Staat bezahlt StarLink-Empfangsschüssel

Bundesminister Scheuer will den Kauf von Satelliten-Empfangsschüsseln und von Hardware für den Internet-Empfang per Satellit bezuschussen. Gefördert sollten rund 200.000 Haushalte im ländlichen Raum werden, die kein schnelles Internet erhalten. Nutznießer ist jetzt der SpaceX-Dienst StarLink, da jeder Nutzer mit 500 Euro Zuschuss rechnen kann. Hier ein kurzer Abriss, was geplant ist, und (m)ein Blick auf die Details hinter dem Zaun. Ergänzung: Weitere Informationen aus einem Test hinzugefügt. Und nun gibt es als Nachtrag ein Dementi des Verkehrsministeriums.


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Ich bin bereits bei neowin.net über das Thema gestolpert, habe aber auch gesehen, dass Golem das Ganze in diesem Artikel thematisiert hat.

Bundesregierung bezuschusst Starlink

Die Kurzfassung geht so: Bundesminister Scheuer und Elon Musk trafen sich dieser Tagen auf der Baustelle des Tesla-Werks in Brandenburg. Und jetzt gibt die Bundesregierung Zuschüsse für die Beschaffung der Hardware, wie das Handelsblatt berichtet (Artikel wegen Paywall nicht verlinkt). Geplant sind Gutscheine für Haushalte in ländlichen Gebieten, die so an das „schnelle Internet“ angeschlossen werden sollen. Scheuer hatte bis zu 500 Euro Zuschuss für die Anbindung ans Satelliteninternet versprochen. Das gilt für ca. 200.000 Haushalte in ländlichen Gebieten, die mit weniger als 10 MBit/s Internetgeschwindigkeit auskommen müssen. Details dieses Vorhabens lassen sich in diesem Golem-Artikel vom Januar 2021 nachlesen. Vom Bundesministerium für Verkehr heißt es dazu:

Bezuschusst werden sollen die Ausgaben für die Anschaffung der technischen Ausrüstung und Installation. Die monatlichen Kosten für die Nutzung des Anschlusses werden vom Zuschuss nicht erfasst sein.

Bezüglich Starlink muss man wissen, dass der Anbieter monatlich 99 US-Dollar (oder Euro) an Gebühren verlangt. Hinzu kommt einmalig ein Hardware-Paket mit einer Empfangsschüssel und einem Empfänger/Sender im Preis von 499 US-Dollar bzw. Euro (siehe auch SpaceX: Preise für Starlink-Internet (Beta) durchgesickert). Der Gutschein des Verkehrsministeriums deckt also quasi die Hardware ab.

SpaceX und das Starlink-Projekt

STARLINK ist eine Satellitenkonstellation, die verteilt über ca. 10 Jahre von der amerikanischen Firma SpaceX in den erdnahen Weltraum geschossen werden soll, um weltweit einen Internetzugang per Satelliten bereitzustellen. Die Konstellation soll später aus Tausenden dieser Satelliten im niedrigen Erdorbit bestehen, wie man auf Wikipedia nachlesen kann.

Persönlich halte ich das Projekt von SpaceX aus mehreren Gründen für hoch problematisch. Erstens wird der erdnahe Weltraum (ca. 1.000 km Höhe) durch tausende Flugkörper regelrecht geflutet, was bei Kollisionen die Menge an Weltraum-Schrott gravierend erhöhen wird. Aktuell schlägt die europäische Raumfahrtagentur ESA Alarm, denn der Umfang an Weltraumschrott in naher Erdumlaufbahn ist in den letzten Jahren sprunghaft gestiegen. Mit den Tausenden SpaceX Starlink-Satelliten nimmt die Zahl der Objekte in diesem Bereich und damit die Gefahr von Kollisionen stark zu. Jede Kollision führt zu Tausenden an Partikeln in der jeweiligen Umlaufbahn. Das könnte dazu führen, dass es in wenigen Jahren in diesem Bereich keine sicheren Umlaufbahnen mehr gibt. Aber noch gravierender wird die Tatsache eingeschätzt, dass die reflektierenden Satelliten die irdische Astronomie essentiell stören wird.

