Microsoft erklärt das Windows 11 Kontextmenü und den Teilen-Dialog

Windows[English]Im Herbst 2021 wird Microsoft mit hoher Wahrscheinlichkeit Windows 11 freigeben und dann 2022 breiter ausrollen (siehe Hat Intel das Freigabedatum Oktober 2021 für Windows 11 verraten?). Dabei wird auch die Überarbeitung der Benutzeroberfläche mit neuem Startmenü und abgerundeten Fenstern (Sun Valley) eingeführt. Im Vorgriff auf die Freigabe von Windows 11 hat Microsoft nun die neuen Kontextmenüs sowie den Teile-Dialog näher erläutert.


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Das Ganze ist im Microsoft-Beitrag Extending the Context Menu and Share Dialog in Windows 11 vom 19. Juli 2021 erschienen.

Anpassungen an Kontextmenüs

Das Kontextmenü ist eine der beliebtesten und nützlichsten Shell-Erweiterungen in Windows. Befindet sich der Anwender im Datei-Explorer oder auf dem Desktop befinden, reduziert es die Anzahl der Schritte zum Abschluss einer Dateioperation im Vergleich zum Öffnen einer separaten App erheblich. So nützlich das Windows 10-Kontextmenü auch ist, es gibt Aspekte seines Designs, die Microsoft in Windows 11 verbessern will.

Windows 10 Kontextmenü
Windows 10 Kontextmenü

Windows 11 bringt eine Verfeinerung der kontextbezogenen Dateioperationen im Rechtsklick-Kontextmenü und im Freigabedialog. Diese sind durch Apps erweiterbar, einschließlich ungepackter Win32-Apps. Am alten Kontextmenü aus Windows 10 stört die Entwickler folgendes:

  • Die gängigsten Befehle – Ausschneiden, Kopieren, Einfügen, Löschen und Umbenennen – sind weit vom Mauszeiger, Berührungspunkt oder Stift entfernt.
  • Das Menü ist außergewöhnlich lang. Es ist seit 20 Jahren, seit Windows XP, als IContextMenu eingeführt wurde, in einer ungeregelten Umgebung gewachsen.
  • Das alte Kontextmenü enthält Befehle, die selten verwendet werden.
  • Befehle, die zusammen gruppiert sein sollten – wie Öffnen und Öffnen mit – sind manchmal weit voneinander entfernt.
  • Von Apps hinzugefügte Befehle haben kein gemeinsames Organisationsschema und können Abschnitte von Posteingangsbefehlen unterbrechen.
  • Von Apps hinzugefügte Befehle sind nicht der App selbst zuzuordnen.
  • Viele Befehle werden prozessbegleitend im Explorer ausgeführt, was zu Leistungs- und Zuverlässigkeitsproblemen führen kann.

Das Kontextmenü von Windows 11 soll diese Probleme durch folgende Anpassungen beheben:

  • Häufige Befehle werden direkt neben der Stelle platziert, an der das Menü aufgerufen wird.
  • „Öffnen“ und „Öffnen mit“ sind in Gruppen zusammengefasst.
  • Apps erweitern das Menü mit IExplorerCommand + App-Identität. Ungepackte Win32-Apps können Sparse Manifests verwenden. Die Unterstützung von IExplorerCommand reicht bis zu Windows 7 zurück.
  • App-Erweiterungen werden unter Shell-Verben gruppiert.
  • Anbieter-Apps für Cloud-Dateien werden neben den Shell-Befehlen platziert, um die Datei zu zwischen Cloud und lokalem Speicher zu transferieren (Microsoft spricht von hydrieren und dehydrieren).
  • Apps mit mehr als einem Verb werden in einem Flyout mit App-Zuordnung gruppiert.
  • „Weitere Optionen anzeigen“ lädt das Windows 10-Kontextmenü so, wie es ist, für den Zugriff auf wenig genutzte Shell-Verben und Apps, die noch an der Portierung arbeiten. Es wurden keine Befehle komplett entfernt.
  • Mit der Umschalttaste-F10 oder der Menütaste der Tastatur wird auch das Windows 10-Kontextmenü geladen.

Nachfolgendes Bild zeigt das Kontextmenü aus Windows 11, wie Microsoft sich dieses vorstellt. Neben den runden Ecken finden sich eine Reihe Befehle als Icons am oberen Menürand. Etwas, was mir spontan gefällt.

Windows 11 Kontextmenü
Windows 11 Kontextmenü

Einziges Problem: Der Benutzer muss die Icons und deren Bedeutung kennen – und die Abstände der Befehle werden „touchfreundlicher“ und sind für den Desktop nicht mehr so kompakt, was sub-optimal ist. Aber den Trend sieht man ja bereits beim Startmenü, wo nur noch einige Icons Platz haben, bevor man schon scrollen muss.


