mit nem X570 Tomahawk rum, weil ich der Marke nach mehreren Jahren noch mal ne Chance geben wollte… großer Fehler. Ja es läuft, aber ist zickig bis zum geht nicht mehr. „Verliert“ immer wieder mal die 2. nvme ssd (gerne bei nem Reboot), ARGB ist ein lotteriespiel ob es an geht oder nicht und obendrein muss man es noch austricksen, damit es das WLan & BT Modul beim booten nicht abschaltet (ich schalte meinen Router nach meinem Rechner ein!).
    Service? Keiner der vier Hersteller konnte sich bisher bei „Problemchen“ mit Ruhm bekleckern. Wobei ich fairerweiße zugeben muss, dass mich ASRock am meisten überrascht hat: Board mit nem Schaden, der schwer nach Überspannung (geplatzer Elko und !!Abgeplatze Leiterbahn!!) aussah einfach mal getauscht innerhalb von einer Woche ohne zu meckern. Bei Asus ging das ein wenig hin und her bei nem Board mit nem Haarriss in der Platine (Board liegt, alles läuft; Board hochkant (wie im Gehäuse) -> nichts läuft), da sie mit der „Fehlerbeschreibung“ nichts anfangen konnten (deutscher Support!) Gigabyte hatte ich bisher kein Board, dass zum Service musste. MSI zwar auch nicht, aber das lag an Hilfe aus dem Web und nicht an MSI.

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