Und, gibt es dann wenigstens Höllen-Internet?

Wer sich nun den Gigabit-Zug in Sachen Internet durch die Starlink-Satelliten verspricht, dem will ich gleich mal diesen Zahn ziehen. Vor einigen Wochen ist mir dieser Artikel von The Verge untergekomme. Deren Fazit: Der Satelliten-Internetdienst von SpaceX ist ein technologisches Wunderwerk – wenn er funktioniert.

Auch in den USA sind Gegenden ohne Internetanbindung zu finden. Da bietet sich Starlink an, wenn es auch mit den 99 Euro/Monat recht teuer ist. Als aktuelles Ziel hat sich Starlink 100 Mbit/s im Downstream und 20 Mbit/s im Upstream gesetzt. Laut The Verge wäre das in der Tat ein Traum – zumal Starlink ein langfristiges Ziel von 1 Gbit/s im Downstream gesetzt hat. Also hat ein Autor sich in den USA mit der Thematik auseinander gesetzt und einen Empfangskit samt Zugang gebucht.

Bald breitete sich Ernüchterung aus. Der Starlink-Empfang funktioniert nur, wenn eine Sichtverbindung zum Satellit besteht. Selbst ein einziger Baum, der die Sichtlinie der Schüssel zum Horizont blockiert, kann das Starlink-Signal beeinträchtigen und unterbrechen. Und hier kollidiert die Theorie dann mit der Praxis, da die Satelliten ja nicht in einem geostationären Orbit an einem festen Punkt stehen, sondern in niedriger Umlaufbahn um die Erde fliegen. Die Website von Starlink schreibt dazu:


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Wenn irgendein Objekt wie ein Baum, ein Schornstein, ein Mast usw. den Strahlengang auch nur kurz unterbricht, wird Ihr Internetservice unterbrochen. Der beste Ratschlag, den wir geben können, ist, Ihre Starlink-Empfungsschlüssel auf der höchstmöglichen Höhe zu installieren, wo ein freie Sicht auf den Himmel sicher gestellt ist. Benutzer, die in Gegenden mit vielen hohen Bäumen, Gebäuden usw. leben, sind möglicherweise keine guten Kandidaten für den frühen Einsatz von Starlink.

Ist das Ganze eingerichtet, sucht die bewegliche Starlink-Empfangsschüssel den Himmel nach einem Satelliten ab, um diesen auf seiner Bahn zu verfolgen. Im The Verge-Artikel findet sich ein animiertes Foto, welches diese Einschränkung zeigt. Denn im Abtastbereich finden sich ein Hausdach und Bäume. Immer wenn Satelliten in diesem Bereich fliegen, fällt halt das Internet aus. Sofern genügend Satelliten im sichtbaren Bereich zu finden sind, könnte aber die Verbindung gehalten werden. Die Erfahrungen des The Verge-Autors lassen sich folgendermaßen zusammenfassen:

  • Sobald der Starlink-Empfänger eingerichtet ist und freie Sicht besteht, bietet er eine mäßig schnelle, sehr inkonsistente Breitbandverbindung.
  • Der Autor hat definitiv Geschwindigkeiten gemessen, die die versprochenen 100 MBit/s überstiegen (Maximum 222 MBit/s Download und 24 MBit/s Upload).
  • Aber die üblichen Geschwindigkeiten bewegten sich zwischen 30 und 90 MBit/s im Downstream. Das wird auch von anderen Testern berichtet. Und die Verbindungsgeschwindigkeit verlangsamte sich, schreibt der Autor und meint, dass es auch überraschend häufig Verbindungsabbrüche gegeben habe.