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Auch der Dialog zum Teilen soll in Windows 11 überarbeitet werden. Die Freigabe von Kontakten in der Nähe ist jetzt viel einfacher zu verwenden, mit einfacher Kontrolle über Ihre Erkennbarkeitseinstellung oben und einem Link zu weiteren Einstellungen in der Fußzeile des Dialogs. Wenn Nutzer die Mail-App verwenden, hilft der erste Eintrag in der Kontaktliste, einfach eine E-Mail an sich selbst zu senden.

Windows 11 Teilen-Dialog
Windows 11 Teilen-Dialog

Alle Apps können nun als Ziel am Teilen-Dialog teilnehmen. Für nicht gepackte Win32-Apps ist dies im gleichen Beispiel wie das Kontextmenü enthalten. Über Microsoft Edge installierte PWAs werden ebenfalls unterstützt, wenn sie die Web Share Target API implementieren.

Der Microsoft-Beitrag enthält zudem noch einige Hinweise für Entwickler, was bei den oben skizzierten Elementen zu beachten ist. (via)

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8 Antworten zu Microsoft erklärt das Windows 11 Kontextmenü und den Teilen-Dialog

  1. Bernd Bachmann sagt:

    Wenn man, wie gezeigt, den Abstand zwischen den Menü-Einträgen deutlich vergrössert, schafft man es problemlos, auf gleichem Raum viel weniger unterzubringen. Ein Grund, warum ich schon den Edge nicht mag.

    Wichtiger als diese kosmetischen Verschlimmbesserungen fände ich es, wenn man ungewünschte Menüeinträge, die irgendeine „App“ vornimmt, beseitigen könnte, ohne, wie heute, tief in die Registry eintauchen zu müssen.

    • Bob Marley sagt:

      Ich mag es auch nicht so sehr, wenn das alles mit immer mehr Spacing vergrößert, aber die Inhalte verringert werden. Da ich den Edge nicht nutze, ist mir das noch gar nicht aufgefallen. Aber stimmt, das Kontextmenü finde ich auch nicht so gelungen. Dann wird mir das in Windows 11 wohl auch nicht so zusagen.

    • Steter Tropfen sagt:

      Genau so geht es mir auch.
      Das aufgeblasene Menü passt ja wieder auf keinen der gängigen 16:9-Schmalspur-Monitore. Dass man die Anzeige für Touch-Bedienung sowieso größer einstellt, wird einem dadurch nicht erspart, verschärft aber das Platzproblem.
      Seit Windows 95 kursieren die Tipps, wie man das Kontextmenü mit externen Tools oder Registry-Eingriffen entrümpeln kann. Eigentlich sollte das so leicht gehen wie die Einrichtung des klassischen Startmenüs.
      Jeder hat individuelle Bedürfnisse, aber die Windows-Macher verpassen allen das, was sie toll finden und versperren immer mehr Möglichkeiten, was anzupassen.

  2. 1ST1 sagt:

    Was bedeutet „Datei zu hydrieren oder zu dehydrieren“ ??? Ist da Wasser drin?

    Aber ja, das Kontextmenü gehört verschlankt und besser sortiert/gruppiert, das stört auch mich schon lange. Lustig, peinlich und gefährlich finde ich z.B. bei Wechselmedien, dass die Einträge „Formatieren“ und „Auswerfen“ direkt übereinander sind.

    Was die Abstände zwischen den Einträgen angeht, das müsste dynamisch passieren, je nachdem ob man gerade mit der Maus oder dem Finger auf dem Display bedient. Muss ich extra erwähnen, dass Windows 11 nachwievor auf Geräten mit HD-Ready (1366×720) laufen darf, da bringen größere Abstände garnix.

  3. jup sagt:

    hydrieren -> mit zip entpacken
    dehydrieren -> mit zip packen

    oder so ähnlich

  4. 1ST1 sagt:

    Der nächste große Haufen?

    https://twitter.com/GossiTheDog/status/1417259606384971776

    C:\Windows\System32>icacls c:\windows\system32\config\SAM
    c:\windows\system32\config\SAM VORDEFINIERT\Administratoren:(I)(F)
    NT-AUTORITÄT\SYSTEM:(I)(F)
    VORDEFINIERT\Benutzer:(I)(RX)
    ZERTIFIZIERUNGSSTELLE FÜR ANWENDUNGSPAKETE\ALLE ANWENDUNGSPAKETE:(I)(RX)
    ZERTIFIZIERUNGSSTELLE FÜR ANWENDUNGSPAKETE\ALLE EINGESCHRÄNKTEN ANWENDUNGSPAKETE:(I)(RX)

    Da sollte eigentlich kein Benutzer zugreifen können. Auch SECURITY hat falsche Berechtigungen. Nachvollziehbar anscheinend seit 1809 bis 21h1.

    Ob man das mit icacls reparieren kann?

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