5G-Studie: 50% der Betreiber ohne Know-How zum sicheren Betrieb

Sicherheit (Pexels, allgemeine Nutzung)Aktuell wird ja das hohe Lied auf den kommenden Mobilfunkstandard 5G gesungen. Trend Micro und GSMA Intelligence haben sich aber einmal angesehen, wie die Sicherheitsseite der Betreiber dieser 5G-Netzwerke ausschaut. Das Ergebnis der jetzt vorgelegten Studie ist erschreckend. Der Hälfte der 5G-Betreiber fehlen Kenntnisse und Tools zum sicheren Betrieb dieser Mobilfunknetze. Die Studie zeigt große Lücken in der Sicherheitskompetenz bei Mobilfunkbetreibern auf. In vielen Fällen konnten diese noch nicht durch Unternehmenspartnerschaften geschlossen werden.


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Laut der Studie verkaufen 68 Prozent der Netzwerkbetreiber private drahtlose Netzwerke an Unternehmenskunden – der Rest plant, dies bis 2025 zu tun. Fast die Hälfte (45 Prozent) der Betreiber hält es für äußerst wichtig, in Sicherheit zu investieren, um langfristige Umsatzziele zu erreichen. Zu diesem Zweck planen 77 Prozent der Betreiber, Sicherheit als Teil ihrer privaten Netzwerklösungen anzubieten. 

Lasse den Klempner die Elektrik reparieren

„Die Studie zeigt eine mögliche Diskrepanz in der Sichtweise der Netzwerkbetreiber auf die Sicherheit“, sagt Udo Schneider, IoT Security Evangelist Europe bei Trend Micro. „Es ist offensichtlich, dass die Betreiber von 5G-Netzwerken die Risiken verstehen und den Wunsch haben, Sicherheitsbedenken zu man einen Klempner anheuern, um die Elektronik zu reparieren. Dieser kann vielleicht Probleme identifizieren oder Empfehlungen aussprechen, ist aber nicht automatisch dazu in der Lage, die Probleme auch zu lösen. Soll das Thema Security zufriedenstellend adressiert werden, muss diese Lücke geschlossen werden. Dessen sind sich Netzwerkbetreiber jedoch durchaus bereits bewusst.“ Die Studie kommt darüber hinaus zu folgenden Ergebnissen:

  • 51 Prozent der Netzwerkbetreiber sehen Edge Computing (Multi-Access Edge Computing, oder MEC) als einen wichtigen Bestandteil ihrer zukünftigen Unternehmensstrategie an. Nur 18 Prozent der Betreiber sichern derzeit ihre Endpunkte oder Edge.
  • 48 Prozent der Betreiber nennen einen Mangel an adäquaten Kenntnissen oder Tools zur Erkennung von Schwachstellen als eine der größten Sicherheitsherausforderungen hinsichtlich 5G.
  • 39 Prozent haben nur einen begrenzten Pool an Sicherheitsexperten.
  • 41 Prozent kämpfen mit Schwachstellen in der Netzwerkvirtualisierung.

Die Rolle, die Netzwerkbetreiber bei der Sicherung des privaten Netzwerk-Ökosystems einnehmen können, ist in der 5G-Ära besonders wichtig. Dass Unternehmen neue Kommunikationstechnologien (5G, Edge-Computing, Cloud-Computing, Private Wireless, IoT) nutzen, um ihr Geschäft bereit für die digitale Transformation zu machen, verändert die Bedrohungsvektoren. Die Netzwerkbetreiber befinden sich jedoch in der idealen Lage, um diese zu adressieren und ihren Kunden dadurch Mehrwerte zu bieten. Um dieser Rolle gerecht zu werden, sollten sie jedoch ihre Kompetenzen erweitern oder Partnerschaften mit Security-, Cloud- oder IT-Anbietern eingehen. Auf diese Weise können sie die Lücken in ihren Sicherheitsportfolios schließen und die fehlende Expertise ausgleichen. 

Als Anbieter einer Sicherheitsplattform, die auch Lösungen zur Absicherung privater 5G-Netze umfasst, versteht Trend Micro die Bedürfnisse seiner Unternehmenskunden und arbeitet mit diesen zusammen, um sie bestmöglich zu schützen. Die Studie basiert auf zwei Marktumfragen von GSMA Intelligence:

  • Die Marktumfrage „GSMA Intelligence Operators in Focus 2021“ befragte 100 Entscheidungsträger von Netzbetreibern weltweit hinsichtlich ihrer Meinung zu den Chancen, die sich im Enterprise-Segment bieten.
  • „The GSMA Intelligence Enterprise in Focus 2020“-Marktumfrage befragte 2.873 Unternehmen in acht Branchen und 18 Ländern.

Den vollständigen Bericht „Securing 5G Era Private Networks“ lässt isch  hier einsehen. Trend Micro ist einer der weltweit tätigen Anbieter im Bereich Cybersicherheit. GSMA Intelligence ist die maßgebliche Quelle für globale Mobilfunkbetreiberdaten, -analysen und -prognosen und Herausgeber von maßgeblichen Branchenberichten und -forschungen.


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2 Antworten zu 5G-Studie: 50% der Betreiber ohne Know-How zum sicheren Betrieb

  1. carnundem sagt:

    wen wunderts?!
    das ist u.a. architekturbedingt, also Teil der Konstruktion des Mobilfunks – der im Grundsatz eine reine Spionage-Tech darstellt.
    Nicht umsonst hat bereits in 2012 j. appelbaum in der Zeit davor deutlich gewarnt, diese Tech überhaupt zu benutzen. Am besten wäre es, diese komplett neu zu konstruieren – was nat. nie passieren wird.
    Was machen all die Schafe? …
    :-P

  2. Anonymous sagt:

    Das klingt auf den ersten Blick erschreckend. Aber es geht hier wohl eher nicht um Betreiber wie die Telekom oder Vodafone sondern um Betreiber von Campus Netzen. Ob die nun ein unsicheres Wlan betreiben oder ein unsicheres 5G Netz ist doch auch wurscht. Jeder gute ITler wird Wlan niemals ohne VPN einsetzen. Selbst Datenschützer fordern VPN zusätzlich zum verschlüsselten Wlan.

    VPN kann ich auch über 5G einsetzen. Der große Fehler ist oft sich auf die angebliche Sicherheit von irgendwas zu verlassen. Ist ein bisschen wie bei Virenscannern, die einen haben einen teuren im Einsatz und klicken jeden Mist an. Die anderen sind mit Grundschutz und Hirn unterwegs. Das Letztere funktioniert meißt besser :)

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