In der Testwoche fand der The Verge-Autor das Ganze in Ordnung für Dienste, die puffern: Netflix und Disney Plus ließen sich in 4K streamen und YouTube-Videos ohne nennenswerte Probleme abspielen. Aber bereits das Vor- und Zurückspielen in TikTok-Videos führte zu Verzögerungen. Dienste, die eine dauerhafte Echtzeitverbindung erfordern, wie Slack, Zoom oder Spiele, waren für den Tester nicht nutzbar (gilt auch für die kurzen Zeiträume mit optimaler Geschwindigkeit). Die Latenz von Starlink schwankt ebenfalls von gut – Zoom zeigte keine Verzögerung, wenn es funktionierte – bis ziemlich schlecht. Der Autor schreibt:

Ich hatte große Hoffnungen, dass ich mehrere Tage über Starlink arbeiten könnte. Aber nach ein paar verlorenen Slack-Nachrichten und Zoom-Anrufen, bei denen mein Video auf eine niedrige Auflösung fiel und dann komplett einfror, gab ich auf. Viele Starlink-Beta-Tester berichten von ähnlichen Erfahrungen – konsistente Aussetzer von ein paar Sekunden, alle paar Minuten.

Dürfte nicht besser werden, wenn Tausende Nutzer sich die Bandbreite teilen. Ergänzung: Die Leute von Golem hatten das Glück, eine Empfangsschüssel zu erhalten und konnten diese testen. In einer sehr schönen FAQ gehen die einigen aufgeworfenen Fragen aus der Leserschaft nach.

  • So braucht die Antenne bis zu 150 Watt an elektrischer Leistung, die schon mal auf 80 Watt sinkt – da schlägt der Stromverbrauch schon kräftig zu.
  • Bei Eis und Hagel geht der Empfang sogar ganz weg, weshalb die Antenne eine Auftaufunktion besitzt.
  • Golem schreibt zudem: Für Online-Gaming ist Starlink in seiner jetzigen Form nur eingeschränkt geeignet.

Ungeklärt ist zur Zeit auch, ob ein Vertrag und der US-Firma oder europäischen Partnern zustande kommt (ist in Sachen Datenschutz relevant). SpaceX bezieht sich auf einen US-Vertrag, was sogar zulässig scheint. Irgendwie alles nichts, was man sich zum Preis von 99 Euro/Monat wünscht.

Meine 2 Cents

Es mag sein, dass das mit steigender Flotte an Starlink-Satelliten besser wird. Werfe ich das aber mal alles in einen Topf, rühre um und koste davon, kommt mir die Suppe mit dem Etikett „Schnelles Internet“ doch arg dünne vor und mag nicht wirklich schmecken. Aber es ist ja im Herbst Wahl und da ist der Minister fürs Digitale bemüht, schnell noch ein paar Nebelkerzen zu werfen. Dass Scheuer dann Steuergelder in die Hand nimmt (bestenfalls könnte SpaceX bis zu 100 Millionen Euro abgreifen), um so etwas noch zu pushen, hinterlässt bei mir einen schalen Beigeschmack. Und ob jemand auf dem platten Land wirklich 99 Euro/Monat für Stotter-Internet auf den Tresen blättern will, da mache ich doch ein Fragezeichen dran. Wenn man den schlecht mit Internet versorgten Landstrichen etwas Gutes tun will, sollte man über Richtfunk und Glasfaser nachdenken – imho.

Nachtrag: Dementi des Ministeriums

Das ging ja schnell – nach der Berichterstattung zum 1. Juni 2021 kommt das Dementi des Bundesverkehrsministeriums, welches Golem über folgenden Tweet thematisiert.

Dementi des Bundesverkehrsministeriums Konkret wird dementiert, dass es eine Vereinbarung zwischen Minister Scheuer und Elon Musk von SpaceX im Umfang von 100 Millionen Euro gibt. Was allerdings weiterhin gilt, ist die Bezuschussung der Anschaffung eines Satelliten-Empfangskits für Internet in ländlichen Gebieten ohne schnelles Internet. Die Details sind hier nachlesbar. Und auf Facebook ist mir ein Kommentar zugegangen, wo ein Admin in einer Firma Starlink als Internet-Fallback einsetzt. Er berichtet, dass die Verbindung stabil sei und hofft, dass sich die Parameter nach Ende der Beta-Phase noch verbessern.

Kein Empfang im Sommer

Ergänzung: Bei sommerlichen Temperaturen scheinen Probleme mit den Empfungsschüsseln – zumindest in den USA aufzutreten. Das legt dieser heise-Beitrag nahe. Denn die Empfangsschüsseln sind von -30 bis 40 Grad Celsius ausgelegt – das soll ja im Sommer durchaus auch mal in Deutschland überschritten werden, wenn die Antenne in der prallen Sonne steht.

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17 Antworten zu Staat bezahlt StarLink-Empfangsschüssel

  1. woodpeaker sagt:

    Einfach nur wieder eine (be)Scheuer(t) Idee.
    Wann endlich nehmen die diesen Vollhonk mal aus dem Rennen!

    • Ralf S. sagt:

      Gibt einfach Namen, da weiß man schon vorm Lesen, dass das was da jetzt kommt, wohl nix iss… ;-)

      Politiker können wahrlich froh sein, dass sie nicht persönlich haftbar gemacht werden können für ihre (oftmals) Steuerverschwendung(en)!

  2. chw9999 sagt:

    Gibt es jetzt eigentlich noch Richtfunk oder wurde das verboten? Darüber konnte man sich schon in den 90ern verbinden, wenn es kein Kupfer gab. Oder ist das zu old-fashioned?
    (Glasfaser bis auf die äußerste Insel war schon in den 90ern wohl eh nur in Finnland eine Option (kein Witz!)…).

    • mvo sagt:

      Zumindest in Hamburg bietet Plusnet (ex QSC) WLL Richtfunk zu konkurrenzfähigen Preisen mit sehr hoher Verfügbarkeit und Leistung an. Wir betreiben WLL Anbindungen mit 100 MBit an zwei Standorten, an denen es außer Kupfer 2MBit nichts anderes gibt, seit Jahren absolut erfolgreich und problemlos. Geht also…

    • Henry Barson sagt:

      Sagen wir mal so, hier und da gibt es noch Anbieter, hier in meiner Umgebung gibt es einen, der im gesamten Landkreis und teilweise auch in dessen Nachbar-LK, just ein nigel-nagel-neues-RF-Netz hochzieht, da sein bisheriges (auf alten Bundeswehr Funkmastwagen basierendes) nur wenige GBit-Backbone beherrschte, das neue Netz (auf über 100m hohem dreieckigen Gittermasten), das in Q3/Q4 online gehen soll, soll das 2x 40, oder gar 100 GBit beherrschen, auch die Latenzen sollen besser werden, da weniger Hops genommen werden müssen. Nebenbei rüstet der Anbieter viele Kommunen mit öffentlichen/kostenlosen WiFis aus.
      Irrwitzigerweise trotz Glasfaserförderung im ganzen LK konnte sich der RF-Anbieter bisher super behaupten und bekommt auch noch Zulauf, weil die Glasfaser recht dumm gefördert wurde, auf Grund der Förder- und Ausschreibungsrichtlinien wurde bspw. hier am Ort der Hauptort an Deutsche Glasfaser/inexio Business vergeben, das Gewerbegebiet (ca 2km vor dem Ort auf einem alten BW-Gelände) jedoch an innogy, die ausschließlich Consumeranschlüsse vertreiben, Ende vom Lied, ALLE im Gewerbegebiet sind beim RF-Anbieter geblieben, eine Firma hat einen Consumeranschluss fürs Mitarbeiter-WiFi schalten lassen und dort geht regelmäßig gar nichts, weil innogy wohl das Glasfaser-Pendant zu Kabel-Vodafone ist :c)
      Ja, innogy bietet Bitstromzugänge an über Business-Anschluss-Partner wie SWF(Südwestfalen)-Cloud, allerdings haben die im Gegensatz zu Deutsche-Glasfaser überall noch eine Stelle mehr vor dem Komma, kein Wunder, dass von den vor allem Klein- und Mittelstandsbetrieben, niemand dort Glasfaser buchen wollte.

  3. 1ST1 sagt:

    Für 100 Mio Tacken kann man ganz viele abgelegene Dörfer ausbauen. Mal wieder ein typischer Scheuer. Wo ist die europäische Ausschreibung dafür?

    • Uwe Bieser sagt:

      Es geht nicht darum, dass man dies kann, sondern das es auch bald verfügbar sein soll. Der Bauboom der letzten Jahre führte sicher auch dazu, dass die Provider bevorzugt die neu erschlossenen Wohngebiete mit Glasfasernetzen versorgten und vermutlich wird sich daran so schnell nichts ändern.

      Gleichwohl halte ich das Satelliteninternet für eine Schnappsidee.

  4. Dekre sagt:

    Schick, dass der Bund jetzt auch den Herrn Murks reicher machen will.

    SpaceX (Herr Murks) bringt dafür 2 bis 3 tausend Satelliten in die Erdumlaufbahn. Das ist hinrissig. Es wird allen massiv schaden.

    ich wundere mich immer wieder wie toll der „Fortschritt“ gepriesen wird und die „Weilt als der Kohle“. Es ist schön, wie man seinen Untergang planmäßig weiter produziert, die Hauptsache ist, dass das böse CO2 bekämpft wird. Dazu macht es auch nicht massiv noch mehr die Umwelt massiv zu zerstören.
    Ich möchte ja immer, dass mal wieder ein Asteroid die Erde heimsucht. Es wird aber nun so sein, dass man durch die tausende künstliche Satelliten schon jetzt nicht mit den Planetarien diese intensiv beobachten kann. Jetzt kommen noch mehr hinzu. Es ist nun so, das die künstliche Satelliten wohl massiv sich gegenseitig stören werden und schlagartig wieder zurückkommen. Es wird nicht alles verglühen.

    Der Herr Scheuer ist der dümmste Vollbatzen, den es je gegeben hat. Ich gehe streng davon aus, dass er und Consorten tief im Sumpf von sog Bevorteilungen stecken (neudeutsch Korruption). Scheuer hat und wird Milliarden uns noch kosten und keiner unternimmt was! Die Frage ist doch – Warum kann er immer wieder idiotische Vorhaben hervorbringen. Das steckt doch eine Unterstützung als Bayern dahinter. Mit Bienen ablenken und dann zuschlagen. Wir brauchen eine Mauer um Bayern, wo ist Trump und seine Mauer? Kann man diese (die Mauer) nicht verlegen?

    • Kynikos sagt:

      Relax, abwarten und Tee trinken …

      Es wird m.M.n. nur sehr wenige geben, die 1.200 Euro/Jahr an laufenden Kosten für Internet auf den Tisch legen werden wollen (da bin ich mit Herrn Born d’accord)

      Falls Elon M. also Andreas S. ein gewisses Bakschisch unterm Tisch durchgereicht haben sollte (was natürlich nie passiert gewesen sein wird – man spart sich ja die Villen vom Mund ab, siehe auch Jens S.), wird sich das vermutlich als schlechtes Geschäft für Elon erweisen – außer: man war halt mal wieder kostenlos in der Presse (gut für TSLA-Aktienkurs bzw. Wahlkampf)

  5. aDude sagt:

    Das der Mann (Scheuer) überhaupt noch im Amt ist, das ist absolut skandalös!
    Und da wundert man sich über Politikverdrossenheit!
    Zur „Digital-Politik“…
    Irgendwo in anderen Kommentaren kritisierte schon jemand, dass Entscheidungsträger keine Kompetenz im Bereich „Digitales“ haben.
    Das sehe ich genauso!
    Gibt es da keine speziellen Gremien oder Mitarbeiter in den betreffenden Ministerien, die da einigermaßen fundiertes Hintergrundwissen besitzen und gewisse Vorhaben hinterfragen und entsprechend prüfen lassen?

    Ich vermute mal folgendes, anders kann ich mir das sonst nicht erklären!
    Die Politiker leben in einer Parallelwelt, bekommen gar nicht mit was das „gemeine Volk“ so umtreibt. Weitblick? Weit gefehlt!
    Alleine schon der Corona-Murks! Finanzskandale CumEx, Wirecard bla bla bla.
    Vom eigenen Versagen ablenken hat doch immer geholfen, also Thema wechseln, aufbauschen und andere an den Pranger stellen. Wie z. B. bei den nicht angemeldeten Zusatzeinkünften von Baerbock und Lauterbach. Äh, Maskendeals? Hat man kein Schamgefühl, daß man jetzt wieder mit Steinen nach den anderen wirft?
    (Anmerkung: daraus soll man mir jetzt aber keine Vorliebe für eine Partei ableiten. Passt halt gerade ins Bild)
    Dazu jetzt noch den Scheuer wieder von der Leine lassen (der Scheuer ist eine Art „Geheimwaffe“) um das Volk zu verwirren. Einige Wadenbeisser werden dann ablassen und sich in den Scheuer verbeissen. Dann haben die wieder etwas Luft, die Wahlen stehen ja an.
    Übrigens, die „Digital-Politik“ sollte mindestens genau so eine hohe Priorität haben, wie die Umweltpolitik. Denn, so gravierend ist der Einfluss bereits in der Gesellschaft und er schaffte dabei kaum geglaubte Phänomene, wie man heute z. B. durch die Folgen von „Social Media“ erkennen muss!
    Die Zeit vergeht da rasend schnell und wenn man nicht „aufpasst“ ist man ruck-zuck abgehängt! Da ist Kompetenz und Weitblick unerlässlich!
    So, und jetzt, wo bleiben Visionen? Positive natürlich!
    Visionen sind unglaublich wichtig!
    Seit mehreren Dekaden wird nur „Panzerband-Politik“ betrieben!
    Man ruht sich auf bereits Erreichtem aus und flickt behäbig alles Weitere mit Panzerband!
    Anpassungen, ja klar, was nicht passt wird passend gemacht mit Panzerband!
    Da sitzen die (alternde Generation) Politiker in ihren Stühlen und streicheln sich das Bäuchlein wenn sie sich nicht gerade selbst auf die Schulter klopfen.
    Zu Visionen sind die nicht mehr fähig! Wie ein stinkender Tümpel, dessen Ökosystem gekippt ist. Ein regulierender Zu- und Abfluss wurde nicht ausreichend gewährleistet.
    Dann kam irgendwann dieses komische, mysteriöse „Digitale“ und schwappte vor die Füße, in dem man nur aus sicherer Distanz mit einem Stecken stocherte. Weitblick? Keine Spur!
    Die Zeit vergeht, alles verändert sich, die Politik kommt nicht hinterher!
    Obwohl, der Scheuer war eigentlich schnell da und…
    Er hatte seine Visionen!

  6. Tim sagt:

    Hatten wir so einen Quatsch nicht schon mal?

    Damals wars up per ISDN und down via Schüssel, oder so.
    Hat so richtig gut funktioniert, nicht.
    Ist bestimmt interessant in einer Wüste unterwegs, aber… zu Hause?

    Funktioniert der Kram heute besser, oder wieder nur weiter so Flickenteppich, statt benötigtem, ausfallsicherem Ausbau?

  7. Tim sagt:

    >Und ob jemand auf dem platten Land wirklich 99 Euro/Monat für Stotter-Internet auf den Tresen blättern will, da mache ich doch ein Fragezeichen dran<

    Das bekommt man ja sogar jetzt schon besser und sichererer vom Mobilfunkanbieter, für den gleichen Preis. Nen Angebot ist das nun nicht :D

    Und bei dem Sat Kram kommt doch mit Pech auch wieder noch ein benötigter Internetanschluss hinzu, für den Upload… Oder sollen nun alle Sende- und Empfangsschüsseln aufbauen und betreiben dürfen?

  8. Uwe Bieser sagt:

    „Erstens wird der erdnahe Weltraum (ca. 1.000 km Höhe) durch tausende Flugkörper regelrecht geflutet“

    Das sehe ich ganz genau so. Raufschießen und die Wirkung vergessen. Für mich reiht sich dass ein, in die Hasardeurmentalität Elon Musks (übereilt freigegebene Selbstfahrmodies, keine Batterieentsorgungskonzepte, übereilte und qualitativ schlechte Fertigung, eine Megafabrik ohne Baugenehmigung).

    Ohne Zweifel hat er mit SpaceX auch großes erreicht, aber mein Bild von seinem Wirken ist bislang sehr zwiespältig.

    • artodeto sagt:

      Er verkörpert den US-amerikanischen Weg des Denkens.

      Schnell ausprobieren und dann schauen was passiert und ggf. nachjustieren, oder von Vorne beginnen und den Rest liegen lassen.

      Auch wenn die Hoffnung schwindet, etwaig kann der Europäische Weg mit dem „einen Hauch mehr Nachdenken und auch um die Nachsorge kümmern“ wieder modernisiert werden. Nicht modernisiert im Sinne von großartig verändert, sondern schlicht besser Beworben.
      Wenn die Kunden die Vorteile von „etwas länger warten, dafür wird es gut“ vorgelebt, vorgezeigt und vor allem auch erfüllt bekommen, kann dies Funktionieren. Früher hat es ja sogar mal funktioniert, doch dann haben die europäischen Firmen eben auch angefangen „schnell auf dem Markt“ und „billig“ zu bauen – oder es war schon immer so und die mir zugetragenen Erzählungen entstammen einem verklärtem Blick in die romantisierte Vergangenheit.

  9. Uwe Bieser sagt:

    Grundsätzlich finde ich den amerikanischen Weg auch nicht schlecht, breitgefächert in neuartige Produkte, Dienstleistungen oder Konzepte zu investieren und einen gewissen Anteil von Misserfolgen einzukalkulieren. Leider geht damit der Zwang einher, möglichst schnell am Markt zu sein. Zum einen weil die Geldgeber möglichst bald Resultate sehen wollen und zum anderen haben andere ähnliche Ideen.

    Musk scheint es aber nicht zu genügen einfach nur vorne weg zu sein. Er baut Ladestationen für seine Marke, die für die allgemeine Elektrofahrzeugflotte in der Breite nicht nutzbar sind. Er bietet Fahrzeugeigenschaften an, die man nicht benötigt. Elektrische Power ohne Vernunft, aber dafür keine zeitnahe Ersatzteilversorgung. Wer benötigt Limousinen mit über 500 PS, die in unter 3 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen und dabei die meisten Ihrer Besitzer/Fahrer physisch (und vor allem geistig) überfordern. Es fahren schon genug exzessiv Oberkörpertrainierte mit Ihren AMG V8 und 80 Sachen durch die Stadt, weil es ja eine niemals abnehmende Freude ist, seine Umgebung mit brüllend und bollernden Motorengeräuschen aufzuschrecken. Man hat das PS Wettrüsten schon zurecht bei der deutschen Autoindustrie kritisiert, aber Musk setzte noch einen obendrauf und vermarktete seine Fahrzeuge von Beginn an bewusst mit atemberaubenden Leistungsangaben und kreiert dafür eigens geschaffene Marketingbegriffe (Ludicrous mode). Kritik erhält er dafür komischerweise nicht von jenen, die zuvor noch die „PS-Protzerei“ bei der einheimischen Industrie beklagten.

    • Ralf S. sagt:

      Sehr schön auf den Punkt gebracht! Vor allem ist diese PS-Protzerei GERADE bei der doch angeblich ach so umweltfreundlichen Elektromobilität, mal gleich gar NICHT angebracht! Der Umweltschutz-Gedanke wird damit mal wieder konterkariert, wie bei so vielen Dingen im Moment. Man könnte auch sagen, die Denk- und Handlungsweisen sind sehr oft zu kurz, doppelmoralig und verlogen. Aber ohne „Elektro“ geht ja inzwischen leider scheinbar rein gar nix mehr: „Tretroller“ müssen elektrisch sein und auch Fahrradfahren geht inzwischen bei vielen Menschen nicht mehr nur mit reiner Muskelkraft…

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